Jüdische Weltrundschau
- Journal
- Jüdische Weltrundschau
- Volume
- 1 (1939)
- Issue
- 5-6 (21.4.1939)
- Date
- 1939-04-21
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Kr. 5/6, 21. IV. .1939 JÜDrSCHF WELT-RUNDSCHAU Seit« 7 Aus dem inneren Leben der ungarischen Juden Von unserem Budape« KV» 5'f Budapest, Anfang April 19.19. In gleicher Zeit hielten die Pr.'trr l*r. Crmrmdi' und die Zionistische Landr*o,aanimHon ihre diesjährigen (iem ralver- Frankreich und das Jüdische Problem hi n K V.t >"hU<tsUi{Wr 'S. St. 9 u. de ,J. w. /;.* mmmlung^ ab Erster* nahm mit Genugtuung den Be- ^hkr^it. .«u-nden darüber hinaus die Grundlagen der rieht des Vorsitzenden Hof rat S. Sfpr» zur Kenntnis, der J „ «... „. ,„„.... . . U, «. Ob»r die neuer, sozialen Aufmbcn der Gemeinde refe-I aU?n ^ophl^n /.ivUlsaUon bedrohen. Ut der Umkreis der riertc AnlßOOÖ Personen wurde Rat, Rechtshilfe und I Jul,"pnPn S^lh»'* zur Lösung der ..Judenfrage" erhebmaterieller Bestand erteilt, wofür mehr «I» eine I Million ( lu"h eingeaehrftnkt worden. Auch d^r Überaeugtestc Anhänger III. IHK Jl OlSril*; MMIKTIIII.FK Ider nn. einl.erfcnden jüdischen UcfuKie* au* Milte!. Und 1t\ der Fievr ht'tnnierung Kur--: ,is. in dem Z«r -tnirnenprall I Südosteuropa, sondern stosst auch einen grossen Toll der der Weltmächte, die nicht nur das politische System der! fH''t Jahren in Frankreich an« >.:■ «igen Juden - meist ontheuer Herkunft —• in die Illegalität und macht sie zu „Luftexistenten", die vom Tag zum T«ge leben, aber U.dne wirk* liehe K.xi«!onr.«rundlajjfe besitzen, Das wohlhabende franso- Fengö nur.serordcntü die Kosten aufgebracht werd >n mußten. Die Versammlung nahm eine Resolution an. die dagegen protestierte, dass In einem tu kodifizierenden Gesetz „die Gtattbenstrcuc in Gegensatz gebracht werde zu der Staatstreue". deren Beispiele in diesen Tagen bei der Rüekgli*«dr rung des Ruthenenlnndcs von allen Ungarn In gleichem Masse gegeben werden, ohne Unirrschied der Konfession oder »Rasse''. Zum Schiusa konstituierte »Ich der neu«1 Gemeinde- ♦orstand, In den nn Stelle einiger sich zurückziehender Vertreter der Großindustrie und des Grosskapita!» M neue sog. Intellektuelle hlncingewiihlt wurden Wie der offizielle Bericht ruitteilt, befinden »ich unter den neuen Vorstehern 4 Frontkämpfer, während dem Ausschuss 7ß Frontkämpfer angehören. Auch die Landcskonffircns der Z km ixten stand im Zeichen 4«i wiedergewonnenen Oberlandes und Russinskos, indem die dortigen (bisher zur tachechoslovakUch.cn Landesorgani •ation gehörenden) Lokalkomit4s zum erstell Male in der •ngarischen Landesorganistttion »ich zusammenfanden. Insgesamt nahmen an der Konferenz in Vertretung von 52 Ortsgruppen 250 Delegierte teil, deren Arbeit »ich diesmal wegen äusserer Umstände ~ in den Sitzungen einzelner Arbeitsgemeinschaften, Fach- und Zweckausachuasen erschöpfte. Hervorgehoben wurde, da*.-» die Bedeutung der ungarischen zionistischen Bewegung »ich Infolge Auflösung der OMterreichischen und tschechoslovakischen Organisationen und Einschaltung des Oberlandes gewaltig erhöht habe, was auch im Anwachsen ihrer Mitgliederzah! und der Erfolge der &chekeiaktion (es werden an 50.000 Schekelzahlcr erwartet) Cum Aufdruck komme. Als Ersatz für da« noch immer nicht bewilligte Parteiorgan wurde die Propaganda der „J ü d i - tchen Weltrundichau" die heute eine fühlbare Lücke ausfülle, beachlos-.en. Zum Landespriisidenten wurde an die Spitze einer I^andeßexecuUve wieder Dr. Julius MI k los jun. gewählt. Ein ergreifendem Diid der hurtigen inneren Lage des ungarischen Judentums entwarf der Gencrahckrctär der Pestcr Irtr. Gemeinde, Alexander Eppler In einem Vortrag, den er innerhalb de* Zyklus der freien Universität hielt. Auf Grund genauer statistischer Daten und Folgerungen wie» «r nach, das» seit dem Inkrafttreten des I, Judengesetzea nur 1600 jüdische Angestellte hätten entlassen werden müssen, in Wirklichkeit sei aber deren Zahl auf über 5000 ' emporgeschnellt. Nach den Bestimmungen der IL. Jtrdenyorlago wunde sich die Gesamtzahl der durch Entlassung und Jhd»tensv«r».tt»Tt Unversorgten auf mehr als 200.000 erhöhen, die andersgläubigen Judenstämmllnge nicht inbegriffen. Vortragender sprach sodann von den objektiven Schwierigkeiten der Auswanderung und Vcrmägfcnatranaferierung und betonte, dieselbe könne nur auf zwischenstaatlicher Basis gelöst werden: freien Boden geh« es genug in der Vv'ch und ein glanzende.« Bebj.net jüdischer Kolontaationsfähigkeiten biete eben Palästina. Zweck» Umschichtung und praktischer Umbildung, ..... aber ausschllesallch jMir Erleichterung d;r Auswanderung, .....- habe dio Re-. gierung sintrstitsgestattet, das» <\\c rkf'meinde in eigener Verwaltung eigene ovw<-rblirhe V/ak- und Lehrniüitcn einrichte lind in ihren Heiden Gymnasien Ui« oberen Klassen mit Faridlclkursen für Metall- und Hoteinduütric. resn. Hamlialtungslehre. erweitert, andererseits die Möglichkeit geboten, das* innerhalb d«r? i.-eit 9t Jahren wirkenden ,.Ungari«chen l*r. Ackerbau- und Handwerkerauabildungs-Veri inci", sowie -auf kleineren jüdischen Landgütern an, 100-200 SogHnge der rLandv/irtschaft zugefügt werden. Das von den drei jud. Landeakanzleien, sowie den humanitären Vereinigungen der Hauptstadt erhaltene ..L anduachutzblir o" wurde all Ztnirum allgemeinen jüdischen Wohifahrt«iwes»ns anerkannt -und steht als solches mit den internationalen Organisationen HICEM unJ Joint In ständiger Fühlung. Seine Tätigkeit be- •chränkt sich nicht nur auf heimische Hilfeleistung, sondern j auch auf die Unter tützung d«- durehrei-aenden Flüchtlinge, Inteniicrte und d«. Auch der im-^.-SH.;he K e r p H a J e a s o d - V e r b a n d; "Welt dtrser Tag« seine überhaupt erste l^andenkonferenz unter! reger Beteiligung ab. Ausser den BudapesUrr Delegierten nah-] men an der Kon'eren:>. Vertreter von 40 ProvinÄsUldten, sowie der W1ZO i-nd dir Zionistischen Organisation taü. Nach der Eröffr^ungsrede des geachafUführenden Präsidenten, Oberarzt .Dr. K. Jzsak erstattete Sekretär P. U Fazekas seinen Jahresbericht über die Äwdjah'-ise T .tigkiil des K. H-, die ein« stark aufwart* sich bewegende- Tendenz zeige. Kachher bcgiüs*te der Delegiert».; des Jerusalemer Hauptkiiros. Dr. £'.. Kanowitz die Versammlung und hielt .«in hiisserea Referat Uber die Lage in Palästina, B. KugUr sprach über die K H-Arbeit in den rörkgeglisderten Gebieten Oberungurn,*'. worauf noch Oher- . «abbiner der Pester Israelitischen Gemeinde Dr. IJenjamin Fischer und da.» Vorstandamitgiicd der Budac-r 'Ofnerl Gemeinde, Robert Auer die Belastung des K H. würdigten Ks wurden dann mehrere Beschlmj-anträge angenommen und au' Antrag Dr. Kanowitz folgendes Begrüssungste legramm an den Jischuw in Enz Israel abgesandt. „Die erste Landeskonferenz des Keren Hajcssöd in Ungarn landet im Nrmen von Zehntausend.sa ungarischen Juden dem kämpfenden Jischuv/ in Palästina seinen brüderlichen Gruss, Die Judenbeit Ungarns, die jetzt vor schwerer Schicksalsprüfung steht, wird de» Weg naclf Erez Isra«! finden, wie Ihn die Masaen d.s Judentums in der ga. n Welt gefunden , Haben. Die Konferenz gelobt a Kräfte* der ungarischen Judenheit zu mobilisieren für den Kampf um unsere historischen Rechte auf die Helmut Erez Israel." Knapp vor den Feiertagen verschied der langjährige Vor- •its*n<J« der Budapester orthodoxen Geraeicde, Abraham Freudiger de öbuda in seinem 11. Lebensjahre. Der Verblichine, der auch als Industrieller und ab Tora-Gelehrter; eine bedeutende Persönlichkeit war, wurde wegen seiner Ver- dtenste auf den; reHxiös-humaniia/en Gebiete mit dem unga-j riachen A I"? ' ■' \ Titel eine» Obtsrregierungarate* ausge-! zeichm-t. .4. F. der „AutoemanzipaUon" kann heute nicht mehr verkennen, in der Welt Kräfte zusammenstossen, die dem F.lnfhiRS der jiidischrn Aktion völlig ent-.ogan sind, deren Ai!;.{;Ielch nb^r letzten Ends* «uch über daa Schicksal dos Jüdischen Volke., — jedenfalls in den nächsten Jahren und Jahrzehnten — entscheiden wird. Jeder Verbuch des Judentums, die Lösung seines Problem*, selbst In die Hnnd zu nehmen, muss mit diesen Be.tchrJlnkunrren des Aktionsradius rechnen, Obwohl das französische J'u'd'e'nTu'm xahlenm&sslg nn Bedeutung weit hinter den grossen Judt ng^nelmjchaftm in Osteuropa, in Mitteleuropa und In Amerika zurücksteht, ist es heute einer der wichtigsten Faktoren in der politischen und sozialen Struktur des Jüdischen Volkes geworden. V>lr*; in Ihrer politischen und wirtschaftlichen Kraft noch ungebrochene Jüdische Gruppe stellt heute den Hussersten Vü.^ poaten — sozusagen die jüdische ..Maginot-Llnie" — 'gegen die antisemitisch« Welle dar, die mehr und mehr Kuropa zu überfluten drohtg, D, ■• franzö-is-hc Judentum erfreut sich noch aller Rechte, die die Judenemanvipation des beginnendem ID. Jahrhunderts uns gebracht hat. Ks Ist ein reiches und mächtiges Judentum, das In wichtigen Gebieten des kulturellen und wirtschaftlichen Tabens Frankreichs zwar keine führende. wr,hl -iber eine sehr bedeutsame ftolle spielt. Die antisemisehen Strömungen in Frankreich sind bisher im wesentlichen nur periphär geblieben; sie haben die Grundlagen der jüdischen Position noch nicht erschüttert. Die Vorpostenslellung. die das französische Judentum einem grossen Teil der französischen Juden selbst unbewu-Hst — einnimmt, legt aber der Jüdischen Gemeinschaft In Frankreich eine besonders grosse Verantwortung auf. Sic muss in ihrem eigenen Interesse und i im Interesse des Gesamtjudentums mit allen Kräften dnnuif luri.'irb'dten, dass die Reibung..flachen zwischen der jüdischen Gerneinschaft jmd der sie umgebenden — nichtjüdischen — Umwelt vermindert werden, duss die Fehler auf Jüdischer Seite, die mit zu der Katastrophe dos deutschen Judentums beigetragen haben, in Frankreich nicht wiederholt werden. Das französische Judentum kann zwar letzten Knd*-s nicht —ebensowenig wie ein» andere Gruppe des Jüdischen Volkes —über seine Zukunft entscheiden, Ks kann, aber inen wichtigen Beitrag zur Lösung des jüdischen Problems in Frankreich mid in der Welt liefern. Auch eine „ideale«"; Haltung und Aktion der französischen Juden wird allerdings nicht einen antisemitischen Verstoss zum Stehen bringen, der mit und hinter dem Judentum die Grundlagen der europäl- •n Zivilisation zerstören, will. Bevor aber das französische Judentum den Versuch einer erfolgreichen1 Verteidigung seiner Positionen" unternehmen führenden Männer zumindest völlige Klarheit U-ber d i e G er ahr ehi gewinnen, die auch das «ische Judentum bedrohet}. Ks Ist bemerkenswert, dos :?godie tl«H deii'tscben Jitdentums„..die o;ch gerade In j Frankreich besonders stark in einem Zustrom von Zehnendenvon Emigranten auswirkte, keine wirkliche mora-!.«:'-b- Erschütterung bei der " eingesessenen französischen uden hervorgerufen hatte. Mnn sah in dem deutschen Zusammenbruch einen individuellen, aber keinen typlachen Fall <le< Judenschickijüls, Van französische Judentums glaubte sich vor ein gro-ises phila ithropwhvH Problem, nicht aber vor eine Aufgabe der Selbstverteidigung gnnivüt, Erst die anhaltenden' Schlage, die der „RaciHmus" Uber d«»s mitteleuropäische Judentum brachte und vor allem die antisemitische Po-itik Italiens, die mit einem Federstrich die stark assimilierten itaiieniAchcn Juden entv/urzelte( hat auch dem französischen Judentum die Augen Uber den Umfang der Gefahr geöffnet.- En* jetzt haben auch dl« eingesessenen •dsehe Judentum steht hier vor der schweren Au«*- >be, eine NcH\-»rwtn-3«lunif *temr völluj hibd yt u.ord'Utn Urhidhlc* dar }üd<<ch;-,i f,Vi,MJuiarftii/f in Frankreich i.eriie^ufUhren. Die Invnarvifi'nahme eines solchen so?.irtlen ^unieruitgsplane« erfordert Mut, Kntschlusskraft und gre»«c nn.ai/.i, Ile Mitiel Die Ivisung dieses sozialen Problems i»t aber diu Voraussetzung Jeder wirkungsvollen V'.. rtekUsun« .{er iu-hv:'„en Gemein.ichüft In Frsnkieich und Ist eine U»,,U, h«. 1>Wo d«r zwungslauflgeo Solidarität, die in den leuueu Jahren gesch-'iffen worden i.*:, I DK» Frader sf.yr.iakm NeneingUedernng der wurzelloi | pjewonlen^n Teil« der jüdischen Gftmein rcha't bt naturgemaa« j aufs cfuruö mit dem Problem der j Ii d i s c h c n B e - i r u f s s c h I c h Mi n g verknüpft, Au<-h In Frankreich besteht! .J.is Problem d»jr Chcrfullung der hähdierirteium und einiger ■ hanuwcr!:ticher B«ruffl durch dm Judentum, das zu immer : erneuten Zusammansi'lssen mit den durch die jüdisch« Invasion bedrohten nicht jüdischen Konkurrenten führt. Wenn da« . franzoslsrhc Judentum ein I'togramm der wirtr<-haftllchen Sanierung -In Angriff mhtnen wiii, dann Wird die berufliche > Neugliederung baiw. die berufliche Umschichtung einer dt^r Hauptpunkte dieses Programms sein müssen. Ks Ist darauf hinzuweisen, dass die Spitzen des französischen Judentums in den letzten Monaten ein wachsendes Interesse für dies« Seite des jüdischen Sozial Problems gezeigt haben, und dass »Ich einige Organisationen wie der „Hcclialuz", der „ORT", da« „Ccntre de ReHiisseinent" u.a.m. in dankenswerter Weiso um die Lenkung der jüdischen Jugend In landwirtschaftliche und handwerkliche Berufu bemüht haben. So lobenswert aber auch die Tendenz dieser Bestrebungen ls»,;o werden sie doch In ihrem Umfange in keiner Weise' dar Greise des gestellten Problems, da« nicht einige Hundertc »sondern Tausende und Zehntausend» von Menschen umfaßt, gerecht. Das Problem der jüdischen U c r u f s u m b c I» l c U l u n g gewinnt ausserdem noch unter dem Gesichtspunkt nn Bedeutung, diu-a dl« , wacliÄcnden Widerstände gegen den jüdischen Kinflusa in d«ft intellektuellen Schichten die Ablenkung eines Teiles - - auch der bemittelten - Jugend in Hand berufe wünschenswert •rscheinen lasst. Das jüdische SoziaJproblum In Frankreich istabsr nleht. irur «dne Frage der oc'nifiichen. Giiederung," »ondern damit im enren Zusammenhang stehend —- att^h ein Problem der geographischen V e r t eilu n g. Die KßnzcntratUm des Judentums auf die grossen,. Städte iflt in Frankreich ebenso ausgeprägt wie in den Vereinigten Staaten. Die franz<isl»chen Behörden haben in den leiztcn Monaten M«tssnahriien ergriffen, um durch die Zuweisung von Zwa«g«wohxislt2en in der Provinz den noucn jüdischen FlticntHngsstrom von den atädtischen Zentren -.- inftbenondsre von Paris -----abxuknkön, F* wür« -wünschenswert, dass dieäo admlnliitrafiven, mcnae'hlich oft sehr harten Zuweisungen des Wohnsitzes durch ein« systematische Politik der Jüdischen Gemeinschaft ersetzt würden, Kiric derartig« VerteÜungspoHsik kann sich aber naturgetniiss nicht auf d-e Zuweisung von Fahrkarten nach fran2äid.*:chen Provl«J2c-n'iren bosehrJinken, sondern mua» dafür «;trgcn. das« für die Zuwanderer auch die Grundlagen einer menschenwürdigen K.tistenx geschaffen werden. Um' diese Aufgabe zu- 'frledynateUeftd UHzrt jsu können, ist es daher nicht nur notwendig, dass Mittet zur Kxintenz^ründung zur Verfügung stehen, sondern dass die Spitzen des frunÄoshfthen Judentums auch ihren Widerstand gegen den Plan geschlossener oder einzelner j ü d i s c. h c r Siedlungen auf I a n d w i r t - | schaf tilciicr Grundlage aufgeben. Für diese Sied- | Jungen kommen nicht nur die entvölkerten Landstriche In j Mitte!- und Südwestfrankrelch in Frage, «ondcrti eventueH | auch einzeln-;» franzosische Kolonien. Die Widerstände, die stich diesen Siedlungaplanen entgegenntelien, sind bekannt. Sb.- erfranzosisehen Jude»? die .. S o I id a r i t » t" des J u denj ^helmux Hb0f n^ht ,Jntiberwindlich, wenn von judischer Seite tu ms begriffen und hatnm eingesehen, daas man d*n anti .*ci)>itischen Angriff nicht einfach auf die ausländischen j Juden ablenken kann. Mit der Einsicht in die zwangsläufige! Solidarität aller jüdischen Gruppen »ng^sichts eines Ktmtlnsamen Feinde« ist schon ein wichtiger Scnritt iur Bildung einer jüdischen Verteidigung* front getan worden, in der alle Kraft-? des französischen Judentum* vereinigt sind. Wenn auch die zahlreichen nationalen Gruppen der in Frankreich lebenden Juden nach wie vor ihr Kigeneine ausreichende finanzielle Grundlage gesehaff'm wird. Ks braucht kaum betont tu werden, daas auch eine g«w|s»o Abwanderung nach Palästina und nach überseeischen Ländern eine Krleichterung des jüdischen Problems in Frankreich mit sich bringen *Urde und dass sie auch Raum für dr« Einwanderung kleiner Cruppen besonder« bedrohUr Juden aus den anderen europäitchen Lindern achaffen wurde. Die fran*ös»»che Regierung steht heute ein* i deutig auf dem Standpunkt, das« Frankreich mit Flüchtlingerl saturiert ist. Angesichts der Einwanderung»»chwieriglieit«n in i den anderen Landern kann aber das fru/uo»i*ch« Judentum auf eine erhebliche Verminderung der wirUchaftüch ungefe»tig« tert Kxiitenien durch Abwanderung nicht rechnen und es *lrd daher vor allem ein« Losung dieser schwierigen Problem« S m Rahmen des französisch«« Territorium« In» Auge fassen müssen. Alle diese Versuche, die iwar kein« „Lösung" des jüdischen Problem« in Frankreich in »ich achliessen, wob! aber den Weg Sehen bewahren, so ist doch in den letzt«« Monaten eine engere und fruchtbare Zusammenarbeit der führenden Persönlichkeiten der einzelnen Gemeinschaften festzustellen. Dl« Zeit:-« In denen «ich die „französischen" Juden von den ..ausländischen* Juden betont isolierten, scheinen endgültig vorüber zu »ein. Die Zelt Ist wohl nicht mehr fern, in der e.s gelingen wird, in Frankreich ein« Spitzenorganisation des Judentums zu schaffen, die für all« judrschen Gruppen repräsentativ ist. Dies* neugewonnene jüdische Solidarität in Frankreich «in«r jüdischen Selbsthilfe lur Verminderung der Spannungen darf «her, wenn sie zu einem wirkungsvollen Instrument des | zwischen der judischen Gemeinschaft und der Umweit, »owie innerhalb der judischen Gruppen in Frankreich zeigen, können aber nur dann dauerhaft« Krfoige bringen, wenn ei« auf den richtigen moralischen Grundlagen aufbauen. Die Führer der ju<J!ach«n Gemeinschaft in Frankreich müuen von dem Gefühl der Schicksalsverbundenheit Und der tlgter. Brüdern ausgehen jüdischen Sozialprogramm f,c*gtnüber. d«r*^«n wtrtschai'thch^; Lag» sich unter dem Druck j me« nicht als Aktion zur „Birkampfuug des Schnorrertum»" einer fremderifeindiichea WirtschaftsgeseUgebung de» fran- \ o*ier zur ..Beseitigung landfromder Element«" auf.'a.«en. Pa-w ••tischen Staates immer mehr ver*ehl#eh!ert, Diese G«**Ui in dieser Richtung aoefa viel *u tun wrt, wird kein Keiner dtv •>'buns verhindert nicht nur die wirtschaftliche Einordnung! Verhältnisse leugnen. Verteidigungskampfe« werden soll, nicht nur auf «inen orgar,is«torl4chrn Zusammenschlus» beschränkt bleiben, sondern muss zur Inangriffnahme eines grosszügigen S o z i a 1 p r og t am.ro e s fuhren. Im französiÄ.chen Judentum ls* die soziale Streuung be-v/nder* gross d, h. stehen einer kleinen Ajnxahi von »ehr reichen Juden ein« grössere wohl-' Solidarität mit ihren weniger be; habende Mit-.eLichj'-'at und *in« grosse Mas*« d*s Proletariat« j und dürfen die In an griff nähme ti