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Jüdische Weltrundschau · 1939-06-02 · 12 (2.6.1939) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
1 (1939)
Issue
12 (2.6.1939)
Date
1939-06-02
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 m\ " r. JÜDISCHE WELT-IIUff DÄCHAIT Nr. 12, 2. VT. 1939 Protest der holländischen Juden Von unmrem holländischen Korrc*p»närn<r:n. RL. Don Hnnp, 23. Mai. F>r Nieder lundisr he Zionist<?f>Mmd hatte die holländisch« Judenhelt zu einer Prolrstversammlung gegrn das Weissbuch der englischen Regierung aufgerufen. Welt über 1.VW Menschen lutttrn dem Aufruf Folge gHHstnt. Da der Saal der DinMi.'tfitcribor.if in Amsterdam die Menge nicht fnsHcn konnte, muflMto eine Parallclveraammlung abgehalten werden. Nnfh einleitenden Worten de« stellvertretenden Vorsitzender des Niederländischen Zionlslenbunde*. Mr. M. L. K n n, sprach Mifiiichst M. II. M. 1? o 1! c, der Nutionalfondnkornmlasar für Holland. Auch wenn da* Judentum in dieser Zeit aus tausend Wunden blute, sagte er, »el es noch kräftig; genug, um den Kampf gegen die unannehmbare Politik Mac- Donalds zu führen. Da» Mitglied der Zweiten Kammer, J. E. Stok vis, gnb der Verbundenheit der jüdischen Arbeiterschaft in Holland mit der in Palästina Ausdruck, Alu letzter sprach der soeben muh Palästina zurückgekehrte Bundesvorsitzende Mr. Abel J. II c r z b f r Unter grossem Beifall sagte er, die Juden verzweifelten nicht, nie glaubten nn eine glücklichere Zukunft der Menschheit, sie würden schliesslich zeigen, da»» ■ie im Ktrnpf gegen die Welssbuchpolltlk stärker seien als die englische Regierung. Der gewaltige Applaus, der Herzberg's Rede folgte, bewies, dass »idne Worte einen tiefen Eindruck auf die Versammlung gemacht hatten. Konnte man anfangs <s. vorig« Nr. der „J.W.R.") In der holländischen Prosse meist nur Stimmen finden, die ■ich mit der Politik des Weissbuches im Interesse der Einschaltung der Araber in die „Friedensfront" abzufinden suchten, ho wurden später auch Äusserungen laut, die das Dokument etwa* kritischer betrachten. Der „Nicmvc Rnttcrdamsrhe Couranf weist auf die von der „Times" geforderte föderative Ausgestaltung de» palästinensischen Staates hin, die auch eine Fiinstellung der weiteren Jüdischen Einwanderung, soweit es die jüdischen autonomen Gebiete betreffen, überflüssig machen würde. — „Het Vadeland" kommt zu der ßchlussfolgerung, data man die Hoffnung auf eine glücklichere Regelung In Zukunft nicht ganz aufzugeben brauche, da nach Ablauf einer gewissen Periode die Wcltkonstellation wieder ein ganz anderes Bild zeigen könne. » „Het Volk" brachte eine ganze Seite mit wirkungsvollen Bildern von den Protestdemonstrationen in Palästina. — Zufälligerweise fand am Abend der Vcrkttndung des Weissbuches im Haag eine Versammlung statt, In der der Vorsitzende A. Simons, einer der ältesten, holländischen Zionisten und Vorsitzender des Haager Gemeindevorstandes, dem Protest gegen das Weissbuch Ausdruck gab. Der Redner des Abends, der Oonlnger Oberrabbiner 8. Dasberg, berichtete über die sehr positiven Eindrücke auf «einer Studienreise In Palastina „Noch lange keine endgültige Lösung" T)\K „N. Z. Z." AFTKLLIERT AN „HESONM NK ELKMENTE" Kundgebung der ungarländiscken Zionisten Von unserem Budapester Berichterstatter. Im Rahmen einer von der Zionistischen La*de*organi?><itkm und der Palästina-Vereinigung gemeinsam veranstalteten Landesausschussitsung nahm die prozlontstlsch eingestellte Bevölkerung Ungarns zum „Welasbuch" und sur neuen I nge in Palästina Stellung. Der Herzl-Saal war übsrfüMt von einem nach Hunderten zahlenden Publikum, als d*r Vorsitzende. Prlr.ariua Dr. E. Izsdk die Versammlung-eröffneie und mittel!',', dam die Präsidenten beider Vereinigungen, Dr. Julius Miklös und Dr. Josef Patai, Rur Zeit beide in Palästina weilen. Sodann gab R.-A. Dr. Nissan Kahan eine eingehende Analyse des Welssbuchcs. und verlas zum Schluss die Deklaration der Jewish Agency, die mit tobendem Beifall aufgenommen wurde. Der von Budapest scheidende Vertreter des Keren Hajcssod, Dr. Kanowitz schilderte die Hintergründe des Weissbuches und die Aufgaben der Zukunft. Nachdem noch L. Schnabel im Namen der ungarischen Jugend ihrer unerschütterlichen Zuversichtlichkeit und Leistungsbereitschaft Ausdruck gegeben hatte, verlas Sekretär Dr. M. Buk eine feierliche Protestdeklaration, die mit einsUmmigcr Begeisterung angenommen und durch die Jewish Agency an die englische Regierung übermittelt wurde. , A. F. Die „Neue Züricher Zeitung' widmet dem englischen Welssbueh einen umfassenden Leitartikel, worin sie der Meinung Ausdruck gibt, das« das Weisabueh zwar „keine ideale I^isung" darstellt, aber brsser Mi als der Tt-tlungspUin, der aus finanziellen und wirtschaftlichen Gründen und wegen des aktiven Widerstanden der Araber tindurchführbar gewesen wiire. Die „Neue Züricher Zeitung" betrachtet es als einen Vorzug des neuen Planes, dax* er., keine jener unendlich komplizierten territorialen Fiktionen schafft, mit denen die Diplomatie In Zeiten der Verlegenheit sich gerne auszuhelfen s-ucht, obwohl jedermann v eiss, das« sie keinen Bestand haben können und die Zukunft mit einer neuen Hypothek belasten." Im weiteren Verlauf des Artikels betont die Zeitung, dass der Zionismus gegenwärtig für alle abendlandischen Völker wegen der dringlichen Flüchtlingsfragen wichtiger geworden Ist, aber die „Neue Züricher Zeitung" meint, dass auch nach dem neuen britischen Plan Palästina seinen Teil zur Lotung dieses Problems beitragen könne. Sie glaubt aber nicht, dass man eine Jüdische Masaenelnwanderung nach Palästina und den Nachbarländern den Arabern mit Gewalt aufzwingen könne. Den Schlussteil des Artikels geben wir nachstehend wieder, weil er charakteristisch ist für die Anschauungsweise, mit der heute gerade in demokratischen Ländern das Palästina-Problem in seinem Zusammenhang mit der Weltpolitik betrachtet wird. Die „N.Z.Z." schreibt: .....t)as* die Siedler in Palästina im ersten Augenblick ihrem Unmut Uber die Wendung der britischen Politik, üic für nie eine schwere Enttäuschung bedeutet, Amdruck geben, ist nicht unverständlich. Man muss aber, vor allem im Interesse der Juden heiter, dringend hoffen, da** die besonneneren Elemente, die Msher die zfonistischc Sache immer teieder von den durch ihre alten radikale Gefolgschaft heraufbeschworenen Gefahren retten mussten, auch dienmal kühlen Kopf beuxthren und die Oberhand geuyinnen. Prof. Wehmann weilt augenblüklich in London; eine Erklärung, die er dort veröffentlicht hat, hält sieh erfreulicherweise von den im Manifest der ,Jcwish Agency" enthaltenen Drohungen fem. Ein offener Aufm h r der palästinensischen Juden würde die britische Regierung unzweifelhaft in eine noch ärgere Verlegenheit bringen ah der nun haltocegs erledigte Aufstand der Araber. Sie könnte aus mancherlei Gründen kaum umhin, ihn mit ebenso scharft n Mitteln zu unterdrücken, auch wenn rftetf die Herrlichkeit (h r Begehungen zur Regit rnng von Washington gefährden uürde. Dass die jungen jüdischen Hit,köpfe snh tapfer schlagen winden, (»zweifelt niemand, aber es ist seh, fraglich, ob sie in einem offenen h'nmpf gegen die. ttriten so lang abheilen könnten wie du Aralnr. Wer sollte ihnen du für Waffen liefern? Etwa Deutschland* Es ist auch ohne weitere* anzunehmen, dass dicArabcr sich mindesten* neutral verhalten würden, m dass die Mandatmacht nicht ctuxi in die fatale Lage käme, in Palästina einen Zweifrontenkrieg gegen die. gesamte Bevölkerung führer, en müssen. Dir Möglichkeit aber, dass durch einen offenen Konflikt in Palästina die Stillung Roosevelts gefährdet und damit der Politik Hitlers eine Förderung zuteil werden würde, die allerdings für die britische Mandatsmacht mehr als nur unbequem, für die Sache der Juden in der ganzen Welt aber geradezu verhängnisvoll icerden könnte, wird hoffentlich auch dem veranttoortUchen Führern dc& Zionismus vor Avgen stehen. Nicht nur nie müssen »ich damit abfinden, dass das Palästinaproblcm nicht eine eindeutige und endgültige Lösung findet — voraussichtlich wird e* die Menschheit noch jahrhundertelang beschäf. tigen. Der neue britische Plan, der wenigstens ein« Atempause von sc, langer Dauer verspricht, dass e.n möglieh sein stillte, inzwischen einen cinigermassen erträgliehen modus vivendi zu finden, fordert von den Zionisten ein gewisses Opfer an Prentige, Aber er hat den Vorzug, dir früheren Plänen nicht im gleichen Masse eignete, da** er die Juden nicht mit Illusionen abzuspeisen sucht." Wie immer man zu diesen Betrachtungen stehen mag, zustimmen wird man der Feststellung, dass das Palästina- Problem noch lange nicht seine endgültige und eindeutige Lotung gefunden hat — gewiss nicht durch dieses Weissbuch. Die „Neue Zürcher Zeitung" bringt übrigens in derselben Nummer einen Reisebericht mit der sehr wohlwollenden Beschreibung der Ankunft in Tel-Aviv, Besonderen Eindruck machten auf den Journalisten die jüdischen Hafenarbeiter, die er beschreibt als feste junge Burschen ungefähr da* Gegenteil von dem, was die bekannte Nürnberger Zeitschrift Ihren Lesern Im Bilde xeigt." INDIEN UND DAS WEISSBUCH HINTERGRÜNDE DER NEUEN PALÄSTINA-POLITIK Skepsis in Frankreich Von tiWjKTf'm Pariser Korrespondenten Die Veröffentlichung des englischen Weissbuche» üb«r die künftige Paüistinapoliük hat in den offiziellen französischen Kreisen einige Verlegenheit hervorgerufen. Naturgemäss hält man grundsätzlich an der „Nichteinmischung" in da* schwer entwirrbare Palästinaproblem fest, da Frankreich unter allen Umstünden den Wunsch hat, dem englischen Verbündeten auch im Vorderen Orient keine Schwierigkeiten zu machen. Diese französische Zurückhaltung wird noch durch diJ TatHuehe verstärk», dass Frankreich sich jetzt zur Innung seines syrischen Problems, das sich durch di« intransigente Haltung der syrischen Nationalisten wieder kompliziert hat. auf eine wohlwollende Haltung Englands rechnet. Frankreich braucht ferner die englische Vermittlung, um die französisch-türkischen Verhandlungen über die endgültige Regelung der Snudschakfragc uu einem positiven Abschluss. tu bringen. Trotz dieser begreiflichen Zurückhaltung lässt aber die französische Reaktion erkennen, dass man von der neuen Politik Fnglands durchaus nicht begelptert ist. Die Sympathien Frankreich« stehen in dem jüdisch-arabischen Konflikt auf jüdischer Seite und man hat in den letzten Jahren mehr und mehr Verständnis und Anerkennung für die grossen oosilivtn Leistungen des Zionismus in Palästina geneigt. Unter Betonung der Tatsache, das« die Losung des Palästinakonfüktes der englischen Staatskunst ausserordentlich schwierige Aufgaben stellt, lässl daher z. B. der Leitartikel des „Teinpü". der in dienen Fragen oft den offiziellen Standpunkt wiedergibt, nur eine sehr geringe Anerkennung für das neue Websbuch erkennen. Zwischen den Zeilen dieses sehr vorsichtig abgefaßten - Artikel* tritt sogar eine recht kritische Haltung gegenüber tier neuen Schwenkung der englischen Palästina-Politik zutage. Ks wird die Frage aufgeworfen, ob Sngland in der I^u »»in wird, gegen den Widerstand beider Parteien in Palästina' durch seine Autorität den Plan in Palästina durchzusetzen. „Nur der Erfolg wird darüber entscheiden, ob nunmehr die Grundlagen für eine dauerhafte Zummmonarbc-il der Juden und Araber ges« Waffen worden sind". Auch in den anderen Pressckommcntareu tritt die Skepsis gegenüber dem Erfolg des neuen englischen Paläsiinaprojiektes hervor, das im allgemeinen nicht als eine grosse Leistung der englischen Staatsmannskunst angesehen wird. In den jüdischen Kreisen Frankreichs« Ist naturgemäss die Ablehnung der englischen Vorschläge einhellig. Dass die im „Weissbuch" angekündigte neue Palästina- Politik Grossbritanniens sehr wenig mit Palästina selbst zu tun hat, sondern fast ausschliesslich diktiert wird von Rücksichten auf den erwarteten Krieg, wird zwar allgemein angenommen, aber es ist verhältnismässig selten, dass Anhaltspunkte für bestimmte Pläne zu finden sind, die durch die neue Politik Sicherung erfahren sollen. Ein aufmerksames Studium der englischen politischen Literatur, das heute für uns wichtiger ist als je, fördert indesscu gewisse Tatsachen ans Licht, die die wahren Hintergründe der neuesten Phase der Politik der „Beschwichtigung durch Preisgabe des Schwächeren" beleuchten. (Vgl. unsern Bericht aus Indien. S. 11—A.d.R.) So finden sich in der ietzten Nummer der „World Review", einer von dem radikalen Unterhausmitglied Vtrnon Bartlett herausgegebenen Monatsschrift, gleich zwei von einander unabhängige Aufsätze, aus denen zu entnehmen ist. in welch hohem Masse das britisch-indische Verhältnis Einfluss gehabt hat auf die Palästina-Entscheidung des Kabinetts Chamberlain. Einer dieser Aufsätze: „Die strategische Lage im Mittelmeer"1 stammt von dem Vice-Admlral C. V. Usborn e, einem früheren Leiter des Nachrichtendiensten der britischen Flotte. Seine Prognose für den Ausgang eines Kampfes im Mittelmeer Ist nicht allzu optimistisch, wenn er auch einen Endsieg voraussieht. Sie lässt sich dahin zusammenfassen, dass es Italien infolge seiner strategischen Position vielleicht gelingen könne, aus dem Mittelmeer für eine Zeitlang einen italienischen See zu machen, aber nicht ein italienisches Meer, d.h. dass es der britischen Flotte stets gelingen werde, den westlichen Ausgang bei Gibraltar und den östlichen bei Suez zu sehliesscn. Den Schlüssel zur mittelländischen Situation sieht der Verfasser in der Frage, ob es den Italienern je gelingen würfle. Ägypten von Lybien und Abessynien her zu erobern. Auf Grund gewisser Berechnungen, deren Grundlagen der Laie nicht überprüfen kann, kommt Ushorne zu dem Ergebnis, dass die Verteidigung Ägyptens „ein Drittel der Kräfte erfordern wurde, die der Angreifer einsetzen müsse, dass also 30.000 Mann genügen mussten." Ob diese Truppenzahl sich augenblicklich in Ägypten befinde, könne mit Sicherheit nur die Regierung sagen, die sich darüber ausschweige. „Indessen ist es eine Tatsache", fährt der Verfasser fort, „dass sich starke Reserven In Palästina befinden, und dass die indische Armee weitere Reserven stellen kann." Indische Regimenter haben bekanntlich auch m letzten Krieg auf dem arabischen Kriegsschauplatz, im Irak und in Palästina, gekämpft. Das« es im kommenden Krieg so leicht sein werde, indische Regimenter La d*m gleichen Gebiet einzusetzen, wird in einem zweiten Artikel der „World Review" bezweifelt: ,Jndier. und die Aussen elf, dessen Verfasser. E d w a r d T h o m s o n. als einer der besten Kenner Indiens gilt Nach seiner Meinung ist es von grössler Wichtigkeit, ilass England am Vorabend eines neuen Kampfes um seine Existenz"" sein Verhältnis zu Indien bereinige, weil ein unbefriedigtes Indien kaum als Bundesgenosse betrachtet werden könne. Das Verhältnis zwischen England und Indien werde in einem künftigen Kriege so sein, dass „Indien zwar notwendig stMn werd-js für England -- aber England Indten keine besonderen Vorteile bieten könne." „Indien erkennt dass es eine Bedrohung durch die totalitären Staaten kaum zu fliehten hat. Jupans Hände kleben fest irn chinesischen Leimtopf, Italien und Deutschland werden in Europa mehr als beschäftigt sein". Ganz anders dU* britische Situation: „Wenn Krieg kommt, so wird dank der italienischen Eroberungen in Abessynien und Spanien der Weg «ach dem Osten via Suez geschlossen sein. ährend es nicht leicht sein wird, die Route um das Kap Offen zu halten... Es wird nicht möglich sein, die rund 50.000 Mann britischer Truppen in Indien zu verstärken. Dagegen mag es sich als notwendig erweisen, ein indisches Expedition*- korpn durch den Persischen Golf und durch Irak zu schicken, n% den Stiezkanal und die Pipeline zu schützen. Das aber werde, meint der Verfasser, unter Umständen auf stimmungsm Issigen Widerstand stoasen. „Man glaube doch nicht, dass die indische Armee 'gemeint sind hier die eingeborenen, nicht die englischen Truppen) Jahrzehnt "um Jahrzehnt die gleiche Stimmung bewahrt, und es steht fest, das*, hinsichtlich Palästina* bei Mohammedanern und bei Hindus nur eine einzige Meinung herrgeht: sie betrachten die Araber als eine Nation, die um ihr elementare« Recht kämpft** Und der Artikel fährt fort: „Was immer auch der Zionismus uns an politischer Unterstützung gebracht haben mag, er hat uns in weitem Masse die der Araber und der Bevölkerung des gesamten Mittleren Osten verlieren lassen In einer so kritischen Zeit spricht man ungern mit äusserster Offenheit. Der Intelligente Leser wird dennoch die Perspektiven erkennen, denen wir im Kriegsfall in Indien entgegensehen müssen. Sie sind keineswegs ermutigend!" Thompson s Artikel will in der Hauptsache die Notwendigkeit für England dartun, vor Ausbruch des Krieges die wichtigsten Forderungen der nationalen Bewegung in Indien zu erfüllen, und die Erwähnung des Paiastina-Problems könnte als Nebenbemerkung angesehen werden, wenn es nicht in direkte Beziehung gebracht wäre zur Stimmung in der indischen Armee, die ihrerseits wiederum aufgerufen werden könnte, in arabischen Ländern — und insbesondere In Palästina — englische Interessen zu schützen. Man hat in den leitenden Mihtärkreisen Englands sicher nicht verabsäumt, auch die Kriegspotenz des Jischuw In Betracht zu ziehen, und es besteht Grund zur Annahme, dass man sie für nicht unbedeutend ansieht. Aber während es sich die Inder im Kriegsfall überlegen könnten, ob sie in Ägypten, im Irak und In Palästina kämpfen wollen, bleibt den Juden keine Wahl, sobald auf der anderen Seite die antisemitisch-totalitären Mächta stehen. Auf Ihre „Stimmung" hinsichtlich der englischen Palästina-Politik braucht in dieser Hinsicht keine Rücksicht genommen zu werden. Es bleibt hinzuzufügen, dass der Herausgeber der „World Review" zu den schärfsten Gegnern des Kabinetts Chamberlain gehört und seinen gesamten politischen und puWitistischen Finfluss aufbietet um Männer wie Win s ton Churchill und Duff Cooperandle Spitze zu bringen. ü. 1. K, KEINE INTERVENTION DER US A. Der amerikanische SUatMekr&tär H u 11 hat in eine« Rundbrief erklärt, dass die Regierung der USA nicht in der Lage sei, in der Paläatinatrage Schritte üu tun. Die Regierung könne nicht protestieren, solange fceiuf amerikanischen Eechte verletzt sind. ftitiTlSCH GUAYANA Die Londoaer „Times" äussert sich in einem Leitartikel <«uf Grund der Zuschrift eines Experten namens Schwelm) •ehr pessimistisch über die Möglichkeit einer iüdtttchen Siedlung in Britisch Guayana und empfiehlt es mit Eingeborenen aus Westindien dort zu versuchen. Dieser Meinung tritt George Reid. der 2S Jahre in Britisch Guayana gelebt hat. in einer Zuschrift entgegen Nach »einer Meinung eignen sich gcwiait Teile von Guayana wohl für Juden.

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