Jüdische Weltrundschau
- Journal
- Jüdische Weltrundschau
- Volume
- 1 (1939)
- Issue
- 14 (16.6.1939)
- Date
- 1939-06-16
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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feitft 2 JÜDISCHE WELT-RUNDSCHAU Hr. 14, 16. VI. 1931 Auh Deutschland Aus der deutschen Rechtssprechung Dl© Monatsbeilage „Da« Re< ht" zur Zeitschrift „Deutschen Justiz", Heft ß, di<; regelmässig wichtige <Icrichtsent« Scheidungen veröffentlicht, publiziert ein Urteil dos Amtsgerichts Berlin-Charlottenburg vom 4. März IftSfl, das für die heutige Situation der Juden In Deutschland charakteristisch Ul, Dieses Urteil bestimmt nämlW», dass ein jüdischer Versicherungsnehmer, der seinen versicherten Kraftwagen nach dem Krlass der Anordnung des Kci< h.'iführer« der S.S. und Chef« der Deutsehen Polizei vom 4. Dezember 1»38 über da« Verbot des Führcnn und Haltens von Kraftfahrzeugen durch Juden, veräuasert hat oder Kr.in Auto selbst nicht mehr benutzt, trotzdem zur Weiterzahlung der Prämie für die lau fende Vcraic h c r u n g n p e r I o d e verpflichtet ist. Die Bestimmungen, auf Grund deren dem Versicherer unter gewissen Voraussetzungen ein ausserordentliches Kün dtgungsrecht für neine Versicherung eingeräumt werden, seien in diesem Falle nicht anwendbar. Die Bestimmungen, auf Crund deren dem Versicherer richtet: Jn Wuppertal verlangten aciit jüdische Arbeitnehmer, die als Handarbeiter In einer Diin.Terfabrik angestellt Waren, vor dem Arbeitsgericht, ihren Betriebsführer au verurteilen, ihnen den Lohnauaf.tll an den nationalen Feiertagen den 10, April und de.*« 1. Mal zu ersetzen. Dn« Arbeitsgericht hat die Klnjre jedoch abgewiesen. Der Arbeltsriohter hat "ich nuf den Standpunkt gestellt, es handle sieh um ..Festtag-) des deutschen Volkes und die LohnauHfullentnohädigung verfolge lediglich den Zweck, allen deutschen Volksnngehörif, n die Möglichkeit zu «eben, dler.o Tage festlich zu begehen". Auf Juden sei das Gesetz nlso „sinngemäss" Dicht anzuwenden. —- Au» dieser Nachricht, erfährt man, da«« der Arbeite: mangel In Deutschland bereits zur Kl n s te11 u n g von jüdischen Arbeitern Reführt hat. Bisher wusst© man nur von Juden, die zwangsweise bei Strassenbauarbeiteu beschäftigt v/erden. Juden als Geschäftsvertreter Das Berliner „Schwarze Korps-:" greift überaus heftig eine Hamburger Auskünfte! an, well Hie, nach einem Im Ausland "wohnenden Handelsvertreter befragt, mitgeteilt h*»r, der Betreffende sei Jude, wenlo aber al;i Vertreter empfohlen. Dazu benlerkt das „Sehwarze Korps" geschmackvoller Welse: „Die; Auskunft hätte ebensogut lauten können: Der Mann ist ncht- "mal wegen Unterschlagung vorbestraft; als Kassierer kann er rieht, warm genug empfohlen werden." Wir glauben freilich, dass selbst nach der Erziehung der letzten sechs Jahre die Menschen auch In Deutschland noch nicht so abnormal geworden sind, dass eine solche Unverschämtheit auf sie wirken könnte. 1 Wie der Novemberpogrom organisiert wurde Die in Paris erscheinende Wochenschrift „Zukunft" v«a?- Uffentlicht das Faksimile eines Befohl», den di<> Kriminalpolizei W'ien am 10. November 1033 an die Polizelämter erlassen hat. Das Schreiben hat folgenden Wortlaut: »Kriminalpolizei Wien, Daucrdicnat. Wien, 10. XI. 1058. Judenakticm. Stapoleitstelle. Rcg.~Rat Dr. Pufrader teilt um «üben Uhr drcisisig ■fernmündlich mit1: Da von den Kripossiellen der Polizeiämter fortwährend Rückfragen an Gestapo gestellt werden, sind diese fernmündlich von folgendem cu verständigen: Fentzunehmen sind clnflussreirhe, wohlhabende, männliche Juden, deutscher Staatsangehörigkeit, nicht zu hohen Altera, welche einen gesunden Eindruck machen. Besitzer von Handfeuerwaffen sind besonders atreng zu behandeln und darüber besondere, Amtsvermerke aufzunehmen. Weiler streng geheim ist den Polkeiamtsstallen fern* mündlich ynitzütcilcn, dass das Eigentum der inländischen Juden dem Boden gleichzumachen ist. Die Polizei hat in derartigen Fallen nicht für diß Juden einzuschreiten. Brandstiftungen können nur dort vorgenommen werden, Wo nicht die Gefahr besteht, das* eine Fe.uerHbruwt ausbricht: daher in verbautem Stadtgebiet in der Regel nicht. Im ganzen sollen ungefähr dreitausend Juden festge-' mmmen werden. Amtsvermcrk. Von dieser Weisung werden sämtliche Polizeiämter unter Hin weist auf die Vertraulichkeit der Mittelhing fernmündlich verständigt' Gez. Vntcrschriftf unleserlich),*'- DIE ERÖFFNUNG DES PALÄSTINA PAVILLONS Von unserem Berichterstatter. Wir brachten bereith in Kr. 12 einen kurzen Megrafi sehen Bericht Uber die Eröffnung des Pnb'istina-PaviUom auf der New Yorkrr UV Hau?!•trllung. Di'■sc Notiz wird durch den mchntthendcn brieflichen Bericht ergänzt. Red. New York, 31. Mai. Die Eröffnung des Palästina Pavillons auf der New Yorker Weltausstellung am 28. Mai wurde zum Höhepunkt der Protestwelle gegen die Britische Palästinapolitik, die n«.*U der Veröffentlichung des Weissbuches über die Vereinigten Staaten gegangen Ist. Aus allen Teilen der USA strömten P»cBohit.!onen, Petitionen und Appelle von Christen und Juden, Arbeiterführern, Geistlichen und Künstlern, Liberalen aller Schattierungen, Gouverneuren, Kongressabgeordneten und zahlreichen anderen Kreisen, Diese Stimmung fand ferner Ausdruck In der jüdischen und nichtjüdischen Presse des Landes. Die Protestbewegung begnnn mit einer Massenversammlung am 21. Mal im Hippodrom in New York, bei der ausser den jüdischen Führern, voran Dr. Stephen S. Wise, Senator Wagner und der Bürgermeister von New York La GuardJa vor 10 000 Menscher, sprachen. Nahezu 2 000 000 Juden drückten in Gottesdiensten und Hunderten von Versammlungen ihre Treue zu Palästina aus. Eine Delegation von zionistischen Führern sprach bei Aussenminister Cordcll Hull in Washington vor un 1 forderte, unterstützt von zahlreichen Kongressabgeordneten und Senatoren, amerikanischen Schutz für die jüdischen Rechte in Paliistina. Zchntauscndo von Protesten strömten zu Präsident Rooscveit, Aussenminläter Huii, zum britischen Gesandten nach Washington und direkt nach London. Führende katholische und protestantische Geistliche nahmen gemeinsam mit einem erheblichen Teil der nlehtjildisehen Bevölkerung des Landes an dieser Protestbewegung teil. Diese Bewegung fand ihren Höhepunkt in einer riesigen Mr. ssen Versammlung von mehr als 50.000 Menschen bei der Eröffnung des Palästina-Pavillons auf der Weltausstellung. An der Spitze der Redner bezeichnete Albort Einstein das von den politischen Intriguen der Mächte bedrohte Palastinawerk als die schöpferische Antwort dos jüdischen Volkes auf die destruktiven Kräfte. Chajim We izmann sprach in einer Radioübertragung von Paris aus. Er gab der Hoffnung Ausdruck, dass Regierung und Kongnwi der Vereinigten Stauten ihre Sympathie für das jüdische Paliistinawerk aufrecht erhalten werden und betonte, sich zur amerikanischen Judenheit wendend, dass die Fortführung des Paiästinawerkes in erster Linie das Werk der Juden selbst bleibe. Stephen S. Wise bezeichnete die Eröffnung des Palästina-Pavillons als ein Symbol nicht nur des unerschütterlichen Willens von Israel, sondern auch des amerikanischen Interesses an dem Recht und der Pflicht des Juden zum Wiederaufbau des jüdischen Nationalhelms. — „in der Welt von morgen, die die Weltausstellung darstellen will, wird das jüdische Nationalheim In Palästina sichtbar ah eine Realität, die kein zeitweiliger Rückschlag verdunkeln kann", sagte Dr. Solomon Goldman, der Präsident der Zionistischen Organisation Amerikas. Als weitere jüdische Redner sprachen Dr. Israel G o J d s t e i n, der Präsident des Jüdischen Nationaifonds In Amerika und der Schrifstcller Emil L u d w i g. Unter den nichtjüdischen Spry :hern waren besonders eindrucksvoll Bürgermeister La Guardla von New York lind der Vizegouverneur des Staates New York Charles A. Polctti, der eine Botschaft von Gouverneur I^ehman verlas. Ferner sprachen Grover A. Whalen, Präsident der Weltausstellung, und Senntor King von Utah. — Die Kundgebung, die üben» Radio übertragen wurde, war eine der grössten jüdischen Massenkundgebungen, die In Amerika je stattgefunden haben. Sie war ein mächtiger Ausdruck der Pal.lstinatreue der amerikanischen Judenheit und des jüdischen und nichtjüdischen Protest« gegen die britisch« PaläetinapoJitik. Der Andrang der Massen;:urn Palästina-Pavillon war so gross, dass ein Polizeiaufgebot von 40 Mann den Eintritt zum Pavillon regeln musste. Der Pavillon selbst Ist, verglichen mit denen der grossen Nationen, ein, wenn auch bescheidener s<» doch würdiger und eindrucksvoller Spiegei der schöpferischen jüdischen Kräfte In Palastina, Hoch überragt von einer leuchtenden Menorah wird der helle Gebäudekomplex In modemer Linienführung, der um einen mit palästinensischen Bäumen bepflanzten Hof lierumg^lagert Ist. Entworfen wurde der Pavillon von Arjeh El h an an l und geschaffen in den Lcvante-Ausstellung-Studios In Tcl-Aviv. finanziert von den amerikanischen Palästinafreunden. Der Pavillon umfasst zehn Hallen, die gewidmet sind*, der ge« schlchtllchen Erinnerung, der Verwandlung de« alten In da« neue Palästina, der tandWirtschaft, Siedlung, Stadtplanung,' Industrie, Kultur. Erziehung, Gesundheitspflege und Arbeit Der kleinere Flügel des Pavillons enthält ein geniales Arrangement von Spiegeln und Licht, das charakteristische Züge der Entwicklung Palästinas In lebendigem, filmähnlichen Szenenwechsel zeigt. Die propagandistische Wirkung des Palästina-Pavillons gerade zu diesem Zeitpunkt ist unschätzbar. Das haben lti«j zwischen auch jene Skeptiker erkannt, die angesichts unserer, ■, Situation den Palästina-Pavillon zuerst als einen Luxus be-< zeichneten. Man erwartet, dass fünfzig Millionen Menschen die Weltausstellung sehen werden. Die Fünf-Millionen;- Grenze ist bereits übersehritten. Das jüdisch« Palästina kanti schwerlich ein besseres und auf grössere Massen wirkendefj Propagandamittel geschenkt bekommen als diesen Pavillon! auf der Weltausstellung. Rclnhold Herz (New York). KURZE MELDUNGEN Ein Leser schreibt uns: In L a n d s b o r g n Warthe wurde ein Mann zu einem Jahre Zuchthaus verurteilt, weil er sich Im Juli vorige« Jahres als Vertreter für jüdische Geschäfte betätigt hat. Er soll dabei den Kunden verheimlicht haben, dass er für jüdische Firmen tätig sei. Wogen der dadurch bezeugten „verwerflichen Gesinnung" wurden ihm auf die Dauer von drei Jahren die bürgerlichen Ehrenrechte aberkannt. Dia Synagoge in W i t k o w i t z bei Mährisch-Ostrau brannte vollkommen nieder. Die Feuerwehr traf erst eine Stunde, nachdem der erste Feueralarm gegeben worden war, «in. Sämtliche Thora-Rolleu wurden ein Raub der Flammen, pie in Reiehenberg (Sudotvngehiet) erscheinende Tageszeitung Henleins „Die Zeit" berichtet, dass zu den sudetendeutschen Städten, die seit der „Rückgliedei u: g" an Deutschland im Oktober v. J. judenrein" geworden sind, letztens auch diö Stadt F u 1 k e n a u hinzugekommen ist. — Di« mehrere hundert Seelen zählende jüdische Bevölkerung von Falkennu wurde systematisch zum Verlassen der Stadt gezwungen, die Synagoge wurde niedergebrannt, die 30 jüdischen Geschäft wurden „arisiett". Der deutsche Jude Paul Strauss, der aus Deutschland nach Italien geflüchtet war und vor einiger Zeit int Zuge der Durchführung der antijüdischeu Dekrete von hier ausgewiesen wurde, ist unter Polizeieskorte an die deutsche Grenze abgeschoben worden. Es Ist dies der erste Fall, dass in Italien ein jüdischer Flüchtling an die deutsche Grenze zurückgestellt wird. \4 — r Meyer de Vries, Beamter dos liolländ. Arbeitsministeriums, ist zum Leiter des Arbcitslosennmte» der Regierung ernannt worden. De Vries, der Jude ist, wurde IS dl in Amsterdam geboren, war in seiner Jugend Diamantenaehleifer und dem Kriege Leiter verschiedener ArbeiUlwea-HUfcjwerHt, m PALÄSTINA-FR ACE IN CESMF Die Sitzung der Mandatskommission de» Völkerbundes M Genf wurde am 8. Juni eröffnet. Vorsitzender der Kommission ist wieder der Belgier Orts, Vizepräsident der Schweizer Professor Rappard. Die Behandlung der P a 1 ii s t i n a - F r a g e wurde am 13. Juni begonnen. Die Sitzungen der Mandatskommiüsion sind bekanntlich geschlossen und die Öffentlichkeit wird nur durch Kommuniques unterrichtet. Kolonialminbter M acDonald hat sich nach Genf begeben, um die englische' Regierung In der Palästina-Sache zu vertreten. England hat wie alljährlich der Mandatskommission den Jahresbericht über die Entwicklung Palästinas und Transjordaniens im letzten Jahro überreicht. Wie schon erwähnt, hat auch die Jewish Agenoy den üblichen Jahresbericht über die Entwicklung des Jüdischen Nationalhelmes vorgelegt. Ausserdem hat die Jewish Ageney eine Reihe von Dokumenten vorgelegt-, die sich mit dem Weissbuch beschäftigten. Vor MacDOimlds Eintreffen haben die Beamten der Palästina-Regierung Moody und Kirkbride die englische Mandatarmacht vertreten. Dr. W e i z m a n n wird, wie verlautet, nicht nach Genf kommen. Dr. Goldmann hat im Namen der Jewish'Ageney der Presse eine Erklärung übergeben, worin er die Hoffnung auf ein gerechtes Votum der Mandats-Kommission ausspricht. Dr. Ben Zion Mossinsoim ist als Delegierter des Waad Leumi zur Sitzung der Mandatskommission nach Genf gefahren. Von Deutschland aus gesehen Die Art und Weise, wie in Deutsehland das letzte Weissbuch beurteilt, wird charakterisiert durch einen Artikel in der „Berliner Böiwn Zeitung", aus dem wir das Nachstehende zitieren. Der Artikel erwähnt zuerst die Abstimmung über Palästina im englischen Unterhaus, die er ,.<?in Spiel mit verteilten Rollen" nennt, und fährt dann fort: „Wir meinen, das« die internationale Judenschuft wenigstens in ihren führenden Kreisen einer solchen Besänftigung gar nicht bedarf; einfach deshalb nicht, well sie sich des vorübergehenden, augenblieksbedingten Charakters der gegenwärtigen britischen Palästiuapolitik sehr wohl bewussi sein dürfte. Oder deutlicher: weil sie zweifellos mit im Spiel ist. Weil sie sehr wohl weis», dass England nicht etwa, wie Churchill in naiver Spiegelfechterei sagte, aus Gründen der vcrwaltuugsm&ssigen Bequemlichkeit jetzt o tut, als ob au' die Wünsche des Judentum» eine Rücksicht mehr nehmen; wolle, sondern einfach deshalb, weil es für den Augenblick eine Palästinapolitik unter das Domittat da- Einkreisung$' Politik gegen die autoritären Staaten gestellt hat, Der Ein« kreisungsplan verlangt eine Beruhigung nicht des Judentums, wohl aber der arabischen Welt, und lediglich für diese werden jetzt jenn Sshaugefechtt auf den politischen Bühnen Englands aufgeführt. Welt davon entfernt, den berechtigten Interessen der Araber voll entsprechen zu wollen, ist England wenigstens bemüht, den Anschein tu erwecken, als ob es die Juden r. och stiefmütterlicher, als die Araber behandle. Projüdische Kritiken prominenter britischen Politiker sind datier der Regierung Chamberiain in diesem Stadium ihrer Paiastinapoiitik ebenso erwünscht, wie tionisüscb« Proteste und Strasaeiikrewalle. Im nächsten Stadium kann der gestern vom Unterhaus verabschiedete Palastinaplan )• wieder abgeändert werden. Und er wir d abgeändert werden in dem Augenblick, da England auf die Gefühle der Araber nicht meh* Rücklicht nehmen zu müssen glaubt". *A Klein» Nachrichten Der H«l!ftni«e1te Ministerrat hat < die Unterscheidung der arischen und der jtidfochen Fl« ni i I i e n n a ni e n getroffen. In Zukunft soll jeder Italienische Jude einen ausgesprochen jttdlsehen Familiennamen führen. Für die rehabilitierten Jodes dürfte ein Sammelname gewählt werden. Von Anfragen bestürmt, erklärten MacDonald und Chamberiain im englischen Unterhaus, nach ihrer Meinung besteh« kein Konflikt zwischen Weissbuch und Mandat. Wenn irgendeine Streitfrage daraus entstünde — so sagte Chamberiain — würde England die Sache dem /nternationalen Ge* hehtshof im Haag unterbreiten. Der südafrikaische Innenminister Stutaford teilte im Parlament auf eine an ihn gerichtete Anfrage mit, dass in der Zeit vom 1. Januar bis 30, April d. J. insgesamt 1283 Joden in Südafrika eingereist sind. 449 von ihnen belassen eine Erlaubnis zu vorübergehendem Aufenthalt, 528 hatten Pemtts zu dauernder Niederlassung und 306 befanden .sich lediglich auf der Durchreise nach anderen Ländern. Aus Südafrika wird gerneidet, dass der Führer dejl südafrikanischen Zionismus, A. M. Abrahams, im Alter von 75 Jahren in Johannesburg gestorben ist. Er war von 1911,— 1931 Präsident der Zionistischen Föderation Südafrikas und von da an ihr Ehrenpräsident. In Südafrika wurde auf Initiative von Colonel Kisch eine ..Gesellschaft der Freunde des Palästina Orchesters" gegründet. Aus diesem "'Anlass richtete der bekannte Pianist Artur Rubinstein, der gegenwärtig in Südafrika Konzerte, gibt, einen Brief an Kisch, worin er seiner Bewunderung für das Palästina Orchester Ausdruck gibt und betont, dass all« jüdischen Musikliebhaber auf dieses Werk stolz sein und es unterstützen müssen. Cäs Bulletin des ,.Deutschen Nachrichten-Büros" (DNB), in deutscher und arabischer Sprache Ist von der Palastina-Regierung für zwei Wochen verboten worden, Alf Grund wird angegeben, dass »eine Berichte die öffentliche Sicherheit gefährden. Lord Hankey, eh«*m. Sekretär des britischen Kabinett! und Generalsekretär der Versailler Friedenskonferenz, iat ej| Nachfolge»' von Lord Hailey vom Völkerbundsrat in die Per* manente Mandatskommission entsandt worden. FXV RADIKALER VORSCHLAG In der Londoner Zeitschrift „Zionist Review" tritt ColoneJ Vickery, der vor 20 Jahren Mitglied des (englischen).Arabischen Büros in Kairo war und kürzlich in der ..Töneex über eine wichtige Mission bei dem damaligen 8cherif«t Hussein von Mekka geschrieben hat, dafür ein, das» Pala« stina bedingungslos den Juden gegeben wird. E,* tfc klärt, die Angit Englsn<b vor denu Widerstand der Mohammedaner für eine Wahnvontsllunf. Haben etwa die Mohammedaner den heiligen Krieg gegen Italien erklärt wegen de* Ausrottung der Senussis oder der Eroberung Albanbns? Ig England, eo achreibt Colonel Vickery» haben vor einigen M<j» naien all* grösseren und kleineren Redner ihr tiefes Mitgj fühl mit den Juden ausgesprochen. Pleaee Gefühl könnte J Taten umgesetzt werden, wenn man alch entaebioeae, <f Araber Palästinas In die angrenzenden Öethehen C«hiete überführen und dort anzusiedeln und gaaa PaUaUat «r f Juden freizumachen. Nur eine aolche draetiacha HandiunL weise und kein Kompromiaa — Mch Meinung von VU*WJf I könnte imstande »ein, die Frag« endgültig tu loten.