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Jüdische Weltrundschau · 1939-06-16 · 14 (16.6.1939) · p. Seite 8

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Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
1 (1939)
Issue
14 (16.6.1939)
Date
1939-06-16
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Seite 6 JÜDISCHE WELT-RUNDSCHAU Nr, 14, 16. VI. 1931 », rl:i« die Bodenpolitik inr Politik der Eittwicklethodeu bleiben, so dass »ein werden, wie es die Punkt hinaus müssen die arabistf»cn Wünsche in dirsrr tW/lehung berücksichtigt werden, aber ich glaub«: nicht, da« wir diesen Punkt Schon rrieicht haben, vor allem nirlit im Hinblick auf die Lage der Juden in der Welt. Unsere Politik siebt eine höhere Einwandertmgstatc all in den letzten Jahren fin dir nächsten fünf Jahre vor, und auf diese Weise werden Zebnlaiisrndr von Flüchllingcn ihr Unglück in Europa mit der Sicherheit des jüdischen Naliotialheimrs in Palästina vertauschen. ty'ir ballen es als in übereiltftimmung mit nmcint Verpflu blutigen unter dem Mandat gegenüber den Arabern, da« sie einige definitive Zusirheriingen über ihre Zukunft cihalten. Deshalb habt'n wir beschlossen, dass nach /ünf Jahren die weitere Ausdehnung des jüdischen Nationalheimes durch Fin Wanderung davon abhängig gemacht weiden «dl, ob die Juden das Einveniändnis ihrer arabischen Mitbürger erlangt haben werden. BODENPOLITIK Was nun die Bodenpolitik betrifft, so hat bis jetzt jede Kommission, die in den letzten Jahren Palästina besucht hat, festgestellt, (hm in gewissen Gegenden, wo die arabische Bevölkerung mit ihren heutigen Beat hcitnngstueihndeti diclit siedelt, weitete Boden- Verkäufe verboten werden mi'mtcu. S!r hüben (einet festes teilt ihm in nndcien Gebieten der Bodrnkauf zum mindesten bcscbiänkt werden mime. Wir schlagen *or, dein Obcrknmmissar in <liesei Richtung gewisse Machtvollkommenheiten zu überfragen und diese tu übeteitistirrirming mit den Empfehlungen der Icf/Ien Koiiimi1 neu :)iis/niil»en. Das heissr allerdings nirli ilatisch sein soll, Sie wird auch feiner r hing des Hodens und seiner Beat beittmgsu die Gebiete für Ncuansiedlung so gros« \ Bedingungen nur irgendwie cilaubcn. Man hat gesagt, dass das jüdische Nationalheim, wie es heute bestellt, mit seinen grossen Möglichkeiten für dauernde Aiisdcb nvnv im Laufe der Jahre, eine schwache Gcuicioschall sein wird abhängig von der Gnade von Menschen, die ihm■ vielleicht feindlich gesinnt sein weiden. Aber, wie auch immer die Lage der Juden Palästinas vor zehn oder zwanzig Jahten gewesen sein möge, heule trifft eüü* solche Besthieibung bestimmt nicht mehr auf sie zu. Die jüdische Gemeinst haft ist zahlreich und umfasst beinahe ein Drittel der Gcsamtbcvölkct img des Landes; sie ist sclbsisit her und gross artig diszipliniert und sie besitzt eine wirtschaftliche Kraft, die sie, vielleicht mehr als iigend etwas anderes, unbesiegbar macht. Sie hat «ich in der Vergangenheit viele Freunde unter den Arabern erwor ben und sie wild sich in der Zukunft noch mehr Freunde erwerben, wenn erst einmal die Furcht der Araber, eine unterdrückte Minorität in iltieru eigenen Laude zu werden, verschwunden sein wird. Wenn es iigend etwa» Sichere» auf dieser Weh gibt, so ist es meiner festen Überzeugung nach dies, dass die Arbeit der jüdischen Pioniere-unsner Zeit nicht umsonst gewesen ist und dass sie in Paliistina etwas geschaffen haben, was fonblühen wird. Daiübet hinaus wünscht die Regieiung Setner Majestät in demselben Masse, in dem sie eine Lösung der Frage sucht, wie mau die Atabcr gegen jüdische Beherrschung schützen könne, eine Lösung zu finden, die die Juden gegen arabische Beherrschung schützt. NATIONALE GEGENSÄTZE Eine unserer Verpflichtungen unter dem Mandat ist die Entwicklung von Selbstveiwalttingskörpcrschaften. Im Veilauf von twanzlg Jahren haben seir praktisch überhaupt keinen Fortschritt in. dieser Richtimg erzielt, Das ist nicht der Fehler der Regierung Seiner Majestät. Unsere. BemUhungc-n sind jedesmal an der Animolitiit gescheitert, die durch die Durchführung der anderen Verpflichtungen zum Aufbau des jüdischen Natioiialheimes entstanden .sind. Von Zeit zu Zeit haben wir Vorschlüge gemacht, um mit der Einsetzung von Stdbstvei w'altungskörperschafteii zu beginnen, aber sie lind jedesmal entweder von den Arabern zurückgewiesen worden, weil sie sie für zu günstig für die Juden hielten, oder von den Juden, weil sie zu günstig für die Araber gehalten winden, und es wird deshalb nicht leicht sein, das politische Verhältnis zwischen den beiden Völkern Palästinas auszugleichen. Es wird um so schwieriger sein, als es sich nicht bloss um zwei verschiedene Völ »er mit verschiedenen Fähigkeiten und verschiedenen Temperamen ten handelt, die Seite an Seile in Palästina leben. In diesem wüui gen Lande sind sozusagen zwei Kulturen eng aneinander geprrsst — eine arabische Kultur, die konservativ in die Vergangenheit blickt und eine jüdische Kultur, modern und fortschrittlich, die Augen in die Zukunft gelichtet. Wenn wir nun darangehen Palästina eine Verfassung zu geben. M) werden die Autoren dieser Verfassung eine Aufgabe vor «ich haben, die an Schwieiigkeit den Problemen der indischen Verfassung zweifellos nicht nachsteht. Jedoch dürfen wir eine Arbeit nicht aufgegeben, nur weil sie schwierig ist. Es würde dem Geist des Zeitalters, in dem wir leben, es würde dem Geist des Mandats- Systems im allgemeinen, ii»;<r'e* würde vor allem den speziellen Vorschriften des Palästina^yodatci widersprechen, wenn wir nicht jetzt damit beginnen wU&.i;?n, auf die Schaffung von Selbst vrt waltungskörpetschaften in Palästina hinzuarbeiten. Das vorliegende Wcisshmh widmet der Behandlung konstitutioneller Frage".', einet! gewissen Raum und macht In dieser Richtung erste Vorschläge. iVtE JÜDISCHE. HALTUNG Auch dieser Teil unserer Votschläge ist schweren Vorwürfen ausgesetzt worden, die in der Erklärung dir |cwi*h Ageocy, die am Tage der Vetüttentlichung des Weissbuches bekanntgegeben winde, enthalten sind. )u dieser Erklärung heisst es. dass unsete Vorschläge „die Herrschaft über Palästina der gegenwärtigen arabischen Majortt.it übertragen und die jüdische Bevölkerung dieser Majorität ausliefern". Wenn dieser Vorwurf berechtigt sein sollte, dann gebe ich zu, dass uitscic Votschläge veidammenswert sind. Wir können ehtlkhci weise das jüdische Naiionalheim der Gnade und Hatmherzigkeit einer eventuell feindlichen Mehrheit nicht ausliefen). Das würde einen Biiwh des Mandate* bedeuten, das trns verpflichtet. d,f* Land „unter solche politische, administrative and wirtschaftliche .Bedingungen zu stellen, die die Enichtung des jüdischen Nationalheimos sichern". Darüber hinaus wurde eine solche Politik den Piin/ipieu widenprecheu, die in der Botschaft von Commander Ifogailh an den Se het den Hussein niedergelegt sind, Prinzipien, die den arabischen Führer der damaligen Zeit befriedigt zu haben scheinen und die festsetzen, dass in Palastina kein Volk dem andcien Untertan sein soll. Die Ciuk. is(. wie mau verhindern kann, dass die Araber nicht \on den Juden und die Juden nicht von den Araber;; beheirst'ht weiden sollen. Es ist nicht wahr, dass unser Plan die übeigäbe der Herrschaft an dl«: heutige arabische Mchiluit vorsieht, und dass die Juden der Gnade und Barmherzigkeit dirsei Meluheit ausgelielen sein werden. Den besten Kommentar zu dieser Auffassung Helen vielleicht die Tailathc» dass unseie Voischläge von den palästinensischen Atabevu unückgewiesen woulen sind, gerade «-ett* sie die Konttolle über Palästina' nicht in die Hand der arabischen Majotiiät legen. Was sind unseie Votschläge? Elstens weiden dott gewisse Dinge bezüglich der Obergangspersode vor der Errichtung eine« selbständigen palästinensischen Staates gesagt und zweitem. gewisse Dinge über diesen selbständigen Staat »cSber, Wählend dei Obeigangszeil sollen Araber-und luden, wenn sie es wollen, an der Regierung ihres Landes duckt beteiligt werden. Sie sollen die Leitung gewisser Veiwaltungsahteilungen erlralten, SlCHt RI NGLN Per Zweck dieses Vorschlags ist en, &ie mit der praktischen Regteuuigsaibeil in Palästina bekannt tu machen. Es Ut twat richtig, dass Aralter und Juden während der Cbergangszeif Im Verhältnis zu dürr /tevüffccrungs/ahf. zwei Araber auf einen Juden, ernannt werden «edlen, aber das heisst nicht, dass die jüdische Minderheit uähieud der Übeigangszeit der arabischen Mehrheit ausgeliefert ist. Line solche Darstellung ist eine Vcr/r<rung unserer Vorschlage, denn sie enthalten eine Reihe von Sicherungen gegenüber einer solchen Möglichkeit. Erstens weiden im Anfang nur gewisse Departements Palästinensern übergeben werden, während die meisten Ableitungen britischen Beamten unfffstelJt bleiben. Die Verwaltung des Landes wird, auf alle Fälle für eine gewisse Zeit, eine britische Mehrheit aufweisen. Es ist zwar richtig, dass die sukzessive (Hiemahmc aller Departements durch Palästinenser beabsichtigt ist, aber hier gibt es wieder Sicherungen. Die arabischen und jüdischen Ahieilungsfriietsollen jeder einen britischen Beiater neben sirh haben und im Falle, dass dieser Raigeber zu keinem EimersWiudni* mit »einem palästtnefisisrhru Derraiternentsrhef kommt, hat er das Recht des direkten Appells an den Ohcrkomrtmsar. Der Oberkommissar empfängt auf diese Weise bei der Beurteilung von Fragen sowohl den Rat seines palästinensischen als auch seines britischen Ratgebers. Aber vor allem gibt es die dritte Sicherung. Die palästinensischen Departements!hefs sollen in eister Linie keine exekutiven .und ministeriellen Funktionen besitzen, sondern vorerst ordentliche Mitglieder des Exekutivrates sein, der dem Oberkommissar ah eine rein l«ratende Körperschaft zur Seite steht* Sic werden dieselbe beratende Tätigkii auszuüben haben, die ihnen gegenüber von den britischen Abteilung«leitern ausgeübt wird, und die endgültige'. Entscheidung liegt auf diese Weise in allen Angelegenheiten bei dein Oberkommissar. " F.r kann jeden Beniners» »einer Raigeber, seien sie Engländer, Araber oder Juden, umstossen. Unsere Vorschläge für den Beginn der Obeigangs/eit einhalten also nichts, was die jüdische Minderheit der Gnade und Barmherzigkeit der arabischen Mehrheit ausliefert. Es ist zwar richtig, dass wählend der Übergangszeit die Frage der Umwandlung des Exekutivrates ruif «einen rein beratenden Funktionen in einen Ministerrat geprüft werden soll, so dass die aiabUrhen und jüdischen Abteilungsleiter ein gewisses Mass aus übender und rnioislciieller Autorität geuiessen weiden. Aber es ist iiatiillüh votgesehen, dass. wenn dieses Stadium erreicht sein wird, ausreiche /de Sicherungen für das jüdische Naiionalheim geschaffen werden und dass diese Sicherungen einen unablöslichcn Bestandteil rines jeden Planes bilden werden, der während der Gbergaugsfcit zu einem unabhängigen palästinensischen Staat fühlen soll. SIR A. SINCLAIR (Oppositionsliberafei) : Welche Sicherungen weiden das sein? M. MACDONALD : Das sind Dinge, die seihet zeit entschieden werden. Ich bin sicher, dass der einen werte Herr Abgeordnete mit seiner flössen Erfahrung in diesen Dingen ebenfalls dagegen sein wiid. schon jetrt einen festurnrissenen ,,Fahrplan" festzulegen und genau /u bestimmen, welche Änderungen und Modifizierungen zu di*Mi oder jener Zeit stattzufinden haben. Jedesmal wenn wir hei einer Verfassungsgebung so etwas versucht haben, bat »ich das als der grosstc Feind jener politischen Evolution, die wir ernshaft zu fordern versucht hatten, herausgestellt. JODISCHF. UND ARABISCHE INTERESSEN Ich komme nunon-h» zu dem andere« Vorschlag, nämlich. >'cnn praktisch möglich, nach zehn Jahren einen unabhängigen palästinensischen Staat zu errichten. Wiederum steht nichts in dem Weissbuch, was als eine Auslieferung der jüdischen Minderheit an die »ttuhische Mehrheit gedeutet weiden könnte. Das Gegenteil ist der Fall. Das Prinzip, das wir für die Konstitution des unabhängigen ptlästinensischeu Staates in dem Weissbuch niedergelegt haben, ist völlig in Übereinstimmung mit dem Schutz der wählen arabischen und jüdischen Interessen. Über die Festsetzung dieses Pririzipej hin.urs machen wir nicht den Versuch, die Verfassung dieses Staates festzulegen. Die Körperschaft, die diese Verfassung zu bestimmen haben wird, wird nicht vor fünf Jahten oder mehr zusammentreten. Wir sind in erster Linie daran interessiert, Erfahrungen wah. tend des ersten Teiles der Übergangszeit zu sammeln und zu sehen, wie sich die Dinge praktisch auswitken werden. Wir werden dann eine klatete Votsieilung von den Notwendigkeiten einer Verfassung gewonnen haben, die die so divergierenden Interessen zu sichern hat. Vielleicht wird Palästina ein Einheitsstaat sein, vielleicht ein Fodeiativstaat und vielleicht ein Staat mit einer vornehmlich arabischen und einer vornehmlich jüdischen Piovinz. jede mit einem beträchtlichen Mass örtlicher Autonomie ausgestattet, aber in einer Bundesregierung zusaminengefasst, die die gemeinsamen Angelegenheiten behandelt. Auch diese Möglichkeit in in dem Weissbuch nicht von vorneherein ausgeschlossen. SICHERUNGEN FÜR ENGLAND Bei der Schaffung der Verfassung nrus« die Britische Regieiung ein Wrjr. zu sagen haben. Die einzige; andere Votschtift. die wir in dem Weissbuch In Bezug auf den unabhängigen palästinensischen Staat machen, ist. dass die Verfassung genügende Sicheiuugen für den Schulz der Sonderstellung des jüdischen Nationalheimes enthalten muss. Der ganze Sinn dieser Bestimmung und dieser Erklärung ist, dass die Interessen der Minderheit und der Mehrheit in Palastina in angemessener Weise gesichert sind, bevor wir unsete mjndatarische Aufsicht über das Land aufgeben. Wir haben auch eigene Interessen in Palästina (Hört, hört!). Wit haben zum Beispiel gewisse lebenswichtige strategische Bedürfnisse. Als wir diese Fragen während der neuerlichen Londoner Konferenzen mit den arabischen und jüdischen Vertretern besprachen, erklärten beide Teile ihre Bereitschaft, diesen Interessen voll Rechnung m tragen. Man darf in der Tat feststellen, di&s die Interessen der .palästinensischen Bevölkerung und unsere eigenen in diesem Punkte gegenseitig sind (Hört, höil!). Wir müssen dafür sorgen, dass in unserem Verltag mit dem palästinensischen Staat die Unterhaltung ausreichender Land- und Luftkräfte zur Sicherung unserer Intetessen. die Benutzung von Häfen und Flugplätzen für militätische .'wecke und die gcgenseiiige Unteistützung im Falle von Verwicklungen vorgesehen werden. DIE KONVENTION' MIT DEN VEREINIGTEN STAATEN Dann gibt es noch gewisse ausländische Interessen in Palästina. In dem Antrag einiger meiner sehr ehrenwerten Fieunde (sott der Op)M>snion. Die Red.) wird besonders" die Englisch Amerikanische Konvention vom Jahre 1924 erwähnt. Wir siuu natürlich dai tul bedacht, dass die in dieser Komcnnou erwähnten ameiikan'uchen Interessen für alle Zukunft gesichelt sind. Das Weisshuch schlägt auch in keiner Weise eine Änderung in dem Schau dic>cr Inu-tessen während der Zeit, in der »vir die mandatasim hc Aufsicht innehalten, vor. D.issclbe gilt von andeten auMändivchen Intcmsen. und diese Era.L'e witd drsh.db im Zusammenhang mit dem heutigen Weissbuch gairoclu akut. Es ist zwar »ichüg. dass. wenn Palästina ein unabhängiger Staat werden wird, neue Sicherungen für diese Interessen geschaffen werden müssen, aber das Weissbuch sieht ausdrücklich vor. dass. bevor wir die Verfassung und unseien Vertrag mit dem neuen Staie genehmigen können, wir sicher sein müssen, dass die Intetessen der auswärtigen Machte, für die wir jetzt scrantwimlUh sind, in angemessener Weise gesichert sein iuüsven. Eine der Besonderheiten Palästina* Ut endlich, dass sich Heilige Statten In seinen Grenzen hefinden, die Millionen von Chricten, Mohammedanern und Juden auf der ganzen Welt teuer sind. Wir können natürlich unsere Treuhändersrhaft ül>er Palästina nicht aufgellen, solange wir nicht sicher sind. da<« alles, was zu ihnen gebort, und vor allem das Recht des freien Zutritts der verschiedenett Gläubigen, für alle Ewigkeit gesichert f*t. Fs ist in der Tat eine Tragftdie. dass in heutiger Zeit um diese Heiligtümer di« Narrheit menschlichen Hasses, Gewalt und Streitigkeit tobt. EINE POLITIK DER VERSÖHNUNG Die ganze Welt sehnt sich nach Frieden in Palästina, aber dirsrr Frieden kann nicht hergestellt werden, solange nicht jede» des beiden Völker bereit ist, in dem heutigen Streit etwas von seinen Forderungen aufzugeben und eine Pohtifc der Versöhnung mit seinen Mitbürgern zu betreiben. Zweifellos gibt es heute kein« Ideallösung für Palästina, aber die Vorschläge der Rcgirnm*» Seiner Majestät sind in einem Geist absoluter Unparteilichkeit zwischen Juden und Araber» gefcmt worden und wir glauben, dast sie mit den Verpflichtungen, die wir beiden Volkern gegenüber übernommen haben, vereinbar sind (Hört, hott!). Einige meiner ehrenwerten Freunde schlagen vor, die Entscheidung über diese Votschläge hinauszuschieben, bis sie von der Ständigen Mandatskommission geprüft worden sind (Hört, hört!), Die Regieiung schlägt vor, dass ihre Politik von der Ständigen Mandatskommission so bald wir möglich geprüft wird, aber ich möchte das Hohe Haus bitten, seine eigene Entscheidung nicht länget zu verzögern. Eine weitere Verzögerung würde in Palästina den Verdacht verstarken, dass unsere Politik wiederum unsicher und unbestimmt ist und nochmals geändert werden solL Unsicherheit ist der Boden, auf dem die Wurzeln des Verdachti, der Agitation und der Gewalt am schnellsten in Palästina gedeihen, Möge das Hobe Hau* dieser Unsicherheit ein Finde setzen. Mögt las Hau« seinen Beilrag zur Wiederherstellung des Friedens da« durch leisten, dass es morgen abend der Politik der Regierung Seiner Majestät eine bedeutende Mehrheit gibt (Beifall auf Regtet ungsseiic). Die Debatte ~ \ TOM WILLIAMS (Arbeiter) beantragte das folgende Amendement! „Du die Vorschläge der Regieruuf* Seiner Majestät, wi4 tie in dem Weiuhuclt nieder gelegt sintl. t!em Ruchttaheit und Geiste de% Mandates widersprechen und nicht g#« eignet iind, die (riedliche und pedeih\i()>e Entwicklung Palastinas zu fördern, ist das Hohe Haus der Meinung, dass das Parlament nicht gebunden sein soll, bis nich$ diese Vorschläge von der Ständigen Mandatskommission des Völkerbundes geprüft u-vden sind." Herrn Mac Donald, führte Tom Williams aus. ist ts gelungen, in Verlaufe von einem Jahre und zwei Pagen zu znstören, was iq einem Weltkrieg und durch; die jahtelange Arbeit der alliiertet», Staatsmänner aufgebaut wurde. Er hat die eigentliche Grundlage der Baifoitrdeklaration zeistört. England kann anständigerweise sein feierliches Versprechen nicht leichtfertig brechen. Wir lebet» in einem Zcitahei. das darunter leidet, dass viel zu viele Zusieht*, rungen gebrochen worden sind. Das Hohe Haus möge den guten Ruf 'Englands in Bezug auf Versprechungen. Verträge und Gentie*, tuen abkommen eifersüchtig hüten. -i Wenn e« jemals die Absicht der Verfasser der Balfourdekhra« ison gewesen sein so!!, da« die Juden in Palästina eine *iaiiuig§ Minderheit bleiben sollen, warum sind dann so sorgfältige Sicherung gen für den Schutz der niebtjüdischen Bevölkerung eingebaut worden? Die Möglichkeit einer jüdischen Mehrheit mim also den Verfassern der Deklaration von vorneherein klargewesen sein. Daf Erreichen einer jüdischen Majorität kann vierzig, fünfzig und sogaf hundert Jahre dauern, aber solange die wirtschaftliche Fassung*«' kraft des Landes das Grundfwinzip der Einwanderung bleibt un4 die Sicherungen wirksam angewandt werden, hätten die Atabet nie einen Grund besessen, sich vor jüdischer Oberherrschaft M fürchten. Solange die Juden kraft Rechtens und nicht geduldet nach Pa« lastina gehen, ist die Regierung Seiner Majestät unter einer beU nahe ewigen Verpflichtung, solange sie die Mandatarmacht ist. di« Einwanderung nach dem Grnndsatr der wimthafiiiehen Fassungtkraft des Landes zu erleichtern. Das Weissbuch stellt fest, dast die Regierung nicht» In dein Mandatstext gefunden habe, das die Anschauung, dass das jüdische Nationalheim nicht errichtet werden könne, solange nicht die Einwanderung unbegien/t weitergehe, un« terstützt. Es kommt natürlich darauf an, was für eine Art Heim man im Auge hat. Das Weissbuch scheint sich eine Art baufälliges) kleines Rathaus vot zustellen, in dein der Jude nicht als Besitzet sondern als Mieter wohnt und jeden Augenblick hinausgeworfen weiden kann. Der sehr ehrenweitc Herr (Macdonald) hat daf Mandat in sein Gegenteil verkehrt und die Juden zu Untertanen eines arabischen Staates gemacht. i Sollen die Juden von der Generosität und der Willkür de» Gangster des früheren Mufti anhangen? Das Wcissbuch euihäii keine Sicherung dagegen, dass die Juden, die nach Palastina koni* m<»,, nicht eine* Tages von dorr vri trieben werden. I Einige Änderungen unserer ursptünglichcu Absichten und] Wünsche sind vielleicht nötig. Es ist stets ein Verbrechen, mehr zu vetsprechen als man halten kann. al>er der Plan der Regierung scheint mir überhaupt keine moralischen Grundlagen zu besitzen, Nach München hat der Premierminister geauvsert, dass ein chirurgischer Eingriff nötig gwesen sei, um das Leben des Patienten zu retten. Die Regierung verlangt nun von dem Pailatneiit. einen anderen chirurgischen Eingriff vorzunehmen. Der Patient ist noch nicht tot. aber er schmachtet in schrecklichen Schmerzen, und urnn der Premierminister noch ein paar solche Opeiaticmen ausführt, dann wird er nicht nur aus dem chitutgischen, sondern auch auf dem politischen Registet gestrichen weiden (Beifall bei der Opposition). Die Regierung scheint entschlossen zu sein, ihre Freunde zugunsten möglicher Feinde aufzuopfern. Sie erkennt ihre Ehren' schulden nicht an und sie leistet England einen schlechten Dienst, indem sie d-3* Vertrauen des Volke« in England selbst, 5m Im» peiium und in der» Vereinigten Saaten zeistört (Beifall bei der Opposition). DUR ARABISCHE STANDPUNKT f CROSSLEY (konsersativ): Ich glaube, in diesem Hause hat noch nie eine Debatte stattgefunden, in dei es suii als notwendige! erwiesen hatte, rinc« atabisthen Sprecher \or die Schranken zu rufen, um den arabischen Standpunkt klarzumachen. Es gibt keint arabischen Wähler, die ihre Abgeordneten beeinflussen können, und e> gibt keinen arabischen Einfbm auf die Presse. Es ist beinah! Ajumoglich eine pro aiabistbe Zuschrift in der "Lünes" uuterzu« btIngen, Es gibt in der City keine (arabischen) Fmanziustilutt. dii grosse Kapitalien kontrollieren, keinen arabischen Einfluss auf Zeitungsannoncen und keine atabischen E\-Koioi»ialminUter, die einet n;sch dein anderen aufstehen und die Regierung wegen ihrer Fehler in der Vergangenheit seidonnem könnten. Fs ist eine bedauetliehe Tatsache, dass ctecs Parlament nuf durch Gewalttaten aut die arabischen Forderungen aufroetUamgemacht werden tuuvste. Ich bestreite, dass die Juden in ihre altf hisiortsche Heimat zurückgehen und dass die heutigen Einwandere! m demselben Volk gehören. Wenn es je ein Volk gegeben hat. dax einen Anspruch auf die hilfreiche Votmundschaft des britische^ Impetiuttis erheben kann, so ist die» die bodenständige arabisch«

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