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Jüdische Weltrundschau · 1939-03-10 · 1 (10.3.1939) · p. Seite 6

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Journal
Jüdische Weltrundschau
Volume
1 (1939)
Issue
1 (10.3.1939)
Date
1939-03-10
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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feile S jüdische wklt-r undscha t j Nr. 1, 10. 1U 1639 Flüchtlinge in Holland V »i h i) s e r t rn K r, r t c p p o n d fn t r n KL. Den H.u'K, im FVbruar. Auch in Holland «(cht dio Fortjr um dir aus iHuiffhfoiirf (ft fli'ulitrfen und norh in hruff.rhland vohnrnrfvn Juden tfun/. im Vorderer unde. Nachdem unmittelbar nach den Novernberereipiisst n alle .Judi*n und auch viele Nicht juden vor f* II* m bemüht waten, »<< viel als möglich Verwandte und Freunde twm J)« ubs( bland hei atiMzubringen, i«l wildem durch dir Maßnahmen tief* holländiMchcn JugtiziiiittiMtfriurm; eine Ordnung der Zuwandr-rnng nach Holland in die W< \,e geleilet worden. Die Kearnten de« Ministerium» haben mit KroM.ser Hingabe ßerge vnn Clrtniehen bearbeitet und Genehmigungen #or allem Ihr FJltcrn von hier bereits ■rmsil^Higen Judo aus Deutsch- Innd «owie (Tu Kinder, die in gemeinschaftlichen Transporten hierher gebracht wurden, und für Durchwanderer, die bereit« die ZulasHung in andere Lander erhalten hatten, erteilt. Die Kinder worden auf Lnv,<r verteilt. Die! Eltern der hier \nnAnn\yen können bei dienen oder sonst In privaten Wehntingen wohnen. Diejenigen, die unter Vermeidung d<-r <Jrenzkonlrolle die hollündiwehe Clenze! Mberäch rillen haben, werden in besonderen Lagern unter- gebracht, die sie nicht verhiH.ven dürfen es sei deun, wrie elw», in Hellevoetjdui.s. tu mehrstihidifcem Aufenthalt. In der Ot twehaft. Die weit. re Zulassung ist ji izt im wesentlichen eingestellt und es kurmricn fast;-ur noeh Rolehe l'er «orieii h-rein, die bereits ein« Y.uw <iiid» rungsgcnehmignng erhalten lintten, aber erst Jetzt die Möglichkeit haben, aus Deutschland auszuwandern. Die Ftüchtlin^spolitik der Iterierung hatte in der Öffentlichkeit ihid im Parlament manche K r i t 1 k gefunden: inzwischen hat man sieh jedoch mit der- Durchführung der HegierungMuaasnnhmen abgefunden und man bemüht sich um die hb-r Angekommenen. Da> zentrale F 1 ii <;■ h t 1 i n g s U o m i t e c in Amsterdam, da»; naturgemäs.s mit. Arbeit Überhäuft wurde und es nach; Lage der Sache auch nicht allen nach dorn Sinn machen ' konnte, hat jetzt die Stätte seiner jahrelangen Tätigkeit Im 's-C.ravenhekje in Amsterdam verlassen und an der Lijnbannsgiacht 300 neue ft:*;umliehkeilcn bezogen. Auch im w i r t s c h a / t! i c h e u L e b e u macht sich j nalurgemiiss die Vermehrung der Zahl der Fremden be-j merkbar. Wiederholt wurde darauf hingewiesen, dass die J ÜJuwandcrcv keineswegs eine Kelast ig für das Land ihrer; Zuflucht bedeute«: denn sie habe.« zahlreiche Betriebe | eingerichtet, die holländischen Arbeitnehmern Arbeit! geben, und in manchen Branchen wie etwa in der- Da menk o n f o k t i o n eine Stärkung der holländischen ' Produktionskraft und damit eine günstige Wirkung auf die Handelsbilanz herbeigeführt; sie bilden auch als Könau m e n t e n ein nicht zu unterschätzendes Element. Von der Tätigkeit als Arbeitnehmer sind sie -■- infolge der! streng gehandhabten Oenchmiguiigspflicht — im wesentlichen a u sgese blosse n. Mit dem 1. März tritt auch j hier eine weitere V e r s c h ä r f u n g dadurch ein, dass die gerade für die aus Deutschland kommenden Juden recht wichtige Tätigkeit als selbständiger Handels- Verl r e t e r ebenfalls der C e n e h m i g u n g s - p f l i c h x unl e r w o r f e n wird, auch wenn die Eirma,; für die der Ver treter arbeitet, im Auslande ihren Sitz; hat. Deutsche Einflüsse haben dazu geführt, dass eines' der giössten holländischen Paten tanwaltsbü tos einen j jüdischen Abteilungsleiter entlassen musste. Verschiedentlich ist auch der Fall aktuell geworden, dass Emigranten aus Österreich hier versucht haben, ihre Forderungen bei holländischen Kunden einzuziehen und dass dann der in Wien eingesetzte Verwalter intervenierte; bisher haben die unteren Gerichte entgegengesetzt entschieden und es bleibt abzuwarten, e eiche Haltung die höheren Gerichte einnehmen werden. Neben der Frage nach dem Schicksal der hierher- Ausgewanderten beschäftigt naturgemäss die Fra^ nach dem „wohin?" die Mensehen. Die PalästinakonlVrenz in. London fand in der Presse und in der Öffentlichkeit slles j Interesse. Der Bundesrat des Niederländischen Zionistenj bundes hat an die Exekutive der Jewish Ageney ein! Schreiben gerichtet, in dem er auf die Notwendigkeit des ' Festhakens an den jüdischen Hechten hinweist, Die Palä-( stina-Aktionen werden intensiv durchgeführt. Auch das 1 Interesse für palästinensischen Boden und palästinensische- Wertpapiere »st bei vielen holländischen Juden sehr | stark. Dancl>en interessiert man sich hier auch sehr! für die jUdische Überaeeko Ionisation. Die« durch die initiative \<m Daniel Wolf entstandene ...Jew-j Col" (International Refugee Colonisation Sotiiety) hat; sich inzwischen nach Vollendung ihrer Organisation durch Bildung eines Trusteekornitees, bestehend aus Sir Robert Waley Cohen, S. Wartung, S.;m den Rergh jr. und Prof. Dr* Schricke, der pmktischi '" Arbeit zugewandt und beschäftigt sich zurzeit mit dem Studium konkreter Projekte, über das Verhältnis wn Zionismus und ,,Jew-Coi:i fand kürzlich eine hurressante Ausspraehe in der Kariger Ortsgruppe des Nie<h Händischen Zionistenbundes statt. Bei der Beratung des Haushultseu üAr Surinam' (. Niederländisch Guayana) kam beiläufig c-er von den. holländischen Nationalso2iali»ien propagierte Plan einer; Judensiedlung in Britseh-, Französisch- und Niederlän-1 disch-Guayana «ur Sprache. Die Regierung erachtet je- \ doch tlie Ansiedlung von Europäern für a u s g e -! schlössen. Die Kolonie ist im übrigen ein Sorgenkind der holländischen Regierung. Es werden jetzt Versuche ziu Entwicklung der Zitruskuhur gemacht: man hat zu diesem Zwecke den palästinensischen Sachverständigen Oppenheim nach Surinam berufen, was einen ius üonalsoziaüsttochen Abgeordneten su dem Zwischenruf veranlasste; „Wir Niederländer wollen nicht durch Juden ocVu andere Fremde regiert werden". Der Kolonial- ^lui. ter Weiter bemerkte dasu. das« Oppenheim Nieder- IM ZEICHEN DES jlDENGESETZES Von unserem ftadapesler Korrespondenten Budapest, im Februar. ' Nach langwierigen Beralunc/Ui innerhalb der Regie i'rung unrl der Regierungspartei verhandelten nunmehr die vereinigten Ausschüsse den Abgeordnetenhauses seit Wochen den E n t w u r f d e s TI. .1 u <i e n g v. s e t z e f. Er bildet fast das einzige Thema des T«f;r-». (Selbst das versuchte Aftrnfal eoe <ifr Haupt*untnt<><je das die Regierung raschest zur Verkündigung des Standrechtes bewegte und dessen Toter si<:h bereits in den Händen der Polizei befinden soll, wird nur «1p Symptom unterirdischer Verhetzung bewertet.) Neben den heftigen Redete fechten in den erwähnten Sitzungen nehmen fast tilfcjieh Kfrchenfürsten und leitende Publizisten, gev/esene Minister und WirtschaftsfroMtiker in eindeutiger Weise Stellung gegen die Vorlage, deren politisch-wirtschaftliche Kerlgen sie befürchten, deren Rechtsbruch sie bekämpfen. fEine Sammlung dieser Proteste Ist unter dem Titel „Periskop" erschienen.) Aber mich in den Äusserungen der radikalen Gruppe fehlt es selten an dem TTnterton eines menschlichen Mitgefühls mit den persönlichen Tragödien der hart mitgenommenen Judenheit. Der. Landesverband der Frontkämpfer steht fest. 9M seinen Kameraden, auch Privatbeamtentum und andere Vertretungen erheben ihr Wort. freilich vergebens. Interessant ist eine Eingabe v«»n 300 geadelten Familien jüdiwehet* Abstammung, die sich suf erworbene Rechte und Verdienste beruft; eim andere Klage führen Siebenbürger Sabbatäer. in deren Adern bekanntlich rein ungarisches Szekler Blut flirsst. die r.l>er — d» sie im vorigen Jahrhundert zum Judentum sich bekehrten - nun tinter das .Tudengesttz fallen. Das Judentum hält sich im allgemeinen abgesehen von seiner gemeinsamen Denkschrift nn die Gesetzgeber und den Protesterklärungen einzelner Gemeinden ziemlich im Hintergrund des politisch-polemischen Kampfes. Zum Teil mag die« an der N e u g e s t a 11 u n g d e r jüdischen Pres.se Hegen, wie sie sich seit Anfang des Jahres vollzogen hat. Tm Laufe der Zeitungsrovisionou wurde nämlich die konfessionelle Presse im Prinzip erhalten: sie musste nur jeder politischen Stellungnahme entsagen, sich auf „kirchliche und religiöse Angelegenheiten" beschränken, sich auch, sonstigen Bedingungen unterweifen. Nur israelitische, öffentliche Körpersehaften dürfen für Zeitungen verantwortlich sein; deshalb zeichnet als Herausgeber des offiziellen «Blatt deri ungarischen Juden", das auch den Redakteur gewechselt; hat, die analoge Landeskanzlei, als der der „Orthodoxen i Jüdischen Zeitung" das Zentralbüro der Orthodoxie. Nur j das Gemeindeblatt der Ofner Gemeinde, und die von Dr. j Patai redigierte illustrierte Zeitschrift „Mult es Jöwö". | konnten in unveränderter Form weitergeführt wer-1 den. Einzelne gewesene Wochenblätter erscheinen in; zwangloser Zeitfolge als Flugschriften, allein die Zio-1 nistische Organisation konnte sich noch keine Erlaubnis j r.tir Herausgabe eines Parteiorgans erwirken. Der „Kampf! um Zion" hat wohl naturgemäss nachgelassen, das offij zieile Judentum hält sich aber noch immer vom Zionismus! fern und die jüngste Landeskonferenz der Orthodoxen; stellte - aus Anlass einer aktuellen Anfrage fest,! dass der alte Rahbinerbeschluss, der öffentliche Spenden 1 für die nationalen Fonds ablehnt, weiter »n Recht und : Geltung bestehe. - Dabei äussert sich in sämtlichen l\>it:«gei u, in den weitesten Gesellschaftskreisen, die bisher als von jüdischen,, besonders Palästinafragen, gänzlich immun und ur.be-1 rührt gelten konnten, ein ganz unerhörter D r a n g n a c h ' E r e z I s r a e I , dem das Palästina-Amt kaum gewachsen; ist. Vor allem deshalb, weil ihm materielle Mittel zur Unterstützung in nur sehr beschränktem Masse zur Ver-1 fügung stehen. Während die sonstige Auswanderung,; wenigstens im umorganisierten, vom HICEM betrauten i Landesschutzbüro, eventuell im endlosen Sturmlauf zu den verschiedenen Konsulaten irgendein Ablenkungsventil erblicken kann, erseheinen die ungarischen Zertifikatsaussichten für Palästina gleich null. Dementsprechend können auch die hebräischen Sprachkurse, wiewohl sie in letzter Zeit suuk überhand genommen haben, mit denen für Englisch und Spanisch schwer wetteifern. (Die Teilr.ehmeranmeldung bei der Gemeinde für hebräische und englische Sprache?tand z. B. im Verhältnis von *i0 : 1H00.) Dennoch mus« der Generalsekretär Osr Pester Israelitischen Gemeinde in einer als zionistischer Zeltungsersaiz erschienenen Broschüre „Schaffendes Judentum'' betont auf die Bedeutung Palästinas für die Zukunft tmgfuisch-jüdisch«.r Jugend hinweisen. A. F. Zur Zeit der dissimilierenden-diffamierenden Gesetzgebung entbehrt es nicht der aktuellen Tragik, wenn innerhalb einer Woche zufällig drei Dokumente ans Tageslicht kommen, die von feindlicher Seite di> enge Ver bundenheitdes Judentums mit dem Ungartum bezeugen. In dem jüngst aufgefundenen Tagebuche dea Unterdrückers des 48er Freiheitskampfes in Ungarn, General Hayn au. der den ungarischen Jud«n bekanntlich eine besondere KriegskontHhittion von mehr als zwei Millionen auferlegt hatte, erklärt derselbe dieses Vorgehen in einem Geheimbericht an den jungen Kaiser: „Die Juden waren es, die die ungarländiache Revolution mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln vorzugsweise unterstützten. Ohne ihr Hinzutun hät*e dieselbe niemals derartige Ausmasse angenommen". ..... Und 90 Jahre später lassen sich vorige Woche gleichzeitig die Offiziösen der slovakischen und serbischen Regierung folgendermassen vernehmen. „Hlovak" behauptet, die Juden waren die ersten, die den Anschluss an Ungarn wärmstens begrüssten (?), war et ja auch ihnen zu „verdanken, dass die Städte Kassa, Le.va, Losonc u. a. ihren magyarischen Charakter beibehalten hatten, denn sie waren die Träger aller ungarischen Kulturbestrtbungen". Ein aus Bukarest datierter Leitartikel der Belgrader „Vreme" behauptet ebenfalls, an der Spitze der irredentischen Elemente in Rumänien sei die ungarisch-jüdische Bevölkerung gestanden. Die siebenbUrgischen Juden seien die begeistertsten Werkzeuge eines ungarischen Revisionismus gewesen. A. F. Imredyn Rücktritt Inzwischen l;it das Ministerium IrnrNy zurückgetreten, weil sich herausgestellt hat, dass eine der weiblichen Vorfahren Imrt'dys mütterlicherseits, die zur Zeit Napoleons lebte, jüdisch war. Um dieses wiivtigtn Bruchteils ji'uiischt n Blute» willen hielt der Ministerpräsident «-•* nicht für zulässig-, auf »einem Ponten zu bleiben weil einer der wesentlichen Pro» grarr.mpunkte «einer Regierung: «ii« schrittweise Ausschaltung der Juden und Judcnstiiir.mlirsge war. Dieser Vorgang zeigt, wie verschiedene englische Zeitungen schreiben, die ganze Absonderlichkeit der Ideologien, die heule die Politik Europas bestimmen. Ergreifend Ist ck zu hören, dass Imredy einen Brief an die ungarische jüdi*clie Gemeinde geschrieben hat, worin er sein Bedauern auasprieht über die Wunden, die er,!»eib.?t unbewußter Judens'ÜmmHng, den Juden zugefügt habe. Der neue Ministerpräsident Givf Teleki erklärte in seiner Antrittsrede vor «lein Parlament, die Durchführung des Judengesetzes in Ungarn mh ein peinlicher Akt, die Massnahmen seien aber notwendig wegen des Zuflusses von Ostjuden nach Ungarn. Teleki betonte, das« «.■* sich nicht „um Nachahmung ausländischer Vorbilder" handle. Im übrigen wies er darauf hin, das« er wahrend seiner fsten Ministerprasident- •chaft <A92D den Numerus Clausus gegen die Juden in Ungarn eingeführt, zugleich aber auch antisemitisehe Ausschreitungen unterdrückt habe. Der Ministerpräsident erklärte weiter, da.HX einig* Teile de* neuen Gesetzentwurfes für Abänderungsvorschläge offen sind. Vom palästinensischen Standpunkt i^t es nicht uninteressant hinzuzufügen, das* Graf Tvleki, der als Geograph ein bedeutender WissenschaftU-r ist, im Jahrs 1924 Mitglied der Internntiorutlen Völkerbundskommiasion war, die di# Grenzen xwlechen Inth und Türkei festsetzen sollte und das umstrittene Gebiet dem Irhk zugesprochen hat. Der neue ungarische Ministerpräsident Ist a!.so ein genauer Kenner der Verb,'iuii.s.»<.' im Nahen Ottt»5n. Iander sei und dass es für die Regierung irrelevant sei, von welcher Rasse er sei. über die Möglichkeit der Ansiedlung jüdischer Flüchtlinge in Siederlündist h-lnditn äusserte sich der Kolonialminister in anderem Zusammenhange dahin, dass er keinen Anlass sehe, diese zu fördern, da er im allgemeinen skeptisch den praktischen Möglichkeiten der Kolonisation durch Europäer gegenüberstehe, EINE Jl DENFRACEN-M MMER" Das Berliner .1? Uhr Blutr hat »eine Neujahrsausgab« der Judinf rag* gewidmet. Di« Nummer vom J. Januar H>3» enthält, wie es!n der Ueberschrift heisst, ,:2S Meinungen ::u einem Problem". Die Zusainmeustellung der Nummer erfolgt* in der Weise, dass am einer Reihe von [MinierH die Füh-rr der dorii-jrn antisemitiM-ht;» Sewtuuutn:», die offenbar mir dem deutschen Nationalsozialismus in Verbindung .stehen, Ntch Über die Jndenfrage in Ihrem Ltnde auslassen. Es handelt sich meist um Menschen, die derzeit in den betreffenden Ländern kaum eine Rolle spiele!», womit freilich nicht, gesagt jj,t, dass nicht üijch dort die Demagogie Fori- »chritw muchen konnte. Nur aus zwei Ländern sprechen masstjeitt.Hde Persönlichkeiten, uäml.ch aus Italien, worüber iu kein Won mehr f.u verlieren ist, und Ungarn. Der im- 11 e n i s »• h e Mitarbeiter Dr. luterlandi. Herausgebt!- der Zeitung ..II Tivere" und der Zeitschrift „La difesa delia K&z^n" 'diu Verteidigung der Rasse», erinnert in seiiu-nj Beitrag an tias Wort des ehemaligen iuHejiibehtu MiiüMerpräfcidenten Luigi Luzzattl, der „1913 In der meist gelesenen Zeitung Italien» schrieb, dass »edss Volk die Juden hat, die es verdient'4. Hierzu erklärt Interlandi. nach einer Generation werde es kein« Juden mehr in Italien gt-ben und das italienische Volk werde dann den Juden haben, den es verdient, nämlich keinen. Im Verlauf des Artikels wird zwar erwähnt, 1919 Italien einig« Juden versucht, „in den Faschismus einzudringen', aber es wird verschwiegen, dass Mussolini und andere faschistisch« Führer mit. allem Nachdruck und unzweideutig nicht nur den Antisemitismus verurteilt haben, sondern sich sehr \ deutlich über die Rasseniheorie lustig gemacht haben. Di« j Wendung Italiens zum Antisemitismus hat offenbar Grund« | gehabt, von denen in dem Artikel natürlich nicht die Rede ist. 'Aus Ungarn spricht Dr. Bela von Imredy, damals noch KÖnlgt. ungarischer Mtni«terprasident. Imredy beschiünkt »ich ' auf eine kurze Darstellung des neuen ungarischen Entwurf*» über ein Judengesets. Sein Beitrag i.-t weniger dadurch bemerkenswert. w«ä darin steht, als daduuh. das* er in der Ge- .sellschaft der anderen Mitarbeiter dieser Hetünummer auf-; ultt. Den tragikomischen Epilog hienu bildet die Tatsache, . dass Imredy inzwischen zurücktreten rmmtr, weil seine arl&ch« : Abstammung sich nicht ais rein erwiesen hat. Der Präsident . dar Landwirtochaftskammer und dt-r ungarisch-deutschen , Handelskammer Budapest erklart »ich für die ..vollständige j Di«,stmtlation der Juden". Demgemäß überschreibt «r seinen Artikel ..Wir werden kein I'ardon ketmen". Der Schweiler Mitarbeiter verschweig-'- »einen Naiuei' „aus begreiflichen in- .terpoMtisehen Gründen", wie die Redaktion der Zeitung erklärt. Ainiere Heiltäge stammen aus England. Frankreich, Polen, Holland. Belgien. Schweden, Jüg.o*d»vien usw. Auch au* der Tachechosiowakei sind mehrere Beitrage abgedruckt, so von dem Führer der deutschen Nationalsozialisten. Ernst Klingt und von dem alten Führer der ischtchfsehen Antiscmiun Stribrny. Alles in allc-m bietet die*« Nuxnmer ein charaktenstischet Dolciiiifiu der internationalen Verflechtung dt« aggressiven AniistuutiM4»uas

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