Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 10 (1872)
- Issue
- 4 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 283 (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2420973-2421013-2421016--3204-2424618- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Umschau. 283 Mücon aufgefunden, trägt den Namen: Gervasius Judaeus, ein anderes bietet die hebräische Legende: Jechiel, Sohn des Menachem Chajim. Alle diese Denkmale der Siegelkunde gehören dem 13. und 14. Jahrhundert an. Sie sind außerordentlich selten, und Hr. L. hofft, daß die Veröffentlichung seiner Mittheilung die Aufmerksamkeit der Archivisten und Sammler auf sich ziehen werde, so daß sie die kleine Reihe, deren Dasein er enthüllte, vermehren könnten. ״JosephDerenburg: Mit Recht hat unser gelehrter Genosse, Hr. v. L., bemerkt, daß man den Namen Moumet nicht mit Mohammed vermischen dürfe, wie es manchmal geschehen. Es ist durchaus unzulässig, daß ein Israelit diesen ausschließlich moslemischen Namen getragen habe. ״Was von den Doppelnamen der Juden gesagt worden, ist vollkommen bestätigt. Dieser Gebrauch hat sich bis unter uns erhalten. Nur war die gegenseitige entsprechende Beziehung der beiden Namen im Mittelalter nach bestimmten Grundsätzen geregelt, die man heutigen Tages nicht mehr befolgt. Damals konnte man demnach, wenn der israelitische oder der landesübliche Name bekannt war, daraus mit Wahrscheinlichkeit den andern unbekannten Namen erschließen, während jetzt die beiden Namen in keinem Verhältniß zu einander stehen. ״Seit dem zehnten Jahrhundert lehrt uns die Geschichte, daß ein Beschluß der Expropriation in Frankreich gegen die Juden geschleudert worden: es ist daher möglich, daß die Angabe Benjamin's von Tudela aus dieses Ereigniß anspielt, um damit das Privilegium festzustellen, welches der Familie des Nasi von Narbonne gewährt worden. ״Derenburg fragt nun, ob das in Rede stehende Siegel nicht etwa dem ersten Calonymus, dem Zeitgenossen Benjamin's von Tudela, angehöre. ״Longporier: Ich glaube nicht. Der Styl des Schildes und die Form der Buchstaben beweisen vielmehr das Ende des 13. Jahrh.; diese Anzeichen scheinen mir von unbestreitbarer Beweiskraft. ״Die Herren N. de Wailly und Leopold Delisle erklären, daß das Denkmal beim ersten Anblicke als aus dem 14. Jahrh. herrührend erscheine und nicht über das Ende des 13. hinaufgerückt werden dürfe.