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Jüdische Weltrundschau · 1939-05-19 · 10 (19.5.1939) · p. Seite 4

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Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
1 (1939)
Issue
10 (19.5.1939)
Date
1939-05-19
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seit« 4 JODMCHE WELT-RUNDSCHAU Kr. 10, UiV.lt: 3 // Das Problem ist lösbar.. •" NORMAN BENTWICH UIER DIE FLUCHTLINGSFRAGE r" Dieser Tage Int Norman Bnntwlch 7.» einem kurzen Besuch In Jcru« -.lern eingetroffen. Bentwich, früher Justizsekretür der Palästina-Regierung, ist gegenwärtig als Direktor de» Londoner „Council for German Jewry" führend In der FlürhtWnv■ nrh<it tätig. Im letzten Jahr hat er u.a. Australien und Süd-Afrika bereist. Bentwieh kennt aus seiner Arbeit und aus eigener Anschauung die Lage der Flüchtlinge und die mit der jüdischen Wanderung zusammenhängenden Problerne. Wir haben die Gelegenheit benützt, Bentwieh um einige Informationen über die jetzige Situation In der Flüchtllngsarbcit zu bitten. Guayanas gros*«» Möglichkeiten LVi liegt nahe. «J.»r;.; sieh das G--.-f.rach zniijicrci der aktuellen Frage von Britisch 'inayiuia zuwandte, Bentwieh hat den Bericht der englisch-amerikanischen Kommisjdon bereits' gelesen. Die Kommission beutend au« unpolitischen Fachleuten, zum Teil hohen britischen Beamten, darunter auch ehemaligen hohen Beamte» des en-.lK-hen Kolonlaldicnsles in Guayana und S. chverständigon für tropische Land- Wirtschaft, sanitäre J-Yi^Mi. Verkehrswegen otc. V»m jüdischer Seite nahm der Siedhiniiasnchveraländige, des Joint Dr. Josef Romüii teil. Die Kolon io ist an FläcbenmaäH so gtoss'wie GrosHbrUarmien, und die Fläche, die für die Judcnaledlung zur Verfügung gestellt worden soll, etwa die Hälfte dos ganzen Landes, i.« t gam leer. Fs hat nur ein paar tau und Indianische Bewohner. Man hat dieses Land bisher vernachlässigt, weil für eine Besiedlung umfangreiche Vorarbeiten gemacht werden nv'K--::n, vor allem Sanierung;?* arbeiten, W:-'! . i,;r.g und Anlegung von Strassen. Diese Leere Ist «lt.« ^r-Crclo Vorteil dea Projekte»; 'gewiss gibt es bessere T :l .* o nuch Vte.tz w'ire, aber wo oh Bevölkerungen «ubl, entstehen Schwierigkeiten poliüuehcr Art. Der gegenwärtige Plan In Guayana sieht vor, dass die Vorberei« tungsivrbi'itcn im Lauf.} von zwei Jahren von einer attsgewühlten, in Arheiterbataillcitie zus:tmmen;.cfa^.ston jüdischen Pioniergruppe von ulwa oOot) Maim durchgeführt werden; die:)« Arbeit, dio man zugleich als Espcrimcnticrstadlum für die Erprobung der Möglichkeit dos Lebens von Europäern in diesem Gebiet betrachtet, verlangt eine« Aufwand von £ «500.000. Dieser Betrag soll von den jüdischen Institutionen aufgebracht Herden, doch hält Mr. Bentwieh es für gerecht, das» auch die engü icho Regierung .sich an d?h Ivoitru solcher Arbeiten, die den Wert der Kolon!9 bedeutend »teigerrn müssen, beteiligt ,'fm :.ivciUn tftndium, dem der Besiedlung, sind die Aufwendungen um ein Vielem grosser. Allein für Striaen-! bar. wird dann ein Budget von £ 6.000.000 erforderlich aoln! | Natürlich wird die.*? nur durch Beiträgt» und Regierimg aufzubringen sein. Mim rechnet damit dass im Falledes Gollngetis dieses Land eine Bevölkerung von einer Million Maiachvn aufnehmen kann. Sie sollen teilweise von Landwirtschaft, teilweise von Industrieleben; das Land besitzt wei tvcllc Mineralien, Eruo und andere Bodenschätze. lonien gewisse Schwierigkeiten vorhanden, die »Ich aus den Beziehungen zwischen den weissen Siedlern, den dort zahlreichen Indern und den Schwarzen ergehen. In Australien das Bentwieh vor einigen Monaten besucht hat. hat sieh j die Einwanderung gegen 1937 vervielfacht. Besonder« bevor- J rügt werden als Einwanderer landwirtschaftliche Arbeiter, > Handwerker und Hausangestellte. Da« mistrnlische jüdische! Hilfskomitee hat die Möglichkeit, selbst bei der Auswahl von I Einwanderern mitzuwirken, ähnlieh wie die Jewish Agcncy! in Palästina. Es warn natürlich zu wünschen, dass mögj liehst viele Einwanderer nicht In den Städten bleiben, sondern j sich auf dem Umd ansiedeln. Jedoch ist die Öffentliche Mei- | nun« in Australien gegen die Idee einer geschlossenen jüdi- | sehen Siedlung. Australien ist ein Land, in dem 3/3 aller Menschen in Großstädten wohnen. Ks gibt riesige leere Räume, deren Erschliessung aber (besonders wegen Wassermangel) noch grosse Schwierigkeiten macht Es sind viel- \erfrechende landwirtschaftliche Versuche von Juden gemacht worden, „Auf dem Schiff, mit dem ich nach Palästina fuhr," so berichtet Bentwieh, „waren auch 50 oder CO deutsche Juden, dio nach Australien auswanderten; ausserdem waren etwa fiO englische junge Leute nuf dem Schiff, die gleichfalls als Siedler nach Australien fuhren" (es sind dies offenbar die r>0 jungen Leute, über deren Abschi dsfeier in London wir in Nr. 4 der „J.W.R." berichtet haben.—A. d. K ). Australien weiss, dass es Einwanderer braucht und es wird immer fjchwerer, den bevorzugten Typ, nämlich Einwanderer britischen Blutes, tu finden. Eh« sich aber solch« Erkenntnis« durchsetzen, vergeht oft lange Zelt. y In EagUnd Schliesslich kommt da« Gesprach noch auf die Unterbringung von Flüchtlingen in England. Die Gesamtzahl der bisher in England untergebrachten Flüchtlinge betrügt, wie wir bereit« kürzlieh berichteten, ca, 45.000. Am günstigsten sind die Chancen für junge Mädchen, die als Hau.«-' | angestellte arbeiten wollen, auch Krankenschwestern und ] Hebammen. Es werden in England jetzt monatlich et* j w a 1 0 0 0 Einreisebewilligungen für der» | artige jüdische Mädchen erteilt und die Anforde- | rungen sind oft grösser als das Angebot. Zum Teil treten i diese jungen Mädchen an die Stelle der deutschen Hausangej stellten, die nach Deutschland zurückwandern. Die Einrieh- {fung des Flüchtlingslagern ist zufriedenstellend. Man rechnet jetzt mit einer Belegung von etwa 4000 Menschen, und die Kosten betragen pro Person weniger nls 10 sh. pro Woche. Man rechnet, dass4 die Erhaltung der 4000 Menschen 'einschliesslich eines Kapitalaufwandes von ca. £ 20.000.— ) im ganzen nicht mehr;\h: £ 100.000.— im Jahr kosten Wird Konstruktive Plane tun not Abschliessend betont Mr. Bentwieh. dass das gcgenwärtiR« Fiüehtlingsproblem, dass di« Umsiedlung der Juden aus Deutschland, Oesterreich und Tschechoslowakei umfas*l, durchaus lösbar E* könnte nach seiner Meinung bei richtiger Initiative und weitblickenden konstruktiven Plänen In etwa vier Jahren liquidiert werden. Wenn" ein klarer und z i e 1 b « w u s; s t e r Wille da. ist, so erklärt Mr. Bentwieh. dann werden wir auch die notwendigen Länder für die Anuiediur.g haben und auch die erforderlichen Mittel werden zur Verfügung stehen. Eine der gewaltigsten, in ihren Folgen noch unabsehbaren Wandlungen der jüdischen Geschieht© wird sich, vollzogen haben. Auf die Frage., warum vor elui}-en Jahren die Kommission, di« In Guayana eine Heimat für dj« In Irak verfolgten 25.000 christlichen Asayrer finden wollte, zu einem negativen Ergebnis gekommen ist, meint Bentwieh, das« es sich damab? darum handelte, für 25.000 primitive Ackerbauer eine sofortig«» Unterkunft zu finden, wofür «her Guayana ungeeignet .sei. Für die Assyrer waren die grossen Kapitalien, die für die Erst hllessung des Lande« niHig sind, nicht aufzutreiben gewesen, und um 23-.0Ö0 Menschen willen hatte sich diese Aufwendung auch nicht gelohnt. Nur wenn man davon ausgeht', dass..spater wirklich oino grosse Siedlung mit Landwirtschaft, Industrie, Handel und Verkehr dort entsteht, kann man nach einem großzügigen Plan an dio Arbeit herangehen. Um das zentrale Flüchtlingslager in Hofland Von unserem hoWittdittchf n Bvrirhterttnttrr. KL. Den Haag, Mitte Mai. •In der Vorberatung des Gesetzentwurfes über die Einrichtung eines zentralen Flüchtlingslagers in der Zweiten Kammer der holländischen Generalstaat.cn wurde von verschiedenen Ahg»"i'denten bezweifelt, ob die Errichtung eines zentralen Lagers wohl dio beste Lösung sei. Gerada die zentralen Lagers wohl die beste Losung sei. Gerade die vom Minister angeführte grosse Zahl von Nuancen, auf die Rücksicht genommen werden müs*ic, spreche gegen die Zentralisierung. Es sei zu erwägen, etwa fünf oder sechs Lager kleineren Formats einzurichten. Sollten hie,r,yiurch zu grosse Kosten entstehen, so sollten die Mehrkosten von der Regierung getragen werden. Verschiedene Abgeordnete hatten den Eindruck, das« die Kosten zu niedrig ungesetzt seien. Man uüit es für unwahrscheinlich, dass man mit einem Betrage von 100 Gulden pro Person für Baukosten, Terrain und Ein- , t iduung auskommen könne, wenn man eine Trennung Krcdito der . »ach Glauben, Alter und Geschlecht vornehmen wolle, waa - den . Bau verschiedener Gotteshäuser, Freizeiteinrächtungen und Schulen notwendig machen würde. Verschiedene. Mitglieder meinten, dass Unterbringung in Familien im allgenuinen billiger sei als die in Lägern. Gefragt wurde auch, ob es mit Rücksicht auf die bestehende Kriegsgefahr zweckmässig sei, das Lager so dicht an der Grenze zu errichten. Yielo meinen zu wissen, dass Unterbringung bei Privaten noch in vielen Fallen möglich sei. Unterbringung In einem Lager müsse Ausnahme sein. Der Verbleib in einem Lager, vielleicht für viele Jahre, sei ein schwer stu tragendes Leid. Einigt» Abgeordnete (es handelt sich hier offenbar um die Nationalsozialisten) erinnerten daran, dass sie stets vor der httficrungspolitik in der Frage der Zulassung jüdischer Flüchtlinge in Holland gewarnt hätten. Holland habe bereits zwei Millionen für die jüdischen Flüchtlinge ausgegeben, und nun müsse das holländische Volk wiederum eine Million bezahlen. Bei einer Förderung des Mussert-Planes für ein jüdisches Heim in Guayana, der in England und Frankreich besser beurteilt werde als in Holland, würde die weitere Emigration jüdischer Flüchtlinge viel rascher gehen. Holland könne viel Geld sparen und dem Interesse der Flüchtlinge wäre besser gedient, Auch in der Pres s e findet die Frage der endgültigen Regelung der Unterbringung der Flüchtlinge vielfach Erörterung, Das Hilfskomitee in N i e d e r 1 ii n d 1 s c h-1 n - dien hat bereits M.OOO Gulden für in Holland lebende jüdische Flüchtlinge aus Deutschland aufgebracht Auch zahlreiche niehtjüdisehe Spender befinden sich darunter. Keine Yhlenkuuvon l*uliiütiua Mr. Bentwieh hält die in jüdischen Kreisen heute sehr verbreitete Meinung, dass das Guayana-Angebot eine britische Ablenkung von Palästina 'pein soll, für falsch. Die 'Untersuehungsk«mmij«saion nach Guayana ist, so betont er, bereits zu einer Z«?it abgeschickt worden, wo von der jetzigen FuUistiua-Politik noch nicht die Red« war. Das Angebot Hegt in der Richtung der Bestrebungen, die auf die Initiative der amerikanischen Regierung von der Evian Konferenz ausgingen. Tatsächlich arbeiten heute eine Reihe von anderen Experton-Kommissionen noch in anderen Gebieten, so i.""B.' amerikanische Kommistvioncn in San Domingo und auf den Philippinen, eine britische Kommission in Nord Rhodesien. Selbst wenn man annimmt, dass die Palästina-Einwanderung in grossem Umfange weiterginge, würde sie das g o »amte Flüehllingsproblem «loch nicht lösen können, und #s würde immer noch notig sein, auch andere Wanderziele 1U suchen, Aus diesen Erwägungen heraus entstand das Interesse an dem Guayana-Plan. Ks lies««; .sich sogar denken, j gezeigt sowie ändert Altertümer und Ausgrabungen. Sodann Weint Bentwieh, dass die p a 1 ä s 11 n e n s 1 s c h o J u d e n f kommt der Besucher von diesen Erinneiungeu an das Altertum hei t aktiv bei den verschie«lonen Rettuugsplitnen für das in die Gegenwart In dem ersten Saal wird gezeigt, wie Wüste jüdische Volk mitwirkte. So z. B. könnte uns Palästina, wo : und Sumpf in fruchtbares Land verwandelt wird. Es folgt die AUF DER WELTÄUSSTELLÜNC WM \\K\*\Y&T\S\'YAX\U<OS IN NEW YORK i'btfr dem Hüupieittgang des Palästina-Pavillons auf der N e w Yorker W eitaassleWung steht ein Denkmal von ungeheueren Dimensionen, drei Gestaiien darstellend: Lernen, Arbeit und Landwirtschaft. Sie symbolisieren die drei Hauptgebiete, auf denen die Juden in Palästina ihre Erfolge erzielt | haben. Der Pavillon besteht aus zehn Sälen. Schon die Vor« I halle versucht den Eindruck palästinensischer Landschaft und J palästinensischer Erinnerungen wiederzugeben. Hier wird der ausgegrabene Mosaikboden der alten Synagoge in Beth Alfa die Mensche» eine grosse Erfahrung in Urbarmachung, Wege bau eio. erlangt haben, einige hundert ausgewählter InstruktüTC« .sich bei der Erschliessung anderer den Juden angebotener Gebiete beteiligen, ebenso wie wir hoffen müssen, dass ein kulturtlkt Einfluss von Palästina auf die neu entstehenden jüdischen Siedlungen und in andere Gebiete übergehen wird. AnüVro Länder! Auf andere Projekte eingehend meint Mr. Bentwieh, dass »Owohl San Domingo nls auch Nord Rhodesien klimatisch besser wären als Guayana, und dass man diese Projekte durchaus ernst nehmen müsse, eloch seien Eio bisher i HuH« a'Ie der Lawlu ii ischuft und Siedlung. Hier wird dargestellt, m Volk von Städte-t n. da» durch Jahrhunderte dem Boden! .sehen pflügen, säen und ernten. Die wichtigsten landwirtisrhafiUeheu Produkte Palästinas werden zur Schau gestellt.! In der Halle de* städtischen AutttauH *ivhi man das schnelle Wachstum der modernen Städte, Tet-Aviv, der Jerusalemer Neustadt und des auf dem Abhang de* Karmei entstehenden modernen Haifa. Zugleich wird gezeigt., wie in weuig«?n Jahren der Transport von der Benutzung des Kamels?.u modernsten Verkehrsmitteln übergegangen b\t. Im Mutelpunkt de» Imi*- .«trü'-Au&stettmg, wo eine Reihe industrieller Produkte Palästinas ausgestellt sind, steht das EU-ktriziuitswerk Rutenj bvrgs. Dem Kultur- und ifrcieAwa<;#tct'-«ca ist der nächste! Raum gewidmet. Hier sieht der Besucher in anschaulicher noch nicht spruchreif, Auch sind in <kn afrikanischen Ko j Weise, wie dio Sprache der Bibel zu einem VerMÜndigungsmittel auf allen Gebieten <?<•* modernen Lebens geworden ist. Man kommt weiter durch die Hallen des Gcmwlhcitneeiit n*, wo der Kampf geg'ü die eingewurzelten Landeskrankheiten Malaria, Trachom, IVphu« etc. gezeigt wird, den Saal «Aer Arbeit uni sozialen Form, wo ein Bild der verschiedenen »Sied« lungsformen und der Entwicklung der Arbeiterbewegung In Palästina gegeben wird. Ein weiterer Saal ist der Kumt unti dem Kunstgewerbe gewidmet. Hier stellen Maler Bildhauer; Architekten, Photographen aus. Sogar Arbeiten von Schulkindern sind zu sehen. .Schliesslich ist in einem besonderen Flügel des Gebäudes eine grosse Ausstellung untergebracht, die in gewaltigen Darstellungen das Thema „Das Heilige L*»>i«f gestern und morgen" darstellt. Eine der besonderen Sehen«- wür:Iigkeiten dieses T»il«w ist die Rekonstruktion des salomonischen Tatapeis nmh einer Arbelt des Jerusalemer Architekten Jacob Jehuda. > Das Arrangement de« Palästina-Pavillons steht unter der Leitung von Meyer Weisgal, als Architekten und künstlerisch* Helfer standen ihm zur Seite Arieh El-Hananai (der Hauptarchitekt der Tel-Aviver Messe), der kürzlich verstorbene Nor« vin. Lindheim, Leo Simonton und J. J. Levison. NANSENS SOHN SPRICHT FLtCIITLINGSHn,FE LV NORWEGEN (Von unserem Berichterstatter) In einer imposanten Kundgebung der „Nansenhllfe*' in der Aula der Osloer Universität wurde vor fast 1000 Menschen in Wort und Bild das Emigrationsproblem und dabei fast ausschliesslich die jü diu che Flüchtlingsnot behandelt Zuerst sprach Universitätsprofeasor Dr. Fredrlk Pna che. u. a. Mitglied des Kollegiums der Freunde der Hebräischen Universität über das Thema „Jlacaf und Recht in der Weltgeschickte", wobei er u a. zum Ausdruck brachte, das Juden" tum habe zuerst und am klarsten und eindringlichsten den Rechtsgedanken als Grundlage der sittlichen Weltordnuns; stabilisiert. Danach sprach Architekt ödd Nansen, der Initiator der „Nansen-Hilfe *, die im Geiste seines grossen Vaters g«-( leitet wird, erschütternd und erschüttert über seine Eindrückt von den Flüchtlingslagern in der Tscheche! und Slowakei, dem' Werk der Menschenliebe, das, eben aufgebaut, wieder zerstör^ ist. E» zeigte sich in seinem Wort- und Bildbericht, das« Nansen das jüdische Elend aus nächster Nähe gelben-..haL,_. Ein paar hundert Juden mehr — so sagte Nansen — würden in Norwegen kein Judenproblem schaffen. Aus dem Saale erging ein Appell an die norwegische Regierung, r.euen 200 Flüchtlingen Einreise zu gewähren. — Die im Lande befindlichen und von der Nansenhilfe betreuten Flüchtlinge sind ia drei Lagern untergebracht. Es soll jetzt eine mit Werkstätten ausgerüstete Arbeitsschule errichtet werden. i Eine wirkungsvolle Filmvorführung über die (meist jüdischen) Flüchtlingslager elsr früheren Tschechel bildete den, Abschluss. Eine grosse Menge von Malern und Bildhauern, darunter Edvard Münch, veranstalten eine Bildwerk- Lotterie 2ugunsten der Nansenhilfe; auch eine Reihe von Emigranten unter der Spielleitung eines jüdischen Künstler^ werden einen Unterhaltungsabend arrangieren, um der Organisation, die sie betreut, Mittel luzuführen. Professor Dr. F. Si e g m u n d - 'S c h u 111 e sprach ini Nobelin*titut über „Die Lage iler europäischen Minoritäten ai# Bedingimg für Krieg oder Frieden in Europa". Ali weiteren; Vorträgen des bekannten Kirchenpolitikers sind vorgesehen; „Die Reaktion der Christenheit auf die politischen Er«igni$s<| der letzten Zeit". Ferner: „Macht und Freiheit" und schliesslich : Gerechtigkeit und Friede als gegerusäUliehe oder harmonische Kräfte*. Siegmund-Schultae. früher In Berlin und seit Mi in der Schweis wohnhaft, hat sich hierzulande besonder* durch sein Interesse für die Flächtlinasarbeit einer «*i*g«»eUea«rii „Nüuitu griuachi, Julius Samuel (Oslo). ZIONISTENKONGRESS IN GENF! Die /ionUtUcu. i:\ekutiv e> und diu» Präs Uli um de« , Aktiou^Kouiiters haben »>cm hk>H<»en, den .L ZJoni>.lenkongre** für den In*. August nach Genf einzubej rufen. Der Termin für d:e Ablieferung der Sch&kel wurde auf den 16. Juni festgesetzt, Demgemäss werden die Wähler- {listen xusaimiu:nse*tvlU werden.

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