Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 10 (1872)
- Issue
- 4 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 312 (sequence 72)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2420973-2421013-2421016--3233-2424647- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
312 Aus Briefen. dem mehr oder weniger schlechten Verständniß desselben; 2nach Onkelos. Ich bin jetzt auch recht zweifelhaft, ob der älteste Uebersetzer den Onk. vor sich hatte. Hie und da scheint sogar Targ. Jerus. zu Correcturen benutzt zu sein. Sodann ist auch der sprachliche Charakter nicht gleich; man scheint bald vom Gesichtspunkte des samaritanischen, bald von dem des hebräischen Sprachgebrauchs ״gebessert^ zu haben. Die Urgestalt der Uebersetzung läßt sich nur sehr annähernd ermitteln. Uebrigens scheint schon der älteste Uebersetzer im Gegensatz zu dem sonst Ueblichen Variation des Ausdrucks geliebt zu haben, wie er z. B. Gen. 1 רקיע auf 3 verschiedene Weisen übersetzt. Dazu sind die Abschriften größtentheils liederlich. Wenigstens einer der Codd. (A) hat mehrfach arabische Wörter im samarit. Text. Kurz, ein scheußliches Gemisch. Wäre die Sprache nicht wesentlich dieselbe wie die der jerus. Targume re., man wüßte gar nicht die richtige Analogie zu finden. Wegen מלכי kommen Sie aber so leicht nicht los. Daß die Sing.-Form malle ist, weiß ich natürlich auch, aber ebenso gewiß ist es, daß für alle semit. Sprachen die Plurale der kürzesten Bildungen (sog. Segolatformen) nach dem 2. Radical ein, noch gänzlich unerklärtes, a hatten. Das ließe sich sehr weitläufig beweisen, ich will aber nur בללכים aus mälälrfm, und den arab. Plur. S -i ,צס 0^1*5 von *U5 (im Mask. ist die einzige arab. Form, die dies ä noch hat אד^ים) erwähnen; ganz genau stimmt dazu מלבי mal״ che aus mäläkai. Und so ist das Fehlen und Setzen des Dag. lene durchweg für die Erkennung des Ursprungs der Form sehr wichtig: daß die Tradition schon lange jene Schwads fälschlich als quiesc. nimmt, ist gleichgültig. Die Grundregel: keine Aspiration vor בגדכפוז ohne vorhergehenden Vocal, wenn derselbe auch nur als Schwa mob. erhalten ist, bewährt sich für das Hebräische und für das Syrische selbst in solchen Fällen, die auf den ersten Blick sehr auffallend sind. Auch die Accente haben doch den unschätzbaren Werth, uns die Tonsilbe zu bezeichnen. Im Gegensatz zu den meisten andern Semitisten halte ich die hebr. Betonung, die sich auch für's ältere Aram. bewährt, für relativ weit ursprünglicher als die arabische. Namentlich ist die Pausalbetonung (nicht die Pausalaussprache) durchweg sehr ursprünglich. Lagarde's Jonathan habe ich heute für das Centralblatt re-