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Jüdische Weltrundschau · 1939-04-21 · 5-6 (21.4.1939) · p. Seite 8

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Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
1 (1939)
Issue
5-6 (21.4.1939)
Date
1939-04-21
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Mit 8 JÜDISCHE WEXT-RUNDSCHAU Nr. 5/6, 21. IV. 1039 EINWANDERER IN AUSTRALIEN GESPRÄCH ÜBER PALÄSTINA VERSTÄRKTES JÜDISCHES LEBEN ERFOLGE DER LANDWIRTSCHAFTLICHEN UMSCHICHTUNG Sydney, Anfang: -April. | Wenn fVf M r erste Bericht über Ami ralien In der „J.w'JL"; erscheint, m>?rü) eingangs darauf hingewiesen werden, d;ins j die Verbindung zwischen Australien und P « i & - \ stina der gegenwärtigen australischen (Jrneration besonders j nahe ist. Die australische und neuseeländische Freiwilligen-! trappe, die im Weltk iege auf «eilen der AJlierten kämpfte und als ANZAC (AuKtrnlinn New Zealnnd Army Corp«) fi die Geschichte Australiens eingegangen ist, hat einen entscheidenden! Anteil an dm Kämpfen in Palästina wahrend des letzten I Krieges. Im War Mcmorhd In Sydney oder In Auekhmd <Ncwj Ze.-tbmd) sind die entscheidenden Ktimpf utftttcn Pala«! » t1 n n s e i n g e m c l s seit und miv.vchcr anslr nUhrhc Frontkämpfer, der mit einem jüdischen Einwanderer eine Unterhaltung beginnt, crziWilt von seinen Erlebnissen In Palästina. Dies« Verbindung Ist hier schon deshalb nicht merkwürdig, weil Palästina als Teil des britischen Empireempfunden wird! und die imlüstincnJtisrhen Vorßän;;»r hier In den Spalten der; Presse einen verhüll nismüsiil.«; gro.'-M n I'iaiz au<u ülk-tt. j Tm Vordergrund der Publizität «'.cht hier je-.loch die jÜ-> dl sc Ii 0 Einwanderung selbst. Wenn er* auch für die , Zukunft des Landes Immer eine StdbstversUtndllchhcit war, dasn eine «tändige Einwanderung erfolgen muats, HO Ist doch die Tal wehe der jüdischen Einwanderung ihi Laufe der letzten Jahre in einem solchen M«:..<e Gegenstand der öffentlichen Unterhaltung geworden, das» der Typ den jüdischen Einwon* derer.4» Scheinwerfer;« rlij; beleuchtet u Srd. Es ist Im Augenblick schwer, «uverlü.-siges Zahlenmaterial »u bekommen, aber man wird die. Zahl der jüdischen Einwanderer in Australien seit it)3.'i mit MnW rl.-hl zu }j<,t h annehmen. Seit Beginn die es Jahr i: t die neue Quote 7U»:runde gelegt worden, nach welcher in den nächsten drei Jahre« 11.000 jüdische JBIn- -•-wandeter nnelt AuslveJien hereingelassen worden. Es liegen gegenwärtig bei der uu^tralisrheu Regierung eine so grosse ■'Anzahl von Antragen vor, dirss In der Praxis Antragsteller mit einen» Vni^c-gegeld unter an*lr, £ 500 wenig Aussieht mif Berücksichtigung finden, sofern nicht australische Garanten sieh für die Antragsteller einsetzen. Als bevonmgt werden U. a. Personen betrachtet, bei denen nicht die Gefahr besteht, dass sie australische Arbeiter verdrängen,-die dagegen neue Industrien schaffen, die in Australien bisher noch nicht vorfanden sind und das australische Lclslurifesnlvenxi nicht herabdrüeken. Die Mehrzahl der Einwanderer Ja*; bisher in den gröbsten Stiidien Sydney und Melbourne '/u finden. Für die Möglichkeit der Arbeit als Angestellter1, dürfte in diesen Städten der Sättigungsgrad des Arbeitamarkte» für Einwanderer erreicht sein. In den anderen Städten Brisbane, Neweastte, Hobart, Adelaide, Perth und anderen sind bisher weniger Neiumhömmlingc geblieben. Der B>folg der Ein-- gliederungsmögllehkeit. hangt aber entscheidend von der V e r t c i 1 u n g auf las g a n /. e L a n d ab. Einmal sind die Möglichkeiten in den genannten Orten und vielen hundert Landstädten bedeutend besser als in der australischen CJfösstadt, ausserdem ist es aber eine Frage der Einwnmlerungfipolitih, die Neuankömmlinge zu verteilen. Hierbei soll «unliebst darauf hingewiesen werden, dass für eine Ansah! kleinerer jüdischer Gemeinden Im Lande die Ansiedlung weniger Neuankömmlinge. T. einen u n g e h c u r e n A tt f t r 1 e b für das jüdisch* Leben des Landes bedeutet hat, dassaclt Jahrsebnü-m zv.m ersten Mai wieder ein Minjan vorhanden Ist und dass in Synagogen, die längere Zeit! nur gelegentlieh geöffnet wurden, wieder neues jüdisches} -Leben''elnf.ie.ht.'''Die Ansammlung in den Grosstädteu gibt! ..etner kritischen Stimmung der Öffentlichkeit immer neues! Material. Der Australier ist wegen seiner Erfahrungen mit den Griippensiedhmgen .«•j<icurop»I*cher Einwanderer, die Ihre, frühere »Sprache beibehalten und sich streng von der oustra* j lischen Bevölkerung abschließen, skeptisch gsgert jede j Einwanderung, die ihm als neue G r u p n c n elnwanderung! erscheint. Es ist verständlich, dass in der ersten Zelt die: Neuankömmlinge in Melbourne und Sydney mit ihren Bc-, kannten und Verwandten zusammen leben wollen, aber In' immer stärkerem Masse weist die offizielle jüdische Einwanj derungsorganlsation auf die Notwendig it der Verteilung j auf die verschiedenen Distrikte hin. Das Sprechen einer ) anderen als der englischen Sprache wird mit grossem Unbej hagen festgestellt. Deshalb hat die Regierung von New South | Wales in Sydney in verschiedenen Bezirken Sprach- und! Belehrungskur.se eingerichtet. I Man betrachtet an sich die jüdische. Einwanderung mit^ Wohlwollen. Besonder» freundlich ist der Widerhall in I der Presse Uber Bemühungen, die Einwanderer I a n d w i r t-; »ebaft liehen Berufen zuzuführen. Die bisherigen, Erfahrungen sind ausgezeichnet. Abgehen von einigen Land-; Wirten aus Mitteleuropa, die bald nach ihrer Ankunft in Aui tflralicn mit Farm-Arbeit begonnen haben, sind die Ver- ■ suche, Einwanderer aus früher akademischen oder kuuf-! niaiinfscheu Berufen der Landwirtschaft zuzuführen, recht; zufriedenstellend. Einige junge iA'ufe besuchen die BegierungsfarmsehuJen in iSevv South Wales und anderen Teilen des Landes. Ausserdem hat die Australian Jcwish Weifare Society unweit von Sydney eine Trainingsfarm eingerichtet, auf der Ehepaare und einzelne männliche Einwanderer unter Leitung eines landwirtschaftlichen Sachkundigen vorbereitet werden. Der bisherige Erfolg Ist g a n % h e r y o r rag« n d, nach verhältnismässig kurzer Zelt konnten einige Absolventen in landwirtschaftliche Stellen entsandt werden, einigen konnten sogar schon in verschiedenen Distrikten des Landes Farmen 'zur selbständigen Bearbeitung übergeben werden. Fiel der Beurteilung des Ranzen Einwanderungsproblems in Australien muss beachtet werden, dass ein starkes nicht nur finanzielle» VerantwortUehkettsgefüh' bei der australischen Judenheil selbst hegt. Es werden von 4er vcrhaltnismä.s.sig kleinen jüdischen Bevölkerung von Australien (ca. 25 »00 bei 74 Millionen Gesamteinwohnerzanl) grosse Mittel aufgebracht, um die Neuankömmlinge in produktive Bahnen zu lenken. Der hierzu notwendige jüdische Organisationsapparat ist der grüssto, der jemals von austras c hen J u d e u g e s c h u f f e n w u r d e. Neben einem selbstverständlichen Gefühl der Solidarität Ist als Motiv wiederholt von Seiten der verantwortlichen Führer erklärt worden, dass die australische Judenheit sich einen starken Auftrieb des jüdischen Lebens durch die jüdische Einwander* rang verspricht. Eine riesige Anzahl von Probleme entstehen durch die wöchentlich ansteigende Etnwandererzahl, und In vielen Fragen sind gerade die AnfangsbemQhuugen zu sehen. Es ist eine laugsame mühevolle Aulbauarbeit zu leisten, um in Australien eine neue Heimstätte für wandernde Juden zu schaffen und damit einen neuen Ansatzpunkt jüdischen Lebens in Freiheit und Frieden. IV, 8. Mardorf. Nach einer Meldung der „Times" au» Canberra bat die australische Regierung in den ersten zwei Monaten de» Jahres 1939 1755 LandungserlHtibnisse für ausländisch« Flüchtlinge erteilt, wovon 1C00 deut.^«i?9rr-104--tsch«chischer StaatsftngeUÖörigkeit und 51 staatenlos waren. Das CesamtkaptlaJ. dtws die Einwunderer mitbringen werden ist ueschiitzt auf i i74,*i"5, der Durchschnitt pro Kopf betrügt £ 270. — Eine charakteristische Diskussion} PKOBIXH»; OKK EINU' AN WER KK IN V.$.\. \ San Francisco, Im Mära j Di« biejriiU-ü Rabbiner überlassen ihre Kandel oftmals Geistlichen anderer Konfessionen, oder auch Laienrednern. In einer solchen Lnienpredigt, wenn man so »agt-n darf, sprach einer der Richter des höchsten Gerichtshofes in San j Francisco, Judge Robinien, der kein Jude ist. Das Thema; behandelte dU) persönlichen Freiheiten, die die amerikanische j Verfassung gewährt, aber Im wesentlichen beschränkte sieh; der Vortragende darauf, zu seigen, weiche wichtigen Bei- \ träge jüdisch»? Immigranten früherer Zeiten tu der Sicherung? dieser persönlichen Freiheiten beigesteuert haben. Bubej »ondere wies er auf den bekannten Finanzier Washingtons,; Chatm Salomon, hin. In der Diskussion, die nach dem Gottesdienste in dem Gesellsehaftsraum der SynagoKe stattfand, dankte einer der Anwesenden dem Redner und fragte uaicr Hinweis auf die Betonung Robinsons, dass die Freiheiten auch den Menschen in Amerika m^uti kämen, die keine Bürger seien, wie es sich damit verhalle, du** die Gesetzgebung den Emigranten- Ärzten immer mehr den Start erschwere, je tat sogar mit dem Gedanken umgehe, die Einbürgerung iu verlangen, was praktisch bedeute, dass ein einwandernder Am erst nach fünf Jahren ~- früher Ist die Einbürgerung unmöglich —- sich niederlassen kann. Die Antwort war überaus interessant, und siv ist der Grund, warum ich diese Geschichte erzähle: Der Richter, dei •Ich vorher als einen wurmen Freund der Juden bezeichnet hatte, und auch mu h all seiner Vergangenheit bestimmt sich so nennen durfte erklärte, dass er iür soictie Einschränkungen sei., Denn .sie *< hüUe die hiesigen alteingesessenen Juden ebenso, wie die übrigen Bürger. Diese Emigranten belassen Fähigkeiten, die eine Konkurren.', unerwünscht sein Hessen. Und die Bürger dieses Landes, die zu den Institutionen des Landes. Universitäten, Krankenhäusern, Laboratorien usw. beigetragen hatten, durch ihre Steuern sozusagen ein Anrecht auf diese Institutionen hätten, müsstau für ihr» eigenen Kinder Vorteile haben, wenn keine anderen, so dl«, 4asÄ den Einwanbeginnen mit de, In der nächsten Abdruck einer Artikelserie von Jnneliiin l*rin/. (jetzt in New York) Über jw«lbdie Fragen in Amerika. Die Vereinigten Staaten von Amerika sind für die jettt beginnende Epoche der jüdischen Geschichte -/weifellos dus wichtigste Land der jüdischen Diaspora. Es wird gewiss für unsere Leser von grossem Interesse sein, wie ein nun Deutschland eingewanderter Jude, der die jüdischen Verhältnisse Mitteleuropas so genau kennt wie Joachim Prinz, die Lage in Amerika sieht. i"^:^^ „...a dernden eine gewisse Zeit des Wartens auferlegt würde, wo I sie die Menschen und Verhältnisse des lindes kennen lernten, j Das gleiche gelte für alle Berufe. Wollen Sie, ri >f er mit j } Emphase aus, dass Ihr» Kinder die Positionen aufgeben, damit! sin* von Emigranten eingenommen werden? Ein sehr starker; j Beifall der Gemrindemitglieder schien xu zeigen, da*» *ie ein-j j verstanden s*len. Als aber der Rabbi erklärte, dass er diese j Einwände gegen die Emigranten nicht gelten lassen könne, \ weit man aus menschlichen, ethischen Gründen halfen müsse, | weil Ausserdem vielfach gerade Emigranten Arbeiisgeiegen- . heilen geschaffen hätten, so dass der Vorwurf, sie nähmen anderen d»s Brot weg, mehr richtig sei — da lohnt« ihn ein ebenso starker Beifall, j Dl« Sache ist typisch für die Situation der Einwandereri j In Amerika. Selbst Juden und gutgesinnte Freunde der Juden; j haben ihre starken Bedenken gegen eine fortgesetzte Einwan-! ' deruug und plädieren, dass man es den Menschen ,die her- ]; kommen, nicht zu leicht machen dürfe. Aber sie klatschen; Beifall, wenn man ihnen enahit, dass sie doch hilfsbereit; sein müssen, weil das Gott und Moral von ihnen verlangen.;; Auch woll*n viele im einzelnen Falle, der sie besonders in- I! teressiert oder ihnen besonderes Mitleid abnötigt, gern helfen, {! lehnen aber eine Verallgemeinerung ab. I | Mau darf nicht ungerecht sein: die meisten Menschen.! ( die es können, und vor allem die vorbildlichen Olgsanis^ttonen,! | helfen in jeder Weise. Ab^r m» mitgeteilt« Diskussion gibt! ] etwas von der Stimmung wieder, di« hinter den Kulissen? herrscht Werner B b. 1 Das Ende einer Schule nie „Theodor Hcr/.l-Schult■ ' .im Kai«ci dumm \t\ t^rlin Au« Berlin erreicht uns die Nachricht, das» die „' h c odor H e r :• 1 Schul e" nm K-iinerdarnm n: i .31. Mär/. r,v t c'iios'icii wurde. Wi.« r-<> v',-'■'.« }'.uU In Deutschland, die in den letzten Jahren mit prrü?ster M-ifre, Aufopferung und Liebe aufgebaut wurden, hat auch diese Schule die Krise der Gegenwart nicht überdauern können. Sie r,ol\ aber nl--ht sangurd klnnglo?» v,rsc'r.winden. Zu\n Wort der Wiinügnn? ht hk-r am Pl«tf". Denn es Vv^dcit rieh nicht ur.i eine Anstalt unter vielen, es handelt «ich um <in \\>!k von g'ins; besondrrer jüdisrher ut; 1 geistiger Bedeutung. Diese Schule war n;< ht eine Folge des Mitler- L'mHlurze.i. Unmittelbar nach dem Krieg bereits haben ein« itfihe von ziordstiNchcn Eitern sl«':. zusammen getan und einen jüdischen Bchulverem gegründet, «m eine S< hnie zu hibun, die den Kindern eini jüdii.che Erziehung gioL schon 7,u einer Zeit, als dies der grossen Mehrh«it der Juden m Deutachlnnd als überflüssig, zum Teil wognr ablehrt nf'.vert, erschien. Eine gri'ndlhhe Kenntn?» der hebräischen Kprache und Literatur rollte die Our.dmgc der l'.ildiing sein, die Kinder Rollten mit dem Wesen der jüdl«rhen G'-jneinrrhaft und mit den Tc/suchen des PaULstlna-Anfbttiics vertraut gemacht werden, vm mit so'-*hem Wissen .'umgerüstet später als aufrechte Juden leben xu können. Di-; Schule war eine private Crl:n(hwg und idieb umkämpft. Die offi/.i:l!en jüdischen Jnstnn7.cn verhielten .sich Ablehnend. Trotzdem wurde in aller Stille dieses Werk aufgebaut, die Schule Fn.vaueiistra.s3e, s; iUer Klopr'.oekstrnsse, h* t Hunderten von Kindern ein Ihrem Wen n; ngck'as?!tr>s Schulmilieti j;egeb<m 1 mitten Im Slvonv der .•Wimiintlon jüdiwhe geist:,.,- VvV-rte zu shihern verniorrht; t.nd al.s;m Jahre 1S33 der Sturm über das deutsche Judentum hereinbrnch, als plötzlich ein elementares Bedürfni* nach einem jüdischen Schulwesen entstand, war hier eine Vorarbeit geleistet,' auf der1 "auch von anderen aufgebaut werden komte. Ein Stab von ausgeseh rieten Lehrkräften " unter der Leitung von Frau rV.uia~N?»th.t!» und später von Frau Paula Fürst, war mit Djugebung an der Arbeit, und. es gelang, oi ganlsatorlsch und systematisch immer gründlicher uufÄubaiien. Nach 10:;S erliirlt die Sehlde plötzlidi einen Zustrom \ m Kindern auch, aus Ranz nnderen Kreisen, es mussten ül:ergHngskhu.sen gebildet werden für diejenigen, die keinerlei jüdische und hebräische Vorbildung mitbrachten. Der Zustand der Schule erinnerte in mancher "Beziehung an die Situation von Einwandererkindern in Palästina, die »leb jüdisch umstellen müssen. Mehrere Jahre lang Wii:.-,i alle Klassen überfüllt. Die;! war zumindest quantitativ der Höhepunkt der Arbeit dieser Schule, die dann aucn in stattlichere Räume übersiedeln konnte *lTt$ zuletzt das Kaus am Kttiscrdüinm innehatte. Es entstanden auch andere Probleme, bes. im Zusammenhang mit der BeruftumsehL-htung, der Erziehung zur Arbeit, der Vorbereitung zur Auswanderung-' Viele Hunderte von ehemaligen Schülern lehen jetzt in Palästina und überall!n der Welt, die gern nn die Zeh in der Schule am Kaiserdamm zurückdenken, die voi einigen Jahren den Nam?n „Theodor Henri- Schule" angenommen hat. Seit einem J«hre War ei.» ur ccr:n■ UlU^h-i: Abstieg in der Frequiiiz der Schul« eingetreten. Die Auswanderung nahm immer grösseren Umfang an, in den letzten Monaten kamen nom die Kinderversehickuhgen dazu und schliesslich war nach den- Zusnmmenbrmh des deutsch-jüdischen Leben« nach dem 10 November l*m auch die Schule nicht mehr zu halten. Die Arbeit, die dort geleistet worden ist, war nicht vergeblich. Wir sprechen nicht allein von der Tatsache, dass Zöglinge der „Theodor Herzl-Schule", wenn sie nach Palästina kamen, sich «chnell und leicht H die hebräische Schulen den Dan des einordneten, sondern auch davon, dass viele Hunderte Kinder in anderen Auswanderung.vläsidem die das Schicksal in eine neue Umgebung zunächst ohne jüdische -Verbindung gebracht hat, einen Fundus an jüdischem Wissen und vor allem an jüdischem Fühlen mitgenommen' haben, eine Sicherung gegen diu feindlichen und auflösenden Kräfte, die das Judentum unlergrab«»i. Den Leitern und Lehrcnv der~1*heodorHerzl-Sehuh», die - - besonder, i.i der letzten Zeit — .unter schwierigsten Verhültnf.'isen xur.l unte*. grossen persönlichen Opfern gearbeitet haben, .-,.».( dir« Leistung and ihr Verdienst unvergessen bleiben. Du.« jüdische Volk hat eine Ehrenpflicht gegenüber diesen Menschen, von deren Pionierarbeit und Heldenmut nur wenige ausserhalb des engeren Kreise» etwas wissen. Die grossen Erfahrungen und pädagogischen Kenntnisse dieser Menschen sollten auch weit?tfür das jüdische Volk nutzbar gemacht werden. W.r hoffen, dass dies in einer geeigneten Form gelingen wird. Das ist umso nötiger, als gerade in dieser Zeit die jüdische Gemeinschaft mehr als je Menschen braucht» die ihr in ht bevoller und geduldiger Tagesarbeit ein widerstandsfähigem, seibstbewusste* und in jüdischen Dingen he* wanderte» Geschlecht erziehen. Möglichkeiten in Britisch Honduras? In der Lcndoin r „Times" veröffentlicht ein Missionar aui Britisch Honduras eine Zuschrift, worin er d<i Meinung Ausdruck gibt, das« diese Kolonie 4 0 000 luden a u f n e h m e n k ö n n t e. E* gäbe in der Kolonie ein Hoch* plateuu von HOO Quadratmctlen, dass ein für tropische Ver» hältnisse kühles Klima hat und völlig unbewohnt in. Deit westliche Teil dieses Plateaus sei bewaldet, es gäbe Wasser und Weideland und sei wahrsvheinlieh für Landwirtschaft geeignet. Auf diesem Plateau könnten nach Meinungd*4 Schreibers s i\kj Familien ru S Köpfen angesiedelt werden, wovon die i:atue Kolonie kulturell, geistig, moralisch un<t ökonomisch profitieren könnte. Wenn man mit einem Kapital von i 4i\ - pro Kopf rechne, so würde das einen Zttfluss von x i..v<»,n»K> für die Kolonie bedeuten, und auch die englische Schiffahrt und der Ausäenhandel der Kolon!« könnte davon profilieren. Wenn die Juden d.;s Land bebaut haben, könnte! sie auch Städte bauen. Der Brief Schreiber erklärt, du>s man für das Gelingen dieses Werkes beten müsste. — Die Angaben dieser Zuschrift können wir sucht nachprüfen, wir kennen aber die bittere Tatsache, das« «in Emigranten-Schiff, das küridLh Britixch Honduras anlaufen wollte, angewiesen wurde, sodass die unglückseligen l'ussagiere iu ch unbekannten» Ziele weitergefulirt werüen mussten. IVrouiiUches Wie un» aus Schweden gemeldet wird, hielt Dr. Haiui<* Joachim Sehoepa auf Einladung der Claus Petristiftung in Up*alla unter Anwesenheit des Entbichofs Eidem zwei Vo#- lesungen üb« i *. DU Theologie des Apostels Paulus im Uchte jüdischer Keitgtonsgesehichie .

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