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Jüdische Weltrundschau · 1939-05-26 · 11 (26.5.1939) · p. Seite 7

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Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
1 (1939)
Issue
11 (26.5.1939)
Date
1939-05-26
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 11, 26. V. 1939 JÜDISCHE WELT-RUNDSCHAU ScIU 1 IM URWALD VON PARANA Von OEUTSCHE JUDEN ALS SIEDLER IN BRASILIEN Max Herma n n M a I r (früher Frankfurt, jMst I'-ininn) Hin Freund unser' v Matte* stellt uns einen Herich t;ur Verfügung, den ein dmtst her Jude aus dem bm*Uiani*chen VrtcaUt ' fur.tna geschrieben ha f. Fht in Deutschland in den letzten Jahren häuf kg dem sogenannte* Parana-Pro tekt dir Rede iour, u-ird) r.t sicherlich untere »»er interessieren, vie ein deutscher Jude sich in jener entlegenen Gegend eingelebt hat. Beim Letten eines solchen Dokuments überkommt uns das Hr\cu*stsein des aeltmimrn Schicksals, das heute ehemals bürgerlich-städtische Juden in Gegenden, die man früher kaum dem Namen naeh kannte, jagt. Wir haben die Ihtrst'llung aus Raummangel •tim* kürzen miissen. - Red. UiUcr« JFacvnda Jahw u«gt «wischen dem 2.1. und 24. Breitengrad, etwas nördlich vom Wendekreis de* Steinbocks. Wir leben auf etwa gleicher Hohe auf der südlichen Halbkugel wl« ahm die Bewohner von Mittel-Australien, den Nordteil« von Südafrika und den Südteil« von Madagaskar. Der nächtliche Sternenhimmel teigt uns ander« Bilder nie die vertrauten der nördlichen Halbkugel. Da* Kreuz des Müden« leuchtet uns nllohtens. Von Dezember bis zum April Ist Sommer. In diesem Sommer haben wir bisher keine Temperaturen flber 34 Grad Celsius im Schatten gemessen. Di« Tempersturen werden bei uns täglich vom Maximum- und Minimum-Thermometer abgelesen und In dem Tagebuch der Facenda verzeichnet. Für das Wohlbefinden Ist es erfreulich, dass die täglichen Temperatur-schwankungen meist tu > . Grad betragen, da es abends stark abkühlt. Die Siedler, die! ™„'f. schon einige Jahre hier sind, versichern uns, das* si« Srn Winter tüchtig tu frieren pflegen, obwohl die Tempersturen immer einige Grade über dem Nullpunkt bleiben. Die europäischen Neuankömmlinge sind gegen die Sommerwärm«; in den ersten Jahren meist unempfindlicher als die Europäer, die «chon einige Jahre hier sind. Das Blutbild ändert sich unter der Einwirkung der Sonne offenbar em allmählich. Obwohl wir Im Hochsommer eingetroffen sind, haben wir unter dem Klima nicht gelitten und den Eindruck gewonnen, daaa es für Mitteleuropäur durchaus erträglich ist. Allerdings muss man bei Sonnenschein immer einen Hut auf dem Kopf« tragen und darf ihn, auch nicht für kurze Zeit ablegen, selbst wenn das Wasser in Strömen am Körper hinabläuft, was beim Arbeiten alltäglich mehrere Male geschieht. Man schwitzt hierbei wie bei einer anstrengenden Mochtour. Unser Land Hegt in hügeligem Utlande, etwa W>o 700 Meter über dem Meeresspiegel, und wird von einigen Bächen durchzogen. Das Land hat früher der „Companhia de Ter- Ohne etwas von der modernen bkd<>gisch-dynnmi*chen Wh(- schaftaweise tu wissen, wissen diese einfachen Menschern, die vielfach nicht lesen und achreiben können, aus der Überlieferung etwa« von der Einwirkung kosmischer .Strahlen auf Wachstum und Gedeihen. Gros« ist die Helligkeit. Wir haben oft das Gefühl, im Hochgebirge iu leben, weil wir solche Helligkeit in Europa nur Im Hochgebirge erlebt haben. IN« Wlrt*rl«ft Unsere Facenda hetsst „Jahn" nach dem gleichnamigen Bach, der sie gegen den Nachbar abgrenzt und der unsere Mühle treibt, in der Mais und Welsen gemahlen werden. Unser Land grenzt ausserdem an den Rio Randeirantes do J in den Ptrapo fllesst, der in den Paranapanema j ündet, einem Nehertfluss des grossen Parana. Bin zum Pa-; [tana erstreckt sich hunderte Kilometer weit der Urwald.!; Zum Bandelrantes ist unser Land noch nicht aufgeschlossen.; | Denn wir besitzen noch etwa 72 alqueires Urwald, nufgv- | schlössen sind bisher 42 alqueires (eine alq. . . 10 Morgen) i von unseren .114 alq. j Zur Ze.it sind in runden Ziffern angegeben, bewirtschaftet: 7 alq. mit Viehweide^ 2 alq. mit Mandloha, 8 alq. mit l-aumwolle, 1 alq. Sojabohnen, 12 alq. mit. Mais, 3 alq. mit Reis, 9 alq. mit Kaffee, 2 alq. mit Gebäuden, Hof, Gärten und Wegen. Wir haben 4 Pferde und eine Mul«. Die Tiere ziehen den Arbeits wagen und die Arauja und werden, xurn Ketten benutzt, wenn es die Wirtschaft zulässt. E.h gibt, bei uns keine Stallwirtschuft. Die Weiden mit ihren Stubben und Baumstämmen, die beim Brennen nicht vollständig verkohlt sind, erinnert» an oberbayrische Almen. Die Weiden werden meistens gepflanzt und nicht gesät. Man mu»n für verschiedene Sorten Gr»« Sorge tragen, weil da.-: Vieh em gemischtes Menü wünscht. Ergänzend werden noch Salz, I KlRrm» Arbeit J Wir selbst wohnen f. 7.. noch In dem sogenannt«-!« F. I o * i venu aus. das für Eleven ans Deutschland gedacht ist, | deren Abreise sich aber leider so lange verzögert hat, bis | die E i n r ei s e gesperrt wurde. Wir ptnnf u no^h in | diesem Jahre ein Wohnhaus nicht, weit vom Hof für uns jsu bauen, das rin Schlafzimmer, ein Wohnzimmer, ein Zlmjmer für Gretel. ein Gastzimmer, Küche und Wirtschaft*- rnume erhatten wird. Die gross© Veranda, die es bekommen soll, Ist beim Hau «las Wichtigste, denn auf der Veranda Rpi'Mt sich ein grosser Teil des häuslichen Lebeni ah. Das Hauptarbeitsgebiet für Tittl wird der Garten werden, der Gemüse und Obst für die ganze Facenda bringen soll. Der Anbau der Gemüse verlangt, wegen der starken Sonne und wegen der Fruchtbarkeit such de» Ungeziefern besondere Massnahmen. An Ob 't ernten wir jetüt schon reichlich Ananas und Bananen. Mein Arbeitsgebiet wird sich auf die Mitver« v.'altunf der ganzen Facenda, die unseren Freunden K. und uns gemeinsam gehört, erstrecken. Augenblicklich lern« Ich noch fleissig von Herrn K., «ler ein vorzüglicher Landwirt Ist, und dessen Aufbau hier mu»tergültig Ist, Wir sind uns klar, dass mau es In der Landwirtschaft nur hei gninstepn «'Ms* »i»o# iiusscrs'er Sjnirntmkeit vorwärts bringen kann. Schon jetzt wird möglichst nur das verbraucht, was die Farm selbst erzeugt, beim Vem'.istrn in Ro- Jandia worden nur Petroleum. Salz, Zucker, Kaffee (noch!) und Gewürz« gekauft. Brot wird selbst : -ba< ken. es wird selbst geschlachtet etc. Wir hoffen mit der Zeit die Viehzucht ausdehnen zu können. Dazu gehört nicht nur Flein», sondern auch ein gütige« Geschick, du* Manschen und Vieh vor Krankheiten und Seuchen bewuhrt und unsere Felder vor Unwetter und Ungeziefer. Klein« Plagen raa Norte.de Parana" gehört, einer Tochtergesellschaft der jMHjWK.|m>t. um| Mrtnickwurz,, ^füttert. Heimisch sind englischen „Parana-Plantations Limited zu London. Letzi y,.^^ joch kalten wir auch Kühe, die dem hollän- ] disehe Schlag nahe kommen. Di«; Milcherzeugung wird bei j dem > rhältnismässig noch bescheidenen Umfang der Rindj vi« hzu< *■ auf der Facenda »elbst verbraucht. Die eigen« | fcutter ieht für den eigenen Bedarf. Jeden Tag wird zen- ,trifugiert, eine Arbelt, mit der Gretel Jeden Morgen Ihr Tage n'~! .. ....U w.... j Gerade die Gewöhnung an die kleinen Pinnen d»»r Mitche,* \ und Flirt/en gehörte bisher zu dem schwierigsten Teil der Eingewöhnung. Namentlich im Anfang wird ein« kleine i F liege lästig, deren Stich« anschwellen. Aber Jetzt nach j zweimonatlichem Hiersein lassen die Ah*rhw»ilum;f»it schon i sehr nach, das Blut hat bereits die Abwehrstoffe gebildet, j Obwohl ich in Europu eine sehr empfindliche Haut hatte, j reagiere Ich hier nicht sehr schlimm auf Stiche, während iTittl und Gretel sehr geplagt, werden. Giftschinngen gibt es. \ dorh greifen nie den Menschen nicht an, wenn sie sich nicht fiuigegriffeu glauben. Tch habe in nächster Nähe unseres | H;u»m*s eine .sehr giftige .lararaoucu von über l mtr. Dünge [totgeschlagen, damit sie nicht unter das Haus sich verkröche, | was unserem Nachtschlaf nicht xut getan hätte. Übrigens [schlafen wir bei der bisher Ungewohnten körperlichen Arbeit \ inei.tt vorzüglich, von etwa nenn Uhr abend» bis zum Honnen« [aufgang. Wir halten e,s in dieser Hin.iicht mit den Hüh-; nern. Sehinci .lich ist die Tr-nniing mu wA ,-;,-/ lf„t, „ yrcun- Eine bewundernswerte Leistung ErHchlle^Minic de^ Urwald«! Parana, ist einer der drei Südstauten von Brasilien mit der Hauptstadt Kurityba im Norden an die bn«nliani- | -" b in,it Schweine. un<1 Rimjviehweiden «ind getrennt., «chen Staaten Sao Paulo und Matto Crosso, und Im Westen ) rhe^,*v« Waaser für Machen und Vieh ist nuarelchend; vorhanden. Die Wasserfrage ist für eine Facenda von grosser I Bedeutung. Wir haben erfreulicherweise drei Bäche, und j \d*n! Wir hoffen, im Ijiufe der Zeit de j /u BeHUch bei uns zu sehen. Vorerst u an Stelle des Worte« und d«-n Beisarum« ersetzlich — wenigste»)« den schriftlich an Pataguay grenzend, wobei die Grenze der Parana-Strom bildet, der ausser Bra*ilien und Paraguay den nördlichen Teil von Argentinien durchmesst und im La Plata-Becken bei Buenos-Aires in den Atlantischen Ozean mündet. Die Engländer bauen die Bahn in der Richtung auf Jen Parana- Strom. Wir Siedler «ind nur ein „Abfallprodukt". Der Gesellschaft gehört ein Landraum von etwa lJKW.üOO Hektar, j i^bensh'«H;hgenuhs'. Bei der Aufschlies*uiig de« Urwaldes wird zunächst ein Stück j * Wald .durch Landläufer ungefähr vermeasen, nach Wasser- : ,hM* ■p»rl»*»»yw«" laufen geprüft und kartographisch einigermassen festgelegt. R* überrascht Gahe stimmt dieae Aufnahme nie. Bei der Undurchdringlichkeit des Urwaldes ist eine genaue Karte erst nach dem Schlagen und Brennen des Waldes zu schaffen möglich. Zunächst werden dann Pikaden mit Busehmesaern und Axt in den j Wald geschlagen und anschließend die ersten Wege Urwald geschlagen und gebaut. ..Stadtpläne" werden auf der Karte festgelegt, d. h. dl« Stellen, wo spater einmal Bahnhöfe und. Städtchen entstehen »ollen. So sieht ein künftiger Stadtplatz auf der Karte mitunter schon eindrucksvoll aus, da die ganze Stadtanlage eingezeichnet ist, während In Wirklichkeit zunächst nur ein einfaches Schild oder ein sonstige« Merkmal sich' im Urwald befindet. Aber auch di« jetzigen Städtchen Londr ina und Rolandla haben vor wenigen Jahren so angefangen. Die Elsen bahn geht jetzt bis Rolandla. Sie beginnt in (urinho* an der Grenz« zwischen den Staaten Sao Paulo und Parana. wo sie Anschluas an die von der Stadt Sao Paulo kommende Sorecabana-BaJhn hat. Man fährt von Sao Paulo bi.- KoUn inen oder anderen en wir versuchen, uns beides un¬ Bericht treten zll lussen. Auel» wir hoffen, von dem Ergehen unserer Freund« weiter zu hören. In schweren Stunden In den letzten Jahren in Deutschland und dann im Ausland haben wir nicht« Köstlichere* gefunden, als die bewahrte Treue unterer Freunde. Von ihnen Bericht zu empfangen, gehört auch tm Urwald tu den Feierstunden. . ir dl« Menschen, der*nBedürfnis#i» häufig erst nach denen . des Vieh» rangieren, eine gefaxte Quelle, deren Wasser mit j Hilfe eines hydraulischen Widder» In die Häuaer gepumpt, rd. Die abendliche Dusche nach getaner Arbeit ist ein! Brief an die Redaktion lleioht, dass wir Kaffee pflanzen. Die Kaffeepoiitik Brasiliens mit seinem Kaffeeüberfluss l»t bekannt. Tmizdem Ist der Neuanbau von Kaffee In Nordj phrana erlaubt, da die massgeblichen Behörden hier besonders '. gute« Kaffeeland festgestellt haben. Der hiesig« Kaffee gilt I den i n"cn Mer,ä*e und Art als erstklassig. Kaffee bringt In den; r l ersten vier Jahren dem Fa*endriro keinen Ertrag, Der Kaf- 1 Teestrauch tragt zwar »«'hori im vierten Jahre, doch gehört diese Ernte ganz den Arbeitern. Für dieae Arbeiter „Kaffee-Häuser", ganz einfache Bretter- FINW»NI>r KFK |\ NU Sr FLAM» l'ulmerston-N<»rth iNZi. 1*. 4. Itfii'd« An die ■Schriftleitung der „Jüdischen Welt-Rundschau"; Ich habe mit grossem, intere*ne. die ernten Nummern der „J.W.R." gelesen und bt^gritsae. sehr die Idee einer solche«, Zeitung. Zu dem in der „J.W.R." «Nr. Ii veröffentlichten Artikel | „Mangelnde Organisation in NeU-S«*eiH/idmochte ich bemerken, dass hiesige Regierungsmitglieder Klage darüber ' fuhren, dass hier Kingewanderte mit der Fmigrationspolitik i Neu-Seeiand* unzufrieden tind. Tatsache ist, das* die Regie« baut der Facendehu „n.«,«r«-r.»u-«r i run)r Im fUhmen .ler Möglichkeiten und unter Herücksichtihiuser ohne Gluafenater und irgendwe che Installation, »»»*r { ,.rorde,ne . Wohnungsnot u.s.w., ihr Bestes in aer Nähe des Wassers. Der Waldschiag, da» Brennen des " . „. ^„14,.# „„ . v- Nähe des Wassers. Der Waidschlag, geschlagenen Walde«, das Aufräumen nach dein Brand werdet. v<>n dem Facendeiro bezahlt, ebenso da» Saatgut. Dagegen gehören den „Kaffeeleuten" die ganzen Zwischen- Pflanzungen In der Roch, »o heisst da» Feld hier, während der ersten vier Jahr« und die erste Kaffee-Ernte Im vierten Jahre. Die Ernte im 5. Jahr gehört dem Facendeiro, der dann mit den Kaffeeleulen wegen der Pflege de» Boden* M „ atL . „ , , ,, , „ „ . . , „ ond wegen des Erntens neue Verträge abzu»chlic*««n pflegt. dla etwa U Stunden. Di« I-ahrt ftokuidla Kurityba dauert ■ D^ put:htKyMtrm ui)t aMch für Kulturen Mais, etwa S2 Stunden. Die „Factsnda Jahu " l»r. von Kolandia Reis, Bohnen wohei dem Pächter «wei Drittel un<l dem etwa » km. entfernt. Täglich kommt am Spätnachmittag f Fatetldejro <ifl DrUtrfi der Erflt(5 -tnört. mIh .. .. .. tf k. ~. ..^ ^. -...... ..: -, ul. L...... «mm »In Zug an und fährt morgen» ein Zug ab. Man k*nn vom Bahnhof bis zu uns, wenn man Wetterglück hat, mit einem Auto fahren. Sicherer tat es, zu reiten, oder mit der Aranja, einem zweiräderigen Wagen mit einem Pferd, zu fahren, da ii««.-h vlucUi ätarken Regeiigu»» die Stra»»en aufgeweicht »ind, und die rote Erde einen iähen Brei bildet. Di« rote Erde, sie 1*1 unaer Stolz und unsere Hoffnung, aber auch der Kummer der Hausfrau, wenn alle Kleidungftatücke von Ihr durchtränkt alnd, und die Wuluirluiuc tr«4z eifrigen Stiefe|-Abkrat»«t«s mehr dein Felde al» der rnent-hiii hen B* hausung gleichen. „Laad d**r VeHirUsung4* „O Norf«- de Parana a Terr* da PrtuniiMMO" hei««t es I« 4hm Prospekten der Landgeseiis4-haft, D*-r Norden von Parana Ist das Land der V«rhei»sung". Sicher ist es, das» der Boa en gut ist. Er i«t aber nur ertragfähig, wenn man durch »tändige» Bearbeiten um ihn kämpft. Wer nicht immer und immer wivder da» Unkraut hackt, dein wachst der Kulturboden unheimlich rasch wieder zu. An*telit de^ Ackerlandes entsteht dann die „Capoeira", halbhoher Buach- Vaid von unerhörter Üppigkeit, ich habe einige rV«ii««i K«tf>ehen, bei denen die Cäpocira infolge I*u.-:.-.Jghsr.!t itd*r Kapitalmangel de.s Facendeiers in die Höhe ges« ho»«en ist. Sie wieder wegzuschaffen. Ist eine teure Angelegenheit. Solcher Kinfail des Urwaldes in Kulturland wirkt beängstigend und niederdrückend. Die Naturkräfu sind gewaltig ur»d nat^saen behutsam beachtet weiden. Die Sonne dörrt, wenn der Urwald weg i<»t, die Oberfläche des Boden» au», verbrennt die lebenswichtigen Bakterium, sodass fUr die Beschattung der Kulturen durch richtige Fruc-htfoige und Zwt»ch«npflan- «ler! * In|" '.;elde j i:auf <ier Faceudapr<«dukt« geht über den Facendeiro, auch die ganze Anpflanzung leitet und beaufsichtigt. Koi in von L«b«n«mitteigut»chelneii und auch von barem .... .. ■, erhält der Pächter dir Ernte bevorschlugt. Die»*» }'achu»ystein ' gilt in vielfachen Formen in den meisten Miaai jn Brasilien*.; Die Pachter üh«ruchmeii auaserdem Arbeiun im Tag«kWin oder im Akkord. Der Tage lohn beträgt In unserer Gegen.! z. Z. S Milrei» für den 10-Stunden-Tag. Es leben gegenwärtig sechs Kaffetpachter-Faiiillien Und drei weitere Familien auf der .Facenda. Ausserdem sind «:n Viehprleger «iNtutsch-Braatlianer;. der mit »einer Familie *uf dem Hof wohnt und ein deutscher Emigrant alm Praktikant gegen Monatskihn angest«dit. So eine ru.enda ist mit allem Drum und Dran eine Welt für sich. Di«$ Pächter aind swar ihrer Staatsangehörigkeit nwh Brasilianer, ]««u*ch ihr.-r Herkunft nach Italiener. Spanier, Runsen, Mulatten und Schwarze. Die Engländer er»chliee**n zwar mit Kapital d.%a I^und, doch sind hier nur einzelne Engländer in leitenden Stellen bei der Eisenbahn- und l.^»ndg«*s«ll**:haft ^atig. Ai^ Siedler ima^fivl man ihnen hier nicht. Die erfolgreichsten Siedler sind wohl die Jnymnri. Hie urb«iten mir Bienenflejss, verstehen »icn auf alle Arbeu«:n,^ iebeu iur b;»r wäre. Die Japaner scheinen zu den Wenigen hören, die sich mit be»cheic'eiu»tem AnfangAkaptuU hrer Arbeitskraft em Vermöge« hier zu tun versucht und bei der Ausgabe neuer Perrnits In sehr vielen Fällen nicht nur die „Zweckmässigkeit." der Antragsteil - berücksichtigt. Die hiesigen Behörden scheinen noch keine grundlegenden Richtlinien bezüglich d«r Auswahl der Emigranten zu haben - Nutzniesser diene« Umstand«-»* sind ausschlieswlich solche l^eute. die au« rein familiären Erwägungen heraus von der Regierung Peruots erhielt«-», und deren gibt es erfreulicher Weise eine erstaunii<:h gios»»e Anzahl. Man kann behaupten, dass auf jede eingewandert« Familie mindestens ein Permit kommt, da» ac rein mensch-, . lich-famlliären Gründen erteilt ordert int. F erner Ist fest- U«r gesamt« V eri £UMt0utnt die Zahl der ueit IVA?, eingewanderten Juden ungefähr das Doppelte beträgt al* in «lern Artikel angegeben, und da»K ständig neue Einwanderer ankommen. Wenn auch jeder nereehtigt«rmas»en sich bemüht, für •eine Nächsten Perrnits zu erhalten, so verwundert en mich im Rahmen einer Zeitungsnotiz ..... »in«; von einer Wart«; der gessrntjiidiiH.-hen Politik /.u lesen, „da*:i selbst Geschwister abgelehnt werd«m'\ denn welch«: jüdische Instanz wollte erwarten, das« Eiuwanderungspolitlk In erster Linie familiären Würstchen Rechnung zu tragen beabut« htigt. «Anw. d, Red.: Hier liegt wohl ein MUsve»»tändnis vor e« handelt sich nicht um familiäre Gesichtspunkte, "Mindern ton ökonomische, da der Antragsteller sh Ii erbietet, für «eine nahen Verwandten materiell zu sorgen). Ferner möchte ich bemerken, daas der Schriftwechsel, den man mit dmr .t-gierung in Perir.Unaehen fuhrt, sich durch eine vorbildlich* Höflichkeit auszeichnet, und diu»f. di.- Regierung selbst verschiedenartigsten persönlichen Bitteri Rechnung trägt Es ist zutreffend, das« «» ungeheuer a«;hwii rig bi, Permita für Neu-S«:eland zu bekommen. d«»ch hcheifitn mir die Ausführungen ans H.»ntiium -'er Hituatiow iü< ht ganz ger.^.-ht zu werden. K. W. Gähnet. ' mit zu g«." 'd..r gar 'r*l- -r> «. Da» Pachuystern trägt dem flnabhangigkeitsdrang der Men^ be.M Rr«>hnung, die in den Urwald gehen. Fast jeder eiwr Ix-ule trägt seine Waffe bei sich' und auch der ärmste ..</febu*M>" fühlt steh als Freier und Herr. Die Umgangsformen sind höflich, und man Verkehrt auch im Urwald aung gesorgt weiden iuuss. Die eingeborenen Brasilianer _....._____ ___« haben viele PflaiVzuiigSregtflii und beachtenhierbeinach alter; mit romantischer Grandezza. Ehrve« irtxung fuhrt naturverbundener Überlieferung den Stand de» Mondes. (Waffe und nicht zum Richter. W#fea d«a Schawaoth-F*•!• 9 dies« Mwmmm* fc#r«if« MoiUf, 22. Mol» obg«tclif«tscfi wtfttn, a.^4 h

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