Jüdische Weltrundschau
- Journal
- Jüdische Weltrundschau
- Volume
- 1 (1939)
- Issue
- 8 (5.5.1939)
- Date
- 1939-05-05
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2424658-2424659-2424666--098-2424863- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
PALÄSTINA-BLATT ZUR WIRTSCHAFTSLAGE r,\ nntici: /in-i;k\- por itischf iiindkrmssf: — mii.i.ton» \ wr.niu: DES KEHES IiAJKSSOI) — WA E VE\\E — WFRK1K HMJT l ND STATISTIK. (Von unserem g. 1.- Kor r c s p o n »I c n t e n) WENDUNG IM ARABISCHEN LAGER? Zw ischen «lern demokratischen und dem totalitären Iiiork Eine interessante I>f»r^tIun« der Wirkung der wcU politischen Situation auf Palästina nibt die Tel-Aviver Taue*, /.eitung „ßmnr" in einem M. A. <Mirha«l Aasaf) gezeichneten Artikel, d'-ssen Inhalt wir nachstehend wiedergeben, wobei wir natürlich die Ver;mtwortung für die hier ausgesprochen« Meinung dem Verfawr des Artikel» überlassen in Unsen. - Am Samstag Abend durch Tel-Aviv zu gehen, heisst - «erung reagiert. Die B n u b e w e g u n g, die fn Pa-! Pan**tt»^ jeden Glauben an die bestehende Wirtschnftsdcpression! läslir«*» immer das stärkste Anzeichen einer Konjunktur! entflohen alle Terroristenfiducr - Aref Abdul u»*«k Abu im Lande verlieren. Die Strassen sind gedrängt voll von, war, beharrt auch weiter in der früheren S t a g n n -! Dura und Hassan Halamth au* Palästina n»r! im Land« Menschen, die zum Teil elegant, in überwiegender Zahlst ion. Die Bfui-Krlauhmsee. die von den Munizipalitäten ' blieben nur noch liest« d*r H<uH« u amü.k, die lediglich imwenigstens anständig gekleidet sind; Kino» sind voll, inj angefordert werden, mehren sich nur wenig. Freilich ' *l*n(l' *ina> vereinzelte Terrorakt» au*/.nf ducn.?,f.™ lun.n den populären Cafes ist es unmöglich, einen Platz zujwerden in den letzten Monaten alte Bsuerlaubnisse, die i(,nnfr i*ut eln« Kewi^se Zusammenfassung niwr di« L iwe der finden. Und eines der Immer wiederkehrenden Geman bisher ruhen lies», ausgenutzt und die StiUiic «ei- I ,\Ir?r£?nd!" 5" ,<lcnl ,eU,*n ,vv:,chert sprftchsthemen ist die Frage: Tüutcht dieses Äussere gen wieder mehr Baugerüste und der Klang der Beton-! IZT't*ZVl^r" »ZlXlt.IT. r *i"Vur >or**™\iun* <?er Bild und ist die Wirtschaftslage in der Tat drohend oder mischmaschinen - -in der letzten Zeit von 35 37 ein j h^nlTaÄ haben wir die schwere Prüfung der letzten Jahre besser charakteristischer Ton der palästinensischen Städte - ' Masstftben tn Palästina und verbuchten ni« auch überstanden, alt zu hoffen wagten und stehen wir wird wieder häufiger gehört. Das« von einer grösseren -niicärtsbsicegung? Die Vorsieh tigen und die Pessimisten beeilen sich keineswegs, sich mit dem äusseren Bild der Behaglichkeit, das sie umgibt, rufrieden zu geben. Sie erinnern daran, dass das Elend •ich nicht gern öffentlich zeige, sondern seine Sorgen zu Hause begrabe; dass die Sozialämter täglich von Monichen überflutet Werder;, denen es nicht gelingt, Arbeit EU finden und deren letzte Hilfsquellen erschöpft sind; das« ein Teil der gegenwärtigen Einwanderung rr.r geringe oder gar keine Mittel mit sich bringe; dass die Orangensaison zu Ende gehe und wir nicht wissen, wo wir die dann freigesetzten Arbeiter unterbringen sollen; das« wir schliesslich noch weit davon entfernt sind, jene Erleichterung und jenen Antrieb zu spüren, der sonst mit dem Anfang einer Konjunkturperiode verbunden ist. Die Optimisten* pflegten diesen Bedenken immer wieder das äussere Bild entgegenzuhalten, wie wir es oben geschildert haben. Jetzt scheinen die Sta« tistiken in einem gewissen Grade diesen Optimi Äten recht zu geben. Das englische Radio mel dete vor kurzem, dass nach den Zahlen der Regierung eine beträchtliche Besserung der palästinensischen Wirtschaftslage zu verzeichnen sei. Die Orangenernte hat in diesem Jahre in ihrem Umfang einen Rekord gebracht. Die Pflanzer, die sich vor zwei Jahren, als die Fruchtfäule zusammen mit anderen Faktoren die Preise stürzen Hessen, in schwerster Gefahr sahen, haben das vorige Jahr zwar nur mit Mühe durchgehalten, diele« Jahr jedoeh wieder Boden unter die Füsse bekommen und sehen vertrauensvoller als seit langem in die Zukunft. Die Ernte hat sich einen Monat länger ausgedehnt als man annahm, und während man das Rückströmen der Arbeiter in die Städte schon Anfang April erwartete, hat die Pflückarbeit sie bis heute in den Kolonien festgehalten. Dazu darf man annehmen, dass die Plantagen dieses Jahr auch im Sommer mehr Arbeit liefern würden, da die Pflanzer imstande sind — im Gegensatz zum Vorjahre — die Gelder für die Bearbeitung zu investierer.. Das Transportwesen, das mehr als die anderen Zweige der jüdischen Wirtschaft durch die Unruhen bedroht war. hat den Schwierigkeiten standgehalten und ichneidet trotz allem nicht ungünstig ab. Die geringere Fahrfrequenz der Bevölkerung wird in gewissem Grade dadurch aufgehoben, dass Wagen und Fahrer in grosser Ansah! Ijeira Militär beschäftigt wurden. Die Anwesenheit des Militärs hat auch in anderer Beziehung einen stimulierenden Einfluss auf die Wirtschaft gehabt. Zwar ist der Konsum der Truppen auf dem lokalen Markt nicht besonders spürbar, weil sie in den Kantinen verpflegt und dazu sehr viel importierte Ware verbraucht wird, aber es werden dennoch bestimmte Güter konsumiert und Arbeiten geschaffen (Bauten, Wege etc.) Der Import zeigt wieder eine aufstrebende Tendenz, ebenso die Masse der gelöschten und geladenen Güter In den Häfen. An Post, Telephon und Radio werden i immer vergrößerte Anforderungen gestellt, der Ver-, l».,..V„x.„„,,,,»,,. Hr>, noch iicht gesprocher. worder. um die Entscheidung Uber da* Schicksal des Suchannh v•o*•- »uberei!»!». Mit dem Herannahen der KriegsK-'^ahr »./»» v.. *~ ist umso auffallender, als nachweisbar besonders in Tel- -buid *«("« Macht auf. um di« Stellung des Mufti«. d«s Aviv eine Knappheit an Wohnungen besteht, die Mieten i A*«n*«n Italiens und Deutsehlands in Palästina, zu Falle zu steigen und die Einwanderung anhält. Es sind also alle 1 brlnf,n;, ™*rh*\ mu»*in die arabischen linder al« Wnk- Faktoren ReReben, die sonst in Palästina zu einer Bau-! 'XV.'T i17? """.i"* 1? , tt»\konh^1s " bewegung geführt haben. Aber sie kommen nicht zur "-lUUunf d" Muftl n,cht ]*n** «™^l°n u*nn- Wirksamkeit. Die Gründe dafür sind offensichtlich keine, wirtschaftlichen, sondern politische. Das L:. id wartet immer noch auf die Erklärung der Londoner Regierung über die zukünftige Palästinapolitik — oder auf die Verschiebung dieser Erklärung. Es herrscht allgemein ein Gefühl der Unsicherheit und man entsehllesst sich trotz aller positiven Kalkulationen im Moment nicht gern zu grösseren Investitionen, Dass die internationale Lage ebenfalls ihren Einfluss ausübt, braucht keiner Erwähnung. Was für die Baubewegung gilt, ist auch für manche anderen Wirtschaftszweige richtig. Vielfach hört man die Meinung äussern, das» die Wirtschaft im Moment, wo eine gewisse politische Klärung erfolgt, für eine grosse ökonomische Expansion reif wäre. Die Millionen Anleihe Notwendigkeit, das Kolonisationswerk verbrauch au Elektrizität nimmt im. Die wartszutreiben, gestattet es nicht, dass man auf diese kommende Expansion wartet. Die Leitung des Jischuw ist verpflichtet, die Mittel für eine Erweiterung der Arbeit aufzubringen und sie ist entschlossen, es zu tun. Der Keren Hajessod hat zusammen mit der Jewish Agency jetzt den Plan für die A u f 1 a g c einer Anleihe von einer Million Pfund veröffentlicht. Es sollen Obligationen des Keren Hajessod ausgegeben werden, die eine Laufzeit von 20 Jahren haben und mit 4 Prozent vereinst werden. Ein Teil der Anleihe wird in Palästina placiert, der Rest im Ausland. Es ist selbstverständlich, muss aber immer wieder betont werden, dass neben dieser Anleihe die normale Arbeit des Keren Hajessod weitergeführt wird und weitergeführt werden muss. Das Programm für die Ve r w e n d u n g der projektierten Anleihe, für deren Durchführung in Jerusalem ein Komitee, bestehend aus Eiieser Kaplan, Hoofien, Georg Halpern und Dr.Hantke gebildet wurde, ist sehr umfassend. Man projektiert die Gründung neuer landwirtschaftlicher Siedlungen und die Konsolidierung bestehender Punkte. Die Festigung der bestehenden Industrien und die Gründung neuer Unternehmungen ist geplant. Es gibt Pläne für neue Hchulbauten, für billigen Wohnungsbau, für den Ausbau des Tel-Aviver Hafens, für Entwicklung der Fischerei. Das Programm int in der Tat sehr ambitiös und vorderhand noch etwas allgemein gehalten. Jedoch Ist es offensichtlich, dass das Land dringend nach der Ausführung einer ganzen Reihe von Arbeiten und Unternehmungen verlangt, von denen sich das Privatkapital aus einem Gefühl der Unsicherheit zurückhält und die durch Ankurbelung durch öffentliche Mittc-1 gefördert werden können. Es wird für die nahe und fernere Zukunft viel davon Deutschland blickten natürlich vorn ersten Augenblick mit Missgunst auf den Plan der Palästina-Konferenz in T/mdon. durch die England den Mufti unter stärksten Druck der arabischen Staaten (setzen lies» — und «war auf Kosten iea jUdUchen Volkes. Lange Zeit wand sich der Mufti und woilte sein« Vertreter nicht nach London sc Uirken. Aber schliesslich wurde dem Mufti der Gang nach J-ondon von d*n arabischen Landern aufgezwungen. Dieser Gang führte zur Entziehung verschiedener Hilfsquellen der Terrorbewegimg. Dl« arabische Press« wurde?cit Beginn der londoner Konfcrcn* von dem 8trom der Freundschaft Englands mit den arabischen Landern fortgerissen. Gegen die antlbrltische Propaganda wurde ülri starker flchutzwail errichtet. Diese Anfreundung mit England war der erste Schlaf/ f/eym Mtittibeieeiwng in den arabischen IündeiTi. Dies konnte auf die Beziehung lwischen Italien-Deutschland und dem Mufti nicht ohne Einfluss bleiben. Die Lieferung von Waffen und Geld musste eingeschränkt oder eingestellt werden, während die Vertreter des Mufti in London England behilflich waren. Italien und Deutschland haben nicht deswegen drei Jahre lang den arabischen Aufstand untorsttttat, damit Hadj Amin Husseinl gerade am Vorabend des Ausbruchs des „erhofften Konflikts" zum Regierungschef des englischen Palastina ernannt wird. Daher versiegten in den lotsten Wochen die Quellen der Terrorbanden an Geld und Waffen. Zwar dürfte der Mufti seinen europäischen Herren v*f»prochtin haben, dass die Londoner Konferenz ergebnislos verlaufen wird. Aber dl« Gewalthaber der Nazis und Faschisten verlassen sich nicht auf blosse Versprechungen, Was wir In Palästina in den letzten'drei Jahren erlebt hüben, war nicht ein „arabischer Aufstand", sondern ein Teil des Weltkriege», der 1Ö35 36 ausgebrochen ist. Der Verfasser schllesst mit der Feststellung, daas die Niederlage der arabischen Terroristen weniger eine militärische als eine psychologische ist. Der grösste Teil der palästinensischen Araber sehnt sich nicht nach einer politischen Wendung, sondern nach"' Ruh« und Erneuerung eines normalen Wirtachaftsiehens. Wenn die in London und Kairo gebrauten politischen rt<e?.«j)t* nicht die f?rich»i verderben, wtmfrn di« konstruktiven Kienvmia Im anüM/j.-iien Lager uic Ohrriinrid gewinnen. <S. auch S. *♦ Zu diesen allgemeinen Linien kann man eine ganze j abhängen, wie das Publikum, sowohl in Palästina wie Reihe von Einzelzügen fügen, die das Bild ergän-Jim Auslande, die Anleihe aufnimmt. Wir haben im een und darauf hindeuten, das« wir nicht nur in diesem hetzten Jahre gesehen, dass die palästinensische Juden- Frühjahr keine Verschlechterung, sondern eine Verbesserung der Wirtschaftslage zu verzeichnen haben. In der letzten Nummer der Wirtschaftszeitung „Hameachtk Haachetufi" z. B. finden wir eine Zusammenstellung, die von einem der ersten jüdischen Experten stammt und darauf hinweist, dass die Industrie sich — tum Teil dank der Stützungsaktion der Jewish Agency gut (ehalten hat, dass Einwanderung und Kapitalimport tine steigende Tendenz zeigen, und dass — obwohl der Arbeitsmarkt bisher keine Entspannung zeigt — verschiedene Anzeichen für eine Aufwärtsentwicklung zu finden sind. m ist aunaüciiü, dass gerade der Wirtschaftszweig, ht-it durchaus bereit war, finanzielle Opfer zu bringen, wenn es sich um die Verteidigung ihrer Positionen handelte. Der Erfolg des „Kofer Hajischuw", jenes Fonds, der zum Ausbau der Verteidigung gegründet wurde, hat bewiesen, dass aussergewöhnlich grosse Sumj men aufzubringen waren, wenn das Publikum klar ver-i stand, dass ea sich um seine vitalen Interessen handelte.; Es sollte nicht unmöglich sein, auch bei der Anleihe de»; Keren Hajessed dem Publikum klar zu machen, dass mit der Aufbringung dieser Gelder di« bestehenden Wirtschaf tapaaitionen gesichert und neue geschaffen werden können, daas damit d*r schwere wirtschaftliche Kampf, den man in den letzten Jahren so hartnackig geführt, der immer als ci.st/,-r den Beginn der Prosperität anzeigte,! erlelchtei t wird und sich Aussichten auf bessere Zeiten sJteättt Mai umsehr zögernd aui die Symptome der Beiöffne». ANZEIGEN-ANNAHME für die „JOD. WELT - RÜNpJSCHAir* in Palästina: Jerusalem, 5, B*n Yenudastr. / Tel-Aviv, 6 Mikvt Lsrafcbtr. HAAVARA- UNTERSTÜTZUNGS-MARK AB 2. MAI 1939 BILLIGER LP. -.425 10 MARK IN JEDER BANK ERHÄLTLICH Unbehinderte, gebührenfreie Aus» Zahlung in ganz Deutschland [(aussehliesslich Tscheche!, aber iüdujivfc Sudetengebiet) \ Das Verfahren ist schnell, billig umt ■ jUürxilg*f:i>»rdü< itiftA nicht d*>! Empfanger in Deutschland- HAAVARA Ltd. XEJrAVlV, ALLENBV RÖAD 56