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Jüdische Weltrundschau · 1939-06-09 · 13 (9.6.1939) · p. Seite 12

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Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
1 (1939)
Issue
13 (9.6.1939)
Date
1939-06-09
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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feite 11 JÜDISCHE WELT RÜNDflCHAÜ Nf. 13, 9. VL im Einige Probleme der Einordnung deutscher Juden in USA Von Rein hold Herz, New York City. Unter den ElnwandertingKlilndern der Juden aus Deutschland und Oesterreich *toh«*n die Vereinigten Staaten an erster Stelle. Ungefähr 80.000 deutsche Juden find nHt 1M3 hierher gekommen. Es besteht die Hoffnung, das» der Kongrcss der Zulassung von je 10.000 jüdischen Kindern ftux Deutschland für i'JZ'J. und lfMO zustimmen wird, die dann ausserlinlb der Jnhre.iquote von rund 27.000 hier einwandern können. Ks konzenirlert. »loh In de« Vereinigten Staaten die graste Zahl deutscher Juden, verglichen mit allen nnderen Einwanderungsländern. »Schon daraus ergibt «Ich die nusscrcrdcntlicho Bcdeutimg einer gewunden Einordnung unserer Menschen. Für die*« Einordnung Ist die Einwanderung hierher nur die Voraussetzung. Diu Aufgabe, unser Leben Ji. Amerllca neu zu begründen, beginnt erat dann. Wir können nber unsere Existenz hier nur dann neu aufbauen, wenn wir un* dem amerikanischen Leben organisch und voll eingliedern, Es ist. nicht erwünscht, dass wir als ein In uns abgeschlossener Frondkörper In Amerika leben, Wir rnüfssen ja nicht nur hier zu einer neuen wirtschaftlichen Existenz gelangen, wir müssen darüber hinaus hier ein neues Heimatgefühl finden, wenn wir nicht länger „Refncees" bleiben und damit unglücklich werden sollen. Der Prozess unserer organischen Einordnung Ist aber nicht nur von beiden Seiten, der amerikanischen und deutsch-Jüdischen her wünschenswert, es hängt auch von beiden Seiten ab, ob und wie er verwirklicht wird. Es Ist. kein Zweifel, dass auf beiden Seiten neben den unserer Einordnung fördernden, auch hr rinnende Momente wirksam sind. Manche neigen du zu, nur die fördernden, andere nur die hemmenden Moment© zu sehen. Aber der Sache dient, es am meisten, weder die fördernden, noch die hemmenden Umstünde zu überschätzen oder zw übersehen, vielmehr beide zu erkennen und danach zu suchen, wie die Hemmungen mehr und mehr überwunden werden köniien,um unserer organischen Eingliederung willen, AuNH«>r<> Schuirrigkdten «chon rein physisch haben vlclo von uns Schwierigkeiten \, in der ersten Zelt »der zu bestehen. Das Klima In New York, wo die Masse unserer Menschen stecken bleibt, mit seiner uns ungewohnten Luftfeuchtigkeit set2t besonders alteren oder im Sommer hier eintreffenden Menschen zu und vermindert Ihre körperliche und geistige Spannkraft. Es dauert fast immer einige Zelt, bis wir rein physisch die Klima* Umstellung Uberwunden haben. Ab«jir weit stärker sind die seelischen und wlrtschaftltcfien Problem«: wir sind nicht aus freiem Willen, sondern durch einen Druck ais Zufluchtmic-iumue hierhergekommen. Eine grosse Anzahl kann dos nicht vergessen. Sie sehen noch nicht in dt« Zukunft, «te schauen su viel lurück und vergleichen ihre frühere Wohlhabenheit mit unserem neuen Leben. Das gibt Ihnen nicht den freudigen Elan, mit dem man ein neues Leben beginnen muss. sondern führt zu Resignation oder im besseren Fall xu einer bitteren Entschlossenheit, sich nicht unterkriegen xu lassen. Aber die allein genügt nicht, um ihnen das Leben liier sinnvoll xu machen, Sie leben in Erinnerungen und trösten sich damit, auf die Jungen zu blicken, die ei» verstehen, den neuen Start xu bejahen. Aber Gott sei Dank ist diese man gelnde Bejahung unseres neuen Lebens nur das Problem einer kleinen Minder heit. Auch wer innerlieh xu dem neuen Start ja sagt ,hat auf lange Zeit hinaus mit grossen Einordnungsschwierigkeiten xu kämpfen. Die grösste unter diesen ist das Sprachproblem. Zu viele unserer Menschen, besonders die in New York konzentrierten, Uber die noch zu reden sein wird, bleiben, nachdem sie die Anfangsschwierigkeiten der Verständigung überwunden haben, im Gegensatz xur Jugend und d*n draua&eu im Lande Lebenden auf einer primitiven Stufe von Sprachkenntnissen stehen. Eng verbunden mit den Sprachschwierigkeiten ist des Orientierungsproblem. Wir, die hier nicht aufgewachsen und systematisch zur Einordnung in das amerikanische Leben erzogen wurden, erwerben uns die Kenntnis des Landes und seiner Verhältnisse nur schwer, langsam und systematisch. Ohne geistige Vorbereitung auf das amerikanische Leben und ohne genügendes Wissen über die Lebensbedingungen müssen wir sofort beginnen zu arbeiten und in allen Lebensgebieten zu handeln. Sicherheit entweder durch eine zu sclbstbewuwte Haltung überkompcnslert oder sie ganz unverhüllt In Erscheinung treten lässt. Es bedarf einer starken Selbstkontrolle, um hier das rechte Masa und die rechte Haltung zu finden. Denn der Amerikaner liebt weder Anmassung noch Scrvilit&t. Er reibst kann uns durch Takt, sehr viel dabei helfen, wenn er es vermeidet, uns fühlen zu lassen, das» wir arm sind oder Daak m fJ-S.A. Wir glauben, dass die unsere Eingliederung bedrohenden und hemmenden Probleme vor allem durch eine xlelbewusst« Politik der amerikanischen Hilfisrbeit, des National Coordlnating Commlttee, überwunden werden können und diese« Vertrauen wird gestärkt, wenn mir auch Jens Umstände nicht übersehen, die unsere Eingliederung fördern. Bereits jetzt kann die überwiegende Anzahl unserer Menschen sich wieder aus eigener Kraft ernähren, Frauen nllcrJings viel leichttr als Männer. Die Einwanderung au« Deutschland und Oesterreich hat nicht nur eine Belastung des Arbeitsmarktes mit »Ich gebracht, sie hat auf der anderen Seite durch die Eröffnung neuer Betriebe, über die leider als Arbeitgeber aus unserer Notsituation, wie das häufig vorj n0ch kc|nc StfttlJ,tjfc vorhanden Ist, neue Arbeitsmögllchkelte* Innere Hemmunge« Unsere geringe Kenntnis des Landes und seiner Verhälttlsse hemmt uns in allem. Diese Hemmnisse wachsen sich für einen gewissen Teil von uns geradezu zu Hemmungen aus. Sie schliessen sich su viel ab und bekommen dabei keinen Kontakt mit Amerikanern. Dies gilt viel weniger für kleinere Städte, wo der Kontakt im allgemeinen sehr gut ist, als vielmehr für die grossen Metropolen, insbesondere New York, wo sich sogar ein eigenes deutsch-jüdisches Sonderlebcn entwickelt hat. Zehntausend« deutscher «ludet leben hier in einem bestimmten Wohnbereich, in Washington Heights. Die Isolierungstendenx wird noch dadurch verstärkt, dass die Schaffung von Kontakten mit Amerikanern noch zu sehr von unserer Initiative abhängt. Oft wünschten wir, dass die amerikanischen Kreis« es nicht so sehr uns überlassen würden und uns ein bisschen mehr zu sich heranholen möchten. Immer wieder gesagt, das gilt nur für New York.) Wir warten sehr darauf und sind dankbar, wann und wo immer es geschieht. Gerade in den letzten Monaten sind auf diesem Gebiet z. B. von der Congregation Emanu-El »nd auch von ostjüdischen Kreisen Versuche gemacht worden. Drausscn im Lande konnten wir eine »ehr enge und für beide Seiten bereichernde G^meiiuamkcii beobachten. Es bestehen auch andere llcmmuund SchuHerijketten von beiden Seiten her. Der deutsche Jude ist meist sin p a u p e r t s i e r t« r Bürger. Es ist oft nicht ganz einfach für ihn, so schnell sein Bewusstseln seinem neuen Sein! kommt, irgendwie Nutzen zu schlagen Auch ausserhalb der Bcrufasphiire gibt, es Im gesellschaftlichen Kontakt mit Amerikanern manche seelischen Probleme. Viele Menwhen sind noch nicht wieder In Ihre Schicht hineingekommen, anderen fehlen innere Berührungspunkte, Ihre Bcwusstseinsinhalte — .Sorge um Eingliederung und Auswanderung der Freunde und Verwandten in Deutschland -- .sind zu verschieden von dem Bewußtseinsinhalt des Amerikaners, der sich mit den normalen Fragen eines normalen Lehens hefosst und in seiner Freizeit Bridge oder Gesellschaftsspiele spielt. Aus allen diesen Motiven bildet, sich das deutsch-jüdische Sonderleben, das in New York den Prozcss der Einordnung sehr verlangsamt. Wirtschaftliche Probleme Dennoch würden die unser seelisches Einleben hemmenden Umstünde nicht so stark wirken, wenn die wirtschaftliehe Eingliederung leichter möglich wäre. Die allgemeine Wirtschaftskrise erschwert es uns, die sprachlich und in der Kenntnis der Verhältnisse dem Amerikaner gegenüber so sehr im Nachteil sind, doppelt, uns in den Wirtschaftsprozess einzuordnen. Das Problem wird praktisch ganz besonders in New York mit seinen 750.000 Arbeitslosen wirksam. Mit jedem ankommenden Schiff vergrflssert sich die Zahl der arbeitsuchenden Emigranten und die Schwierigkeit, einen „Job" zu finden. Die Bereitschaft der Emigranten steigt, einen .Job" um jeden Lohn anzunehmen und ebenso die Versuchung des amerikanischen Arbeitgebers, den Emigranten unterzubezahlen, woraus häufig ein Ressentiment des amerikanischen Arbeitnehmers gegen den Immigranten entsteht. Auf der nsderen Seite nehmen die „Unlons" (Gewerkschaften! Immigranten nur In verschwindendem Masse suf, statt so einen Schutz des Lohnniveaus zu gewährleisten. Aus solchen Quellen wird die nicht zu unterschätzende Stimmutiff gegen die, Einwanderung gespeist und man wagt schon gar nicht mehr, einen Plan wie etwa den der Zusammenlegung mehrerer Einwanderungsquoten auf ein Jahr auch nur öffentlich zu diskutieren. Bei der allgemeinen Verknappung. <rschthPftften. Von allergrösstcr Bedeutung für die Stärkung des „goodwlll" gegenüber der Einwanderung und somit wichtig für die unsere Einordnung fördernden Kräfte ist jedoch der dauernde Zustrom hervorragender Kultur- und Bildungsträger, die in Amerika in ganz besonders grosser Anzahl aufgenommen worden sind und deren bereicherndes Wirken Immer, wieder dankbar anerkannt wird. Eine Figur wie Albert Einstein. Institutionen wie die „New School for Social Research" und die „Universität im Exil", haben grosse Popularität gewonnen. Neben den rein humanitären Beweggründen und der verständnisvollen Haltung der amerikanischen Regierung, die die öffentliche Meinung für die Einwanderer beeinflussen, spielen die Beitrug« deutscher Juden zum kulturellen und wirtschaftlichen Leben des Landes eine grosse Rolle. Auf der anderen Seite wird unsere Einordnung ferner durch ein ganze Reihe subjektiver Gefühlselemente gefördert An der Spitze all dieser Kräfte steht unser Wl 11 c zur Einordnung. In uns ist eine tiefe Dankbarkeit dafür, dass und wie man uns hier aufnimmt Wir wissen, wie unser« Menschen In anderen Landern um Aufenthalts- und Arbeitsgenehmlgung bangen und sie oft nicht gewährt bekommen. Wir verstehen, was es heisst; das* die Vereinigten Staaten trotz ihrer eigenen grossen Sorgen bereit sind, uns aufzunehmen und voll als Bürger zu rezipieren. Hierfür werden wir dem Lande Treue und innere Loyalität bewahren. Es tut uns wohl, nach allem zu erleben, wie uns Juden au« Deutschland, unserer Tradition und den geistigen Gütern, dl« wir mitbringen, hier wieder Sympathie und Achtung entgegengebracht werden. Wir selbst empfinden diese Sympathie gegenüber dem Amerikaner. Nicht nur das amerikanische Judentum hat uns dazu verpflichtet, auch weite nichtjüdische Kreise, vor allem die Quäker. Sehr wichtig ist, daaf wir, sobald wir mit der Natur und Schönheit Amerikas in Berührung kommen, lernen, auch die Landschaft xu Heben« Viele von uns kommen hier zu Menschen ihrer Familie, viele, die als Wegbereiter Ihren Lieben vorangegangen sind, haben die Hoffnung und arbeiten dafür, hier bald ihre Familie wlean VerdiensimöglichkeHen. .wendet- »ich die Konkurrens&ns»i der »u sammeln. Urs all dessentwilisn .weil nur zu leicht gegen den Neueinwandercr. Dennoch braucht dies nicht zu einem schweren Problem zu werden, wenn verhindert wird, dass sich In den nächsten Jahren die Zusnmmenballung der arbeitsuchenden deutsch-jüdischen Immigranten In New York weiter fortsetzt, wenn ferner die unerschöpften Möglichkelten Im Lande wahrgenommen werden. ötfnung, Ehre, Freiheit und Zukunft wiedergegeben hat, lernen unsere Menschen etwas, was für unser© Eingliederung ent* scheidend ist: Amerika zu lieben. Wir glauben, dass es uni mit Hilfe unserer zahlreichen Freund« in Amerika gelingen wird, auch die Hemmnisse immer mehr xu überwinden um einer organischen und besonnenen Einordnung willen. Gras* an olle Freunde Von Dr. Gustav Feld mann (Jerusalem, früher Stuttgart) Wir sind weit weg voneinander, einige von una sind gleich hin zu den Antipoden gefahren, aber die Zettung kommt auch dahin, und so wollen wir wieder einmal miteinander reden — wie einjt im Mai. Viele von Euch fragen dos Gleiche, Kann man bei Euch besser leben ali bei uns? Wie kann man leben? Wovon kann man leben? Die Antwort Ist leicht und Ist schwer. Palästina ist kein Land wie andere Lander, wer viel Geld verdienen will, wird es hier schwerlich zusammenbringen, wer aber Ruhe und Frieden sucht, der soll sich umtun, ob er hier; eine Existenzmöglichkeit findet. Ruhe und Frieden, sagt Ihr, in Palästina? Wir denken( lihr habt Unruhe und Aufruhr. Ja freilich, wir hatten einen Bürgerkrieg, und er ist noch nicht cinmAl vorbei; aber es ist ein Familienzwist, die Amber sind Landeskinder, und> wir gehören erst recht hierher, wir streiten sozusagen um die Zimmer im Haus, aber der eins weiss so gut wie der andere dass es ein Erbstreit ist. Wenn früher die armen Ostjuden die Freiheitsstatue am New Yorker Hafen erblickten, fielen die seelischen Fesseln von ihnen ab, und sie fühlten sich tiU freie Menschen. Wenn wir, die wir heute für unsere französischen und englischen Brüder die armen Ostjuden sind, den palästinensischen Boden betreten, dann denken wir daran, dass dieses Land vor vielen Menschenaltern unsem Vätern gehört hat. und dass wir unser altes Ehrengut nur wiedtr zu erwerben brauchen, um es xu besitzen. Wir bekommen es nicht geschenkt, wo in aller Welt bekäme man eine Heimat geschenkt? Aber unsere Jungen haben seit fünf Jahrzehnten so viel in diesem Lande gearbeitet wie keine andere Einwanderergruppo in irgend einem Lande der Welt; sie haben das tote Land zum Leben erweckt, und deshalb haben wir in Erex Jüsrael mehr Recht« als ander«. Wem das nicht einleuchtet, der soll nicht hierherkommen! Junge Menschen, die sich zur Landarbeit eignen und die entschlossen sind, einen Haufen Mühe ohne viel Worte auf sich zu nehmen sind hier am rechten Platz. Sie werden sich nirgends so wohl fühlen als in der täglichen Arbeit mit Gleichgesinnten und sie werden einen seelischen Rückhalt gewinnen, der eine Erleichterung für Ihr ganzes Leben bedeutet, selbst wenn si« nicht dauernd bei uns bleiben. Wenn jetzt in Sehottland, auf Lord Balfours ehemaligem Landgut Wittingebame zweihundert jüdische Jungen und Mädels für die palästinensische Landwirtschaft erzogen werdet» und wenn in dem holländischen Wierlngorm-cor hundert andere dfca Handwerk erlernen, das sie einmal in Erex Jisrael ausüben »ollen, dann wird man um die Zukunft aller dieser jungen Leute keine Sorge zu haben brauchen, sie werden sich hier im Land -eingewöhnen, sie werden dieses Land lieben Jörnen un sie werden tv* verteidigen, Viel schwerer zu beantworten Ist die Fixige, ob heute Ifensehen dir mittlen* Altersstufe ihr Auskommen im Handel oder in der Industrie hier finden können. So lange wir unter den Nachwehen der bürgerlichen Unruhen su leiden haben, ist e.s schwer. Wenn erst einmal das Vertrauen zwischen den .„.„„..,, „ . . . .1 verschiedenen Bevölkerungsteikm wieder hergestellt ist, wird Maiigteicnen. ßo passiert m ihm, das« «r »ein« inner« Unj Handel und Wandel voraussichtlich «inen kräftigen Auf. schwung erfahren und dann werden die. die das Land bereit» kennen gelernt haben, am ehesten in der Lage «ein, Nutzen aus den verbesserten Verhältnissen zu ziehen. Am wenigsten Hoffnung kann man den Akademikern machen; so gut wie alle akademischen Berufe sind überfüllt, und dieser Zustand wird erst besser werden, wenn ein grosser Teil der jüngeren Akademiker sich zum Umsatteln entschlossen hat. Wie aber steht es mit den Einwanderern, die Jahrzehnt« ihres Lebens uneigennützig und rastlos für die Judenheit gearbeitet haben, die beinahe niitieiios hierher kommen und sich nicht mehr auf neue Berufe umstellen können? Warum sollen sie ihr Leben nicht iiV dem Land verbringen, wo si« inmitten einer jüdischen Umgebung an jüdischer Leistung und jüdischem Aufbau teilhaben können? Denken unsere wohlhabenden Brüder in der ganzen Welt nicht daran, dass Hand« und Herzen in allen Ländern zusammenarbeiten müssten, um im Land der Väter denen ein Zuflucht zu schaffen, die Haus und Herd, Wohlstand und Ansehen verloren haben, nachdem sie «inen grossen Teil ihres Lebens für die Juden halb Europas gesorgt haben? Palästina ist ein Land, In dem man billig leben kann. Eine gar nicht so grosse Summe würde genügen, um hier mustergültige Mittelstands hei m e zu schaffen? Es war doch früher in Deutschland, Oesterreich und der Tsohechoslovakei auch möglich, Hundert« und Aberhunderte in Altersheimen unterzubringen, Tausende von jüdischen Mitbürgern haben diese Heime unterstützt, von denen sie für sieh und] ihre Angehörigen nie Gebrauch zu machen dachten, und di« Besten in den Gemeinden haben sich eine Ehr« dar aua gemacht, dt« Verwaltung solcher Heime zu leiten. Die Menschen für diese Arbeit sind in Palästina, es fehlen blos« die Mittel. Und die Mittel würden uns zufli«as«u, wenn sich erst einmal ein paar gro&sxügig« Seelen fänden, die den Anfang machen. Sage keiner, die Zukunft Palästinas sei zu ungewiss! Sie ist nicht gewisser und nicht ungewisser als die aller europäischen Länder aber eines ist sicher: Wenn man wenigstem einem Teil der geistig wertvollen Menschen, deren ganze Erfahrung und Tatkraft heute brachliegt, die Möglichkeit gibt, im Land Jisrael die Ruhe und die Besinnung zu finden, die zum geistigen Schaffen notwendig sind, dann wird ihre Denkarbeit auch den Jurtgen zugute kommen, und dl« nite Weisheit Salomen* wird sich aufs neue bewähren, das* „Gottes unsterblicher Geist in allen ist." Die SÜberschmiedin Kmmy Roth kehrt, wie unser holländischer R, L. Berichterstatter mitteilt, nach längerem Aufenthalt in Europa jetzt nach Palästina zurück. Die Künstlerin hatte im Palästina-Pavillon der Pariser Weltausstellung ausgestellt und auch in Holland verschiedene Ausstellungen veranstaltet. Der eigentliche Zweck ihres Aufenthalten in Holland war die Vervollkommnung der ^rböir.smethoden. Besondere Forderung fan I Frau Roth hierbei seitens der führenden Bogeer'schen Edelmetallwerke. Die Arbeiten der Künstlerin fanden in den Tageeseitungen und In der Facbpress« vi«4 Beachtung.

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