Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 10 (1872)
- Issue
- 4 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 302 (sequence 62)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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302 Aus Briefen. Baer bemerkte mir ebenfalls, daß in der Stelle S. 70, die, wie D. selbst bemerkt, dem Rikmah S. 120 entnommen ist, sich die Bemerkung für den Vers auf der letzten Zeile nicht auf ופי־»־, sondern auf ומעלח bezieht, die Note D.'s demnach unnöthig ist. Da ich keine transjordanischen Blätter lese, so weiß ich nicht, was die wissenschaftliche Orthodoxie zu Wiesner's leidenschaftlichen Angriffen auf den jerusalemischen Thalmud sagt. Hier wäre sie in ihrem Recht. Ich habe auf seine Aufforderung ihm mein Urtheil eingehend mitgetheilt, er beharrt jedoch in seiner Rückantwort auf seiner vorgefaßten Meinung, wenn er auch auf so manchen speciellen Beweis verzichten mußte. In Betreff des in meinem vorigen Briefe erwähnten Gutachtens Jablonskh's habe ich hinzuzufügen, daß dieses Gutachten hervorgerufen wurde, als 1715 ein getaufter Jude Israel Saxel die Juden zu Nymwegen beschuldigte, daß sie 1710 ein Christenkind in ihrer Synagoge ermordet hätten. Von Hrn. Dr. Derenburg, Paris 3. Juni 1872. Endlich habe ich den neunten Band der Zeitschrift erhalten, worin mich vieles sehr interessirt hat. In erster Linie habe ich die Beiträge zur Geschichte der Essener mit Vergnügen gelesen. So eine unbekannte, verhüllte Figur läßt alle Hypothesen zu, und so werden die Schwärmer der Wüste Juda's zuletzt gar zu verkappten Buddhisten. Unter den Anhängen war mir besonders der den Elasar ben Arach betreffende lieb. Es wehte doch damals in den Thalern Judäas ein besonderer Geist, und wer weiß, ob Elasar nicht plötzlich-der Schuldisputationen satt, und auch von den mystischen Verstundest in die Schöpfungsgeschichte und den Gotteswagen nicht mehr befriedigt, sich nach Emmaus in Ruhe zu seiner Familie begeben, was die alten Mitschüler schlecht beurtheilten und als Hang zum leiblichen Lebensgenuß betrachteten. — Die Beiträge zur Geschichte der hebräischen Grammatik und zu Onkelos sind Themata, die mich näher berühren. Jedenfalls will ich in der Vorrede zu den opusculis den ganzen Stoff möglich auf's neue sammeln und sichten. — Mit der Beltis, auf die zweimal zurückgekommen wird, steht es, trotz der schwierigen Stelle לבלתי ל־יגעי״י•, doch noch nicht so ganz gut. Es ist schwer zu glauben,