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Jüdische Weltrundschau · 1939-05-19 · 10 (19.5.1939) · p. Seite 7

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Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
1 (1939)
Issue
10 (19.5.1939)
Date
1939-05-19
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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PALÄSTINA-BLATT Vor dem 17« Mai VORBEREITUNG DER JUDEN / STELLUNG DER ARABER DIE NACKBARLÄNDER / DAS SCHICKSAL DES LANDES (Von umtrtffl Bang« Erwottmng Seit Wochen »ind imm« wieder neu* Termine für die Publikation de» Welssbuchs genannt worden. Wieder und wieder wurde der Termin verachoben und es reifte »ich bereit» die Hoffnung, das* es gelingen würde, eine Festlegung England» gerade jetst, wo sie offensichtlich unter dem Druck» überwältigender internationaler Schwierigkeiten geschehen jnuwte, tu vermelden. AI» ror einigen Tagen der IS. Mai •I« Publikationatermin genannt wurde, und Dr. Weit mann überreichend nach London abflog, hielt man im Lande wieder In höchster Erwartung den Atem an und wartete stündJlch •uf Neuigkeiten au« London. Jetzt wird endgültig der 17. Mai «Ja Pubiikationstermln genannt; in der gesamten Atmosphäre Palästinas »piirt man die Erwartung jene» Radioberichte«, der der Bevölkerung endlich offiziell mitteilen »oii, man In London über sie beschlossen hat. Zwar geht das Leben in Stadt und Land «einen Weg weiter, zwar apiirt man ausserlieh keine Veränderung, aber überall auf den Strassen und in den Häusern, Uberall, wo «Ich kleine und gröaaere Gruppen treffen, gibt es nur ein Diskussionsthema: wie werden sich die nächsten Wochen Im Lande gestalten? Ablehnung der Juden Es ist anders als in den Tagen vor Erwartung der Königlichen Kommission. Damals wusste man nicht genau, mit welchen Vorschlägen man es zu tun haben wurde. Dieses Mai liegen ziemlich genau« Informationen vor. Wir wissen, da*» die Schaffung eine» palästinensischen Staates vorgesehen ist mit einer Übergangszeit von zehn Jahren, wobei In j den ersten fünf Jahren eine jüdische Einwanderung von tO 000 j pro Jahr zugelassen wird, wozu 25 000 Flüchtlinge dazukomj xnen^ Nach fünf Jahren wird eine Überprüfung der Situation j vorgenommen und die Konstitution de» projektierten Staates J entworfen. Dia Juden habeß, ohna Einzelheiten abzuwarten,! die ja auch die GesamtÜnie kaum zu ändern vermögen, wieder : und wieder erklärt. das« «le diesen BeMchloss England» nicht annehmen werden. .... IM« allgemeine 'Richtung der jüdischen Politik steht also f e s t. Und doch sind seit Tagen die fuhrenden Instanzen des Jisehuw in Permanenz in Jerusalem versammelt. Es gilt, über eine allgemeine politische Linie hinaus festzustellen, wie die Reaktion de* JJschuw sofort nach der Publikation gestaltet werden »oll. Diese Beratungen über die Art der Proteste sind von entscheidender Wichtigkeit. Zwar ist der Jischuw in seiner überwiegenden Majorität geeint in der Ablehnung der Londoner Vorsehiage_ aber eine genaue Anleitung der Masten und eine «lel« »kliere Führung IM notwendig, wenn diese Ablehnung Ihren gebührenden disziplinierten Auwdruck ' erhalten und eine allgemeine Verwirrung vermieden werden soll. g. 1. - Mi t u r b o i t c r t viele die Hoffnung hegen, da»» In naher Zukunft eine Normalisierung der Yerhiiltni*fte dam fahrt, «Iah« die wtrtwfhaftlirhen Beziehungen «wWhrn Arabern und Juden wieder aufgenommen werden und damit die Möglichkeit, gegeben ist, die schweren VVun-J«n wieder zu heilen die der arabischen Wirtschaft durch die Unruhen geschlagen worlen sind. Es ist in diesem Zusammenhang interessant, daas vor wenigen Wochen, als die Araber ihr« Forderungen erfüllt glaubten, arabische Dorfbewohner wieder zu freundsnrtaftlichen Besuchen In Jüdischen Siedlungen erschienen und auf die erstaunten Bücke bei ihrer Ankunft ■iie Erklärung abgaben, Jetzt würde ja wohl wieder alles wie früher »ein. Auch in den Kreisen der eigentlichen arabischen Führung scheint, man ebenfalls nicht ganz einig zu »ein Uber die Politik, die in nächster Zeit einzuschlagen Ist. Vergleicht man die Forderungen der Araber — Selbstverwaltung, Verbot des Bodenkaufs unJ der Einwanderung — mit dem zu erwartenden Weissbuch, so wird man feststellen, dass die englisch« Politik, die den Juden einen »o schweren Schlag versetzt, auch diese arabischen Forderungen nicht befriedigt. Bodenkauf und Einwanderung werden beschränkt, aber nicht eingestellt Von der Selbstregierung werden die ersten Anfange gewährt, aber es ist ein weiter Weg bis zu ihrer Vollendung, ein Weg, auf den man in der gegenwärtigen internationalen Situation noch auf grosse Überraschungen gefasst sein darf. Der Mufti und »eine Anhänger sind also unzufrieden und wollen den vorliegenden Vorschlügen nicht zustimmen. Auch unter den Terroristen gibt es eine starke Strömung, die eine Weiterführung des Aufstand«:» durchsetzen will, wobei Jedoch anscheinend sowohl Innere Spaltungen wie Mangel an Mittein diese Aktion erschweren. In diesem Zusammenhang erhält die Reise eines der Mufti-Anhänger nach Berlin eine besondere Bedeutung Die Kachbarttinder Ais England die arabischen Staaten zur Teilnahme an der Londoner Konferenz einlud, bedeutete das eine bedeutende Stärkung der paüi&tlnenslsehen arabischen Natkmalbcwegung.;>aa Interesse der gesamten arabischen Welt an Palästina wurde sozusagen öfiziell anerkannt. Heute, wo sich die internationale Situation weiter geändert hat, streben die arabischen Staaten, vor allem Ägypten mehr als früher, nach einer geeinten Front mit England. Musaolini an der lybischen Grenze und die Okkupation Albaniens waren wirksame Warnungszeichen. Die arabischen Staaten sehen daher heute In der anti-englischen Stellung de* Mufti, die keine Kompromisse kennen will, eine Erschwerung ihrer auf England ausgerichteten Politik und haben sich bemüht auf die Mufti-Gruppe entsprechend einzuwirken. Diese wiederum hat in den letzten Wochen alles versucht, die arabischen Staaten von ihrem Standpunkt zu überzeugen, und die Fahrt von Djemal e! Hussein! nach Bahrain zu Ibn Saud utH nach Baghdad deutet auf diese Aktivität hin. driick.ivollrr (furch die Art, wie sie d u r c h j? fuhrt wurde. Kffir (MuH, gerühmt für sein*' ritten U«. zichumien mit den umliegenden arabischen Dörfern, war für die Durchführung des Pinne* verantwortlich, und es war ent- .vh!o»*en, auch in der heutigen Zeit den Plan nicht i? o t o n die Araber, sondern mit tU'tx Arabern auszuführen. Der Weg, der au dein neu1» Lagerplatz führt und im Laufe einer H'tvhe in schwierigem ("JeUinJc hergestellt wurde, wurde nicht nur von Juden gebaut sondern nüc nrabisch.cn Dörfer, durch die er führte, boten ihre Arbeit an, wurden aufgenommen und gut für ihre Mitarbeit bezahlt. Und mit so sicherer Hand und emem solchen Wiek für die Beziehungen mit den nrabbehen Nachbarn wurden die Vorbereitungen geleitet, das* die Juden f«m Tage ihrer Ankunft von den Fellachen b o g r ü s s t wurden, Ama sich Hunderte von Ihnen zu der ersten Fe»er Ruf dem neuen Boden einfanden. Die Besucher von auswart?», die wie Immer bei derartigen Besetzungen In letzter Zeit mit narker Bewachung im Norden anlangten, fühlten sich In einer neuartigen, für Palästina heute leider «eltenen Atmosphäre, in der Ihnen statt Zurückhaltung und Miss trauen, Freundschaft entgegenkam, Niemand wird in der Situation, die heute im Land« herrscht, In der sich die verschiedensten und dunkelsten Tendenzen kreuzen, in der chauvinistische Uidenschaften oft bis zur Weissglut erhitzt werden, aus dem Beispiel Dafne die Folgerung ziehen, d/ias es überall ohne weiteres mit Erfolg j nachgeahmt werden kfinne. Das Resultat von Dafne wurde" > nicht erreicht durch wenige Wochen kluger Vorbereüungen, sondern durch lange und zielsichere Arbeit von Jahrzehnten, I In diesen Tagen aber, wo wir mehr als je um das Schicksal jdes Landes bangen, sollten wir aus dorn Beispiel von Dafne I lernen, <H*a wir immer und immer wieder Wege zu suchen i i'Hben, dl« uns d i Warhfltutn unserer Siedlung verbürgen und zugleich (iefahren vermelden, die * Mr und Juden gleichmäßig bedrohen können. IN OER JERUSALEMER STADTVERWALTUNG In der Jerusalems St.'HHvrrwrUtunj? wurde die Fragt: diskutiert, %vlc der Wasser preis festgesetzt werden sollte. Der Stadtrat hatte beschlossen, den Preis von SO auf 45 mil pro cbm herabzusetzen und verlangte zugleich von der Regierung den Preis, den sie von der Stadt bekommt, zu verringern. Der Diatricts Oommissioner lehnte beide Vorschläge ab. Die Regierung verlangt von der Stadt die Rückzahlung von Lp. 15.000. , di<5 von der Stadt anerkannt werden und weitere LP. 27.000, , die die Stadt nicht anerkennen will, der Stadtrat verlangt eine Herabsetzung de» Waaaernreiaes, da das Departement für öffentliche Arbeiten im ersten Jahre LP. 8.000.—, im zweiten LP. 12.000.— am Wasserverkauf verdient hat. UNSER RUF verpflichtet um zu den höchtton Leittungan in eleganter Damenbekleidung. DAVID" LTD. TIl-AVIV St Alt«.«+v t«fc* IresMr JIIUSAUM MAUA H*w T*chf»l*M lldr. |5= Dahle als Antwort Ben Gurion, der Vorsitzende der Exekutive, hat in den letzten Tagen zur Klärung der Situation Besprechungen in verrchiedenen Städten abgehalten, und auch andere Vorbereitungen *in;i im Gange. Für die nächsten Wochen wird viel davon abhanden, wie die zu erwartenden Protest-Aktionen — es gibt Gerüchte über einen Streik und grosse Versammlungen - verlaufen Arabische Meinungen Ks ist eine Folge der geringen Verbindungen zwischen dem arabischen und jüdischen Lager, das* die Juden ihre Beschlüsse fassen müssen, ohne genau über die Stellung der Araber im Lande informiert zu sein. Wua wir über die Stimmung In der »rabischen Führung, in der Opposition, in den Massen, heute wissen, ist nur gegrün Jet auf gelegentliche sporadische Berichte, auf die arabische Preise in Palästina, die aus den verschiedensten Gründen nicht frei ist, zu schreiben, was sie will, und auf die Presse der Nachbarländer. Trotz dieser Schwierigkeiten lasst »ich von der Stimmung unter den Arabern folgendes Bild entwerfen: Wir wissen sicher dass unter den christlichen Arabern starke Befürchtungen bestehen für den Fall, d&ü die kämpferische moslemische Gruppe unter d«r Führung des Mufti in Palästina zur Macht gelangt. Es »ind sogar mehrmals derartige Befürchtungen von christlichen Arabern in der Pft»« ausgesprochen worden. Wir wissen weiter, das* die Opposition, wenn sie auch in den allgemeinen Zielen mit der Mufli-Grupp« übereinitimrnt, sich davor fürchtet, dass ein Teil der Exekutivmacht in die Hände des Obersten Arabischen Rates übergeht. Es sprechen weiter viele Anzeichen uaXur, dass die grosae Maas« sowohl in den Städten wie auf dem L»/sde erschöpft ist von drei Jahren schwerer Kämpfe und Entbehrungen und das» Dafne ist — wie unsere Leser wissen — der Name jener | Siedlung an desyrisch-ly baneslsehen Grenze, ungefähr 11 km j östlich von Kfar Glladi gelegen, die in der vorigen Woche neu | gegründet wurde. Mosen« Um Hannky schreibt hierüber in; «einem letzten Leitartikel im „Boustenai"; „Die Antwort wurde i erteilt. Die Antwort der jüdischen Jugend, der nationalen Fonds, die im Namen des jüdischen Volkes sprechen und dts jüdischen JLschuw. Niehl mit „Streiks" in der Form wie in Nablus und Tulkaren: wird die Antwort der Juden erteilt werden, und nicht mit „Demonstrationen" nach dem Muster von : Jaffa die von Vergiessen unschuldigen Blutes begleitet sind, ] wird die jüdische Antwort ihren nationalen Ausdruck finden, f Denn der Streik, eine Pause in unserem Schöpfung«wert«, und .sei es auch für eine kurze Stunde, kann Ar**« Anääruuk für den Xtonimnue sein dessen ganzes Wesen die Seele seiner j Existenz und seine Existenzberechtigung das schöpferische Werk sind. Denn eine Demonstration mit dem Vergießen i Luis-huldigen Blute-«« und e» gibt keine Demonstration ohne f Blutvergießen ~ kann kein Auadruck sein für den Geist und i die Bestrebungen de* jüdischen Volkes, dem jedes Vergiessen unschuldigen Blutes ein Abscheu ist. Dafne hat die Antwort erteilt, die einzig richtige Antwort, dse zionistische und jüdische Antwort," Man rnuss bezweifeln, ob Smllanaky mit seinen Worten die Stimmung des Jischuw wiedergibt. Und doch sollte die Tatsache der Gründung der zwei Kolonisatioaspunku im Norden in dieser nervösen und «chicksaischwangeren Woche viel zu / denken geben. Die Tatsache allem, das» es möglich war, j«tzt; zwei so wichtige judische Stüupunke im Norden zu schaffen. : würde genügen, um die Stärke der jüdischen Position im ' Lande und den ungebrochenen Arbeitswillen des Jischuw zu [ beweinen. Die Besetzung aber w i r J n o c h e i n - WENN IN HAIFA swoYiiom, HAAVARA- UNTERSTÜTZUNGS-MARK AB 2. MAI 1939 BILLIGER LP. -.425 lO MARK IN JEDER BANK ERHÄLTLICH Unbehinderte, gebührenfrei? Aus> gahlung in ganz Deutschland (au«Mchlie«Hlich Tscheche!, aber inclusive Sudetengebiet) Das Verfahren ist schnell, billig und jega,1. gefährdet also nicht d«n Empfänger in Deutsehland. HAAVARA Ltd. TEL-AVIV» ALLENBY BOAO 56 ISl

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