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Jüdische Weltrundschau · 1939-04-21 · 5-6 (21.4.1939) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
1 (1939)
Issue
5-6 (21.4.1939)
Date
1939-04-21
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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S«it* 2 JÜDISCHE WELT-RUNDSCHAU Nr. 5/0, 21. IV. 1039 lichea Verhältnin. Wir bedauern sehr, über diesen Gegenstand einige Bemerkungen machen 7a\ mimen, weil wir in dieser Zeit nicht gern innorjüdiselv: RrcKjgkeiten vor der Öffentlichkeit nr:*ti-ag«M». Wir haben, d'irum bisher an dieser St'.:l!c kein Wort über die Konflikte genagt, die in Palästina enistandcn Bind und Reit Wochen die Spalten der hiesigen L^kniprc?-:« füllen. Wir wollen *uch jetzt nicht die zum Teil rech! tiner fr.- ulirho n Einzelheiten bmil M.rr. Aeh/td Hüam spricht einmal von „Pize Ohew", „Wunden von Freundeshand" — wir •cheuett nnn( in dieser rM\\ surür kiuiachlaKen «n<l n,,t gleicher Münüe auf Angriffe im eigenen Lager zu antworten. Der Kreis, der diese Zeitung herausgibt, besteht nue Menschen, die ihr ganzen flehen lang für die Renaissance des Judentum» und für die RenainHance der hebräischen Sprache mit niler Kraft und tJnbcdirigtheit eingetreten sind. Für tma Ist. nie zweifelhaft gewesen, 4*80 die Sprache Palästinas die hebräische Sprache »ein muss, das« die jüdischen Einwnnderer sieh trotz allen Schwierigkeiten allmählich in das hebräische Lehen einzufügen haben. Wir haben mit Unbehagen beobachtet, wie durch die Ubers! urzlc Masfleneinirnnderung der letxtcn Jahre dan Hebräische zurückgedrängt wurde, nicht immer aus schlechtem Willen, sondern einfach durch Übermächtige Tatsachen des wirklichen I^ebcne. Aber \\r halten es für unzulässig und verantwortlicher Menschen unwürdig, die Augen vor der Wirklichkeit zu v< rsehliesse«. Dam eine Zeitung wie die „Jüdiiche Welt-Rundschau", die sich an die in der Welt zerstreuten dcutschsprechcndcn Juden v/endet, nicht in hebräischer Sprache erscheinen kann, bedarf unsere» Erachtens keiner Begründung. Nur völlig Verblendete oder Narren könnten »o etwa« verlangen. Dass die „.T.W.R.' keine Konkurrenz für die hebräische Presse darstellt, steht nach •u«e:.i;ior M"cmun;; ebenso fest, denn das Publikum im Ausland wird nue ' \ den seltensten Füllen die hebräische Presse, lese:;, v.ähreud der palästinensische Leser aus der Imb r« i.; <• h o n Presse alle seine Informationen ü'm r Tage^oreittitess bezieht, eine Aufgabe, die zu erfüllen wir niemals beabsichtigt haben. Wir behaupten sogar, das« soweit wir Einfluss auf unsere 'Leser h.-ben, wir ihn in der Richtung geltend machen, dass» f-io nicht nur liebrflisch lernen, sondern auch in Palästina die hebräische Presse lesen, d!o ja tinentbehrlich ist für das Leben des Landes. Für die junge "Generation Ist in Palästina die Sprachenfrage ohnedies gelöst, die altere Generation wird aber auch beim besten Willen nicht voll hcbralsicrt werden, wenn sie es nicht schon in der Diaspora war, was nur für einige Kreise des ehemaligen russischen Vorkrlr-gs-Judentums, die Erben der Haskala-Pcriode, und einige Jugendbewegungen zutrifft. Die frühere Einwandererschicht (z.B. derj Vorkriegszeit in Palästina) kam aus Russland und hatte zum grosaten Teil eine gründliehe jüdische und hebräi sehe Bildung genossen, den Cheder und die Jeschiwa besucht, sie konnten in Palästina sprachlich auf soliden Grundlagen weiterbauen. Für die mittlere und ältere Generation der Alijah aus Deutschland trifft dies nicht zu. Über diese Tatsache kann auch der grösstc berechtigte Eifer und Zorn nicht hinweghelfen. Gerade diejenigen älteren Zionisten, die sich eng mit dem hebräischen Leben verknüpft fühlen — und die Herausgeber dieser Zeitung dürfen das wohl von sich sagen — sehen keinen Weg, um die grosse Masse der Einwanderer aus Deutschland, die doch auch denkende, Menschen sind und in jeder Rexic.hu ng eine gewaltige Kraft im Jischuw darstellen, ohne Übergang in die hebräische At Biosphäre hineinzustellen. Das Ergebnis einer solchen Theo rie wäre n Lc h t die ..Hebreistcrung, sondern die I s c 1 i e r u n g und Verbitterung gerade derjenigen Kreise von Einwanderern, in deren Namen heute der Jischuw und die zionistischen Instanzen vor der Welt das Recht des judischen Volkes auf Palastina und die Notwendigkeit von Einwanderungsmöglichkeit besonders unterstreichen. Die „Hitachduth Olej Germania", die durch Verbindung mit der „J.W.R." im Rahmen ihres internen „Mitteilungsblattes" ihren Mitgliedern ein umfassendere jüdische Orientierung geben wollte, hat damit gewiss nicht beabsichtigt .diese Kreise von dem hebräischen Leben fernzuhalten, sondern umgekehrt sie allmählich in dessen Gedanken- und Tatsachenwelt einzuführen. Mit Bedauern mussten wir feststellen, das weite Kreise des Jischuw die Problematik der heutigen jüdischen Einwanderung aus Deutschland nicht erfasst haben. Sie tun so, als ob sich seit 1890 nichts geändert hätte. Sie stellen sich auf den Standpunkt, dass jüdische oder zionistische Publikationen in fremden Sprachen ins Ausland gehören, dort wo diese Sprachen gesprochen werden, *n Palästina sei dafür kein Platz. Unsere Leacc in der Weit sollen — so sagen diese Kreise — von überallher angesprochen werden, nur nicht aus Palästina! Kann man sich etwas Absurderes denken?' Das würde also heissen, das» eine Zeitung wie die unsere, die eine jüdische und nur jüdische Zeitung sein will, vom palästinensischer. Jischuw den Rat erhält, irgendwo ins Ausland zu gehen, zu einer Zeit, wo üU i die Verhältnisse im Ausland doch auch dem Blinder.-.en schon die Augen aufgegangen sein dürften. We'oli« Begriffsverwirrung, welcher Mangel an Gefühl für die Gegenwart! In dem Kampf, der in Palästina gegen unsere Zeitung entbrannt ist, gibt es gewiss viele Stimmen von ehrlichen Hehraistcn, die uns im Kampf für die Kimvurcelung der hebräischen Sprache in Palästina immer auf ihrer Seite finden werden; es gab abejj: wir können das nicht verhehlen, auch Äusserungen, die wir n i c h t als fair und nicht als vollwertig betrinken können und mit denen wir uns nicht auseinandersetzen kounen. Wir nieinen dabei verschiedene Artikel in hebräischen Zeitungen wie „Haboker", »»Hasofe" und „Haares". Manche dieser Äusserungen kann man nicht anders als haaserfüllt nennen; sie Hessen UMSCHWUNG IN POLEN Von untrerem Korrespondenten Warschau, Anfang April. Riehen wir vor einer Neu Wendung in der .luden- Politik Polens? Tat r-u erwarten, d?is-. ar.grssr-hts »; r neugeschaffenen nusscnpolillsehcn Lage seitens der polnischen Kcgierung und der polnischen politischen Parteien ein Um- «ehwung in der Behandlung der jüdischen Mitbürger einfielen wird " — Dies sind Fragen, die gegenwärtig sämtliche Juden Jn der polnischen Republik aufs lebhafteste erörtern, von deren Beantwortung durch die Wirklichkeit der nächsten Zukunft Sein oder Nichtsein der polnischen Judcnheit abhängt. Bis zum Heginn der letzten Marzdekade schien es, als ob auch die Juden Polens, vielleicht nur in etwas längerem Tempo das gleiche Geschick zu erwarten haben, da» ihre Brüder in den weltlichen und südlichen Nachbarländern getroffen hat. Gerücht« von «in*:- projektierten antijüdischen Gesetzgebung, ähnlich der letzten* In Ungarn beschlossenen, wollten nicht verstummen. Die Budgetdebatte im neugewahltcn polnischen Parlament zeigte klar, In welcher Richtung die polnische offizielle Politik zu schreiten beabsichtigte. Zwar stammten die drastischeren antijüdischen Vorschläge aus den Reihen der für die Regierungspartei nicht repräsentativen Abgeordneten, jedoch die Enunziatkmen der führenden und für das Regleriifigslager verantwortlichen Deputierton. sowie die Erklärungen der Regierung Hessen gar keinen Zweifel übrig, dasa der bisherige antijüdteche Kurs aufrechterhalten und noch Schürfer werde angewandt werden. Vergeben» bemühten sich die Mitglieder des jüdischen Klubs, im Sejm die Zionistcn: Sommerstein, Schwarzbart und Seidemann, «He Agudistcn: Mßnzberg und Troi keniirim, im Senat der gewählte Misrachiführer Rabbiner Rubinstein, sowie der vom Staatspräsidenten nominierte und dem-jüdischen Klub nicht angehörende Vertreter der jüdischen Kombattanten Zmls'iydcr-Konopka. die Angriffe der Juden abzuwehren, die Verfassungewidrigkeit der vorgeschlagenen Gesetze nachzuweisen, die Demagogie der mit den opposifioneilen Nntionaldemokraten konkurrierenden regierungstreuen Abgeordneton zu brandmarken, dio Schädlichkeit dieser Projektefür die Wirtschaft und Abwehrkraft der Republik darzustellen. Der „Stabschef" der Regierungspartei Oberst Wen da erklärte nachdrücklich während der ParlamcnUidcbatle: „Unser VerhiiUnis zur jüdischen Minderheit basiert auf keiner Rassentheprio .....- entspringt aber unserer Überzeugung, dass dio Juden In Polen ein kulturfrcmdes und wirtschaftlich listiges Element bilden. Wir verlangen von dieser Minderheit Unterordnving dem GesamtwiJlen der polnischen Nation und Anwendung sämtlicher .Mittel zwecks Stärkung der Emigration". Der Handclsminister Roman entgegnete den jüdischen Parlamentariern, wie es vor ihm ke n Regierungsvertreter so deutlich getan hat, dos* nicht darauf ankomme, dass die staatliche Wirtschaft, sondern dass die polnische nationale Wirtschaft stark und machtig sein soll und kündigte dabei eine Reihe von Rrgterungsmassnahmen zur Förderung der Nationalisierung des polnischen Handels, Industrie und Handwerks an. ' Was die freien Berufe anbelangt, schreitet der Protes« der Ausitonung der Juden aus. dem Advokatc-s- und Ärztesfjtnde mit Riesenschritten vorwärts. Mit einem Schlaf« wurde den jüdischen Advo?«aturso»pirnnu-n die Möglichkeit genommen, ihren Beruf auszuüben, da die Advokatenkammern ausnahmslos keine jüdischen Rechtsanwälte mehr aufnehmen, j An den Hochschulen ist die Ghettoverordnung noch immer j in Kraft, trotzdem die Zahl der jüdischen Hochschüler sehr [ stark gesunken ist. Dann kam im Mar* wiederum die Schechitafragt auf die Tagesordnung, nachdem Abg. Dudzioaki im Sejm den Antrag einbrachte, das Viehsehlachtcn nach jüdischem Oe* retz in Polen überhaupt zu verbieten. (Wie erinnerlich, wurde im vonigen Jahre durch ein spezielles Gesetz di« Schechita »ehr stark begrenzt.) Diesmal hat die Regierung diesem Vorschlag t u ge t i m m t. mit der Begründung, die Schechita sei kein Gebot der jüdischen Religion nur eine Tr ad i', i on.« ge wo h n Ii e i t, die nur von einem Teile der Juden beachtet werde Troudam die jüdischen Parlamentarier diese Gesetzenvorlage sehr «tark bekämpften und di« ganze jüdische Gemeinschaft, nicht nur die Orthodoxie, einen mächtigen Protest gegen diese Vergewaltigung der jüdheben Relfgit»n erhob, wurde das Gesetz von den Abgeordneten hetsthlo«?.en. I>ie Stellung «?« .Senats ist nicht voi auszusehen. Während das Gesetz im Sejm beraten wurde, haben die Jude* eine 14tkgjgc F! e i s c h a b s t i n c n z proklamiert und über* aus solidarisch durchgeführt. Gennu m wie im Vorjahre im Kampfe gegen das Hochschuighetto die nicht unmittelbar, daran interessierten orthodoxen Kreise der polnischen Juden« heit der Hochschuljugend echte SolidantaUigefühle mit def Tat bekundeten, hat Jetzt auch der den jüdischen Ritus nicht beachtende Teil ''er Judcnhtit den Kampf gegen die Ab« .ichaffunff der Schechita solidarisch mitgemacht. In beide« Fallen handelt es sich doch um einen Anschlag auf die jüdische Gleichberechtigung. Noch bevor dieser Kampf beendet wurde, brachen die schicksalsschweren politischen Ereignisse herein, die gans Polen in eine fieberhafte echt patriotische Stimmung versetzen, die die gesamte Bevölkerung ohne Ausnahmen um* fcsste. Gerade jetzt, in dieser Wendezeit, haben die Juden Polens Gelegenheit bekommen, tatkräftig su beweisen, dasa die in ihrem Nan.cn von der Sejmtribüno abgegeber.sn Er* klärungen über die Bereitschaft der Juden mit allen Kräften für das Wohl dar Republik einzustehen, keine leeren Phrasen sind. Seit Erde März ist auch eine wisse Entipan« nung in den polnisch-jüdischer. Bestehungen zu bemerken. Obswar es bis dahin auch nicht an muligen polnischen Stimmen fehlte, wie die z. B. des gewesenen Premierministers Prof. Bart«!, und obzwar auch in dicicn Tagen z. B, dl« Boykottpropaganda der Nationaklemoitraten nicht aufhört, muss man doch ein merkliche* Nachlassen der anti}üdi* nchen Ftimmunoeh im Lande feststellen. Man erwartet, dass die Zahl der Einsichtigen, die die Juden nicht nur nicht Rtastossen, sondern sie als vollberechtigtes und förderndes Element im Werke der Stärkung der Republik behandeln wollen, fortab immer grosser werden wird. deutlich durchblicken, dass e« sich bei ihnen auf der einen Seite u. n. auch um eine im wesentlichen kommerzielle Angelegenheit, auf der anderen Seite um politische Tendenzen handelt, d. h. um die Furcht, dass ein bestimmter Kreis von denkenden Menschen, dio in dieser oder jener" Krage anderer Meinung sind als der betreffende Schreibling, auch wagen könnte, ihre Stimme zu Gehör «u bringen, sogar dann, wenn sie noch nicht hebräisch können. Das und anderes sind nach unserer Meinung unzulässige und minderwertige Kampfmethoden. Aus zahlreichen Besprechungen und Zuschriften — und auch aus vereinzelten Äusserungen in der hebräischen Presse selbst, wir nennen uur den Aufsatz von Dr. Glücksohn im „Haares" und von Dr. Hugo Bergmann im „Dawar" — wissen wir, dass von einem grossen Teil der Öffentlichkeit diese Methoden missbilligt werden. Auch in Palästina haben sich sachlich denkende Menschen aus allen Lagern, nicht nur bei den Deutschsprechenden, und auch massgebende Inatanzen davon überzeugt, welche Ziele die „Jüdische Welt- Rundschau" verfolgt und das ein solches Organ eine jüdische und zionistische Notwendigkeit ist. Die Herausgeber der „Jüdischen Welt- Rundschau" _ und des „Mitteilungsblattes der Hitachduth Olej Germania" haben sich der Entscheidung der Zionistischen Exekutive unterworfen, und es wurde nach vorhergehender Aussprache folgendes Communique von der Exekutive ausgegeben: „Die Zionistische Exekutive hat die Vertreter der Hitachduth Olej Germania zur Klärung der Angelegenheit der „Judischen Welt-Rundschau" und des „Mitteilungsblattes der HOG" eingeladen. Nach dieser Auseinandersetzung übernahmen es die Vertreter der HOG, dafür zu sorgen, da«s bei der Herausgabe folgende Bedingungen eingehalten werden: 1. Das Wochenblatt ..Jüdische WrluRundschau" wird in Paris gedruckt und vor. dort nach Palästina \erschickt Es findet dann dieselbe Behandlung wie jede fremdsprachige Zeitung, die aus dem Ausland nach Palästina kommt. Die Herausgeber haben nicht die Absieht, sie in eine Tageszeitung 211 verwandeln. 2 Die HOG wird die Form des Mitteilungsblattes als eines internen Bulletins wahren. Das Mitteilungsblatt wird 8 Seiten int gegenwärtigen Format umfassen davon 2 Seiten Italisch, 2 Seiten Hebräisch und der Rest Mitteilungen der HOG und Anzeigen. In deutscher Sprache wird nur informatives Material gegeben und in ausserordentlichen Fällen, fall* notwendig, auch ein publisisüscher Artikel, der für die Mitglieder wegweisend Ist. Dieser Artikel wird dann auch in hebräischer Sprache gegeben. Da» Mitteilungsblatt wird nur an Mitglieder der HOG versandt und nicht verltauft. 3. Die HOG erklärt, dass ihre Unterstützung für die „Jüdische Welt-Rundschau" .von Anfang an nur auf Grund dieser Bedingungen (d. h. der in Punkt 1 enthaltenen Bedingungen — Red ) gegeben worden Ut Der Verkauf der ersten Nummer in den Strassen Palästina* geschah ohne ihr Wissen und ohne ihren Willen. Jerusalem, 27. März 1939. Damit ist diese Angelegenheit für uns abgeschlossen. Die Herausgeber haben sieh gegen ihre Überzeugung um des Friedens willen gewaltige Opfer und Verzichte auferlegt, insbesondere hat die „Hitachduth Olej Germania" durch den Verzieht auf die Ausgestaltung ihres Mitteilungsblattes einen Schritt getan, der viel weiter geht als sich sachlich rechtfertigen Ükst. Die Störungen, die durch diese inneren Kämpfe entstanden sind, sind ein Grund dafür, warum in dem Erscheinen der „Jüdischen Welt-Rundschau" im Zusammenhang mit den Pessach-Feiertagen eine Unterbrechung eingetreten ist. Darum waren wir genötigt, unseren Lesern diese Entwicklung der Dinge mitzuteilen. Durch die Entscheidung der Exekutive und durch die Verlegung des gesamten Druckes (also auch der für Palästina bestimmten Exemplare) nach Paria — gewiss ein organisatorisches und technisches Paradox sondergleichen — ist die Angelegenheit jetzt endgültig beigelegt worden, obwohl es an Störungen interessierte Kräfte gibt, die auch jetzt noch den Konflikt in Palästina fortsetzen möchten. Diese Leute sollten sich einmal klar machen, welchen antijüdischen Kräfter. sie in ihrer bedauernswerten Kurzsichtigkeit in die Hände arbeiten. Wir selbst sind uns klar bcwu&st, dass db Herausgabe eines deutsch-sprachigen Organ es, die heute unausweichliche n Ztceck müssig'k eitacneihjH h <tc n en tsprlngt, ein P r o visorium ist. Die Zahl der Juden, die in der nächsten Generation noch deutsch sprechen werden, wird sehr gering sein. In Palästina ist die Herrschaft der hebräischen Sprache bereits entschieden und von uns allen gewollt, in der Diaspora wird die Mehrheit der Juden englisch, zum Teil spanisch und französisch sprechen. Aber in der Uebergangszeit, iß der wir jetzt leben, wollen wir an jüdischen Werten noch retten, was zu retten ist, und wir können auf keine jüdische Gruppe und keinen jüdischen Menseben W« sichten.

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