Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 10 (1872)
- Issue
- 4 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 311 (sequence 71)
- Language
- German
- Belongs to
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Aus Briefen. 311 bringen, was die ächten Ziele geistiger Menschenentwicklung find. In diesem Vertrauen bin ich nie unter den mannichfachsten Wechselfällen geschichtlicher Bewegungen und eigner Lebensereignisse erschüttert worden, in Seinem Dienste zu arbeiten war und ist mir Lebensaufgabe und Lebenslust, und so lange Er mir Kraft giebt, werde ich darin nicht ermatten. Nur nothgedrungen werde ich, wie bisher, Hinüberstreifen in das andere Lager, da ich es für weit heilsamer halte, in einträchtigem Zusammengehn, wenn auch von Verschiedenen Standpunkten aus, der Wahrheit zu dienen. Doch wenn die Unwissenheit nicht ermüdet, so darf auch die Wissenschaft nicht schweigen. ׳ Ich bin nicht thöricht genug zu glauben, daß ich Sie mit meinen Worten überzeugen werde, ich habe mit ihnen auch nicht beabsichtigt, etwa ein ״Zeugniß" abzulegen, wie Sie es vielleicht, von Ihrer Richtung aus, für geboten erachteten, selbst wenn es unfruchtbar ist. Ich würde daher überhaupt geschwiegen haben, wenn nicht die Achtung für Ihre wissenschaftliche Thätigkeit mir die Pflicht auferlegte, ein Anschreiben von Ihnen nicht unbeantwortet zu lassen. Mögen wir uns auf dem Gebiete, das uns ein gemeinsames und ein gemeinsam heiliges ist, begegnen, frei von aller fast- und kraftlosen, katzenfreundlichen Missionsthätigkeit und -Literatur. Es wird mir dann allezeit eine Freude sein, mit einem Manne, der einen mit Recht geachteten Namen auf dem Gebiete der Wissenschaft sich erworben hat, in näherer Verbindung zu stehn. Wenn Sie es mir nicht untersagen, darf ich Wohl voraussetzen, daß ich von unfern Briefen auch Gebrauch für die Oeffentlichkeit machen darf. Ganz ergebenst Rabbiner Geiger. Von Hrn. Prof. Nöldeke, Kiel 15. Aug. Neulich habe ich die Genesis des samaritanischen Targums durchstudirt, welche mir damals in Berlin Petermann aus seiner noch nicht fertigen Ausgabe geschenkt hat. Danach modificiren sich Kohn's Resultate noch ziemlich bedeutend. Keine Hdschr. stimmt mit der anderen überein und namentlich für Stücke wie Gen. 49 giebt jede einen ganz besondern Text. Man sieht, jeder Unwissende nahm sich das Recht, beliebig in der Uebersetzung herumzucorrigieren, und zwar geschah das 1) nach dem hebr. Text, d. h. nach