Jüdische Weltrundschau
- Journal
- Jüdische Weltrundschau
- Volume
- 1 (1939)
- Issue
- 5-6 (21.4.1939)
- Date
- 1939-04-21
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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feit« 4 JÜDISCHE WELT-RUNDSCHAU Nr. 5/6, 21. IV. 193« Die wirtschaftliche BedeHtnn? der jüdischen Ein wand min;> für Holland Von unnrtem tiotlthuUrrh n H< > ich frr.-ttnttt r KL. Den Ha«t;. Mitto April. , Win In verschiedenen andren Ländern beschäftigt die Öffentlichkeit auch in Hollnrid Frage, welchen Einfluss die jüdischen Einwanderer aun tiem deutsehen Reiche nuf das holländische Wirtschaftsleben ciu.'iübcn. Das ,,Comit<! 1000 Zertifikate für April IHK KIN'WANDERUNO NACH PALÄSTINA Bljw>nd«»rc Joods< Auf Grund der Verordnung, die dem High Commissioner da« Recht gibt, die Zahlen der jüdischen Einwanderer jeweils nach politischen Gesichtspunkten fcnt.zu.wUen. wurde am 12. April die Zahl der Einwanderungszertifikate, die im Monat, »«•hingen", dessen Sekretär der um die Apri] ausgegeben werden, festgesetzt. gefähr 1000 Zertifikate gegeben werd« entfallen folgende Ziffern: Zertifikate Im ganzci Auf die wllcn tm- Kwtegorien Gesa ,>i~uhl der KaUnoric A (I) Kapitalisten.......... 100 liö A <IV> (»«sicherte Einkommen 10 10 B (fl) Rel(j<iöfw Berufe ... 10 .70 H (MD Studenten ......... 200 220 C Arbeiter ............. 100 HO D Angehörige ......... 360 440 Insgesamt...... 780 920 Flüchtling n'ürrorge sehr verdiente Prof. Dr. David Cohen In Amsterdam iit, hat nun wiederholte Untersurhungen hierüber angeslrll«. Seit 19X5 wurden von Emigranten um Deutschland in Molland ,'t00 Industriebetriebe errichtet. Tin allgemeinen handelt es Bich um hleine uivd mittlere Betriebe Unter Ihnen befindet «ich jedoch mich ein Unternehmen, da» 200 Arbeiter be*Hi>»fHgt. Die Tw.tr;u'he. dasn Holland ,Mh Handels- und Industrieland einen hohen Entwicklungsgrad erreicht hat, bringt t» mit sich, dass nur für solche Kräfte Raum ist, die in die bestellende Struktur üe; Wirtschaftslebens organisch eingeschaltet werden können oder aber freie Plaue besetzen können .auf denen sie am weiteren Aufb.ui mitarbeiten können. Das hat dazu geführt, das» in den traditionellen Gewcrbcswelgen v/ie z. IS. in der Woll- und Baumwollspinnerei, in der I>der- und Prl>uhit)duntric, in der Zigarrenindustric usw. von Einwanderern keineneuen Unternehmen errichtet wurden. Versuche .die in dieser Richtung unternommen wurden, scheiterten, dar, wie der Konkurrenz der bestehenden Unternehmungen nicht gewachsen waren. Ähnliche« gilt auch für eingewanderte Arbcltnch m « r. Im »Hgcmchun wir. den Ar-j keine Gesuche um 7«rtifikaU> mehr an^rnumtnen beltagenehi.iir.ungen nur erteilt, wenn der betreffende Angc-! werde« können, ■teilte besondere Spezialkenntnisse besass und nicht ohne j weil die bereit* von früher her vorliegenden Gesuche die Zahl weiteres durch eine holländische Arbeitskraft ersetzt werden' der jetzt bewilligten Zertifikate weit übersteigen. Was die konnte. .Schwierig ist vielfitch. die Lage derjenigen kleinen | Kategorie C (ArbeiterzertifikaiO betrifft, so sind die Anforde- 8elbstfitii',igon, die? keine Anstellung gefunden haben und nicht j rangen durch Vermittlung der Exekutive der Jewish Agency Stur Errichtung eine.i Bei riebe» imstande waren. Diene ernähren! auf Grund der Bedürfnisse der Arbeitgeber vorzulegen, wähi Die Quoten gellen für alle Kategorien, mit Ausnahme voa Ehe- I frauen und minderjährigen Kindern, deren Zahl anscheinend j auf 220 geschätzt wird, sodass die Gesamtzahl der jüdischen Einwanderung auf 1000 gebracht werden kann. In dem Kommentar, der von dem Wanderungsamt der i Regierung der Press« Ubergeben wird, wird darauf hingewiesen, \ dass in den meisten Kategorien Gesamteinwanderung aus Deutschland seit dem Jahre 1»33 gibt. Es muss hinzugefügt werden, dass diese Statistik wahrscheinlich nicht alle Kreise erfasst, Rodas« man sagen kann, dass die Zahl der aus Deutschland eingewanderten Juden In Wahrheit noch etwas höher liegt als »ich aus der Statistik ergeben würde. JMim-hc EinvxinHcrnng noch Pnkixlinii «ws Deutschland Wiihrrnd der Zeit vrm /9&t - /9.M Getarnte jiut. Einman- Davon Einwanderung , sich vielfach durch Verkauf von I <ehcnsmitteln, Wäsche, Zigaretten etc. an 'Emigranten. Von 140 unter den "00 Industriebetrieben, über die das Komitee genaue Unterlagen besitzt, steht fest, das» sie xulamniGii i* u n d r> () 0 0 h o 11 Ii n d inohen Arbeitet n Arbeits;, e 1 c g c n h werden, da-is die 200 in Holland bestehenden Betriebe, die fünf Oder mehr Menschen Arbeit rreben. Insgesamt 6000 bolliuidi; che Arbeite;' beschäftige». In IM) kleinen Betrieben mit weniger 'v als fünf Arbeitern arbeiten etwa 500 Personen. Die durch Emigranten begründeten G<-o«t.ihandelsbetriebo beschäftigen überdies rund JOOO hollandixckc Angestellte. Rechnet man hierzu noch die durch diene Unternehmungen geschaffene indirekte Arbeit' erle^enhcii, so kommt man auf ein« '/alil vou 10 0Ü0 IVisoiich, die den Gründungen der alliierter ArlM'iU^eleucniitU verdanken. Hierbei handelt es sich überdies keineswegs um blosse Arbeitsverschiehung, sondern um wirkliche Neuschaffung von A rbe i t sge lege » h e Ü. Eine wichtige Gruppe bilden diejenigen Betriebe ,dic in Holland g a n v, neue Verfahr« n eingeführt haben. Mit der Herstellung; von W erkxeug m a s c h inen wird 350 Arbeitskräften direkt und indirekt Arbeit gegeben. Auf dem Gebiet der Metallverarbeitung werden verschiedene neue Fabrikate hergestellt, wie «um Beispiel gestanzte Metallknüpfe, Gasmasken für medizinische Zwecke etc. In der Textilindustrie findet niiin die Fabrikation von Zwirn, wasserdichtem Stoff und eine Fferdehnarspinnerei. Auf chcmlschpharmaKoutisehem Gebiete werden eine Anzahl von Artikeln hergestellt, die bisher aus dem Auslände eingeführt werden jmi*«ien. Durch dio Mitarbeit von Chemikern aus Deutsch* Jand konnten führende holländische Unternehmungen ihr Arbeitsgebiet ausbreiten. Auch die Herstellung vou Fäden für medizinische Zwecke aus Därmen, von Vulknnfiberkoff'em, von Messapparaien usw.. fallt hierunter. Eine Reihe? von früher in Deutschland befindlichen Fabrlkfttlonsunlernchniungon, die von jeher in Holland VerkaufsfiUaien' hatten, haben jetat diesen Verkaufsstcdlen auch den Fabrikationsbetrieb angegliedert, so zum Beispiel eine Schürzenfabrik und ein pharmazeutischer Betrieb. Eine Reihe von bedeutenden internationalen Metallu n d C h c m i k a 11 e n h a n d e 1 s f i r m e n, die früher ihren Kitz in Berlin, Hamburg, Frankfurt, Köln und Breslau hatten, haben jetrt dH holländischen Welthüf«m Amsterdam und Rotterdam zum Mittelpunkt ihres Geschäfts gemacht, was für diese Piüue von nicht unerheblicher Bedeutung ist, hat man doch ausgerechnet, dass die Ausgaben für Löhne, Frachten. Mieten., Lagerkosten, Versicherungen etc. In Holland bei SO dieser j Firmen einen jährlichen Betrag von 10 U Millionen Gulden! erreichen.; Eine besonders interessante Entwicklung ist ht der Konfektionsindustrie xu beobachten. Während früher viele deutsche Firmen der Damenkonfektion, die bekanntlich xu end die Regierung keine direkten Gesuche akzeptiert. W die Zertifikate für Angehörige (Kategorie D) betrifft, so werden in Palästina gleichfalls keine Gesuche entgegengenommen, dagegen können Gesuche noch an die britischen Konsuls und Pussbeamten im Ausland überreicht werden. .»Ten. Daraus konnte errechnet i Anforderungen legal in Palästina befindlicher Menschen auf Zulassung ihrer F r a u e n und m inderjäh ri gen Kinder können bei den verschiedenen Büros des Wandei-departements der Regierung eingereicht werden. Aus der Einwanderung-Statistik Das statistische Departement der Jewish Agency hat eine Reihe von Tabellen herausgegeben, die die jüdische Einwanderung nach Palästina au« De u t s'c h - Und während de Zrelt von 1933 -1938 betreffen. Es handelt sich im ganzen um neun Tabellen ,dle diese Einwanderer unter allen möglichen Gesichtspunkten erfassen, x. B. nach Staatsbürgerschaft, »ach Einwandererkategorien, nach Kß-! ^^_____^ ___ milienstand, Berufen, Altersstufen etc. Diese statistischen; kamen Tabellen geben ein interessantes vielseitiges Bild, auf das wir : // i933,.i.938 noch zurückkommen werden. Heute veröffentlichen wir aus : /iL—---—- dieser Statistik diejenige Tabelle, die eine Übersicht über die' G«»amtzam .. drruna nach Palästina, au *? Drutnchland Axutid '.'r, Gesamtzahl \u:\:. 27 2H9 m>?. 25 „ 1934 36 619 M97 23 „ 1935 55 407 7447 13 1936 26 97* 78W 29 Januar 1937 783 229 S9 Februar 1957 948 211 22 Murr, 1937 1121 307 27 April 1»37 1209 437 3« Mai 1937 797 293 37 /uni 1W7 4S4 148 31 Juli 1937 «g>2 391 60 August 1937 1093 569 SS .September 1937 741 334 45 Oktober 1937 «14 147 1« November 1937 498 32« 29 Dezember 1937 355 SM 25 1 Gesamtzahl 1937 9441 3280 35; Januar 1938 371 145 31 Februar 193« S0H 250 33 Marx 1938 2645 894 38 April 193« 50 12 24 Mai 1938 im 83 4* Juni 1933 242 124 51 Juli 193S 331 215 65 August 1938 829 486 59 September 1038 2868 1729 60 Oktober 3938 146C 1153 78 November 193S 822 »57 68 Dezember 599 4X) m Gesamtzahl 1938 11 222 6138 65 Gesamtzahl 19S3-193« 166 954 40 061 24 Totiristvm, die legalisiert war den 193Ü-1938 14 309 3228 22 Einwanderer, üe | auf andere Weise rage Schweden und die Von unserem Berichterstatter. H.R. Stockholm, Anfang April 1939. Die Arbvit des Hilfskomitees „Nicht zu strenge, aber vorsichtige FlüchtlingspoHtik" war "das Motto eines Vortrages von Herrn G. E n g z e 11, s. Zt. Vertreter Schwedens bei der Brian Konferenz und stellvertretender Vorsitzender für die Ausländer-Abteilung. Man stellt sich seitens iwr Behörden hier weder auf den Standpunkt, das« rdes Gesuch für Aufenthaltserlaubnis bewilligt wird, noch schlägt man - bei genügend befriedigenden Befeieiuen —- die Gesuche ab, sondern urteilt „von Fall zu Fall". Auch der Vorsitzende Her Stockholmer jüdischen Gemeinde, Harr Gunnar Joseph so n, gab der hiesigen Presse ein ausführliches Resumd über die Arbeit des hiesigen Hilfskomites. Ungefähr 400 jüdische Jugendliche erhalten eine 18 -20-monattge landwirtschaftliche Ausbildung, teils auf dem durch eine jüdische Donation errichteten Landgut Svartingtorp (Südschweden), teils bei schwedischen Bauern — 200 hiervon sind bereits nach Palästina weitergereist. Die Anzahl für diese Ausbildung darf niemals 300 übersteigen und verlängerte Aufenthaltserlaubnis wird nicht nachgesucht. Die Schüler dürfen schwedische Arbeitskräfte nicht verdrängen. Die Auswanderung für jüdmehe K: Deutschland \\ (3tK; aller hidr wellenden Deutschen*. Von der Gcsamtza.h} sind 746 vor 1928 n^rh Schweden gekommen, von den 992 „politischen Flüchtlingen'* wurden 233 jüdische gewählt. Wie diese Statistik ergibt, befinden sich In Schwedern, bedeutend weniger jüdische Flüchtlinge als die antisemitische Presse in ihrer Übertreibung vorher oft zu berichten vatsste. Da-s trotzdem wie in allen Ländern der Welt heutzutage auch eine akute Juden frage in Schweden besteht, erweisen die fast täglichen diesbezüglichen Polemiken in der gesamten schwedischen Presse, die sich oft in grosser Schärte mit dem Für und Wider dieses aktuellea Problems beschäftigen. In diesen Tagen verstarb in Stockholm der Generaldirektor der „Socialstyrelsen", Sigfrid Harisson, der »ich auf seinem verantwortungsvollen Posten auch viel mit dem FlUciuüngs-Ausländerprobtem zu beschäftigen, hatte, wobei er durch scmi vornehme Gesinnung und humanitäre Ein« r.tdlung stets Gerechtigkeit -- ohne Rücksicht auf Konfession — walten Iie*s. Der Verlust wurde in allen Kreisen schmerzlichst empfunden. »der . „, , * ' . v. ' hi*ä Deut?chiaud ist ein besonders wu-b'.iger ^weig üra « nem sehr grosse« Teile in jüdischen Händen war, «»ch schwedische Behörde hat eine Zulas- Holland exportierten, haben jetzt mehrere von diese» ihreUuftg wn K|Rdern er!aubti währ«nd deren Eltern ihre Betriebe na<di Holland verlegt. Damit haben sie die Grundlage für ein exportierenden Modezentrum, insbesondere in Amsterdam, gelegt und damit, abgesehen von der günstigen I Existenz in einem neuen Lande aufbauen. Diese Kinder werden teils in privaten Häusern, teils in Kinderheimen unterjzzzzir i«; hoirs^^ -v-" *eT? ««to"*"?*» ö"r:"Mk«es | wurde dieser Aktion grösstes Interesse entgegengebracht t!t>. Martin Bubers Tournee (Von nmerem Berichterstatter} hier disehe Industrie um einen wichtigen Zweig bereichert , „ , , , _,. ., 4 , c , _ „, _,(. ö . K ,a™. Wie in anderen Ländern hat sich also auch in Holland «Stockholmer Chronik Mn Nr. 4 der ..J.W.R.">. Schon svut lik4 gezeigt, dass die Einwanderung deutscher Juden keineswegs! "fsteßt eui» In^rnat-Sch«» lur deu^h-judssche Kinde. ... •in« „Gefahi für die hollandische Wirtschaft bildet (die, K r» s u n e h of «büdschweden.. Der Unterricht hat Oenehmigungspfiicht für die Annahme jeder Arbeit und Nie-! ^»««-Praktischen Charakter. derlassungsverbote in verschiedenen Branchen haben sieh als | v0» 10 10 Jahren, die hier ihre In Deutschland unterbrochene -ftuareichtnder und wirksamer Schutz erwiesen), sondern viel-1 Schulzeit fortsetzen konnten, haben ca. 130 das Land wieder mehr In erheblichem Masse zur Vermehrung der A r -j verlassen. Das Hilfskomite Übt auch eine umfassende fi - beitsgelegenheit beiträgt und In gewissen Branchen1 n * n«le 11 e Arbeit für Flüchtlinge au*, die Hilfe für kürauch einen günstigen Einfluss auf die holländische Handels-! Aufenthalt in Schweden und zur Weiterreise erhalten. bUsms ausübt wahrend hilfsbedürftige Flüchtlinge susschhess-! 30 h»oen «ich Cfi 150 Personen hierdurch vorubergenend hier lieh aus freiwilligen Spendeu, zu denen ausser den Juden auch! aufhalten kfcnnen; seit Bestehen des Komites im Jahre die Nichtjuden Hollands einen bedeutenden Teil beigetragen!1^ c*- 1^*000 schwedische Kronen eingesammelt haben, unterstützt werden. Wie so viele historische Gruppenjforden, wovc.-i allein seit November vorigen Jahres 600 000 Wanderungen wird sich auch die Wanderung der Juden sms! Kronen eingegangen sind. Ein Teil dieser Summen wurde Deutschland, wie sich je tat bereits zu zeigen beginnt, dank 'auch für die Unterstützung der jüdischen Palästina-Arbeit, der besonderen wirtschaftlichen und technischen VorausseUun-1fiu' die hebräische Universität in Jerusalem und für Hilfe gen, die viele von ihnen mitbringen, zum Wohle der Länder für die jüdische soziale Institution in Polen verwendet. — Auch die ..Israels-Mission", die in Zusammenarbeit mit Schwedens Ertbischof steht, hat die Erlaubnis seitens der Behörden erhalten, 160 Kinder als Ubergaj'.g*stadt.u,ra aufzunehmen «offenbar handelt es sich hier um christiieh-öichtari»che Kinder. — A. d. R.). auswirken, die sie aufgenommen haben. sU<lk>»Ital« Weizwanuh bum h USA Eine Rede Dr. Weismanns wurde von Rechovoih aus durch Kurzwellen für die Konferenz des Keren Kajemeth , Leisrael in Chicago Übertrag«». Er betonte darin, dass die Atmländtnühluno, Juden keine Schliessung der Tore Palästinas zulassen werden. Er api elücrte an die Juden Amerikas, durch Bodenkaufe des KKL die jüdische Position tu stärken. W-s. Krakau. Anfang ApriL Auf »einer Prupagandiüournee für die Hebräische Universität von Jerusalem durch Polen kam Prof. Dr. Martin Buber in der letzten Märzwoche nach Krakau. Er wurde hier von der Verwaltung der „Gesellschaft der Freunde der Hebräischen Universität" begrüsst .und im Hotel Franzuski fand eiste Informationssltzung der „Gesellschaft" tatt. Im „Haus der Akademiker" hielt Prof, Buber eine Rede ). Schon »«it 1934; über „Erziehung und Volk ", in der er dieselben Gedankengange wie eine Woche vorher in Warschau entwickelte. Die Begrüssungsansprache hatte der Präsident der ..Gesellschaft** Von den 170 Kindern im Alter i Dr. H. Apte gehalten. In den Räumen der „Wizo" wurde am Tag nachher ein Empfang veranstaltet, der sehr eindrucksvoll verlief. Die Redner waren: Prof .M. Szmulewi.cz, Dr. Chajint Hilfstein. Redakteur Dr. L&zar vom ..Nowy Dziennik", Dr. F. Eisenberg und Prof. H Mühlstein, Prof. Buber besichtigte unter der Führung von Dr. Hilf?tein. Direktor H. Scherer und Prof. Dr H. Pfeffer dann das hebräische Gymnasium von Krakau und äusserte sich über d..- dort gewonnene» Eindrücke sehr lobend. Er sprach zu den Schülern des Gymnasiums in einfachen hebräischen Worten über seine Begegnung mit jüdischen Schulkindern in Jerusalem am Tage vor seiner Abfahrt »ach Pole» und erzahlte, wie in Ercz Israel trotz der tragischen Ereignisse Freude und Bereitschaft unter der Jugend herrsche. Viel sei bereits geleistet worden, noch mehr aber bleibe zu tun. Das Sehulorchester spielte zum Fhluss des Besuches ehassidischc Melodien und du? Hatikwah. Huber besichtigte weiter de» Kindergarten des Misrachi; die Kinder stimmten dort die Hatikwah und die Techesakna an. Van Krakau reiste Marli» Buber mit »einer Gattin, die ihn auf all seineu Fahrten begleitet, nach B i e 1 i t z, wo «r benfalls eine Rede halten wird. Die „Gesellschat t der Die hier vorgenommene „Ausländerzählung" ergab folgendes Resultat: Die Gesamtzahl beträgt 23 722, wovon 3 420|Freu»de der Universität Jerusalem" bereitete Prof Buber Juden gezählt wurden, hiervon waren 2143 deutsehe Juden 1 in Krakau eine herzliche Absehiedsszene.