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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1872-01-01 · 4 (1872) · p. Seite 299

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
10 (1872)
Issue
4 (1872)
Date
1872-01-01
Page
Seite 299 (sequence 59)
Language
German
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Umschau. 299 geblieben zu sein. Selbst den hebräischen Namen der Sadducäer schreibt er durchgehends unrichtig, indem wir überall ״Zaddukim" statt Zedukim lesen, und selbst der Eigenname ״Zaduk" (hier mit blos einem d) für Zadok lautet, wie ״Beuthus" für Boethus (S. 67). Ebenso ist der Begriff der ״Thakkanoth" und ״Geseroth" nicht scharf erfaßt (S. 56), die Bedeutung der Dajane (oder gosre) Geseroth nicht erkannt und sie ganz ungeeignet als ״Polizeirichter" bezeichnet (S. 74). Die Schulen Schammai's und Hillel's können in ihrem Wesen und in ihrer Verschiedenheit nicht richtig erkannt werden (S. 71 f.), da der Vers, die eigentlichen Tendenzen des Sadducäismus, die prineipiellen Abweichungen zwischen der alten und der neuen Halachah ignorirt. Simon ben Gamaliel I, von dem gar nichts Halachisches vorhanden ist, wird an der Stelle seines Enkels gleichen Namens angeführt (S. 74), die Stellung Jochanan's ben Sakkhai zu Gamaliel II, dahin bezeichnet, als habe jener das Amt ״provisorisch verwaltet" für letzteren, so lange er minderjährig gewesen (S. 76), während ein tiefgehender Zwiespalt zwischen ihnen andauerte, und Elieser ben Hyrkan — der seltsamer Weise ben Harchinas genannt wird (S. 78) — wird nicht in seiner Anhänglichkeit an der alten Halachah und an Jochanan erkannt, vielmehr von ihm mit einer schillernden Phrase gesagt, er sei ״mehr geistesscharf als geistreich" gewesen (S. 44). lieber- Haupt werden sämmtliche Männer jener Zeit, in der gerade die Auseinandersetzung zwischen der älteren und der jüngeren Halachah zum Austrage gekommen ist, ebensowenig die Schriften, welche die verschiedenen Richtungen noch theilweise charakterisiren, so namentlich Sifre und Mechiltha — die überhaupt erst nachhinkt — (S. 81. 85. 87), nicht nach der Stellung, die sie eingenommen, scharf gezeichnet, und Akiba, der die neue Richtung mit Consequenz durchgeführt, wird Wohl mehr aus Originalitätssucht als aus unbefangener Gerechtigkeitsliebe getadelt (S. 80), was ebenso Maimonides widerfährt (S. 129), der durchgehends Meim. geschrieben wird, während der Mangel an Ordnung in der Mischnah-Redaetion in Schutz genommen wird (S. 92). Als untergeordneten Mangel betrachten wir es, wenn die kurzen Angaben über thalmudische und nachthalmudische Rechtslehrer, die meistens mehr biographisch und bibliographisch sind, als daß ihre charakteristische Einwirkung hervorgehoben würde, an Ungenauigkeit leiden, so z. B. wenn Samuel als früher in Palä-

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