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Jüdische Weltrundschau · 1939-06-09 · 13 (9.6.1939) · p. Seite 4

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Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
1 (1939)
Issue
13 (9.6.1939)
Date
1939-06-09
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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jSeit« 4 JÜDISCHE WELTKUfTOSCftAU Nr. 13, 9. VL 1930 Aus Deutsehtand Wo Juden nicht wohnen dürfen - Der Oberbürgermeister und Stadt Präsident von Berlin Dr. Upper! hat eine Verordnung Uber die künftige Behandlung der jüdischen Mieter erl/isr.en, die an »amtlichen Litffiss-Kiiulcn ««geschlagen wurde. Dnnarh ist eine Anzahl der repräsentativsten Gegendm d -- Kcic h.shnuptsladt für jüdische;v i eter gesperrt.. Ks handelt sich um folgende Strassen- ■üge und Wohnviertel: Potsdamer Strasse. Lützow-PIatz. Ticrgartcn-Vierle!, Hfinsa Viertel, die Häuserblocks in unmittelbarer Nachbarschaft der grossen Moabiter Kasernen, die grossen Stiww-nzüge' .de» Berliner Westen.'«, T n u c n t z i e n - f tr«8«e, Kli i: Ifilta-SKc, K u r f ü r s t e n d a m m, .sowie das Bayerische Viertel. Zunächst wird die Neiivcrmlct u n g a n Juden untersagt. Ferner werden die in diesen Vierteln wohnenden .luden aufgefordert, sich in anderen Stadtteilen neue Wohnungen bei jüdischen Hauswirten zu suchen; «4« müssen in naher Zukunft mit dem R Ii u m u n g s b t* f e h 1 rechnen. Die „arischen" Hausbesitzer In den betreffenden Vierteln und Rtrassenziigeri müssen bis zum 10 Juni der Behörde die Jüdischen Mieter, die noch bei Ihnen wohnen, melden. Zuwider« «andlungcn werden mit Geldstrafe oder Gefängnis bedroht. Deutsche Musik und Juden DIE EMIGRIERTE JODISCHE KONFEKTION Dir ,.rntjuflrtc'4 iltMjtsi Iic Bekleidungsindustrie beklagt «ich ufwir die Konkurrenz Der „Völkische Beobachter" berichtet: „In ihrem ..Statistischen Jahresbericht ift3ft" kann dir veröffentlicht die „Na- " einen Artikel, worin Anlasslich der „Rek-hsrnuKlktuicC tlontilsozitiUKÜsche Partcikorresponde es helsst: „Im deut.. hen Musikleben bat der Jude In schöpferischer Hinsicht keine wesentliche Bolle gespielt, weil ihm Intuition, Verminen und nationales Rückgrat fehlten. Wo Juden mit Werken auf den Pinn traten, kamen sie mit frei strömenden Kompositionen, denen fonrude Bindung, geistige Kraft, Jdealgefühl, Reinheit uj'sd göttliche Pracht fehlten. Mahk-r, die atonalen Musiker der Nachkriegszeit haben mit Mendelsohn und Offcnbnch, Korngold und Toch doch nur einem bestimmten Kreise angehört: den Intellektuellen, die auf holde Brillanz, iiusKerliehe Virtuosenkunst reagierten und dem lebendigen Rythmus des Lebens fernstanden, Wagners Nibclungentrllogie, seine Götter- und Heldenwelt wurden ebenso vom Juden zerpflückt wie Bachs Meisterwerke. Denn wo die Natürlichkeit und Innigkeit, die Sprache des Herzens ausschlaggebend sind, war für den Juden kein Geschäft zu machen. Melodisch selbständige Stimmen zu erfinden, war ebensowenig seine Sache, wie im klaren Gefühl der Landschaft zu bleiben. Billige Effekte und massenverderbende Seifenbinsen musste« melodische Urkraft und Substanz ersetzen. Schönberg und Schreker zeigten grins deutlich den Zerfall, die Auflösung jeder melodischen Linie, jede Vernichtung des deutschen Gefühls, jede Verachtung dos seelischen Empfindens. Dia Macht des Judentums, das sich in diesem Zeitalter breitmachte, zielte auf die Herausstellung triebhafter Leidenschaften. Die Methoden der zerstörenden Wesenszüge des komponierenden Juden Waren verschieden -Mendelsohn nahm du« Chorwerk des Deutsehen J S. Bach, Mahler machte sich die romantische Klnngntmosphäre zunutze, um sie mit zersetzenden Elementen zu durchtränken. Das Ziel v/ar <2 s gleiche, die Unfruchtbarmachung des deutschen Gedankens, der rassischen Grundsätze." In Tel-Aviv, wo man die „rassischen" Grundssitze In Kunst und Musik noch nicht über die Ehrfurcht vor dem schöpferischen Genius stellt, findet gleichzeitig ein „Bach- Becthovcn-Fest" statt Beide diese grossen Deutschen Werden von Juden wie von nllen Menschen verehrt. Von einer besonderen Leistung der von Juden „gereinigten" nationalsozialistischen Musik hat man freilich noch nichts gehört. Auswanderer-Transporte Die Reichsverkehrsgruppe „Hilfsgewer^c des Verkehrs' Berlin, teilt mit, das« künftig S o n d e r t r ja n s p o r t e von Jüdischen Auswanderern nur mit Genehmigung des Chefs der Sicherheitspolizei zusammengestellt werden dürfen. In der Begründung heisst es: „In letaler Zelt sind verschiedentlich Sondcrtrnnsportc zusammengestellt und in Gang gesetzt, worden. Ohrte dass hinreichend Gewahr bestand, dass die Auswanderer auch in dem vorgesehenen Zielhind Aufnahme finden würden. In einem Fall war der von einem Reisebüro geseharterte Dampfer genötigt, mit den Auswanderern längere Zeit auf See umherzufahren, weil sich die einzelnen Staaten weigerten, die Au.simndcrer aufzunehmen. Hierdurch sitMl-.erhebliche Devisenverluste und Störungen in der allgemeinen jüdischen Auswanderung eingetreten." W*lrtRch,afts?ruppe Bekleidungsindustrie die abgeschlossene völlige Entjudung ihrer sämtlichen Mitglicdsfirmen im Altreich feststellen. Darüber hinaus wurden bereits erhebliche SHubcrungssrbeiten in der Bekleidungsindustrie der Ostmark vorgenommer:. Wiihrend JOZi die jüdischen Mitglicdsfirmen der Wirtsch.iftsgruppe z. B. in der Damenoberbekleidungsindustrie noch mit ft«,5 v.H, arn Gesamtumsatz beteiligt waren, ging dieser Anteil bis mfl auf 0,3 v.H. zurück. Heut« U»t auch dieser Fachzwcig restlos bereinigt. Die innerhalb der Wlrtzchaftsgruppc geleistete praktische Arbeit hat sehr schnell gezeigt, dass nach der Befreiung die:««;* Wirtschaftssektor:* vom Judentum gewaltige Gestaltungskräfte freigeworden sind, die vorher von den Juden künstlich unterdrückt (? — A. d. „J.W.R."), nicht zur Auswirkung kommen konnten. Gerade die ersten Monate des Jnhr««s 193» zeigen in den Ziffern des An.dnnd«-, sowohl als des Inlandsab.satz.es. «Ins» die geläuterte, neucntstandenc deutsche Bekleidungsindustrie wirkliche Könner und Fachleute in ihren Reihen hat. ...Die Kxportilf fern der Bekleidungsindustrie zeigen zwar nach der AurssenhnndelsstatHtik für das Jnhr 1WA einen gewissen R U <: k f, r. n g. Doch knnn es sich gerade In diesem Falle nur um einen relativen Wert handeln, denn man muss berücksichtigen, dass vornehmlich im I^ufe des vergangenen Jahres eine ganz« Reihe jüdischer Unternehmungen ihre Liquidation vollzogen haben und dass ausserdem di« jüdischen Emigranten nicht nur Vermögensteile in Erzeugnissen der Industrie ins Ausland geschafft haben und beim Verkauf die Preise zu stören versuchten, sondern dass die jüdische Emigration sich vor allem in den Hauptabsatzi an dem der deutschen Bekleidungsindustrie niedergelassen hat, um den deutschen Erzeugnissen mit ihren eigenen jüdischen Abbruch zu tun, Trotzdem hat es die deutsche Bekleidungsindustrie verstanden, ihre Exportposition zu sichern. Die Ausfuhrergcbnissc der ersten drei Monate V.m zeigen in fasl allen Zweigen unserer Bekleidungsindustrie eine bemerkenswerte Umsatzverbesserun,*, und man kann allgemein feststellen, das» die Exportchanc ' für deutsche Bekleidung grötser sind als alle Boykottgc':.hren". Au* dieser Erklärung geht hervor, dass die von DeuXs.Ehland erzwungene (nicht von den Juden gewollte) Hcrausdrängmng der Juden aus der deutschen Konfektion der deutschen Wirtschaft schweren Schaden gebracht hat und das« die Vorteile, die dieser beriihmie, von Juden geschaffene Industriezweig früher Deutschland 'brachte, jetzt anderen Ländern zugute kommt. Die Verlegung dieser ««triebe verbessert di« Handelsbilanz jener LR v - di» jüdische Emigranten aufgenommen haben. JA80T1NSKYS NEUER PLAN Von unserem Warschauer Korrespondenten Jabotinsky hat auf seiner Propaganda-Tournee in Polen in Versammlungen und Erklärungen vor der Presse zur neuen Situation Stellung genommen. Seine Leitgedanken sind etwa folgende: Ein Weltkrieg werde wohl nicht ausbrechen, aber mehrere Grenzrevisionen r:ind zu erwarten, und zwar im Wege zwischenstaatlicher Konferenzen. Wir Juden müssen bestrebt sein, dass man an diesen Konferenzen an uns nicht vergesse. Inzwischen haben wir uns als vereinigte Nution tu organisieren und unseren Widerstand vorzubereiten. Alijah um jeden Preis, freiwillige Registrierung wehrfähiger Juden in der Golah. Jabotinsky erklärte, das» sein sog. Zehnjahresplan gegenwärtig nicht mehr tauge. Er habe jetzt einen neuen Plan: 1. in Palästina und in der Golah soll eine jüdische militärische Kraft geschaffen werden: 2. Es soll alles unternommen werden, um jetzt die Losung von Max Nordau, eine halbe Million armer Juden nach Palästina einzuführen, ohne sie sogar auf dem Boden besetzen zu müssen, zu verwirklichen. 3. Da England sich vom Mandat befreien tu wollen scheint, soll — bis in Palästina eine jüdische Regierung eingesetzt wird — ein kurzfristiges Condominluni der an der jüdischen Auswanderung interessierten Staaten etabliert werden. 4. Der Zionismus müsse sich vom Einfluss der westeuropäischen und »merikanischen Juden befreien, weil diese die jüdische Not nicht in ihrem ganzen schrecklichen Umfange mitfühlen. Die Leitung müssedas Ostjudentum übernehmen, Zu diesem Zweck bcschloss die „Neue Zionistische Organisation" für Anfang September die Einberufung eines „Zion Parlaments", oineH ostauropäischen „Judennot-Parlaments" auf Grund eines allgemeinen Wahlrechts. Die Aufgaben dieses Parlaments: die an der Lösung des jüdischen Wanderungsproblems interessierten Regierungen zu bewegen, an einem Weltkongress teilzunehmen; den ,/WeUmachtfaktorcn" einen konkreten Plan zwecks radikaler Beschleunigung einer jüdischen Massen Siedlung in Palästina vorzulegen; Wahl einer Leitung des osteuropäischen Judentums; Forderung einer allweltlichen jüdischen Nationalversammlung. Über das Verhältnis zur Zionistischen Weltorganisation äusserte sich Jabotinsky in dem Sinne, dass die gegenseitigen Beziehungen nur auf einer Round-Table-Konferenz festgestellt werden können. Bei dieser Konferenz mussten dann die Revisionisten die Auflösung der führenden zionistischen Instan zen und die Übergabe der Funktionen der Jewish Agency an eine demokratisch gewählte Volksvertretung fordern. Jüdische Siedlung in Frankreich In der Pariser Zeitschrift „L Ordre' berichtet unter dem Titel „Die Eingewurzelten" Denis Decais über die jüdischen Siedlungsversuche, di« In Südfrankreich unter der Leitung des ORT von Kefugies unternommen worden sind. In dem Departement Lot et Garonne haben sich 25 jüdische Familien aus Deutschland in der Landwirtschaft angesiedelt. Diese 25 Familien bebauen 20 landwirtschaftliche Besitzungen, die eine Fläche von 350 ha haben. Die ersten Jahre — uie Siedlung wurde In den Jahren 1934/5 begonnen -- waren ausserordentlich schwierig. Aber nach diesen harten Anfangsjahren ist es aufwärts gegangen und die Siedler, aie früher Kaufleute oder Intellektuelle waren, beginnen «ich allmählich in wirkliche Bauern zu verwandeln. Ihre Felder sind gut bearbeitet, ihr Vieh gut gepflegt, ihre Obstgärten gut im Stande. Sie bringen ihre Produkte selbst auf den Markt. Auch die Umstellung der Frauen ist als gehangen anzusehen und man kann heute diese jüdischen Siedlerfrauen auf dem Markt von Vllleneuve sehen, wie sie dort ihre Produkte mit den anderen französischen Bauernfrauen anbieten. Es wäre schwierig, wollte man den Versuch machen, die Jüdinnen von den französischen der Innenminister Schritte unternehmen wolle, um sich tu j Bauernfrauen su unterscheiden. Die jüdischen Bauern «im! vergewissern, das» das deutsch-jüdische Hilfskomitee, di« j im allgemeinen zufrieden und verstehen sich gut mit ihren Bewegung zur Betreuung von Kindern aus Deutschland und französischen Nachbarn. Der französische und der jüdische andere Flüchtlingsorganuationen über genügend Mittel ver*! Bauer leisten sich gegenseitig Erntehilfe und arbeiten Seite fügen, um die Kosten der Wvitenvandt rumj der Kinder in ihr« an Seite. Der Verfasser des Artikels weist achli««slich darauf hin, dass dieser gelungene Siedlungsversuch Anlas« geben sollte, die Ansiedlung von jüdischen Flüchtlingen in Frankreich auf einer breiteren Basis su versuchen. Prankreich, das L a i 't u - Roosevelt als Jude Anlässlich der Veröffentlichung in Deutschland einer üro- •chüre in der behauptet wird, dass die Mutter des jetzigen Präsidenten Roosevelt, Sara Dclano, in der „siebenten Generation", jüdischer Herkunft sei, schreibt die „Königsberger Allgemeine Zeitung": ,Tm Zusammenhang mit der merkwürdigen Botschaft des amerikanischen Staatsoberhauptes an die Führer der autoritären Staaten und der darin enthaltenen echt jüdischen Dopiteküngigkeit und Heuchelei mag... die Frage nach der Abstammung des Präsidenten von besonderem In- Itrease sein." Die Frage der Weiterwanderung von FliichHingskindeni Sir Arnold Wilson fragt« im englischen Unterhaus, ob endgültigen Ansiediungslander bestreiten zu können. Innen minister Sir Samuel Hoare erwiderte schriftlich: Ich habe mich davon überzeugt, da«? «t**» Bewegung zur Betreuung von ______ ..._________ .______ Kindern aus Deutsehland entsprechende Schritte zur Bereit-1 in seinen Sudwestprovinten besonders unter Stellung hinreichender Mittel unternommen hat. aus denen aie ihre sämtlichen Verpflichtungen hinsichtlich der von ihr betreuten Kinder, einschliesslich der«» Weiterwanderung, tu bestreiten in der Lage ist. Im Juni solkm 1 0 00 FI ü c h 11 i n g s k i n d e r aus Grossde u t »chl-a n d nach England gebracht werden. Die Kinder — es handelt sich sowohl um jüdische als auch um chrtstlbhe — werden bei englischen Familien untergebracht werden. Damit wird sich die Zahl der Flüchtlingtkinder, die seit November 193$ »ach fisgiant freRUJonta aißd, auf üfefr «000 erhöhen. i f 1 u c ht der Bevölkerung leidet, konnte von diesen Siediungsvereuchen nur profitieren, die auf der anderen Seit« geeignet waren, die Losung des schwierigen Kefugieproblenvs zu erleichtern. Auch die brachliegenden Kapitalien vieler jüdischer Flüchtlinge, die bisher keine Arbeitsmöglichkeiten hatten, könnte auf diese Weise eine nützliche Anlag« finden, Diese jüdischen Farmen könnten zugleich die landwirtschaftliche Vorbereitung der jüdischen Jugend, die aus Frankreich auswandern will, wesentlich erleichtern. Die jadischen Flüchtlinge wollen den Baden bearbeiten und der Südwests Frankreichs braucht Arbeitskräfte um Ihn tu pfieg«% DAS PARISER VERSAMMLUNGSVERBOT Zu der von uns bereit-; m der vorigen Nummer mitgeteilten Vorgeschichte des Pariser Versammlungsverbota schreibt upaer Pariser ^-Berichterstatter u.a.: Die „Union der patriotischen Israeliten in Frankreich", eine Art französische „Nau* manngruppe", hat es für richtig gehalten, in einer öffentlichen Erklärung gegen die Versammlung aus den dann von der französischen Polizei angeführte);» Gründen zu protestieren und die Frage aufzuwerfen, ob den auf französischem Boden lebenden Ausländem nicht empfohlen werden müsste, sich von jeder politischen Agitation fernzuhalten." Dia Jewich Agency hat sofort ein Kommunique veröffentlicht, durch die die Behauptungen der Englandfeindlichkeit der Ziomsten richtig gestellt wurden und es ist anzunehmen, dfiss In einiger Zeit auch eine öffentlich zionistisch* Manifestation vor sich gehen w!rd. IJ. -a. findet dieser Tag« eine geschlossen© Versammlung der deutsch-sprechendsn Zionisten in Paris statt, in der Kurt Blumen fei d über das „Weissbuch" berichtet. In den Pariser jüdischen Kreisen hat die Kundgebung der „Patrioten" das Gegenteil des gewünschten Zweckes hervorgerufen. Unter den Kundgebungen zur Palästinafrage seien u. b. dl« Ausführungen des Präsidenten de« Pariser Konaistoire, Baron Robert de Rothschild, hervorgehoben, der i.i der Generalversammlung dieser Institution am 21. Mai folgende« erklärte: „qott verhüte, das» ich Pn!ä- «tln« vergess«, das Land unserer Vater und dl« Heimat, dl» In der Welt verfolgte Juden aufnehmen sollte, Dl« grossen Hoffnungen, die man darauf gesetzt hatte, scheinen sich aber vorläufig nicht erfüllen zu wollen. Aber nichts ist unveränderlich und man kann hoffen, dass das grosse Land der '"oleranz. England, in das unsere Glaubensgenossen Ihre Hoffnung gesetzt hatten und dass das Nationnlheim durch feierliche Erklärungen anerkannt hat. in naher Zukunft sein» Stcl^tngnahmc wird." Diese vorsichtig gehaltenen Erklärungen Robert de Rothschilds sin^ für die Einstellung des grossen Teiles der „wohldenkenden^ französischen Juden bezeichnend, unter denen die ...Patrioten" nur «ine kleine Minderheit darstellen. Der Antisemitismus in der ehemaligen CSR In Prsig fand vorige Woche eine faschistische Demonstration der Gajda-Gruppe statt, wobei heftige antisemitisch* Rufe) ertönten. Die Gayda-Grupi e veröffentlichte kürzlich Auszüge h?es Programmes. Danach-veriangten die Faschistenu.a. di« Lösung der Judenfrage auf rassischer Basis; die von der tschechischen Regierung bisher geplante Lösung auf konfessioneller Grundlage wird von ihnen abgelehnt. In Brünn überfielen kieitre Gruppen von Gajda-Faschistcn jüdische Passanten auf offener Strasse. Tschechische Passanten, »lche Zeugen der Ausschreitungen waren, riefen: „Uns sind die Juden lieber als di« Deutschen!" Es ist klar, dass die Deutschen die treibend« Kraft hinter dieser „spontanen" antisemitischen Bewegung sind. Wie aus Prag berichtet wird, hat die tschechische Regierung eine Reihe Dekrete erlassen, auf Grund deren es Juden „aus Gründen der öffentlichen Ordnungverboten ist, als Geschworene, Friedensrichter, Gerichtsdolmetsche und Vormund« zu fungieren. Das ehem. Ghetto in Prag steht seit dem Bomben« anschlag in einem Hause unweit der Altneuschul unter schwerer Poliseibewachung. Von den 252 Jüdischen Rechtsanwälten, di« in der s l o v a - kischen Anwaltsvereinigung registriert sind, werden auf Grund de« jüngst erlassenen slovakiachen JudengeseUes nur aehn künftig ihr« Praxis ausüben dürfen. Di« Zahl der jüdischen Kandidatpn für den Anwaltsberuf ist auf drei herabgesetzt worden. Aus der Tschechoslowakei wird bertcr.tet, dass 1a* ganze Land mit grossen Mengen der berüchtigten Schmuts- Zeitschrift „Der Stürmer" überschwemmt wird, um die antisemitische Agitation ansufachen. Besonder* wird die sögenannte Ritualmordnummer des „Stürmer" verbreitet. Aus Prag ist die Nachricht eingetroffen, das* di« Leiterin das Prager HICEM-Büros, Frau Marie Schraolka auf InUrvention des Uch«chischen Ministerium* für soziale Fürsorg« von der Gestapo aus der Haft, in der sie sich über zwei Monate befand, entlassen worden ist. GÖBBtXS WIRFT JÜDISCHE H ABEN INS MEER Die Berliner Zeitung „Der Angriff" teilt um. dass dl« Nachrichten verschiedener Auslandszeitungen, wonach Dr. Goebbels bei seinem Besuch in Kairo südlichen mAäften gekauft habe, insofern unrichtig «eien, als die Ein* kaufe für ihn ohne sein Wissen gemacht worden seien. Alf Goebbels — so fährt di« Zeitung fort — von der Herkunft der Waren erfuhr, hat cit sie sofort ins Meer werfen lassen.

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