Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 10 (1872)
- Issue
- 4 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 308 (sequence 68)
- Language
- German
- Belongs to
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308 Aus Briefen. בדזללי האסרו, Jer. 46, 16 העביר כן כקוד בזרללי, Ezech. 49, 18, בחללי תבואתד! דגטג ת. — Das Sefer Sinai wird noch angeführt in 60ä. 1294 zu Gen. 45, 20 רע!י?יכם בסיני תרין ירדין, zu כלות Num. 7, 1 בסיני נ?לא, in Heid.'s altem Cod. 2 Kön. 6, 25 חריונים כן חנא בסיני (Cheth dagessirt) [b. h. alle Punkte des Keri, nämlich דביוכים, zum Khethib gesetzt, also das Dagesch des Daleth in das Cheth und das Rase des Beth über das Resch. @.] Es erscheint jetzt von mir bei Brockhaus eine neue Psalmenausgabe mit vielen masoretischen Beigaben, dabei die nach Handschriften berichtigte lateinische Uebersetzung von Hieronymus durch Hrn. G. R. Tischendors; sie geht jedoch etwas langsam vorwärts. Von Hrn. Prof. Dr. Delitzsch. Leipzig, den 17. Juli 1872. Verehrtester Herr Doctor! Noch haben wir Briefe nicht mit einander gewechselt und noch sind wir in keinerlei Beziehung zu einander getreten; aber, obwohl Christ und auch wenn ich Jude wäre nicht Ihrer Richtung, habe ich hohen Respect vor Ihrem gediegenen sprachlichen Wissen, Ihrer großen nationalen wie allgemeinen Gelehrsamkeit, Ihrem erfinderischen Geiste, und vielleicht darf ich deshalb hoffen, für einen wohlgemeinten Mahnruf, den ich ohne einem Menschen davon zu sagen, vor dem Auge, das Alles sieht, und dem Ohre, das Alles hört, an Sie richte, Eingang zu Ihrem Herzen zu finden. In Jahrg. X S. 150 Ihrer Zeitschrift sagt einer Ihrer Mitarbeiter höhnisch, daß man aus Jesus, da er am Ende doch gar nichts gethan, eine Art Gott mache. Dieses bittere Wort ist ein Echo des Ihrigen: ״Einen neuen Gedanken sprach er keines- Wegs aus?' Wenn ein talmudistischer Jude den Sohn der Stadta für einen Zauberer, Gotteslästerer, Volksverführer erkärt, so spiegelt sich in diesen Vorwürfen doch immer noch die Macht des geistigen Umschwungs, den der Gebrandmarkte hervorbrachte. Wenn aber von Dem, dessen Auftreten ohne allen Zweifel die Weltgeschichte halbirt und ohne dessen Einfluß auf die Menschheit weder der Islam noch das Reformjudenthum geschichtlich zu erklären ist, das Erniedrigendste gesagt wird, was von einem Menschen gesagt werden kann, daß er׳ keinen neuen Gedanken ausgesprochen und doch am Ende