Jüdische Weltrundschau
- Journal
- Jüdische Weltrundschau
- Volume
- 1 (1939)
- Issue
- 12 (2.6.1939)
- Date
- 1939-06-02
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr, 12. 2. VI. 1039 JÜDISCHE WELT-RUNDSCHAU Seite 5; Zum Tode Ernst Jollers EINIGE PERSÖNLICHE ERINNERUNGEN / VON ERICH OOTTGETREU (JERUSALEM) Es war im Anfang der zwanziger Jahre. Hin Dutzend junger Menschen, sämtlich Mitglieder des „Jung-Jüdischen j Wanderbunds" einer deutschen Provinzstadt, versammelten , Wir uns zweimal die W oche in einer Dachkrimmer, die wir | tmgemietet und als „Heim" ausgestattet hatten. An der | Wand hing einerseits ein Bild von Heral. andererseits eins von Goethe. Das war typisch; wir schwankten damals stark j iwischen spezifisch jüdischen und allgemein!n Interessen. Genau vo war es mit unserer «remeinsamen Lektüre. Wir } lasen sowohl jüdische Bücher als auch Werke allgemeineren Inhalts. Und ich erinnere mich, dass uns von der allgemeinen Lektüre nichts so tief beeindruckt hat wie E r n s t Toll er s „W a n d I u n g". Wir lasen das Drama mit verteilten Rollen, so wie vir uns früher über „Nathan den Welpen', „Penthesilea" und den „Faust" hergemacht hatten. Die Wandlung eines begeisterten jüdlsch-deutsehcn Kriegsfreiwilligen, der Im Höllcnfeuer der Schlacht am Prieaterwald zum radikalen Pazifisten und Revolutionär wird — diese Wandhing wirkte auf uns junge Menschen wie eine Offenbarung, Gewiss hatten viele von uns „Assimilierten" die Wandlung vom blinden Nationalismus, wie man ihn uns fuhrt; spater neUten sich die Demonstrationen auf der Strasse fort. ' DK; nachsäe Aufführung In Dresden musate abgesagt werden, sämtliche mitwirkende Schauspieler hatten Briefe Vkommen, worin ihnen mit Erschienen auf offener Bahr.« gedroht wurde, wenn sie in diesem Stuck noch einmal auftreten sollten. Dazu holten die Schauspieler des Staatstheatera begreiflicherweise keine Neigung. In Berlfn wurde der „Hinkemann" noch häufig auf die Bühne gebracht. Die Aufführungen gingen glatt vonstatten. Am Theatereingang klebten Plakate, in denen es hleas: „...die Arbeiterathletcn und -Sportler haben den Saalschutz übernommen. Es liegt daher im eigensten Interess« eines gewissen Publikums, den Anordnungen der Boxer und Hingkämpfer unverzüglich Folge zu leisten". Übrigens enthielt der „Hlnkemann" keineswegs die Angriffe gegen die deutsche Nationalehre, die dem Stück von Tollers politischen Gegnern unterschoben wurden. Tatsachlich war das Drama von tiefer Menschlichkeit und von wirklichem Mitleid getragen. Überhaupt wird wohl die Erinnerung an Ernst Toller als In der Schule eingetrichtert hatte, zum glühenden Pazifismus. : den Dichter der Menschenliebe und des Mitleids länger und der uns schliesslich als die einzig menschenwürdige Haltung! stärker nachwirken als die Erinnerung an den dramatischen erschien, bereits am eigenen Leibe erlebt. Aber Ernst Toller war einer der ersten, der dieser Wandlung überzeugenden dichterischen Ausdruck gegeben hat: er sprach Tausenden und Abertausenden von jungen Menschen in Deutschland •us tiefstem Herzen. Toller hat in dem Stück sein eigenes Schicksal dargestellt. Als der Weltkrieg ausgebrochen war, hatte er sich in Frankreich aufgehalten und alles getan, um mit dem letzten Zug auf dem Umweg über die Schweiz Deutschland zu erreichen. Er meldete »ich in München als Kriegsfreiwilliger vnd machte nun die schreckliche Passion der Nahkämpfe durch. Nachdem er als Kriegsbeschädigter entlassen worden ist. gerät er In Heidelberg In einen Kreis von Studenten und Studentinnen, In deren Mitte die Methoden des Kampfes gegen den Krieg und für den Sozialismus erörtert werden. Ernst Toller verfasst antimilitari tische Flugblätter und leistet noch manche »mtere illegale Arbeit. Im Januar 1918 wirkt er in München an der Organisation des Munitionsarbeiterstreiks mit. Die Arbeiter wählen ihn nach Kurt Eisners Verhaftung zum Mitglied des Streikausschusses. Aber bald darauf wird Toller selbst arretiert; die Zeit im Müitärgefängnis benutzt er, sein bis dahir mehr instinktives coiialisüsch.?» Streben kenmnismässig zu unterbauen. Nach der Novemberrevolution wird er Vorsitzender des Zentralrats der Arbeiter-, Bauern- und Soldatenrate, später Vorsitzender der Unabhängigen Sozialistischen Partei in München, schliesslich Mitglied der Regierung der Raterepublik — widerstrebend übrigens .denn er hatte in jenen entscheidenden Tagen die Meinung vertreten, dass die politischen Voraussetzungen für den Erfolg fehlen. Als München wieder in die Hände der Reichswehr fiel, wurde Toller verhaftet und XL fünf Jahren Festung verurteilt, obaehon die Verhandlung ergab, dass Toller von der Macht, über die er verfügt hatte, nur sehr massigen Gebrauch gemacht und alles getan hatte, um BJutvcrgiessen und andere Gewalttaten zu vermeiden. Auch hatten in der Gerichtsverhandlung als literarische sachverständige Persönlichkeiten* wie Bjoern Bjoernson, Max Halbe und Thomas Mann das Ethos seines Wollens bezeugt. In den Jahren seiner Festungshaft wurde in Deutschland „Die Wandlung" «Is Buch verbreitet und von einer Anzahl mutiger Bühnen aufgeführt. Toller arbeitete in der Haft und auch nach seiner Entlassung im gleichen pazifistischen und revolutionär-sozialistischen Sinne in dem er bereits sein erstes Drama konzipiert hatte, weiter. Es erschienen „Masse Mensch", worin »ich Toller mit der Problematik der sozialen Revolution auseinanderzusetzen versucht.* ferner „Die Maschinenstürmer", in denen Toller seine humanitären Ideen an «inem dramatisch geformten Beispiel aus der englischen Sozialgeschichte darlegt; schliesslich „Eugen Hinkemar.n", das die Tragödie eine. Kriegskrüppels darstellt, der durch •ine grausige Schussverkuung entmannt worden ist. Die Stücke Tollers wurden mehr und mehr auf den Bühnen heimisch, zunächst in Deutschland, wo sie zum regelmässigen Repertoire aller Arbeitertheater gehörten, aber dann auch in den Skandinavischen Ländern, in England und Amerika. (In den angelsachsischen Ländern erfreuten sich Tollers Dramen, die man für die Dichtung der deutschen Emigration als repräsentativ hielt, in den letzten Jahren besonderer Aufmerksamkeit) Aber mit dem Moment, in dem Toller wirklich populär wurde, zeigte sich das Drama im Leben des 1 chters selbst: nicht nur eine revolutionär gesonnene ehrliche Jugend jubelte ihm zu, sondern auch ein Parkett von Snobs. Toller wurde Mode. Und er ist von dem Vorwurf nicht ganz fr&i zu sprechen, dass er sich gegen diese Mode nicht energidi genug ge ehrt hat. Heftiger als die Kapitalisten fühlten sich durch Toller Jene dc-utseh-palrioüschtu Kreise verletzt, die .-»ich; « den Agitator Ernst Toller, der im politischen Teil der Stücke, die der „Wandlung" folgten, über die Sprache der Leitartikel häufig nicht herausgekommen ist. Um ganz politisch sein zu können, fehlt Toller die Fähigkeit zur gelegentlichen Härte und Ungerechtigkeit. Dass er ein im Grunde jeder Gewalt und jedem Blutvergiessen abholder Mensch gewesen ist, dass er beispielsweise zur Zeit der Münchener Räterepublik nicht ein einzige« Todesurteil an politischen Gegnern bestätigt hat, dass er immer wieder versuchte, Aufruhr und Blutschuld zu verhindern — das war cf ja gerade, was die wirklich radikalen Kommunisten ihm vorwarfen. Er hatte ein mitfühlendes Herz, Er hat den Sozialismus gewollt, um die Not der Massen zu lindern. Und es hat ihm widerstrebt, mit glühender Feder für den Völker-Frieden zu kämpfen, wenn er gleichzeitig den blutigen Bürgerkrieg hätte propagieren sollen. „Er war gerade das Gegenteil eines Hetzers", sagte ein Bauer als Zeuge in den bereits erwähnten Münchn.r Höchverratsprozess — sehr zur Enttäuschung der Richter, die gerade da« Gegenteil hatten hören wollen. Einmal führte Toller zur Zeit der Räterepublik eine amerikanische Lebensmittelkommission durch München. Er zeigte ihnen vor allen Dingen die Ar* eiterquartiere, von denen die Gaste bis dahin noch nicht« gesehen hatten, bis sie schliesslich, vollkommen erschöpft von den Eindrücken de« Elends, die Besichtigung nicht mehr fortsetzen konnten. Als Toiler diese Episode in der Bayerischen Nationalversammlung berichtete, fügte er die Worte hinzu: „Heute wandern viele Menschen zum Isenhclzner Altar d*s Meisters Mathias Grünewald in der alten Pinakothek. In jeder Proletarierwohnung werden sie alle das Elend zusammengeballt finden, das In diesem Gemälde so wunderbar und erschütternd gestaltet ist. In jeder Wohnung, finden sie Gekreuzigte, nackte gekreuzigte Menschen." Tm Jahre 1927 begleitete ich Toller auf einer Fahrt von Eerlin nach Leipzig, wo er der Premiere von „Hopia, wir leben" beiwohnen wollte. Am Tage nach der Aufführung begaben wir uns nach der Lyonstraase in ein Altersheim, in dem sich ein grauenvoller Anblick bot. In diesem Heim siechten ausschliesslich Opfer des Krieges: unheilbare Kranke. Begaste, Zer»chassen«, Gelähmte, deren Her« noch schlägt. Die Zuck *rtftcf\ Fiebernden, Irrsinnigen, deren Lunt.« noch atmete. Es war ein Lazarett der Rettungslosen. So etwas gib' es wohl in rdlrn Uindern. die am Weltkriege teilgenommen haben, «hsr im allgemeinen wird e« srhamhfift vor detr 'Mitmenschen verborgen Die meisten Kranken ftnben Toller!n stummem Dank die Hund, sie wirkten, das» keiner wie er Ihr Leid gestaltet hat. Erschüttert gingen wir fori. Einige Tags: später bekam ich von Toller eine Karte, die unehlichen Inhalt;» war. aber ausserdem noch die Fussuole trug: „Vergessen Sie nie die Lyonatrasse!" Damab bei Gelegenheit dieser Leipziger Reise, hatte Toller eine ganze Menge von Palästina erzählt, «Ins er zwd Jahre vorher besucht hatte Und das zum erstenmal kennenzulernen ich mich zu jener Zeit anschickte. Toller war an Palästina gewiss nicht aus zionistischen Gründen interessiert guwesen. da er In der jüdisch-nationalen Renaissance nichts anderes als einen neuen Nationalismus zu sehen vermochte, Er besuch!» eine Anzahl Arbeiterkolonien und interessierte steh für all« Einzelheiten der Lebensführung ihrer Mitglieder. Noch oft gab er In Deutschland der Bewunderung Ausdruck, die die kollektive ehaluzische I^lstung der jüdischen Arbeiter Palästinas in Ihm hervorgerufen hat. Aber damit scheint mir noch nicht alle« über Tollers Beziehung zum Judentum gesagt *u nein. Obschon er sich selbst »ehr übernational, «religiös und sozialistisch vorkam. War doch vieles in seiner Entwicklung und in seiner Leistung spezifisch jüdisch: /,. B. der prophetische Elfer und da* grosse, bisweilen fast ekstatische Pathos, mit dem er seine Anklage gegen den Krieg vorbrachte; ferner auch die Lyrik in den so schönen Gedichten des „Schwalbenbuch', in denen er das U;ben ein«« Schwalbenparchons beschreibt, das unter seinem Festungsfensler genistet hatte —- Verse, die von tiefer Liebe zur Kreatur getragen sind. Weder in der Anklage noch im Mitleid hat Toller seine Judische Herkunft vergessen machen können. Wir wissen noch nicht, welche Motive Toller in den Tod getrieben haben. Er hat in New York sein Leben auf eine Weise beendet, die er bereits vor etwa zwölf Jahren dramatisch vorausgestaltet hat in „Hoppla, wir leben!", das zunächst der Rtgiaseur Erwin Piscator in Berlin herausgebracht hatte und danach das Leipziger Stadttheater, Diese« Stück vom Schicksal eines Mensche»», der nach acht Jfihrer» Irrenhausaufenfhnlt die turbulente Welt von 1927 wiedersieht, der er sich nicht mehr zurechtfindet, hatte In Berlin einen anderen Schlus« als in Leipzig, In Berlin drehte sich Karl Thomas aus dem Bettlaken einen Strick und erhängte sich. In Leipzig entschlosa er sieh zum Weitericben, zur Arbeit und zun. Kampf. Ich muss gestehen, dass diese Möglichkeit, einem von einer persönlichen Gesinnung getragenen Stück zwei Schlüsse zu geben, viele von uns zum ersten Mal an Toller hat zweifeln lassen. Die Zweifel verstärkten »ich noch, als Toller mehr und mehr in den r»inen Literaturbetrieb hineinkam, ohne gleichzeitig literarischer oder gar dichterischer tu werden. Dass in den letzten Monaten ein Immigrierter deutscher Schriftsteller die unschwer erkennbare Figur Ernst Tollers mit der Unemschiossenheit und den Kainnelleri »einer späteren Jahre, sowie das zum Teil snobistisch« Milieu von Berlln-W, das ihm zujubelt»? und das ihn eigentlich peinlich belasten musste, in den Mittelpunkt ein«» ganzen Roman« geschoben hat, ist von einer schaurigen Unerbittllrhkelt und Konsequenz. Ich spreche von Bernhurd Dicbold.« Buch „Das Reich ohne Milte". Aber Dicbold hat eins vergessen: Ernst Toller» Werk war, trotz, der Mängel seines Autors. Tausenden von jungen Menschen In Deutschland, Juden und Nicht judeu, einer der stärksten Mahner zur Humanität. Dafür;und wir Ernst Toller dankbar. „Ein Gott, eine Wahrheit, eine Menschheit" Unter dieser Überschrift schreibt die ausgezeichnete, von religiöser Gewissensstrenge und realistischer Einsicht erfüllte Zeitschrift „Die Entscheidung" (Luzern): Zu einer imponierenden Kundgebung des Glauben« an einen Gütt und des Bekenntnisses dazu, da** alle Menschen Kinder eine« Vaters und deshalb zur Zusammenarbeit und zum Frieden, nicht aber zum Dienst an der Rasse und zum heidnischen Kult des Blutes und Blutvergiessen« berufen sind, gestaltete «ich dank der Initiative des Kardtntrl-fcVsbischofs von Paris der Auftakt zum Eucharistie ehen Kongress in Algier. Als päpstlicher Legat und Repräsentant der christlichen Seele Frankreich» empfing Kardinal Verdier im enbischöflichen Palais in Algier nacheinander die Vertreter jener zwei nichtchristlichen Religionen der zivilisierten Menschheit, die mit den Christen den Glauben an einen einzigen Gott und an die Einheit der Menschen in tiner sie alle vereinenden göttlichen Wahrheit gemein haben und die »ich im Geist umso näher rücken, Je mehr die heidnischen Rasse- und Nationalgötzen allenthalben wieder gross« Teile von einst christlichen Völkern dem Monotheismus «ntfremden. Kardinal V e r d l e r empfing zuerst den Grossmufti von Algerien als Vertreter der Mohammedaner und bekannte sich ihm gegenüber feierlich zu der christliehen Legat; denn Sie bejahen die Zusammenarbeit der Rassen und twanxiger Jahren vor allem um die „Deutschnauonale Volks-! Mohammedaner, «ine einzige Familie, verpflichtet zur Ein- Partei" und ihre zahllosen Nebenverbände scharten. Sie 1 ^aeht. bilden. „Wir sind Ihnen zu Dank verpflichtet, Herr halten den Pazifisten und Juden Ernst Toller aus tiefstem\lf^^n f^^!* £l£T*x ff Herzen und nie kam dieser Haas so krasa zum Ausdruck Wie bei der rekhsdeutsehen Uraufführung, des „Eugen Hinkefnann*", die am 17. Januar im Schauspielhaus des Sachsisehen Staatstheaters in Dresden stattfand. E* kam damals „Wir haben alle den gleichen Gott, der uns befühlt, uns zu Darauf begrüsste Im Kamen der Juden der Grossr ab bin er von Algler den Vertreter den Papstes. Seine tu einem Theaterskanual, wie ich ihn in meinern Leben weder j Rede war eine ergreifende Beschwörung der aittesta/nentvorher noch nachher je erlebt habe. Angehörige nationaler j liehen Wahrheit, dl« Christen und Juden miteinander teilen, Jugendverbände hatten ganz« parkenreihen aufgekauft und i und lies« erkennen, wie ungeheuer viel heute gläubigen Juveraastaltae« bereits vom ersten Akt an ein Pfeif- und Johl-;** und Omsten gleich teuer ist weiche tiefen g*i*tl- . „ „ . . ... , Sit« un. morai*eher> Abgrunde aber anderseits die»« an eine ködert, das mmutenwetse *u einem derartigen Orkan an-;«nlti|ba,, yVahrhalt Glaubenden von den «amnestischen schwoll, das» die Schauspieler, di« bei hellem Hause unentwegt f un4 ra^ktUehen Götzendienern und Menschens chandem weitempseite«, minutenlang überhaupt nicht zu hören waren. tmml 0it5 Verteidigung der Würde der menjschlicfcen Per- Dii Aufführung wurda mit Ach und Krach zu Ende gej »önlkhkeit, der der Glaube an die Gleichheit der Menschheit vor der Instanz der Wahrheit, der Widerwille gegen die Vergötzung von Klassen, Rassen oder Staats/wecken .....- da« alles vereine im Geist die Juden mit den Holmen der katholischen Kirche. — Kardinal Verdler griff d-rsi» Gedanken auf und gab u. a. zur Antwort: „Wir mnd mit euch, weil ihr unsere Brüder :aiid und well wir una der geheimnisvollen Bande zwischen Katholizismus und Judentum bewuast sind. Ober alle Heimsuchungen hinweg, die immt ewig dauern werden, wollen wir eure Freund« bleiben '. Nach dle««m feierlichen Empfang des Grossmurti und de» Gro:.sraiibiner« durch den papstlichen Legaten veranlasste dieser die Repräsentanten der Mohammedaner und Juden, sich zusammen mit ihm, zum Gedächtnis Ihrer gerneinsamen Kundgebung, photographieren zu la*r,en, damit di« Welt auch im Bild erkennt, wie «ehr sich diejenigen, dia sich zum Glauben an «ln»n Gott und e i n Menschengeschlecht bekennen, ihres Bundes bewusst sind. Gegen Wühlarbeit in Südamerika Eil. Berieht der „United Pr*w*" aua Santiago da ChiU besagt: Der Leiter der Vertretung der Deutschen Keichvb&hngesellschaft, Hans Voigt, ist nach Argentinien deportiert worden, nachdem er unter der Beschuldigung, eine antiit m Illach« Kampagne rinanzit-rt und rassische Konflikt« hervorgerufen zu haben, verhaftet worden war. In Argentinien wurde durch ein Dekret den Staatspräsidenten jede politische Tätigkeit ausländischer Gruppen verboten. Daa Verbot richtet »ich vor allem g«g«» di* natio- ««i*f«ian«»U/-v;*. Wüh?»rb<*** <dk* "»M'h rwiiiirlU'h vor alUäOi de* Antisemitismus bediente). Die Führer der »ioniatlht:h*i» Bewegung in Rum inien hatten für den 21. Mai eine Kundgebung anberaumt, auf der gegen die neue british« Pa!äs»tln:i-Politlk protestiert w«rd«t mm«. Im. Veranstaltung musute w>fort na*h ihrer Wrofftum* ge»chioa*#n werden, d* die Polizei mitgeteilt hatte, dass die Versammlung unverzüglich aufgelöM werden wurde, falls auch nur ein einziger Redner de* Weißbuches üirwfthnun* tut. Sollte diese» Verbot dem Wunsch entsprechen kerne antienglisch« Kundgebung »uaulassen, so Ist es unbegreiflich, da > auch in London und Palästina öffentliche Proteste statt« fanden.