Jüdische Weltrundschau
- Journal
- Jüdische Weltrundschau
- Volume
- 1 (1939)
- Issue
- 10 (19.5.1939)
- Date
- 1939-05-19
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit« 2 JÜDISCHE WELT-iiUKbäÜHAU «r. 10, 19. V. 1930 nach Krct IsrncI führte. Diene unlösliche historische — und man könnte »»Ren metaphysische — Verbundenheit wird bis in die leisten V©rewni(&un»rit fühlbar in einem Moment, wo der Zusammenhang von diesem Volk und diesem Land stärker bedroht zu sein scheint als je In den letzten Jahrzehnten. Die Beziehung von Volk und Land 'ist ja keine vorübergehende, auf einer bestimmten politischen Konstellation beruhende. Gerade für das jüdische Geschlecht, daß in Palästina aufgewaehHen ist und die 'Bibel rIm zentralen Biklun?,'!scl<-ment in sieh aufgenommen hat, ist dieser Zusammenhang eine vitale Selbstverständlichkeit geworden. Auch im Palästina-Mandat, dos von 52 Nationen unic ».schrieben wurde, ist die historische Verbundenheit des jüdischen Volkes mit Palästina anerkannt. Wenn nun nach 20 Jahren an diesem Recht gerüttelt wird, so k u n n d a s Volk da« nicht h 1 n - n € h in e n. Ks f ühl', sieh in seinen tiefsten Empfindungen beleidig. Das jüdische Volk ha« das Gefühl, dass es ein Opfer ein-r Politik geworden ist, die meint, Verpflichtungen gc.ijeti Pariner, die man für schwächer hält, nicht für ebenso heilig anerkennen zu münsen wie Verpflichtungen, deren Einhaltung mit Gewalt erzwungen wird. Es ist besonders schmerzlich für das jüdische Volk, las» ein solcher Sehlag Voh einer Seite kommt, die wir bisher — im Gegensatz zu anderen Mächten — als Hüter von Recht und Menschlichkeit betrachtet haben. War doch das letzte Jahr erfüllt von dramatischen Auseinandersetzungen zwischen den Grossmächten der Welt, bei denen auch moralische Werte im Spiel waren. Englische Staatsmänner haben laut proklamiert, dass sie Wortbruch nicht zulassen und einer Herrschaft der Gewalt sich nicht beugen werden. Im Laufe der letzten drei Jahre haben Minister im Parlament und bei anderen Gelegenheiten versichert, dass sie dem Terror und der Gewalt in Palästina nicht weichen werden. Die Führer der palästinensischen Judcnheit haben, gestützt auf diese Versicherungen, alles getan, um eine Verschärfung der Lage in Palästina zu verhindern. Die Disziplin und Selbstbeherrschung der Juden ist von allen Seiten anerkannt worden. Wer trägt die Verantwortung, wenn jetzt die radikalen '(demente im judischen Lager gegen die jüdische Führung ■■'-im Vorwurf erheben, dass ihre Haltung zu schwächlich war? Die Juden Palästinas betrachten das letzte Weissbuch als eine Unterwerfung Englands unter die arabischen Forderungen. Die Ankündigung, dass nach einer Zeit von fünf Jahren die jüdische Einwanderung von einer Zustimmung der Araber abhängig sein soll, erscheint den Juden als Verletzung eines geheiligten jüdischen Grundrechts, Die Ziffer von 75 000 Einwanderern für fünf Jahre in einer Zeit, wo hunderttausende Juden auf Einwanderung warton, steht in keinem Verhältnis zu den wirklichen Bedürfnissen. Die Aussicht auf eine staatliche Form, bei der die Araber j d i e Herree h a f t in Palästina haben würden» ist für die Juden nicht annehmbar. Alan kann den nächsten Wochen nur mit grosser Beunruhigung entgegensehen. In einer Zeit äusserster europäischer Spannung besteht die Gefahr, dass in Palästina die Gegensätze mit besonderer Schärfe aufeinanderplatzen. Und wir wissen sehr wohl, dass gewisse Fak toren daran interessiert sind, Palästina in ein neues Spanien zu verwandeln. Will England einer solchen Entwicklung Vorschub leisten, indem es gerade diejenigen Kräfte preisgibt, die die sichersten, treuesten und ein latzbereitesten Bundesgenossen Englands ira Vorderen Orient sein könnten? Es scheint, dass die englischen Staatsmänner in ihrem Wunsch, den gordischen Knoten jsu zerhauen, auf k eine warnende Stimme m e'h'r höre n« Dr. Weizmanus Reise nach London im letzten Moment war vergeblich. So wird eine äusserstc Verwirrung heraufbeschworen in einem Moment, wo die Weltsituation klar darauf hinweist, dass alle an einer ruhigen Entwicklung des Nahen Ostens interessierten Kräfte in Wahrheit Verbündete sind. Das Bündnis Eng lands mit der Türkei dient der Sicherung der Ruhe im Kahen Osten. Ein weiterer Beruhigungs- und Sicherungsfaktor könnte das j ü d i s c h o Vo 1 k sein, wenn man ihm den ihm gebührenden Status gibt. Und schliesslich glauben wir, dass die grossen arablschcn Länder, vor allem Ägypten, aber auch die anderen arabischen Staaten und sogar die palästinensischen Araber — wenn man von den mit den Diktaturmächton verbündeten absieht — daran interessiert sein müssten, den Frieden und ruhigen Aufbau im Nahen Osten zu sichern. Eine grosso Friedensfront könnte hier entstehen. Diese Chance einer Überlegenen staatsmännischen Kunst ist verspielt worden. Statt dessen werden neue Gefahren heraufbeschworen, deren Ende wir nicht absehen können. Die Juden in Palästina werden diesmal ein schweres Schawuoih-Fest haben, aber inmitten aii ihrer Nöte werden sie gewiss eingedenk sein der hohen Verpflichtung, die auf ihnen liegt als den Empfängern und Trägern des Wortes vom Sinai. JIDEMSETZ UND WAHLBEWEGUNG IN UNGARN Hudapratcr Krtrrttpottih „ TÜXPIVT* * t «MU1I blt/ltjaAiU" In seiner Rode in Pest am 11. Mal sagte Ministerpräsident Teleki über da* Judengesetz (s. Nebenspalte): „Wir haben das Judengeseta unter Dach und Fach gebracht und damit auch den gesetzlichen Teil der Angelegenheit abgeschlossen. Niemand denke an ein drittes Oesetz — wir haben jetzt anderes zu tun. Es gibt keth Gesetz, das die privaten Vorstellungen Jedermanns bis scu 100 Prozent befriedigen würde. Diese* JJesctz tet aber thuu geeignet, unseren Zielen su dienen und sh ätufenweisc zu erreichen. Ich habe schon einmal erklärt, die Durchführung ist unsere Sache und j&iervvfnn möge sieh um seine eigene Arbeit kümmern. Die Durchführung wird erfolgen. Sie wird nicht, ffrauaam sein, denn das wäre nicht ungarische Art, sie wird über konsequent sein,4* I Am 4. Mal wurde da* TT. Judengeset/, vom Reichsverv eser genehmigt und gleichzeitig als G. A IV. vorn Jahre 1930 in der Sammlung der Landesgesetze veröffentlicht, womit es also in Kraft getreten ist. Am «eiben Tage wurde da« Abgeordnetenhaus aufgelöst und für die Pfingstfelertage «Jer Wahltcrmin ausgeschrieben. AI« erste» offizielles Dokument der Wahlbewegung erschien an den Häusern der Uuuptatudt ein Plakat de« Bürgermeister», das die von den jüdischen Mitbürgern zu erfüllenden Formalitaten und Vorschriften kundgibt. Vor allem mm* jeder in die Wahllisten aufgenommene Jude, Mann oder Frau, bei der zuständigen Behörde die mündliche oder schriftliche Erklärung abgeben, dass er laut Judengeselz als Jude zu betrachten sei, — WM* in den Listen amtlich vormerkt wird. Das Wahl recht aber kann der Jude nur In dem Falle ausüben, wenn er In glaubwürdiger Wehe nachweint, duss er und »eine Eltern, resp. Grosse! tern seit 18f»7 ununterbrochen in Ungarn lebten. Da ein Grosstell der heutigen jüdischen Bcvölrung nnturgemiiss In den sog. besetzten Gebieten, also in den Nachbarländern beheimatet ist... ist die Beschaffung he.ser Dokumente, — besonder« in der zur Verfügung stehenden ganz kurzen Zeit von kaum drei Wochen, — mit den grösaten Schwierigkeiten verbunden. Um derselben doch eher Herr zu werden, hat die „Landeskanzlei der Ungartändisehen Israeliten" ein Rundschreiben an siimtlichc Juden gerichtet und «ich erbötig gemacht, die nötigen Schriften der sich Meldenden kumulativ und kostenlos zu erwerben, — was indessen eben«o aussichtslos erscheint, da d«r Andrang ein immenser ist. Zur .sonstigen Beratung und Unterweisung der Bevölkerung hat die Landcskanzlcl vorläufig 17 Matrikelbureau.s aufgestellt, in denen 200 Rechtsanwälte und sonstige» Personal unentgeltlich zur Verfügung stehen. Die Tendenz Ist, ein möglichst grosser Prozentsatz der Judenheit möge es dokumentarisch belegen können, dass er hier bodenständig und kein ..Zugelaufener" sei. Ob Bich die grosse jüdische Menge dennoch an der —diesmal zum ersten Male auf der ganzen Linie geheim durchgefühlten — Wahl beteiligen wird, oder cfc -sie — wie manche Kdb.stbcwus.st befürworten — durch passive Resistenz ihren Protest zum Ausdruck bringen wird, ist noch ziemlich unsicher. Die demokratischen Zeitungen plädieren für „Fortsetz ung des K» mpfe wofür von der äassersten Rechten scharf© Gegenaktionen in Aussicht gestellt werden. Nichtsdestoweniger dürfte im bevorstehenden Wahlkampf die Judenfrago kaum mehr eine dominierende Rolle spielen. Wenigstens erklärte der Ministerpräsident, Graf Paul Teleki, In Beiner ersten Programm rede in Szegc-d, mit der er die Redeschlachten eröffnete, da»"'Kapitel der Judenfrage *o{ vorläufig abgcstohlo/wen.; der negative, Teil der Regterungsaufgaben: die Abwehr der zersetzenden { Tendenzen sei erledigt, nun folge der positive Aufbau eines national-christlichen, sozialen und in jeder Beziehung unabhängigen selbständigen Staatswesens. (S, Nebcnspalte.) Auf der veröffentlichten Kandidatenliste der Regierungs^ rartcl Ist selbstredend kern Jude oder Jndenstämmling zu finden; die bisherigen jüdischen Abgeordneten, — mit Ausnahme des sich zurückziehenden Abgeordneten Väszonyl — fungieren auf oppositionellen Listen, nicht eben als Listenführer, bloss dio Sozialdemokratische Pnrtel blieb ihren bewahrten Vertretern, auch wenn sie Juden sind, treu und kandidierte zum Teil Juden an erster Stelle. Von einer jüdischen Partei kann — da eine solche Im alten Parlament nicht existierte — dem Gesetz nach keine Rede sein. Ins Oberhaus können Juden als Delegierte von Korporationen oder Munlzlplen, ebenso von Interessenvertretungen nicht mehr entsendet werden. Am selben Tage, da das Judengesetz Ins Leben trat, ist einer jener ganz wenigen Exzcllenzherrcn, die von der Geitau t des Gesetzes expressiv verbis ausgenommen wurden, aus dem Leben geschieden. Alexander F1 e i s s l g, Besitzer den Verdienstkreuzes I. Klasse, Oberhnusmitgliecf, Präsident der Börse, Generaldirektor der Rrltisch-Un&arlschen Bank, leitendes Mitglied vieler Finanzunternehmungen, ist 70 Jahre alt gestorben. FJoisslff, ein universaler Geist, der sich nebst .seinem engeren Berufe auf den Gebieten der abstrakten Wissensehaften, In der Astronomie, In der Musik und In der Schachkunst betätigte, gehörte eine Zeitlang auch dem Vorstand der Pe*ter Israelitischen Gemeinde« an. Bei seinem Begräbnisse würdigte Oberrabbiner Dr. Julius Fischer seine Verdienste. A. P. DAS „KLEINERE ÜBEL" WIK MAN IHK ENTRECHTUNG RECHTFERTIGT ehen Judengesetscs in beiden der Juden. Gewi*, ü wusst oder tinbe-*-u.«-< porsung vorbanden, d< ab! In den totalitäre;;; den Massnahmen in Ungarn, bceiae Tendenz außenpolitischer Anrtnnch H der Vorpanj; ein ganz ander» r Stauen; der Mechanismus des St«at>- Die Annahme des ungu Häusern der ungarischen Kammer bringt wieder eine grosse jüdische Gruppe in materielle und seelische Bedrängnis. Die ungarische Judcnheit gehörte — ebenso wie z. B. die italienisch»* — immer zu den jüdischen Gruppen deren Wortführer ihren Patriotismus besonders stark betonten, was gewiss auch ihren wirklichen Empfindungen entsprach. Die Oberschicht des ungarischen Judentums war so assimiliert wie kaum eine jüdische Oberschicht in irgend einem Lande, mit Ausnahme Italiens: dazu gab es in Ungarn (Im Gegensatz zu Italien) immer eine grosse Masse von Juden, sowohl in den Städten als auch auf dem Lande, die zwur In ihrer Gesinnung ungarisch-patriotisch, In ihrer Lebenswelse aber prae-asalmilatorisch waren. Der ungarische Nationalismus ist in der liberalen Aera grüiw* geworden, Juden haben immer aktiven Anteil daran genommen, was auch von ungarischer Seite schon 184g anerkannt wurde. Wie weit freilich dieser Nationalismus heute in der naehliberahm Aera mit seinen extremen Zielen der staatlichen Souveränität noch sinnvoll ist, überlege man im Lichte der letzten Wendimg der Weltgeschichte, denn die kleinen Staaten werden heute mehr als je zuvor Beute der Anhängsel der grossen. Zugleich wendet sich ihr Nationalismus gegen die Minoritäten im Innern. Dem entspricht der Prosess der Ausseheldung Apparates ist in Ungarn noch demokratisch (Parlament», und wer an die Verhaltni.-fe in Deutschland denkt, ist geneigt darüber zu staunen, mit welcher Freiheit Im Parlament und In der Presse Kritik an dem Judengesetz geübt werden konnte. Besonders r.ufschlussreicb für die Sachlage Ist eine Rede, die der ungarische Staatssekretär Antal kürzlich gehalten hat. Nach einem Bericht des „Fester Lloyd" wandt» sich Antal gegen die Differenzen, die sich bei der Behandlung des Judengenttzes zwischen Oberhau»'und Unterhaus ergeben haben fvergl. «Jen Berieht unseres Budapester Korrespondenten in Nr. 9 der ..J.W.R.") und erklärte dann in Bezug auf die Judenfragf : .rDie Interessen des Landes fordern, dass die Frag* nunmehr endlich zu einein Ruhepunkt gelange. Es wäre über nicht gut, wenn sio in den Mittelpunkt der Wahlagitation zu stehen käme. Er gebe zu, dass das Judengesetz einen xrhur-ren Schlag für das ungarische Judentum bedeute, sein NichtZustandekommen würde aber einen noch H<hu<i>ren Schlag darstellen". Das ist ein überaus charakteristischer Ausspruch. Denselben Gedanken findet man anderwärts in verschiedenen Variationen. Die gesetzmiissige Regelung der Judenfrf! y•> lurch Ausschaltung der Juden aus allen von ihnen bisher ausgeübten Berufen und durch ihre Herabsetzung auf die Stufe von Bürgern zweiter Klasse wird sozusagen als eine Schutz ma^' nähme für die Jud'-n xt-.lbst dargestellt. Man betrachtet die.«« Regelung als eine g*. mä.sniglc gegenüber derjenigen, die zu erwarten wäre, wenn der Staat die Sache nicht In die Hand nähme. Dabei dürfte im Fall Ungarn weniger an eine Innenpolitische Bewegung gedacht sein, als vielmehr an den 'enpohtischen Druck, dem Ungarn sich gegenüber seilen würde, wenn es die Juden nicht aus dem nationalen Leben ausschiede. In einer Zeit, wo Ungarn und andere Länder immer mehr zu Vasallenstaaten werden und einüben, aus Selbstbehauptung ihre alte liberale Tradition opfern zu iüssen( hält man eine Behandlung der Juden, die Immer noch einen Grad oberhalb des deutschen Vorbildes bleibt, für gemässigt und verlangt von den Juden, sie sollten dies sozusagen al<i das kleinere Übe! anerkennen. Im Europa von heute, das ist tragisch genug, ist an dieser Haltung sogar ein Körnchen Wahrheit; aber erfahrungsgemäß» pflegt die Entwicklung clno andere zu sein. Wer nämlich die liberalen Grundsätze in der Staatsführung einmal aufgegeben hat, der läuft Cefahr, In derselben Richtung dem Druck immer weiter nachzugeben. Die3 sagen sich gewiss auch die ungarischen Juden, und darum kann man von Ihnen nicht erwarten, das» sie die Weisheit de» Vorgehens anerkennen, DI« ungarisch« Judcnheit wird In Zukunft das grosse Lager der Ansmtnderung&wllligen vergrößern. Der Gedanke, dass in einem modernen Staat das Judenproblem nach 100 Jahren Emanzipation durch spezielle Einschränkungen der Rechte der Juden zufriedenstellend gelöst werden kann, Ist ein grundlegender Irrtum. Vom jüdischen Standpunkt allerdings beleuchtet dies besonders krass die Notwendigkeit, aus jiidl' scher eigener Initiative heraus zu einer Neugestaltung der Lebensform des jüdischen Volkes zu gelangen —eine dringende und unaufschiebbare Aufgabe, die durch grosszüglge Massnahmen im Einvernehmen mit den Weltmächten (Herzt sagte: im Rate der Weltmächte) gelöst werden muss. Der ehemalige ungarische Ministerpräsident Graf Bethlen veröffentlichte einen Brief, dass er sich aus der Politik zurücksieht als Protest gegen die kenntliche EimchlepimWeitiCT Judmfrage nach Ungarn. ZIONISTISCHE KUNDGEBUNGEN Die zionistischen Organisationen in der ganzen Welt haben eine entschiedene Proteststellung gegen die neue englische Politik eingenommen. In einer Versammlung in New York brachte Dr. Salomon Goldmann, der Präsident der Zionistischen Organisation Amerika«, die Enttäuschung und den Protest der amerl« kanischen Z i o n i s t e n zum Ausdruck. Er sagte, dass England sein feierlieh gegebenes Wort gebrochen hat und da-ss es schwer sei, unter diesen Umstünden England weher zu vertrauen. In allen Synagogen Amerikas soll am Schawuoth-Fest ein Treuschwur zu Jerusalem abgelegt werden. Von stärkster Erregung war die Konferenz der englischen Zlonisten erfüllt, die am 14. Mai Iii London stattfand und der neuen Reglerungspolitik den Kampf ansagte. Dr. Brodetaki umschrieb die künftige zionistische Politik wie folgt: 1. Das jüdische Volk wird die Politik der Regierung entschieden zurückweisen. 2. Immigration und Aufbauwerk werden trotz allen Schwierigkeiten fortgesetzt werden. 3, Die Juden werden niemals einer arabischen Herrschaft »ich unterwerfen. 4. Die öffentliche Meinung der liberalen und demokratischen Welt wird von den Juden angerufen werden. S. Es wird keine Anstrengung gespart werden, bis diu neue Politik aufgehoben Ist. 6. Das jüdische Volk ist überzeugt, dass diese Regierungspolitik nur vorübergehend ist and wird daher nicht zulöten, dass die Partnerschafi vca Jude«* üü4 Engländers!a Palästina?er*t8rt wird. Ausser Brodetiki »Brachen u. a. Beri Lucker, R«v. Golubloom, ferner der Generalsekretär < de» Keren Hajessod au* Jerusalem, Leo Herrmann, der die Notwendigkeit der Millionenanleihe des Keren Hajessod darlegte und Kurt Blumenfeld, der eine hebräische Ansprache hielt Dar pohtisei.e Leiter der palästinensischen Exekutive Mosch« Scber« tok erklärte, ein Kapitel zionistischer Geschichte sei beendet, aber die Balfour-Deklaratlon müsse wieder zum Leben erweckt werden. Der Jisehuw sei stark genug, um einen Kampf gegen die neue Politik so lange zu führen, M» lit zusammenbricht. In diesem Kamp! muss das Judentum außerhalb Palästinas dem Jisehuw helft u. Die Konferenz der englischen Zioniscen wurde auf Don« nerstag Abend vertagt. In dieser Sitzung wird Dr. WsUnann sprechen und ein* Resolution zum Weißbuch angenommen werden,