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Jüdische Weltrundschau · 1939-04-28 · 7 (28.4.1939) · p. Seite 3

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Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
1 (1939)
Issue
7 (28.4.1939)
Date
1939-04-28
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 7, 28. IV. im JÜDISCHE WELT-RUNDSCHAU Seit* 3 DIE JUDEN AMERIKAS / Versuch «ln«r Einführung In ihr« Fragen und ihre Antworten Von Joachim Prinz, New Yorfe ALLGEMEINE BEMERKUNGEN Tob bin glücklich, d'-iw die nmio und hoffentlich erfolgreiche —,,.1 d i 3 c h e Welt- K u n tl:: o h a u" mir die Gelegsuheit gibt, mlcti über Fragen auszusprechen, über die man hier mit wnUfien Menschen sprochen kann, weil die Voraussetzungen des gemeinsamen Ausgangspunktes fehlen. Ja,-obwohl diese Tatsache aliein (die Unmöglichkeit. »Ich kritisch auszusprechen> mitten in diese Aufsatzreihe hineinfcehört und nicht an den Anfang, wird sie ^l.6* ein persönlicher Stosscufzc-r hingeschrieben. USA im Vordergrund Zu dieser persönlichen Aussprachebedürft.gkeit kommt freilich auch eine sachlich«. Die jüdiwhe Wrlt schrumpft mehr und mehr ansummen. Nach der Vernichtung des jüdiftchen Lebens in Russland war Deutschland mehr und mehr!n den Mittelpunkt getreten. Die Zerstörung (Im jüdischen Leben« In Deutschland (ein Vorgang, der in seiner Tragweite noch kaum erkannt ist) hat den letzten Rest de/; europäischen Judentums beseitigt. Die Juden in Polen und Rumänien führen einen harten Kampf um Zloty und Lei So Vit ob nicht verwunderlich, dass mehr und mehr Arne rill a als das grosse Kräftercservoir angesehen wird, dass nuf Zioniatenkongresscn und in politischen Konferenzen das amerikanische Judentum eine wachsende Rolle Apielt, dass ohne dl* Gelder der Juden Amerikas weder Palästina noch die Diaspora leben könnten. Ks ist wichtig t.n wissen, was hinter diesem Namen „Amerikanisches Judentum" «dg*ntli<«h Steckt. Es ist wichtig. Amerika zu kennen, d!s Faktoren, die Werte, die Zukunft — kunt alles, alles, was sich hinter dieser „Firma" verbirgt. Denn zweifellos wird dieses Judentum die nächsten Jahrzehnte des jüdischen Lebens bestimmen. Wie wird das Jüdische Leben aussehen, da» von liier au« bestimmt wird? Und können wir es beeinflussen? Ja, sollen wir es beeinflussen? Um diese Fragen zu beantworten, wird es nötig «ein, dieses Leben eingehend zu beschreiben. Ich haba den Beginn Chief äoiefrert beschreibenden Analyse in der Berliner „Jüdischen Rundschau" vor etwa Ii Jahren gemacht Er konnte leider — nach meiner Ausbürgerung — nicht fortgesetzt werden, weil Ich als Ausgebürgerter nicht an einem in Deutschland erscheinenden Blatte mitarbeiten konnte. Die Fortsetzung wird also jetzt folgen. Wir kommen nach U.S.A. natürlich mit all dem, was man gemsinbln „Vorurteile" nennt Das helast: wir »eben mit Unseren Augen. Wie sonst könnten wir äs tun, ohne uns krampfhaft tu amerikanisieren? Wir haben unsere Vorstellung vom Judentum und vom „jüdischen Leben", wir haben nuch eine eigene Vorstellung von dem merkwürdigen Unternehmen, das man „Zionismus" nennt. Wir haben unseren eigenen Denkapparat, der seine eigenen Kategorien hat, in die er edle Dinge, die wir sehen, einordnet Allgemeine Bemerkung: diese unsere Kategorien sind* untauglich, die Dinge hier zu verstehen, d. h. sie zu billigen oder auch nur zu begreifen. Gemessen an unseren Vorstellungen, Ist alles hier „falsch". Nichts „stimmt". Das gilt vom allgemeinen Leben und vom jüdischen. Es gilt von» jüdischen »um Teil weil es vom allgemeinen gilt. Die Struktur Amerika* Zum Verständnis der Lage ist ea notwendig zu erkennen, dtuiü der Traum des „melting pot" („Sehmelztiegel"), jene unsere Urvorstellung amerikanischen Lebens, nach der Völker von allen vier Enden der Welt zusammenströmen aolien, um «.eine einheitliche Nation zu bilden, bisher ein Traum geblieben ist. Tatsächlich tst Amerika weit weniger ein melting pot nls irgendeines der anderen Länder, ia welchen mehrere Nationen zusammenleben. Freilich, New York mit seiner Vielfalt an nationalen Vierteln mutet besonders bunt und ungelöst an. Aber das ist keineswegs nur ein New Yorker Problem. Buffalo hat eine riesenhafte, unasaimiliertc polnische- Bevölkerung Tampa (Florida) eine mexikanische, San Francisco eine chinesische usw. Es Ist elr. .ständiges und 1 typisches amerikanische« Bild und wahrhaftig mehr als ein I Bild und mehr als ein (theoretisches; Problem, Es ist tief j In das amerikanische Denken eingedrungen, und die klart' j Erkenntnis dieser Lage Ist mehr als notwendig für die Anai )y,MO der jüdischen Lage. Nirgendwo gibt es das, was wir j in Mitteleuropa „Assimilation" nennen. Xukhkü . nirgendwo'" j ist natürlich dort einzuschränken, wo die dominierende und j nls Typ massgebende Schicht des Yankee (,,New England"; j gemeint ist. Aber überall und im allgemeinen ist zu sagen, j «law das „geologische" Bild der nationalen „Schiebten" und; der „Leitfossilien" vorherrschend ist. Bei den Negern und j -4*n Mongolen ist das sehr natürlich. Auer es gilt — und das j ist das Interessante — für alle tcei.ww Gruppen ebenso stark, j Es wird nicht „verwischt", aufgesaugt Es Int ein Amalgamie- \ rtmgsprozess (mit gesondert erkennbaren Metallen), keine j -.'chemische Lösung. Es besteht ein starkem Gruppengefühl,! von innen (der Gruppe? und von aussen (der anderen; Gruppe). Es gibt daher alle Gruppenspannungen und Grup- \ Penpatriotismen. Arn Sankt Patrickaday marschieren die i Irliinder durch Fifth Avenue und Irland schickt Hundert-f lausende von grünen sh&mroeks (Kleeblätter, das irische 1 SSäiksssissiehcnumdie ,, Volksgenossen" zu schmucken. Die s Bulgareiä und Polen und Litauer und Ungarn — alle, alle1 feiern ihre Nationaifesie. Sie feiern sie unter der amerika-j i:l**h*n Flagge. Denn in keiner Welse stört die ethnische \ »Sonderheit das amerikanische Nationalgefühl und den Patrioj tkmus. Alle Amerikaner haben Zusagen zwei Vaterländer. \ Deshalb findet man in den meisten amerikanischen Synagogen | die Flagge Amerikas neben der blauweissen Fahne des jüdi-l schau Volkes. Deshalb existiert das Problem der Assimilation der Juden [ nicht in der mitteleuropäischen Form. Das Ist nicht richtig, | wepn man es von Innen (von den amerikanischen Juden her> sieht. Es gibt Gruppen der „Assimllanten".' Aber dies« Assimilation meint im wesentlichen, dass man aufhören müsse, jiddisch zu sprechen, koscher zu essen, den Hut beim Essen und Beten zu tragen. Das hei.tst schon: amerikanisieren, Man Ist empfindlich gegen den östlichen Akzent. Man spricht von den ..Kikes" (Spottname für Ostjuden), Aber das hat nichts mit «lern grossen, den amerikanischen Juden schon ganz unbewußten Eindruck der Gruppe zu tun. Von einer Auflösung dieser Gruppe Ist gnrkeine Rede. Diese G r u p p e hat existiert. Die Juden * l n d eine Gruppe. f>\« sind eine „wtti >naie" Gruppe. Sie haben ein eigene» nationale» Leben. Auch die amerikanisch-patriotischsten Juden sind eine gesonderte Gruppe und Mi« denken nicht daran, dass es etwas anderes geben könnte, (Deshalb Ist es so schwer, Ihnen da* frühere Leben der deutschen Juden klarzumachen!) Diese Gruppe hat ihre Eigentümlichkeiten wie andere auch. Sic lebt zusammen. Ks gibt jüdische „neighbourhoods" (Wohngegenden), arme, mlttelschlchflerische und reiche Es gibt judenreine „neighbourhoods". Die Juden haben - bis in die „assimiliertesten" Schichten hinein — ein Grupp«ngefühl. einen jüdischen „Patriotismus", eine Gruppenehre. Das alles ist ihnen selbstverständlich. E.s Ist Teil der amerikanischen Gruppenetruktur. Freilich — all diese Erfahrungen umspannen eine relativ kurze Zeitspannt. Die Zahl der im Ausland Geborenen ist noch immer sehr gross (etwa 4 Millionen), Di« Probleme werden vermutlich in der nächsten Generation ganz anders aussehen und *- .vjr;» -ich (»Änn *tnt erweisen, ob die Gruppenmerkmal» bestehen bleiben oder ob sie mit dem fremden Akzent, der fremden Sitte und den eigenen Sprachresten verschwinden. Die Erfahrungen in anderen angelsächsischen Landern lehrt, das« *io bestehen bleiben. Denn es iat Im wesentlichen eine Frage der Gesellschaft, die einen angenommenen, natürlich geborenen Typus als Masstab setzt und alle anderen Gruppen diesem Typ unterordnet. Deshalb eehein! mir das geschilderte Gruppenbewusstsein eine Grundtataache des amerikanischen Lebens zu sein, und wenn es auch Versuche der Juden, Italiener Ungarn und sogar einer dünner. Schicht von Negermischlingen gibt diesem unerbittlichen Gesetz der Gruppe zu entfliehen und in die grosse Uruppe der Amerikaner zu gehen, so gelingt das nur in individuellen Fällen. Die „jüdlftche GaW Das jüdische Gruppenleben ist ausgeprägter als da* der Übrigen weissen Gruppen. In den zweihundert amerikanischen Städten, die ich in etwa vienig Staaten gesehen habe, gab es selten eine, die kein „Ghetto" hatte. Unter „Ghetto" verstehe ich die ostjüdische Gasse, in der die „Schul" steht (in der Architektur der kleinen polnisch-litauischen ßtädt« um 1890), die Inschriften der Geschäfte in hebräischen Buchstaben, Jlddi#che Zeitungsstände, koschere Bäcker und Fleischer, die ältere Generation jiddisch sprechend — kurzum daa Bild des kleinen ostjüdischen „Stadteis", durch Amerika gemildert. Chagall mit Frlgidaire. Eine solche Gasse Ist ein „nationale*-' Viertel und wird als solches empfunden. Es ist eine fremde Welt Aber es gibt keine oder kaum eine grössere amerikanische Stadt ohne ein solches Ghetto. Es iat daa Viertel der unteren Mittelschicht (lower middle class) der „ersten Generation". Freilich gelten heute (nach den Jahren der Depression; weit eher die ökonomischen als die einwenderungs-zeitllchen Gesichtspunkte. Daa Ghetto i«t orthodox, bewusst jiddisch, palästinafreundlich, •sorgenvoll, und die Familien wind der Schauplatz der grossen Auseinandersetzung mit der In Amerika geborenen Generation. Die Kinder verstehen noch jiddisch, aber viele antworten auf die jiddischen Fragen der Eltern englisch. Sie gehen in den Cheder. sind aber ungläubig, in scharfer Reaktion auf das orthodoxe Elternhaus; es sind Maskillm, die statt zu Kant zu den Heroen der Fussbaliwelt gehen. Die jüdischen Schauspieler, Künstler Kauflt-ute, diu Erfolgtmenschen kommen aus dieser Schicht (freilich der um 1900 Geborenen, die es noch viel .schwerer hatten, aber die in ein aufsteigendes Vorkricgs-Amerika geboren wurden.) Aber nicht nur das „Ghetto", die Judengasse Ist ein Ghetto. Wo Juden In Amerika wohnen, ist ein G h e 11 o. „Here ia where the Jews live", Ist ein ständiger Hinweis bei den Rundfahrten um aie Stadt, in rJie man gerade gekommen ist. In New York sind die Gesetze des In- Gruppen-Wohnens klar. Es ist das Gesetz einer neuen Form jüdischer „Binnenwanderung". Der soziale Aufstieg hat sozusagen sein mtädtegeographisehes Korrelat: von der lower East Side geht ea nach dem oberen Broadway, nach West End Avenue, nach Washington Heighüs, dann nach Central Park West (noch immer middle class) und nach Fifth Avenue Park Avenue und — zum Schluss — zu den cätates der fashionablen Vororte In der Umgebung von New York, M'-hr oder weniger cx.i»üert ein solches Gesetz des j Umzüge« überall und für jede Gruppe. Aber: die Gruppen „erobern" Bezirk«. Nach dem Gesetz der Gruppe verif.is.ien die anderen schnell den Wohnbezirk und überlassen ihn dann völlig den Eroberern. Je nach der «Qualität" der Gruppe steigen oder fallen die Wohnungen im Preis. Der Zuzug der Juden pflegt den Preis der Häiuer nicht zu erhöhen. Das nationale Gruppenproblem hat sein wirtschaftliches Spiegelbild im Hypothekenmarkt und in den Büro« der Häuservermittler. Das jüdische Problem spielt dabei eine Rotte. Negern ist die Grenze der Farbe gesetzt, Italiener pflegen nur individuell aufzusteigen. Als Gruppe bleiben sie gewöhnlich in ihren Grenzen. Aber die Juden sind ein vehementes Element Sie sttigen auf, s:t wollen aufsteigen, und «war garnieht nur Individuell. Durchaus al* Gruppe. Dieser dramatische Proteus hat viele Folgen. JUdUchc Wrrte und ...Bindungen Diu amerikanische Judentum Ist ,.pr«iv-a*slmllHt«»H*ch" und wird o« vermutlich langt» bleiben Bei solchen allgemeinen Behauptungen muss mau freilich immer im Augr* behalten, dass wir unter ..Assimilation" e.twa den in Deutschland Im j Jahrhundert vor wich gegangenen Pro/rs* verstehen und dass wir immer dip ganz« G r u p p e des amerikanischen i Judentums und nicht Einzelfälle meinen. Von solchen I objektiven Gesichtspunkten (und nicht etw* von Ihrer elgiliiun Gesinnung here ge»chen, hieben In USA. selbst dl»! AAsirnilleriesten , nnlionilc'' Juden. Dass die Assimilation ihre Grenze im GnippenbewsMsl- I Kein und In der Grtippengtfederung hat. bedeutet g.irrileht*. 'wenn f« rieh auf da« bezieht, was man die Inhalte diese« | Griip?s::b^v,tiSÄtaeir.s nennen kÖnnU1. Es hat keine Kon««« I fjuenzbn In He zu;; auf die Einbeziehung der Werte der; jüdischen Gruppe. Wir werden Im Laufe unserer Belraeh» | Lungen noch näher auszuführen haben, was mit, dieser Feststellung gemeint ist. Hier begnügen wir uns mit der Bemerkung, dasa ein« sehr erhebliche Gruppe (ich würde wagen zu sagen: die Majorität) der Juden von dlnaer. Werten des jüdischen Lebens - Wissen, Religion, Erstehung usw. — . sehr weit entfernt ist. Um e.1 In eins knappe Formel zu bringen: die Juden wissen mit der Tatsache, dass sie — *us der Naturnotwendigkeit der Struktur der Gesellschaft — Juden sind und bleiben müssen. nLht allzuviel anzufangen. JMs amerikanische Judentum bietet in einer sehr gros**r>, fast Überwältigend grnssen Anfahl das Bild von jüdischen Vereinen die .zufällig" den „Renommiergoi" verloren haben. Es gibt eine nicht geringe Anzahl von judischen Siedlungen, die wader jüdische Erziehung, no».-h Gottesdienste haben. Ich habe „Gemeinden" besser: Communiiiee, denn „Gemeinden" deutet in unserem Sprachgebrauch schon auf den ganzen Apparat de» gemeindlichen Leben* hin) gesehen, deren einzige jüdisch» Erziehung der Kincfar im Unterricht in der Jiddischen Sprache besteht. Dazu gibt ea dann ein „Community Houkc" (Gemeinde-Zentrum) in dem man sich trifft, tanzt, «pieii, .nein« „affami" hat - von jüdischen Inhalten keine Rede: So etwa* trifft man auf dem l^utd« nicht selten. Und je weiter man sich von den grossen Städten entfernt umso häufiger. Die jüdischen Bindungen aind ganz dünn und verschwinden vollständig In den vereinzelten, noch kolonisatorischen Siedlungspunkton in Texas, Arizona oder in den Urwäldern des Westens. Für die Überlegungen, die wir hier aaitelien wollen, ist es wichtig, eine andere Bemerkung hinzuzufügen, euch wenn sie zu generell klingen mag. Ich meine eine allgemeine Charakterisierung des gei»tlg#m Niveaus diese*» jüdischen Lebens In Amerika. Wie sind »ie „anzusprechen"? Wann reagieren sie? Die«« Fragen sind weit über die blowie Beschreibung hinaus wichtig. Versuche., von aussen In diese« Judentum hineinzugehen, sind mit wenigen Ausnahmen gescheitert. Das amerikanische Judentum hat f«st rdi«? Outsider abgelehnt. Freilich, Shmaryahu Levin und Bialik, Weizmann und Arloaoroff und viele andere sind nach U.S.A. gekommen. Aber sie sind dam Gras der amerikanischen Juden doch fremd geblieben. (Anlosornff'ii Analyse aelue* Amerika-Aufenthaltes ist Interessant als ein Beitrag jrti dieser Frage.) Der Stil de** jüdi.«-h<-ft l*\*ns Das Jüdische f^ben in seiner Aktivität und dem lebendig«» Zusammenhang mit dem W e 1t j u d e n t u m Ist eine Angelegenheit des Mittelstände », Differenzierungen sind In unserem Zusammenhang nicht wichtig jUdlsehen Angelegenheiten Presse, Buchmarkt, Pretligt. Rede, Stil im Allgemeinen und im Jüdischen (Musik, Architektur, Bilder) - .«sind daher ganz und gar beeinflußt vorn Lebensstil dieses Mittelstandes. Es, gibt in diesen Kreiden nur Helten eine Diskussion von Niveau.' (Dazu Ist der Stand des Jüdischen Wissens in Amerika zu niedrig. Man kann wenig voraussetzen, und auch dieses Wenige ist zu viel.; Ks gibt keinen Versuch einer Jüdischen Buchkultur. Bücher im allgemeinen und Jüdische im besonderen spielen eine ganz andere ttollö als in Europa. Heilen, Predigten, Berichte auf den Jahresversammlungen der Organisationen usw. sind ganz und gar auf „Headlines" (Zeitunga-Überschrlften) eingestellt. Auch in den Kommissionen hört man stlten mehr. Diese Mittelschicht Ist aber andererseits g t-1 ü h 1 s m iL s j g stark jüdisch. Der überwiegende Teil derer über ■»<> versteht jiddisch. Alle reagieren auf jüdische Dinge j&pontan und stark und mit oft guten und klaren-jüdischen Instinkten. Man hat in hohem Masse das Gefühl von „Volk". hU V.r.d — um das Jiddische zu Hufe tu rufen fiVolksm*ttschen'". Zu diesen Volksm^nschen kann man in ihrer Sprache reden: über das Faktische des Jüdischen' Lebens, Palästina, Antisemitismus, Verfolgungen, hin und wieder eine hUUüiacha Bemerkung, <:int Antkdr.,;, tio Vvit.;. Sie werden auf all das reagieren und sie werden all das verstehen. Aber e» entpuppt sich rasch — insbesondere in der Diskussion — *ln Faktor, den man wissen mua», um die Menschen zu verstehen; eine radikale und für unsereineu zunächst erschreckende Ahiehmir.sr aller ldeologtsehea Dinge. Ja, eine Hilflosigkeit... diesen Dingen gegenüber. Es gibt — ganz allgemein gesprochen - kein „Kelch der Werte", da.-, über den Dingen «chw«-h* wl „herufitergeholtM werden muAi. Pragmatismua ist eine eingeborene Philosophie hierzulande. Daö hat r.ichta mit dem alten Schema „Idealiamus" zutun. Die Men*chet» sind hier so idealiatiscii o<hr matcrtaHstiscii wie Mensthea überall sind. Ihre Werte-Ordnung ist nur gan* und gär ver> schieden von der, in der wir in Europa erzogen wurden. Sie glauben stärker an Wirklichkeiten uiiiÄ ari den V.'ert de» individuellen Menxhen. Deshalb »lud sie so ,biographia*iA Deahalb glauben aie an „Erfahrung"! Deshalb halten «i«

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