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Jüdische Weltrundschau · 1939-05-05 · 8 (5.5.1939) · p. Seite 3

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Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
1 (1939)
Issue
8 (5.5.1939)
Date
1939-05-05
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Kr. & 5. V. IW4 JODrSCfflB WKLTHTTVDSCHAT^ Seite 1 Imä Deutschland DIR ARlSIERl'XG IV ItrlUIN Tn der ..Frankfurter Zeitung" levm wir: r- Vom Beginn der Arisierung an. also vom *. Mal 103«, bis «um IS. Man wurden In Berlin mit Genehmigung dos Polizeipräsidenten arisiert. 33* Klein i?efriebe im Werte bis zu .10 000 Rrchsmark. 120 mittlere Betriebe im Werte bis zu 90 000 RM, 117 gros«« Betriebe Im Werte von 100 000 Reichsmark und darüber. Die Kleinbetriebe hatten einen Kaufpreis von lns- Ür amt 5 Mitl'onen. di« mittleren Betrieb« einen Kaufpreis van zusammen 5.4 Millionen und die grossen Betriebe einen Kaufpreis von 46,697 Millionen Reichsmark. In diesem Zeltraunt wurden alßo M.r> Berliner Betriebe mit einem Gesnmt- »taufpreis von rund 57 Millionen Reichsmark «risiert. TRINKSITTEN — JUDISCHK KKUMHNO Die Zeitschrift des Nttiowthoxutiistischrn Deutschen Ärxte- Wunde* „Ziel und Weg" veröffentlicht einen Bericht über di« $. Reichstagung „Volksgesundheit und Genussgifte", dl« vom * bis?. Marx 10.19 in Frankfurt a. M. stattfand. Hei dieser Gelegenheit hielt Dr. G. Hecht, Berlin, der Relchaleiter des •Ussenpolltlschen Amtes der NSDAP «Ine merkwürdige Rede, |fi der di« 8'tu „Alkoholmengen beliebiger Art" su geniessen, jeje .marxistisch-Judisch*' bezeichnete. Do* Brauen von Bier find Brennen von Schnaps wird den Klöstern und Mönchen |y/ Last gelegt, und anschliessend daran helsst ei: „Kit dem Freiwerden der Juden aus Ihrem Ghetto, Anfang* des vorigen Jahrhunderts, beginnt der endgültige Sieg dei orivntalhch'jüdixchcH (ieiielligkeitustih in Europa, gefördert durch den humanitären Liberalismus. Jetzt wird die Geselligkeit nicht mehr ausgefüllt aus der schöpferischen Spannung gwischen seelisch gesunden Mannern und Frauen, sondern grosse Alkvholmengen müssen erst Stimmung machen, um über sonst Öde Stunden hinwegzuhelfen Di« Folgen waren unsagbares Elend für tausende Familien, waren Prostitution und Geschlechtskrankheiten und führten zu einer erheblichen Verbesserung des Mannes. Unsere Aufgabe ist es, auch In unserem Privatlehen nicht mehr dem jüdischen Männlichkeitsideal nachzulaufen, sondern es wieder unter germanisch-deutschen Stil zu stellen." Olm« uns hier auf eine Bewertung einzulassen, scheint es uns doch immerhin originell, das Saufen als einen spezifisch jüdischen,'4 Beitrag zur europäischen Kultur hinzustellen. DIE SCHKIDlNtt VAS KR MISCHEHE Deutsch« Zeitungen berichten Uber folgenden Fall: Ein Arier, der mit einer Jüdin verheiratet war, brachte Ci« ochiidun#*k2»ge gegen «ein« Frau ein. Die Beklagte wendet« «In, da** ihr Mann an der Zerrüttung der Ehe allein pchuldig mI, daas «1« aber trotsdem in di« Scheidung der Che nicht einwillige. Daa Gericht «teilte durch Zeugenfer nahmen fest, daa« di« Trennung der Ehegatten deshalb «rfolgt«, well der Mann «in« ander« Frau heiraten wollte. * Das Landgericht Hamburg sprach dl« Scheidung der Ena au*. In der Urteilsbegründung mird aufgeführt: Di« Eh« tot «weifellos als «errüttet anzusehen, und ton Kläger trifft auch das alleinig« Verschulden. ....Da Hi« Zer?ÜUusg* d«r Eh« allein von dem Kiiger verschuldet srarde, würde be; dem Widerspruch der Beklagten «In« Scheidung unmöglich Min. w«nn die Aufr«cht«riialtung der Eh« J»i richtiger Würdigung des Wesen« der Eh« und des gesamten Verhaltens b«id«r Ehegatten sittlich gerechtfertigt Ware. Dco Gericht verneint da» Vorliegen dieser Voraus- Ätzung. Mag auch di« Trennung nicht deshalb «rfolgt Min, »Teil der Kläger sich durch die Rasseneigenschaften seiner Fmtt abgestossen fühlt«, so bleibt doch dlw Tntsach« bestehen, daa« nach den im deutschen Volk herrschenden Anschauungen di« Eh« mit einer Jüdin nicht nur nicht «r- »jrünscht, sondern sogar als gegen da« Sittengefühl veratoasend angesehen wird. Allerdings hat der Klager diese« Befühl früher nicht gehabt. Aber abgesehen davon, das« «f auf di« persönliche Einstellung des Klägers nicht ar,- fcommt, ist ihm auch su glauben, das« die Ereignisse der letzten Jahr« und di« immer klarer hervortretende Volksfneimwff eine Änderung auch.- In seiner Einstellung bewirkt haben. Da es also sittlich nicht gerechtfertigt wäre, wenn der «tläg«* gezwungen werden würde, die Eh» mit der Beklagten weiterhin fortzusetzen, war di« Ehe m scheiden." * Es wird also in diesem Urteil bewußt und klar gegen (las Hecht entschieden, um dem arischen Teil seine »chuldhafte Verletzung der Treu «pflichten der Ehe zu verrussen,, DEUTSCHE BICHER IM AUSLAND In der Zeitschrift ..Die neue Literatur" erklärt der Herausgeber Will Vesper, der Büchermarkt für deutsche Bücher im Ausland dürfe nicht langer den Emigranten und Juden ohne {tarke und Überzeugende Gegenwehr überlassen werden. Er chreibt u. a.: „Der harte und sicher noch lange währende Kampf, den wir gegen da.» Judentum der Welt fuhren müssen, j Verlangt von uns doppelte Wachsamkeit, Einsatzbereitschaft, \ Studium der jüdischen Methoden und entsprechende Abwehr, j Und durch nicht.« können wir in anderen Landern besser und Wirksamer der jüdischen Hetze begegnen als durch den überlegenen sauberen und hohen Geist dsr echten deutschen Dich-| tung, des deutschen Buche* überhauDt." Vesper fährt dannfort: „...Die Judssn und Emigranten, die ja. leider in der Bear-1 feeitung der öffentlichen Meinung der Welt einstweilen noch \ viele Trümpfe in dj*r Hand habon, sind uns leider auch an I Flxigkeü meistens um manche Nasenlänge über. So kündet soeben die Gcrneiiuchaftsproduktion Bermsnn-Fischer (sie!) Verlag Stockholm, Altert de Lang«, Querido Verlag, Amsterdam", ein« Sammlung ..Da« Forum deutscher Dichter" an: ..Berühmt« Werke der modernen und klassischen deutschen Literatur". Preis des gebundenen Buches 3 Schweizer Franken. Das „beratende Komitee" — Thomas Mann, R*n<5 Schikete, Franz Werfe], Stefan Zweig — zeigt, was man zu erwarten hat. Die erste Reihe der stark nach „A!batro*"-Aufmachung rieehenden Bandchen ist entsprechend: VPicky Baum. Ann*tt* Kosh, rcmü Ludwig, Heinrich und Thomas Mann, Alfred Neumann, Arthur Schnitzler, Frans Werfet Stefan Zweig — die ganz« Judenheit also und ihre Genomen. Die als arisch« Feigenblauer missbrauchten Bändchen „Erzählungen deutscher Romantiker'* und „Brief« deutscher Musiker"' sind wenigstens durch Juden, Zucker und Epsiein, zussumnengemansehL Nein, das ist kein Forum, das ist eine Syna^gc!" Im Ausland können die User freilich noch selbst wählen, was »te lesen wollen. .WEIT ENTFERNT VOM IDEALZUSTAND*' MF. „TIMKS" i'WV.M Dli- C.F.ROTF. TMl\k HS< UKI! i Li TUT! INCSHIM i; Di« Londoner ..Times'- behandelt in einem Leitartikel tiio Dringlichkeit der Flüchtlingsfrage. Anknüpfend an die Verhandlungen des polnischen Außenministers Oberer Heck in London, der bei Auswonderungsplänen Berücksichtigung der polnischen und rumänischen Juden verlangt hatte, stellt die „Times" fest, da«" hierdurch t»a» Anstund« aller heabsi.-htlgten Regelungsplane gewaltig vergrößert worden ht N.t'-h (-her« elnstlmmung aller, so meint die „Times", serf^uit diu Aufgabe in zwei Stadion: Zuniwlnt müssen die «e'ilhrdetcn Menschen so schnell als möglich in vorübergehende Asyle gebracht werden und sodann müssen dir-ic endgültig anderswo angesiedelt werden, Es sollte ein ständiger Zu.itrom von Flüchtlingen aus den Ursprungsländern in die Zufluchtslander und dort in die Tiuuler der endgültigen Ansiedhing vorsichgehen. Wir sind aber noch vn.it entfernt von dtri^m Ideal:u*tand, Ks f>i«i* \nn«nch' m c^.- /' »i so schreibt die „Timea" - ■ da»« die Erfüllung der Itottu.v-.auf gab« noch sehr viel -,u v:Huschen übrig li'lxrt. Die freiwilligen Organisationen schlagen sich tapfer mit der Sache herum, aber ein« gewiss« Desorganisation und völlig« Unzulänglichkeit der Geldmittel In bei freiwilligen Organisationen unvermeidlich, und daher sollt« die Regierung wenigstens einen erfahrenen Beamten^tab zur Verfügung stellen. So lange alles auf freiwilliger Wohltätigkeit-beruht, können nur wenige Menschen wirklich gerettet werden. Die Anzahl dir in England vorübergehend . aufgenommenen Flüchtlinge ist sehr klein. Am 2)4. Februar waren es 11.619 Erwachsene und 4.404 Kinder. Etwa 10.000 Visa konnten noch nicht ausnutzt werden, weil die bürokratischen Schwierigkeiten In den Ausgangsländern die Sache verzögern. Die „Times" eiltllirt <'•••!»n. dasa der wichtigst« Teil der ganzen Aktion dl« Ausarbeitung von Siedl ungsplu nen sol. Hierbei werden einige Länder aufgezählt, in denen jeUt Unt«rsuchungsuon«<Jsaionen arbeiten, wie Nord-Rhodesien, British Guayana, Philippinen, San Domingo, Nya.ialand und andere. Wenn irgendwo an diesen Plätzen sich ein Erfolg zeigen könnte," dann würden, so meint, das Blatt, auch andere 1 Ander mitarbeiten. Zusammenfassend meint die Zeitung: Die Regelung wird nicht so $ehr vervigert dusch Mangel an field, nh die HcrnitntcUunQ von Geld verzögert vrirrt dur,-h Mangel un Plänen. Obwohl die bisherige Arbelt und auch Geldaufbrlngunj.; fortgesetzt werden müssen, kö.nn« garnieiit S~^"ti -wiederholt werden, das.1« die wichtigste aller praktisc hen MaHHiiahmen $\« BeachleuBlgun«; von Sledlun^Hplanen ist. Man müsste danach streben, so gro«: artige Beispiele menschlicher Energie, wie es die vor 18 Jahren durchgeführte griechisch« FlUchtlingsansiedlung war oder wie es die Jüdische Siedlung in Palästina!*t, anderswo zu wiederholen. Zum Schluss bemerkt die Zeitung, das* mau sich nicht darauf «inlassen dürfe, irgendwo «in paar vorstreute Bauernhö/e zu begründen, sondern dass man eine Kombination von landwirtschaftlicher und industrieller Siedlung Im Auge haben müsse. Auf diese Weh« könnte das Fiüchtiing*pröbi«m letzten Endes noch zu einem Aktivum umgewertet werden. HOPE-SIMPSONS MAHNUNG Sir John Hope Simpaon, der ein Buch über die FlüchtHngsfrage geschrieben hat und im Laufe des letzten Jahres häufig mit radikalen Lösungsvorschlägen hervortrat, hielt kürzlich eine Rede in Manchester, worin er auf die Un-.uUinghchkeit aller bisherigen Versuche der Abhilfe den FlUchtiingsprOblems hinwies. Di« Tätigkeit der WohJtätigkeitsorganiaationen sei sehr löblich, aber was nützt es — so fragt Sir John — mit den grÖsaten Anstrengungen an Kraft und Geld. 20 000 Menschen zu retten, wenn eine Million übrigbleibt. Sir John Hope Simpson meint, dass die britische Re- Rirnm,: di<> T'lü.-htlingsfrago nh ein gewaltige* Umsiedlung** Problem nii* Ft .* g i «• r u n g m i t f e I n In die Hand nehmen müsse. Engian«! könnt.« t\.u >.tn gewaltige Vorteile ziehen. Er saRte u a ..Wenn ihm britishe Reich «ich darauf festlegt, Henj^o ltäumc unbewohnt *»i lassen, um dadurch ilie Krobe* rungslu.st feindlicher. Mftchtc zu reize«, dann verdienen wir, was um;*uti'it wird." ZWEI TYPEN VON REFUQEES Unter der li»«i..chriff i«<J"" in Kngland'* ver* öffenlUehi WilUini /,M'^'>»n«»n hikm Artikel in der Zeltschrirt '..The Qv,t>'",l, ffww' vom April 1931», der ein« Chamltteibtik «Irr in England lebenden Flüchtling« gibt. Es wird dabfi die PorüMe bis xitm Anschhus Oesterreichs Im Mar« |<>'5» von der späteren Zelt unterschieden. t)io Hnwardorcr der erntvn Peri«xfe - so führt der Ver« f aas er an* -- waren Keine ..P.efu.gees" Im sonstigen Sinne, die «US DolHischen. sozialen odür anderen Ideellen Genlehtspunkten ihr Land \ :rii«.saen. Sic waren unpolitisc h* Wirv-chaftler «Kler Angeh«»H;:re näherer U-utf i, t'.ie in n<i-u'i»cUland abseits von der Politik lobten. Öle halten auancr d«»r Ru.-i.'.-onfrag« Iteine besonderen <Iititulc für ihre AuAWandetiinf.'. Sie b<" fönten, dasa *io frcivilUg aus D«utar hland gewandert »Ind. Ihre äi!s.»erc- Welt hat nie!» veründert, die tfelstlpw Ist unberührt geblieben. Von dem, wa.i "le dur-hkbt haben, haben sie nicht» gelernt, 'Viele \ow «Uesen Kimvaniknun haben he<teuten<l* UutcrneliüHjnjjvn U\ Engl;-.;u! erafü.et» Industrien und förtichrlttlkhe Afheit-»»i •uhtxt.m cinaafUiiri. , Trotzdem auch diese p.cfuge«»s wie audre EmU;rar:ten dazu neigen, »Ich .ib:.'.iÄOndern, und s. V. ■ b^Oitdera in den . Stadtt«»!*»n Hamp* .sfoftd und Holdor» Cre-M*. I'hen, ist kein Zwtifel, dns«i «I« in v.-rnlsen Jfhren In d"r englischen Mittelklasse auf;;egangen »■ »in w'vcien. Im C* E'iMu %lt zu den Juden In Esv.t Kml fühlen .,.0 nl :!it ,da Juden, haben hein InUre.vte /«ir jüdische. Aug ir'jenhr.i^'n und keine Rrltisuntuls der JudenCrat?"?. Nach dem AnsaJ»lui»a Oöstcrrelcru trat ein anderer fugee-Tug in Englar.1 in Eriirhflrnmg. Es sind Handwerker, Lehrer Xrti», Ans^UfU« ."und .«oiwtige Ber«r«iatH;«. denen dureii dio \eiv.ciuirfii.il Methoden des?<atlonako;itallamu* jeder pve«t ihrer \vc*!illch?n Cüt< r irenommeu worden Ist. Diese MeiiHi-nen haben di« Gmusarnkelten und Demütigungen d«s Nfa!ional«035iali.unua aclhat. erlebt und werden dle.s»> Schrecken niemals verK^üten. Sie werden nie tüchtig« Bankiers, angeseheno Kaufleute um! Ind.: tr:s!:ap!täne werden, nb«»r «I« wsrdsr. alsäriäiSnniKw—Angcatci.'i«' in Büros. Fabriken, Geschäften und derfil. dem Lande, in dem *le leben, nützlich sein können, sie v» ürtlen üi* h wahrs^'nelnUch eher Irr« Onten otler Süden l/indon'* n5*;derl»sseri und nicht to schnell ununterxcheidbar in d'ir ensthsrhen Mlttolklaaae aufnehen, aber sich besser «n den C'Jeist und die Kultur England* assimilieren. Hie würden die latente Abneigung jjegen die Juden eher müdem anstatt nie zu verstärken. Aber diese Emigranten sind In England nicht crwiinschtYind finden hier nur vorübergehende Zuflucht Wohin werden - - an fragt der Autor — diese Flüchtlinge weitvnuandcnii f Sie wissen, daas sie ihr Leben auf eine völlig neue Basis stellen mittuen. 'Viel« benutzen auch die Wartezeit barei?« :>H entsprechendem Training in Landwirtschaft Haushalt. WerluftätUm und mechanUc-hen Arbeiten, Aua ihren Kreiden « -hm die Pioniere hervor, die nach Palästina gehen. Ander« aind borrit, in jedes andero Land zu gehen, »im eine neue Heimat ohne den Komfort der f«ro«8tadt aber Würde und l!»K.hhär.{;!fskeit zu finden. Von Ihnen gellt ifu neuer Geist nm ur d sie fühlen die en^c Verknüpfung ihre» eigenen Schicksals mit thr Losung der Judenfrage. Ho werden viele jüduriu' ifeirrw.tatten in den verschledenaten Teilen der Welt von diesen Juden erstrubt, di<> alle auf d«msclhen I>iinzip der Unabhängigkeit und des gesunden hmdwirtRchaftlichen I^bemi ivle in Palästina aufgebaut »ein werden. (Dieter rein H'r.utten P.ew«rtung ohne Berücksichtigung der poliihchen. uHtümalen und geUtigen Imponderabilien, die mir in PaUinlina wrhanden sind, vermöge.» wir uns freilich nicht anzuschlie.Men und fürchten daas daa Wort von den , vielen1' jüdischen Heimstätten zu '.n-hwru-n Irrtümern führen kann. — A. d. R,mI. „J.W.It."» LEHRMEISTER FÜR RUMÄNIEN Die I olyeai des rumänlH< h-deütschen Handt N für die Juden Die vom „Institut zum Htudium der JmU>ü>uge-' in Berlin herausgegebene, an die deutsehen Zeltungen versandte Korrespondenz ,,Mitteilungen über die Judenfrage" widmet ■ eine ihrer April-N'ummern der Lage in Rumänien Der Aui'- j .»atz trägt den tadelnden Titel „In Rumänien noch alles beim! Alten", worin di« judenfeindiiehen Massnahmen der ehemaligen J Regierung Coga gepriesen und der jetzigen Regierung das Ab- \ gehen von diesem Kur» vorgeworfen wird.Was die A u a w a n d e-1 ru/i|? der Juden betrifft, &o strebe Rumänien die Zusammen-; arbeit mit Polen an (Beck hat ja tatsächlich in London." diese Frag« für beide Staaten aufgerollt -A. d. J.WR.";.; Dazu sagt das deutsche Institut: , Auf den naheliegenden Clu') danken einer Zuwtrnnn-.nurbett mit Denturhlnnd ist man noch | nicht tikommen, offenbar weil Deutschland Ja bewusst dt*"' Judenlrags radikal W>*vn wiii, Humäroeu aber nicht in den! Geruch radiklier Jud*mgegnerschaft kommen mochte. Unter! diesen Umständen ist es nicht verwunderlich, dais dis Krgefc-1 nU»« der Au.»wanderung**kti011 kläglich sind". | Die Wirkungen der neuen europäischen Wendung mit» ihrer Bedrohung Rumäniens fasn dann der Artikel wie folgt zusammen : „In letzter Zeit IM ein« gewisse Bewegung innerhalb d«r rumänischen Judenschaft zu beobachten: Angstverkäufe um jeden Preis, nu:- um Devisen zu bekommen, deren Kurs daher an der »chwarzen Börse märchenhaft in dl« Höhe kletterte. Und zwar hat «Vi* nähert&rückte! Deutsche Htü'h die Angatgefaale mit jedem Schritt ver-! grtJsÄ«r£. Auch die sogenannten „groasen Juden", deren Kinflus« auf die rumänische Finanz und Wiri»ch*ft i immer noch beträchtlich, auf vielen G«bieten ausachlag-: gebend ist, halten sich von dieser Panik nicht fern und < treffen ihre Vorbereitungen, um gegebenenfalls ihre; Zelt« abbrechen zu können. Da« aber lat atuschhessHch \ auf daa deutsche Hvitpkl aurückiaföhren, das den Ge-; fühien des rurn&nischen Volkes auf der 'ganzen Linie i enUpricht. E« ut daher nur eme Frage der Zeit, dass! »ich auch Rumitofeu iu «iner entschiedenett Losung der' Judcnfrnge utt.Ht:hlie»s*n mtias. Die. »ich i--< ratdrkernte.. \')irtnehufllU:lu- Zu-nummmarheit. mit Denlxehland hat nntxeendig ein wettere* Am-m-haVen der Juden zur Folge, und die ganze Struktur des deutsch-rumänische» Haide!* ist darauf eingestellt, Juden nicht Ins Geschäft zu lasHcn und noch voi h nuivMe Iabzubauen,'1 Was die geplant* Behrrrrichungrtumänion.« durch Deut«ch« land, f'aUs sie TaUa* h* wird, für die ,Ju i*»n hedisut*?» würde, duraoer geben »ich freilich di. Juden keiner Illusion hin. Judentaufen in Prag Dl<» ,.NatiwMlHn*uiti*ti*:hr Pari,.ikwe,-*j.md<'n:" verbreilel die mt' intehende Notiz: „In den letzten Monaten tnUn konfefiaionellrt Versc-hlehungen in Pragein, di« durch die letzten pfjütischcn Ereignisse bedingt waren und die wiederum typisch für du jüditehen Tarnungseerauchr; xlr.d. In d<?n letzten Monaten des Jahres 103« hah#« 9«35 personrn ihre KG»tz*4un Kew»r!!^:i, In; Ke.'jUmber änderten «73 Personen, darunter 2?.t Juden, Ihre Konfession, im Oktober HlC <1CI Juden), im November 1548 Juden"?, im D«2e litte r 1726 iüw» Juden;. Gegen Uber dem Jahre 1537 hat sich somit die Kahl der Konfessionsübertritt» um 3132 erhöht- Während das Austreten der Konfessionslosen aus den GotUom»ngem<tiriden in den Vorjahren eine reg.d« mÄÄsige Fiv:chelnung war. stellt der Übertritt der Juden zu anderen Konfessionen eine vollkommen neue Erscheinung dar. Im Jahre 1034 verliefen die jüdische Kultusgtrmeindc in Prag nur l»7, im Jahre lö35 207 und Im Jahre 1937 nur 1£»4 Israeliten, die bis auf ganz geringe Ausnahmen Ins Lager der Gott« losen absrhwenfcten. In den letzten vier Monaten de» Vorjahres sind jedoch mehr Juden su einer anderen Konfension tthttrgitg'JiiiOzn als in den tvi-Jen zehn Jahren insgesamt. Dass ihnen auch dieser verspätete Versuch, Ihre fta&nezogehörigkeft zu tan'.eii, nlf Sü mehr helfen wird, die bohmbch-rnährtsche Einwohnerschaft irrezuführen, dürfte sich von selbst versteh*»»" Die vergebliche Flucht in die Tauf«?, die von dem national- •jo-zialiiti^chen Organ bi«r verhöhnt wird, ist eine charakteristische Ik-gleiterscheinung für eine Situation, in der eine einem unerbittlichen Feind ausgelieferte jüdische Gruppe In dl« Verzweiflung getrieben wird, da ihr muht einmal ein« Auswand«* runfr*mo«lirbk«ir. eröffnet wird.

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