Jüdische Weltrundschau
- Journal
- Jüdische Weltrundschau
- Volume
- 1 (1939)
- Issue
- 4 (31.3.1939)
- Date
- 1939-03-31
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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«eile C JÜDISCHE WELT-RUNDSCHAU Nr. 4, 31. HI. 1939 Vierzig Jahre deutscher Zionismus Eine Rückschau / Von Egon Rosenberg, Jerusalem Die Zi'/uifitittrhu V< reini'iung für Deutscltlnnd hat vor » in igen jikhs'ii',1 Organi-trifiotvn Deut^rhlandn r.u b'Hlthrn aui'ir horf. out t <t der <>i o<tni*irrtt '/AoninmuH in Drufxi hlnnd zunuhbliek', Ji'"tfrU( ns drr Orgnnimlion gewürdigt. Dir jungn (Un/rntum voi : ".mmenhang mit den Traditionen, die *iWt hier "*rkörpci ■ '•• m einem Mann, der während der Jahre d?.x ßt9t^ht n.s (/rxtandfn hu', Erinnerungen nun dieser nun abJ' whlox*i Mnnntt n < b< nno u it i Di< rtifimrei( h' Ve> eurde tnilfiftslirh des fit nte h- ' ■;>//• noch n. l'insnnirftr de, Z. V. f. D. iiufw \> n Periode,;.u höret <jnng< u ■ tt, '/O'J'ifu ,;/f:H u ( »ig Zurft interennierr n, in ihren Heiken . — Red. Geschichte erleben h«HBH|t nicht nur dabei .sein und die Geschehnisse beobachten, sondern dn.s Bewusstsein ihrer historischen Auswirkung: zu hottet), Wir erleben jetzt ..Stünden und Wochen höchster Spannung. Entscheidungen, deren historische Bedeutung jedem erkennbar und bewiest wind, In .solchen Augenblicken besteht, wenig Neigung, den Blick zurück zu richten, in Zeilen, die nicht nur verg/inj|en_/somlern_ zum Teil auch vergessen sind, Und (!o(!!r (Ir;%en .!ilcl>~?wan^s\vflsn die Bilder aus der Anfangszeit unserer Bewegung In die Erinnerung, gerade weil in dorn Kontrust des Anfangs zum Heute und in der unzerrlsscncn Kett« der Ereigniss« Erkenntnis der Gegenwart und Aspekte für die Zukunft liegen. Die Bilder aus der Vergangenheit gleichen oft halbvcrgilbtcn Photographien. Auf diesen alten Bildern findet man Personen, von denen man garnicht mehr weis..-, wer nie waren und andere, von denen man sagen möchte: Gott, wie hat sich der verai. lert! Aber auch solche, die als Jugendbilder schon den ganzen Menschen zeigen, der fr spater geworden ist. Und dazu.. : » n Bilder-Erinnerungen an Menschen und St;pnt scharf und eindringlich, von denen man weiss, das« man sie nie vergessen wird. 1807 : ( inliingsve; siuninluiig der Berliner Zio»i»tiKcheri Vereinigung 'in Saal eine.? alten jüdischen Hole!» In der schmalen Bürgst rnsse. einem der wenigen altertümlichen ' Teile von Berlin, ein Raum mit viel Göhl und Rot, gro.su genug für eine der vielen bürgerlichen jüdischen Hochzeitsgesellschaften, die dort tn»dl! ioneil stattfanden. Das ganze Hotel atmet jüdiucho Bürgerlichkeit den Jahrhundertanfangs und ist wohl auch fn«t 100 'Jahre alt. Man könnte denken, da»* dort Jettcheu (Geberts unglückliche Hochzeit .stattgefunden habe. Ein behäbiger Wirt betrachtet mit halb gutmütigem, halb sarkastischem Lachein seine .sonderbaren Gaste: Zionistcn ... j Es sind vielleicht 100 Personen, es können auch mehr gewesen j »ein — an dieser Stelle Ist das Bild etwa» verblnsst. Haupt-1 sachlich Kus.sen, Studenten .sehr alter Semester, .sehr wenig; deutsche» Juden, darunter ganz wenige, die .schon in Berlin! geboren waren. Die Mittelklasse, der Berliner Juden von da-1 mitia stammte aus Schlesien, Posen und Ostpreussen. Über diesem Publikum liegt eine erwartungsvolle Spannung, halb Sensation, halb Feierlichkeit. Ein Herr am Vor- Btandstisch spricht sehr schwungvoll... Judenfrage, jüdische» Volk, Palästina, Judenstaat. Für einen Teil des Publikums, dio Russen, schon altes Gedankengut, in einer ihnen nicht ganz genehmen we«itlcri.sch politischen Ausdiucksfotm. Für den andern Teil, die deutschen Juden, sind diese Gedanken umst ürsderisch neu ... Dr. Herzl erscheint, geleitet von einigen Herren, deren Bilder neben diesem Eindruck natürlich bis zur völligen Un- Itenntliehkeif verbla.sst .sind. Herzi geht durch eine Gusse, die sich im w»,al gebildet hat. Noch nichts von der jubelnden liegHut.sung spaterer Kongresse, sondern eine Gasse ehrfurchtsvollen und gespannten Schweigens. Ein Gefühl, das ein Gemisch ist von Verehrung und Erstaunen darüber, eines i solchen Gefühles fähig zu »ein. Dieser Mann sieht aus wie ein König. Wie sieht ein König | aus? Nicht -so wie die Könige dieser Tage, sondern plötzlieh' weiss nian's, so wie dieser Mann, so sollte ein König aussehen. Diese Erscheinung zwingt in ein unbestimmbares Gefühl der Bewunderung und Liebe. Herzl ergreift das Wort. Kein gottbegnadeter Redner, Seine Sprache, leicht gefärbt von der Wcieiihek de* wienerischen Akzente, erhebt fleh vom leichten Konver.satkm.ston zum Pathos. Er gestaltet In noch wirklichkeitsferner Schönheit die Grösse der Idee de" Regeneration des jüdischen Volkes und In den Zuhöreren entsteht die sichere Überzeugung: das Ist der Mann, der tlie.o Idee erfüllen kann und wird. Dann ofr-V'n noch rudere Münn"i\ die vergessen sind, manche viel h..?»}. mit Recht vergessen, denn der Atem ihrer Begeisterung nat nicht vorgehalten; aber In jenem Augenblick haben 'e die Tdec erstanden. j V i\ i da gesagt wurde, würde heute wie leere» Wortge-1 ' klingtl w irken. Es gab noch nicht scharf abgegrenzte **ej griffe und :-.i< bliche Kenntnisse. Alles war nur Stimmung j und besten f.-Uj;. Willen. Herz! lies* das über sich ergehen j mit; geneigtem Haupt, das sich noch tiefer neigte, wenn ein j Redner in seiner Bewunderung oder Begeisterung zu überschwenglich wurde. Die Haltung der Bescheidenheit und die [ lolse Befangenheit, die man Herzl anmerkte, war wohi die i |)rr V.J.-Vi\ grösste Höflichkeit, die je einem Publikum erwiesen wurde. "Ein nnar Worte über einige Menaehen au* dienen Tagen des Anfanges lies Zionismus. Du war ein Dr. Bernhard Cohn, unter den vielen Jungen eine Sei um heu. ein alteret' Mann Er schrieb eine Broschüre, die für die deutschen Juden bestimmt war, lind die deshalb nicht viel Eindruck machen kennt»-. Der Dr. Cohn über, ein patriarchalisch aussehender Ar/, mit gütigen und klugen Augen, hat Eindruck gemueht, .sodass .-»ein Bild heute noch ganz scharf in meiner Erinnerung stC-r. Unter d< i Studenten waren viele, die sputer Führer des /.iouUmus werden sollten: Chaim Wiizmsnn und Leo Motzkit), da war der junge Studiosus Zlocisti, ein Dichter und etwas ganz Neue»: ein ..jungjüdischei-:'* Dichur. Da war der kleine Estermann, ein leidenschaftlicher Kidner und Streiter; unvtrges>s!ieh eine Szene, wio er iiv eiiwr Ve:*a!nmlun; Nordau nach Versammlungen dort im Kreise der ZlonUUn zu sehen — als auch für alle, auch die gegnerischen Diskussionsredner. j Die deiner von damals i Jüdisch« Volksversammlung! Das Plakat nilein war eine Revolution, erschien dem Berliner assimilierten Judentum als; eine Katastrophe. Man bedenke, an einer Litfass-Saule,! öffentlich gross gedruckt das Wort .Jüdisch" und gar „Jüdi-! «che« Volk". Man kann sieh heute die Empörung nicht vor-; ritollen, die durch diese gn>!le Fanfare ausgelöst wurde. Es j war doch die Zeit, in der die Juden glaubten, sich »«Iber tot j | schweigen zu können, wo da« Wort „Jude" vor dem chrMH- ] jenen Dienstmädchen nicht ausgesprochen werden durfte,! höchstens geflüstert wurde oder, wenn es schon nicht anders ging, sprach man vom „Juif". Ks war ein sozial*« Marannen- | tum, dessen religiöse oder nationale Quelle verschüttet oder zum Atavismus vernel; It wurde. Jüdische Volksversammlung! In den Königssälen in der Stralauerstrasse. im Osten von Berlin. Das war schon ein grosser Saal, ein Bierstall, wo am Tage Studenten ihre Mensuren auafoehter», und abends lag über der Versammlung* eine ] Wolke von Tabak, Bierdunst und — von dem morgendlichen1 Sportbetrieb - Blutgeruch. Der Saal war gefüllt, den Vorsitz führte d*>r junge, damals j eben aus Palästina zurückgekehrte Dr. Heinrich L In dieser Versammlung spricht Dr. Herzl, sammen noch in dem sogenannten „kleinen Saal" riatz haben. Aber schon gibt es eine Organisation. P,odenh*>imer aus Köln ist der Präsiden*. Organisator dca Dclcgiertf-ntiM ist ein neuer Mann, Arthur Hantke. Man besdiüesst, , iru- Zeitung herauszugeben und kauft?.u diesem Zweck ein unbedeutendes Lokalblättchcn, . Israeli'üsehc Rundschau". Heinrich Ixjewe wird der rt..;e Redakteur und der Name wird in ..Jüdische Rundschau" geändert. Ein* Kommission aus drei jungen Studenten soll eine zukünftige zionistische Studententehaft vorbereiten. Kurze Zt.t darauf wird die erste zionistische Verbindung in Deutschland dio I . Ifas.mon.iea" in Berlin Rt-gründet. jller/l wieder in Berlin; In einer der kurzen Pausen zwischen den nervenzerreibenden Reisen suner diplomatischen Aktionen. Er sieht um Jahre gealtert au*. Hoffnungen sind zerstört, Resultate die schon zum Greifen nahe waren, sind In ein Nichts zerflossen. Der Zionismus .steht vor einer Wand. Innerzionistische Krise! Bewährte Führer des russischen Zionismus frondieren, Dna Ugandnprojekt erzeugt einen tiefen Riss durch die Bewegung. Im Berliner Zionismu.; dissentieren die politischen Zionistcn. Dio „demokratische Fraktion", geführt von Buber. Feiwel und Lilien führt ihren Kampf, der sogar gegen die Einrichtung des (Joldenen Bu<':c:i des K.K.L. als einer piutokratuschen Erscheinung sich wendet. Her/Ps Tod Seit Monaten wusste man, dasa dieses Ken* verbraucht Ist und nur noch mit letzter Kraft arbeitet. Die Nachricht wirkt trotzdem niederschme!ternd. In der sofort einberufenen Sitzung in Hantkcs Büro sieht man Männer weinen. Eine tiefe Hoffnungslosigkeit erfüllt alle. In dieser aussicht.-io.sen Situation wurde uns der Mann entrissen, der allen trennbare Einheit und Person und Idee erschien. David Wolffsnlin u?V Der Freund und Nachfolger Henris, eine starke und liebenswürdige Persönlichkeit, hatte etwas von der königlichen Haltung Herzls, aber nicht mehr die unbestrittene .Stellung. Er &tand mitten im innerzionistischen Kampf um da,4? Pro- Präch von! blem praktischen und politischen Zionismus. Auf dem seinem Vorwort zum „Judenstaat": „Wenn diene Idee, die Idee | Hamburger Kongress erringt er in einer von Charme und eines Einzelnen bleibt, int sie. die eines Verrückten" und er! Fsprit und von der Kraft -seiner Persönlichkeit erfüllten Rede sprach von den Masse») des jüdischen Volkes, die diese Idee j "°ch einmal den Sieg über seine Gegner. In der entscheials Erfüllung ihres alten Traumes mit Begeisterung aufgej d?»fidert Nachtsitzung tritt der Führer der Opposition und nommen haben. . Er konnte auf die Hunderte hinweisen. dic^*l>rcch<'r Permanentsausschusses als der kommende Mann sogar hier an diesem Abend sich zu der grossen Idee bekennen. I in die Öffentlichkeit. Chaim Weidmann. In «1er Diskussion sprach M. A. Klausner, unser Haus-i Ein grosser Kommers, auf dem Wolfsohn in einer begegnet-. Er war eine interessante Person. Mau behauptete,! jubelten Hede das Hasmonaea Band, das er zeigt, mit den Ardass er gewisse Beziehungen zur russischen Regierung, be-j bukanfas »einer Jugend vergleicht, zeigt das erste Mal in der sonders zum Grafen Witte unterhalte. Er gab dne jüdische; Öffentlichkeit eine geeinte zionistische St identenschaf . Zeitung heraus von religiös-konservativer, politisch-liberaler! |jas j{ j y Fdrbung. Er erschien in allen zionistischen Versammlungen und Vortragen, um uns zu bekämpfen, und in Keiner Zeitschrift brachte er in jeder Nummer Artikel gegen den Zionismus. Er kämpfte, ausgestattet mit grossem jüdischen Wissen, oft geistreich und mit beissendem Spott. Aber es war vielleicht doch eine verkappte Liebe in seinem Kampf , Uns bekämpfte er, aber genas st hat er das satte, in Bürgerlichkeit gesicherte und doch .so ängstliche As.simiiationsjudentum. Dann sprach ein Pastor Faber, ein stimmgewaltiger Mann, mit langwallendcm rötlichen Vollbart:. Manche sagten, er sei im Geheimen ein Missionar. Er verherrlichte den Zionismus als die Erfüllung biblischer Verkündungen. Dann trat: d.r Vertreter „des Vereins mit dem hingen Namen", so nannten wir den „Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens", auf die Rednertribüne. Entrüstung, Spott und mitleidige Ironie waren sein« Waffen, aber als; er den | Pastor .Faber verdächtigte, von den Zionisten gekauft zu sein, brach ein Sturm los, Fäuste und Bierseidel wurden ge-: schwungen, der überwachende Polizeileutnant .setzte den Helm j auf und erhob sich, das Zeichen, dass die Versammlung auf-j gelöst war. aufgelöst, aber novh lange nicht zu Ende. Es j war eine jener Situationen, in der einmal Sammy Gronemann j in den Saal rief: „Meine Herren, es ist nicht gestattet, mit Der Bund jüdischer Korporationen B.I.C. mit seinem noch allgemeinen jüdischen Programm ist unter dem Einfiuss seiner jüngeren Mitglieder schon zu einem zionistischen Vortrupp geworden, das „Kartell Zionistischer Verbindungen", K.Z.V., das bereits mit zionistischem Programm gegründet worden war. betrachtet sich als die offizielle Vertretung der Zionistischen Studentenschaft. Daraus ergeben sich natürlich Rivalitäten. Aber nach aussen wirken beide doch schon gemeinsam, so bei dem alljährlichen grossen Kampf bei den Wahlen zur Akademischen Lesehalle in Berlin. Diese Wahlen werden das grosse Forum für die Diskussion der Judeufragc und der jüdischen und nichtjüdiachen Öffentlichkeit, XKs Judenfrage ist der Brennpunkt der Diskussion, die sich ausserlieh in gemessener Höflichkeit abspielt, manchmal aber doch in die Niederungen körperlicher Auselnandersctzungo abgleitet. In der Zeitschrift „Der Kunstwart" wird durch A< 13 und durch Moritz Goldstein dio Diskussion der Judenfrü /,e '.je* sonders auf kulturpolitischen: Gebiet in weite Kreise «einigen. Die zionistisch.: Studentenschaft PTC, und K.Z.V..vereinigt, sich durch vollkommene Fusion der beiden Kartelia zum ..Kartell Jüdischer Verbindungen", dem K.T.V. Der Weitkrieg bricht »us, "in eiserner Vorhang Ti.M-hei werfen, solange noch Stühle im Saale sind". j herunter, der tieii deuueneu Zionismus von der Aus? heisse Diskussion wurde dann im Cafe Monopol fortj abschliessi. ive't gesetzt und auch der letzte Stadtbahnzug konnte sie nicht beenden und erst viel später, schon am heilen Tageslicht ging man noch immer eifrig diskutierend Fuss den weiten Weg nach Huuse, Nortluu »prklit Eine Versammlung Im Westen, der berühmt« Entdecker; der ..konventionellen Lügen", der beliebte Pariser Korrespon-j dent des liberalen Leibblattes. Das zog. Der grosse Saal, | überfüllt, vor den Türen Hunderte von Menschen, die nichts mehr herein gelassen werden. Nordau wirkte nicht wie Herzl durch »eine Persönlich-' aeit, sondern durch das Wort, durch die meisterhafte, durch plastische GesUn unterstrichene pointierte Sprechkunst. In .^eine Reden prägte er neue Begriffe, wie „physische und geistige Judennof. „Assimilation". ..Muskeijudenium'' usw., die heute abgegriffener Bestand unseres ideologischen Wortschatzes sind. Nachkriegszeit. 3. Novrmber!n Berlin. Die fn Berlin anwesenden Mitglieder des Zentralkomitees der Z.V.f.D. konstituieren sich unter Zuziehung von Pi r.,ürdichkeiten. die die Bedeutung der Stunde erkennen als „Jüdischer Nationairat". Es beginnt ein neuer Kampf zwischen Assimilation und Zionismus um die Stellung der Juden in Deutschland. Di» Welle der Demokratie schwemmt gros»* Teile des deutsches* Judentums in das Lager der Linksparteien. Die zionistische Haltung fordert Zurückhaltung und Abgrenzung, findet aber nicht einmal in allen zionistischen Kreisen vollkommene Zustimmung. Die mutigen und logischen Ausführungen von Erich Cohn in der Jüdischen Rundschau, die eine Dsstunzierung der Zionisten vom sUatspolitischen Leben fordern, werden von einem grossen Teil abgelehnt, dagegen in der Studentenschaft wie überhaupt in der zionistischen Jugenderfolgt Abkehr von bürgerlich-politischen Gedankengängen, Chnhmuth wird die Forderung. Blumenfeld ve. langt Erfüllung des Lebens mit zionistischen Inhalten, GestaUunyr einet wesenhaften Nationa'nsjiius. Grosse Massenversammlungen, überfÜSUe Säle, in deren Umgebung die Stias^n schwarz von Menschen sind. Jubel in den Versammlungen, die Stunde der Erfüllung Ist gekommen. ehend um» I unsere! In Berlin gab es einen Jugfcndvettdn „Jung Wael". In ihm werden beeinflusst durch die russischen Chowewe Zion- Bewegung, die sich in Deutschland - geistig verdünnt —• im Kokfnisatioiifcvcrein „Esra". darstellt, .nationaijüdische , t M ,. Gedanken entwickelt. Mitglieder diese. Vereins, junge j Weidmann kommt ..ach Beri*" #mnen , Studenten gründen einen Verein jüdischer Studenten; ] . Kr wird vom Reiei.spr^uknten empfangen, sogar d das Programm tnthält noch kein Wort von Zianiümu* und es j In»*'* 4u<J|»ca0 Geme.iiuo \ei.tn. sind auch nichuionistische Mitglieder in dun Verein; aberi««^. Weumanu spumt in Pöltschen Klubs, das geistige Leben wird ganz von der zionistischen Idee be-; Zirkeln. \ herrscht, die — Wenn auch nicht programmatisch, — so doch tatsächlich das Erziehungsziel ist. (»emeiiideu aliien Nach etfidglosen Verbuchen, die dan;:;ll;,m Führer des westeurtmässche« Judentum*, Millionäre, aner' anale Gele! tobi von wütenden Ccpnern auf u/itm Tis Sache verteidigte. Diesen Kreis von Menschen traf man im Hauptquartier der Berliner Zionisten. im Cafe Monopol. Dieses Cafe mus»s erwähnt werden, «chon aus Dan Um ikeU, denn lange Z*k war. es die tintige Statte in Berlin, wo mar» die „Welt", das in sehte.«n«"em Gelb g eftetü ZenUalorgau Oer Zionistischen Beweguni.* f.«"d<-n k. 'uttc. lhu< Cai» Mi»J»«,pol um Bahnhof FriediüchsU-iWi-e ist längst durch «inen Uankpulaut verdrängt worden; aber .• der Krir.ni rung alter Zt-.mii.teu kann es nicht verdrängt werden. Es war für uns Leluhaus, Klub und Bilm Das v.ar eine der wenigen Verpflichtungen, die es damals. . »•. „rt f ür Zionisten g , <Ls man nach ei.ur Verwundung Hrste, »*l*tf*H*mtmK der A\ .1 .!>. Mi ilerUll fcich im Cafe Monopol treffen mu**u\ Diese Verpflichtung \ Noch in dem kleinen alten jüuisckcn Hot«! am Spree jpUi »wohl für den l\ed;,cr — *>o nuten auch Ihul und ufvr, Es kommen und Rabbiner m gewinnen, geht Herst den Wt£, das Volk aufzurufen, den Acherou in Bewegung tu stt^eit. Hersel gibt die Purole aus»: Eroberung der jüdischen Genirindestuben! In Wien und in Berlin wie in allen grösseren Gemeinden rennen die Zioni.--.teu geg»ein*n Wall von! eindst tigkeit und Indifferenz Kin Vera! tt**, auf Besita und Ansässigkeit füllendes Wahlrecht, d.v, sich besonders gegen die HusländUyhen d. h. Osijuden geltend macht *>dtr von dtn Gem*ifideg<:;waltigen geltend gemacht wird. verhind«rt, U**^ si« durehaommen; aber weite Kreise der .luden besonders die .deinen Leute und die Osrjuden werden aufgerültelL Wl w •tvr der Or , die alle : Bcr* altet eine feierliche Begriis» privaten nstem Verantwortungsgefühl getragen, 2eigt er alle Schw ierigkeiteii de; vor uns hegenden Weges auf. Der Berliner Zioni.-inu.; demonstriert seine Kraft und seine Dankbarkeit für Weidmanns staatsmännische Leitung und Führung in einer großartigen Versammlung in der Phiihiu-- monie. Die :doni»ti>t tun Versammlungen dieser Zeit it iben den Charakter von I>isi.ussiunsv«r»ammhmgen verloren. Es sind Demonstrationen *«»n Tausenden für die ztuuUlssch« Idee. Unverg* sliehes Erlebnis bleiben die Versammlungen mit Sehmarja Lewin. dem grossen Maggid, seine Gleichnis« rtde vom Peter fsehlemihl wirkt aufwühlend. Sein«. Personlichkeit hinreJssci.a f.uf der Tribüne, bezaubern«! im kleinen Kr vis. Schon fällt das grelle Tageslicht der Aktualität auf di» Bilder. Die Erinnerungen werden verdrängt von dem Heule, Weiche Entwicklung in 40 Jaia-eri! Aber da^ iieute wird verdrängt von dem Gedanken an die Zukunft. Was wird über« mal« in <•) Jahren sein? 40 Jahre umspannen eine- Gene« ration, das Leben eines Volke« aber eines ewigen Volkes gehaltet sich in ge?cticntheheii Zcitbfgriffen.