Mannheim
Compact Memory

Jüdische Weltrundschau · 1939-06-02 · 12 (2.6.1939) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
1 (1939)
Issue
12 (2.6.1939)
Date
1939-06-02
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2424658-2424659-2424670--146-2424901
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

PARISKH Ai SGABK m r«P ÜW « ,* , _________ "/ *** »I 3| y W«W ÄjJ^ f^^*il Jahrgang 1 Nr. It. / »llnzrlnummrr £ K \x # L * ^1 V * 1 •»« 0.20 JUDISCHE ff F. RUNDSCHAU v..i.. - A.«.i»»n V.rvAllnn* J«mt*I«ta 9 O I «M! J V II I' (k i I K %fl lr#cl»r>n« «IfiMftl «öcMntJlrh AiiMl««uanushm« für All« J.indor! tÄ^ttÄ:, %2&?ü * * fc OT rM^^/rrr rr.,Ä ^\rr7urP:rvrr,T,,'A!!r; 1 , , 4 I I I - ,»« A boi»n*ni*nl»-Ann»brns fu, K -> r o j» uft4 ÜTT* *W TO ' * M.,h7* A««'««^'','t* t*r '•'"><■« ...... DI, Amerika) ' 1» r„» *> OoumM Plrti lt.. - «»«.•rl..ftM«*»le für /' ^'"'■"? / L ', J,' ' ,\ >. . / '? «'I.'lt j^'m^.**?!?- ÄIA^Ä }hwth-juif / fh'htfowathurt* umw.i«z™1» i,,, <Jn U «nÄ,;; •« V.V?.,U r^u -Ii &.«r«T4»o$„,^.7S;rlzx;7^\ü:;^n «y«** - ________-- str^.!^^ f. «, K,,T*kU»n w*rd#n nUU PARK *> IUY1 IOIO;l!e*f*i?J ,_S,oftUg JL'J2,f. ..1'!""?"?* r™tt!™*Ut**£t nuul? Ml* Anl»ort*eh*ln b-liufa«rn. Z.it-hrlffn f. 4 K-Iaktion worden »Icht PA IIIS *> IP\i lOlO rn •ndl* lt.-d*k!l»n. .»«T.naUml'OH f.»» »rbM-i. 1 *- Jl *l *'•»' Von London nach Genf OER KAMPF UM EN6UN0S PALASTINA-POLITIK Die mit Spannung erwartete Palästina-Debatte bn englischen Parlament ist vorüber. Der Kampfplatz in dem Ringen um die künftige Gestaltung der Palästina-Politik wird in der nächsten Zeit von London nach Genf verlegt werden. Es ist dies ein Vorgang, der einem altgewohnten System entspricht, das freilich heute als etwas überlebt empfunden wird. Die Palastinapolitik wird der Mandatskommission des Völkerbundes unterbreitet, die nach einem ausführlichen Kreuzverhör, bei dem diesmal (wie 1937 Ormaby Gore) der Koloniaiminister Malcolm MacDonald selbst Englands Standpunkt verteidigen wird, ihr Gutachten an den Völkerbundsrat leitet, worauf der Völkerbundsrat seine Beschlüsse fasst, ohne juristisch an die Vorschläge der Mandatskommission gebunden zu sein. Die Entscheidung des Völkerbundsrats bildet dann die Basis für das weitere Vorgehen der Mandatarmacht. Diese ganze Prozedur ist eine typische Erscheinungsform der Genfer Maschinerie, bei der alles vorsichtig erörtert wird, ohri,: da<is man in wirkliche Machtfragen eingreift. Die Mandatskommission und der Völkerbund können der Mandatarmacht Ratschläge geben, aber sie können sie nieht zur Durchführung einer Politik zwingen, die die Mandatarmaeht für undurchführbar hält. So wurde 1937 anliisslich der Erörterung des Peel-Berichts von der Mandatskommission ausgesprochen, dass — ungeachtet der eigenen Meinung der Mandatskommission — das Mandat in dem Moment undurchführbar geworden sei, wo eine englische Königliche Kommission es für undurchführbar erklärt hat. Die Instanzen des Völkerbur es haben keine reale Macht und ausschlaggebend bleibt die Haltung der Mandatannacht. Die letzte ausführliche Erörterung des Palästina- - Problems fand in Genf im August 1937 statt, zufällig zugleich mit dem Züricher Zionistenkongress. Damals war der T e i 1 u n g s p! a n die aktuelle Formel. Das britische Parlament hatte auch damals viele Einwendungen gegen die Politik der Regierung und verlangte, die Frage sollte nach Abschluss der Genfer Prozedur nochmals zur endgültigen Entscheidung vor das Unterhaus kommen. Die Mandatskommission hat an Stelle des Teilungsvorschla,. es verschiedene Alternativ vorschlage formuliert, wovon der wichtigste die Zwischenschaltung einer längeren Übergangszeit mit einer provisorischen Regelung war; es sei notwendig, dass die beiden Staaten — der jüdische und arabische wie sie damals geplant waren, noch eine längere Zeit unter einem einheitlichen Regime vereinigt bleiben und eine weitere innere Autonomie gentessen, also eine Art „Kantonisatjon", oder auch in der Form zweier getrennter Mandate. Diese Alternat! worsehläge sind freilich gegenstandslos geworden, nachdem die englische Regierung verschleiert schon im Dezember 1937 und dann offen nach Erstattung des Woodhead« Berichts im November 1938 den ganzen Teilungsplan wieder aufgegeben hat. Die Erklärung, an Stelle der Teilung des Landes solle eine jüdisch-arabische Verständigung versucht werden, war die Wiederaufnahme einer These, die gerade nach dem Peel-Bericht als aussichtslos aufgegeben worden war. Denn bis zum Juli 1937 hatte die englische Regierung, voll unterstützt in dieser Hinsieht von der Genfer Mandatskommission, cen Standpunkt vertreten, das Mandat enthalte eine doppelte Verpflichtung gegenüber Juden und Arabern, aber dieje zwei Verpflichtungen seien miteinander vereinbar; im Juli 1937 ward«» plötzlich erklärt, es habe sieh herausgestellt, dass die beiden Verpflichtungen doch unvereinbar sind und daher das Mandat nicht durchgeführt werden könne. Trotzdem scheute man sich nicht, im November 1938 wieder zu einem Versuch zurückzukehren, die beiden ein Jahr zuvor als ..unvereinbar" erklärten Gegensätze auszugleichen. Im Laufe dieser Bestrebungen ist man dann schliesslich bis zu der Politik des neuen Weissbuches gelangt, die freilich die Unvereinbarkeit der Gegensätze neuerlieh beweist. Denn das Weissbuch wird sowohl von Arabern als auch von Juden abgelehnt, und zwar aus entgegengesetzten Motiven, Vor dieser Situation Bteht jetzt die Mandatskommission. Dr. Weidmann und andere zionistische Führer begeben sich nach Genf, um dort für den jüdischen Standpunkt einzutreten. Auch einige arabische Führer. Vertreter des Mufti, werden in Genf anwesend sein. Die Araber fordern Beseitigung des Mandates und volle Unabhängigkeit für Palästina, während von jüdischer Seite' selbstverständlich djp Einschränkungen der jüdischen Einwanderung, des Bddenkaufs und der Kot- WtclciußgsmÖKlicfakeit des National heims bekämpft werden. Wenn man nach den Erfahrungen der Vergangenheit schliessen darf, so kann man annehmen, dass die Forderung der Araber auf Beendigung des Mandates keine Unterstützung in G e n f finden wird, Die Mandatskommission ist sehr zurückhaltend in der Zuerkennung von Souveränität, für ein unter Mandat stehendes Land und gewiss wird sie in der heutigen Weltlage noch weit mehr Bedenken als früher dagegen haben, emen neuen souveränen Zwergstaat ohne die nötigen, administrativen, finanziellen und militärischen Voraussetzungen aufzurichten, Auf der Milderen Seite ist in all den genau 15 Jahren der Genfer Überwachung«- tätigkeit ...... die erste Prüfung des Palästina-Mandates erfolgte 1924, wobei der damalige High Commissioner, Herbert Samuel als Vertreter der Mandatarmadit auftrat ----- immer' der Standpunkt vertreten worden, dass man den Arabern eine Garantie geben solle, dass sie nicht von den Juden überschwemmt und beherrscht wer- | den. Die Mandatskommission ist die klassische Vertreterin der Doktrin gewesen, dass die Weiterentwicklung des Nationalheims gefördert werden- und zugleich die allmähliche Seibstrcgierung des Landes herbeigeführt werden soll. Die revisionistischen Petitionen, die als Ziel des Mandates den integralen Judenstaat bezeichneten, wurden von der Kornmission stets als ,,mandatswidrig" zurückgewiesen. Die entschiedensten Freunde des jüdischen Nationalheima innerhalb der Mandatskommission waren der Meinung, dass die jüdische Entfaltungsmöglichkeit an den arabischen Rechten eine Grenze findet. Das britische Weissbuch geht aber Uber dieses Erfordernis weit hinaus, und es ist daher zu hoffen, dass die Mandatskommission dieser neuesten britischen Politik nicht zustimmen wird. Vielleicht wird die Mandatskommission auf die Vorsehläge zurückgreifen, die sie vor fast zwei Jahren im Anschluss an den Peel-Bericht gemacht hat. Da auch in England ein Teil der Öffentlichkeit die Parole ,,Zurück zu Peel" ausgibt, und der Kolonialminister in seiner Schlussrede im Unterhaus Andeutungen über die Möglichkeit einer föderativen Lösung gemacht hat, könnte man hier einen Ausweg erblicken. Die Londoner „Times" setzt sich jetzt wieder — wie schon vor einiger Zeit — für den Vorschlag ein, eine Föderation der L iy4u* >c%+% $**ln%lt: / Kanadischem Tiigebtieh Von Joachim Prinz. Anti«M*niltU( he WHtnrnttAganda Indien und »tri* lVel*Hbueh Krlnnernngen an Kmnt Toller „Ein (»ott, eine Wahrheit, rlne hh»M '" Strafe für Telephonleren mit «luden Wege den Wider*!andr«« in ralii*tin» Schawiioth-Nacht in •leriisuleni Neue Ciedh'htv von Franz. Werfel Eine Rotneharter-Toehler Im ri< hl. t über Naziland l'.tlifttfna-C'hroniK, Berichte, Hebräische Ecke, K|K»rtruitd»ch<tti etc. gen anderer Völker auch die Araber zu der Erkenntnis bringen könnten, dass sie besser fahren, wenn sie mit den Juden zusammenleben und mit ihnen gemeinsam das gemeinsame Land zur Blüte bringen, als wenn Hil" sich, in der falschen Hoffnung auf zweifelhafte Vorteile, politischen Kräften anvertrauen, deren „Schutz" ihnen in Wahrheit eine weit schwerere Bedrohung ist als die Mitarbeit der in weltpolitischem Sinne völlig „ungefährlichen" Juden. Eine Politik der B e f r i e d u n g in Palästina wird nur möglich sein, wenn England sie wirklich will und auch die auf England angewiesenen arabischen Länder dafür gewinnt. Es handelt sich in dieser Sache wie in anderen Dingen hauptsachlich darum. Zeit zu gewinnen. Dies wird erleichtert durch die Zwischenschaltung der Genfer Prozedur. In Genf sitzen, bei aller Machtlosigkeit, eine Reihe von klugen und erfahrenen Männern, deren ausgleichende W i r k s a m k e'i t von Nutzen sein konnte. Man muss daher auch auf dies« Phase $;r Boratungen eine gewisse Hoffnung ae&en, dass e» v* *'n(?t, einen .Ausgleich m finden, der tat Land statt flauer schwerer Verwicklungen eine Periode des Frieden.»- bringt, innerhalb derer dann alle noch verbliebenen K.nzelfragen viel Itfwhtcr einer IAnung zugeführt werden können als in der hysterischen Atmosphäre der immerwährenden Erregungen und Explosionen. IM UNTERHAUS Die ikalä»tIna-Politik (kr englischen Regierung wurde Im Unterbau* m 11 2 6 Ä gegen 119 Stimmen an* g e n o m m e n.!>le Majorität der Regierung beträgt demnach 89. Eh wird darauf hingcwie-Hen, dans die* die nledrigV.e Mehrheit ist, die die Regierung bei Irgendeiner prinzipiellen Abstimmung Mit dem Bestehen des gegendie ullhll I ^^e di von, das» die konservative Partei gegen MO hon* servath.» Mitglieder, die zum grÖssten Teil abwesend waren od<r Hieb der Stimme enthielten, ein Ilis/.iplinarvrrfahren inleiteri wollte, was aber wieder aufgegeben wurde. Unter -m etwa 20- Mitgliedern der Regler»ngsn-artel, die g e g e i die Regierung klimmten, waren zwei ehemalig« Kolonb) iiinister und /war Winston C h u r c h 111 (der Verfasf r de» berühmten Weißbuche* von 1922) und L. H. A m e r y. Auch zwei Minister haben *leh der .Stimme enthalten, nämlich der Krlcgsminister II o r e - II ei im na (der. reibst Jude int and offenbar schrm au?* diesem Grunde taktvoll genug war nicht mlt/ustlrnmen) und de <ieMjndheit*fiiini»ter Walter E 11 i o t, seit Jeher ein war »er Anhänger der adoni*ti*chen Sache.....„. ... vautestaaten zustande zu bringen, wobei das jüj s VimrU^i erlangt bat. Es war sogar dische Nationalhcim ebenso wie der christliche Lebanor ■ - eine autonome Enklave bilden sollte. Dieser Gedanke der unseres Wissens zuerst von Sir Arnold Wilson vertreten wurde, vereinigt manche Vorteile des Peelschen Teiiungsplanes mit einem Entgegenkommen an arabischnationale Wünsche, das für die Araber eine Kompensation sein könnte für ein Abfinden mit dem jüdischen Nationalheim. Vom jüdischen Standpunkt müsste freilich die Forderung gestellt werden, dass das Gebiet dieser jüdischen Enklave gross genug ist, um eine ausreichende ständige Einwanderung zu ermöglichen und die Basis für ein gesundes Volksleben abzugeben. Eine andere Möglichkeit der Verbesserung wäre das F a 11 e n - lassen der Beschränkung auf ein Drittel und der 5-Jahre-Grenze für jüdische Einwanderung zugunsten der Durchführung des Grundsatzes der Parität der beiden Nationen. In allen Fällen sollte die Selbständigkeit des palästinensischen Staate«, wie ursprünglich In den Londoner Vorschlägen vorgesehen, an die Bedingung der jüdisch-arabischen Zusammenarbeit geknüpft Mein. I>enn ohne diene Zusammenarbeit der beiden Völker Ist der ualästinensische Staat In (iefahr, der Kampfboden für einen dauernden Bürgerkrieg zu sein und gewiss nicht imstande, als selbständiger Staat zu existieren. Es ist leider zu befürchten, dass die Mufti- Gruppe tiach wie vor jedem Kompromissvorschlag ablehnend gegenübersteht." Bisher haben sie ja mit ihrer Intranstgenz gute Erfahrungen gemachi. Aber die VV e 11 s i t u a 11 o n gibt zu denken. Man könnte vielleicht — ohne die Analogie zu übertreiben — auf die Haltung der Ukrainer in Polen hinweisen. Vor kurzem waren die Ukrainer anscheinend nicht abgeneigt, »ich von Hitler patrotüsieren zu lassen. Seit der Abtretung der Karpatho-Ukraine an Ungarn und den Erfahrungen der Slowakei, hat sich aber ihre Haltung geändert und der Fuhrer der Ukrainer Parlamentsfraktion erklärte jetzt einem Vertreter der „United Press", ate wollten „lieber mit den Polen zusammenleben a'« ein deutsches Protektorat zu werden, was Sklaverei bedeutet". Man sollte meinen, dass die WeStsituation und die Erfahrun- 'AUSTINA-PAVILLON ERÖFFNET ,100 000 NEW YORKER NAHMEN TEIL D«r." PahintirtH-l'HviUon auf ihr N t< w Y o r k « r W c J t u«8t«;*!unflr wurde am .Sonntag, den 28. Mal, feierlich er» ttnet, .'^OOOöÖ Juden nahmftn an Aar Zeremonie teil, wnn zu* gleich 6; feine Demonstration jj«g*n die Welmtbuch-Politik j?<e» beutet t-urde. Auch der »«jährig« Oberrici:t«r Brand«!«, der ueit ier londoner Jahrc»konf«rcn« von 15*20 nicht üfr>m , lieh in judlfehen Versammlungen aufgetnsun l»t, war >f dem Po mm zu uvhan. Dr. U'üiimanri hielt von Pari aua eine Ansprach«?, die r.idiophon{<eh übertragen wurde, Zahl'»ichfi B«grii*«ungen und Hotflchafu-n waren zur Kr« ffmingj f*fJerJk-bk*tt eingetroffen. Darunter «;me lk)Uchaft les Hifh Vommimwnetu von VnY^ium, 4«r «etente, dstss ■te Paift*tina-ii*gi*runjr dl* I SJinUdung zur Weltau»siUUung nicht annehmen konnte, die Initiative der Juden aber be- Ua*. Der Bürgermeister von New York l,/t Guarüm wurde!a»*lfc h de* Ereignisaei zum Ehrenbürger von T«l-Aviv ttnmnX Rs w^fd hervwgehobien, da»4 achon am ersten Tag fich m Palättina^PaviUon ein regt* Mbe» entfaltet hat. Die lauptattraktio.t bildet die Halle, die ä-n Namen trügt „Da* Hi-liip )4nq gestern und morgen", und groanartig beleuchtet« bildhaft Dar«t*llungen. Sehr bemicht Ist da* CMi Tel Aviv, ta.t t& Piätxe hat, wo %nfvr,n4ätfKpalä#tinett»ls^h« Weine und Ukht« > vrvieri werden, {Kiii^.'jMo^li^""« de* PftliUims,«* I*aviito»4 brachten wir in Nr. 40 "frtrfJM.R.">.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.