Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 10 (1872)
- Issue
- 4 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 282 (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
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282 Umschau. damals sagte, König(?) der Juden Narbonne's. Er nannte sich sicher auch Mometus, wie es ein Act beweist, der aus dem Cartularium Narbonne's ausgezogen und dessen Abschrift Longperier der Gefälligkeit des Hrn. Mouynes, Archivisten der Aude, verdankt. Diesem zweiten Calonymus nun muß das Siegel, welches der Akademie vorgelegt worden, beigelegt werden. ״Der Commissarius Philipps des Schönen, Gerard von Caertonne, ließ zwanzig Häuser verkaufen, welche diesem reichen Ober- Haupte der jüdischen Gemeinde gehörten, mit der Erklärung, daß einige dieser Immobilien unter dem Rechte der Freilehen stehn. Dies, in Verbindung mit dem Wappenschilde auf dem Siegel, welcher ganz dem bei den christlichen Herren üblichen entspricht, rechtfertigt die Angabe Benjamin's von Tudela in Beziehung auf die Grundstücke des Nasi oder Fürsten der Juden von Narbonne. Der Schild ist ein sicherer Beweis der hohen Bedeutung der narbonefischen Nasi's. ״Die Beraubung, durch Philipp den Schönen vollzogen, von der wir ein authentisches Document vor uns haben, beweist wiederum, wie unsicher das Besitzrecht der Juden während des ganzen Mittelalters war; ihre Güter und Reichthümer schienen damals für die Herren und den König eine Art außerordentlicher Hülfsquelle gebildet zu haben, zu welcher man, wenn man sie nöthig hatte, ohne Skrupel und mit Gewaltmitteln seine Zuflucht nahm. Der arglose Reisende hatte, wie Longperier sagt, zu sehr auf das gemeine Recht -gerechnet und die Expropriations-Ordonnanzen aus Gründen der ״politischen Nützlichkeit" nicht vorausgesehen. ״Gelegentlich dieses Siegels bringt Longperier noch mehrere jüdische Siegel mit zweisprachigen Legenden zur Kenntniß, welche den hebräischen Namen ihres Eigenthümers auf der einen Seite tragen, und auf der anderen den französischen Namen, welchen er in seinen Beziehungen zu Christen angenommen. So sehen wir, daß Mielet del Portal dem David Sohn Samuel's entspricht, daß Crescas sich auch Tobia Sohn Israelis nennt. ״Andere von dem Urheber dieser Mittheilung angeführte Texte zeigen, daß diese Doppelnamen bei den Juden Frankreichs in ganz allgemeinem Gebrauche waren. ״Die Siegel, deren Legende blos in einer Sprache abgefaßt ist, sei dies die hebräische oder die lateinische, wurden gleichfalls einer Ueberschau unterworfen. Eines von ihnen, in der Nähe von