Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 10 (1872)
- Issue
- 4 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 274 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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274 Umschau. bräischen Handschriften, die ihm dort bekannt geworden. Die Ausbeute ist sehr geringfügig, so daß es genügt, auf den Bericht selbst oder auch auf Steinschneiders Auszug in der letzten Nr. seiner hebr. Bibliographie 1871 zu verweisen. Ich will blos Eins hervorheben. In einer Bibelhandschrift vom I. 1487 fand er die Liste der Abweichungen zwischen den Madinchaö und den Ma'arbaö, welche in unseren großen rabbinischen Bibeln so fehlerhaft abgedruckt ist, in correcter Form. Sie sind, sagt er, vollkommen übereinstimmend mit den in dem jetzt zu Petersburg befindlichen Codex vom I. 1010, über welchen Pinsker eingehend berichtet hat. Allein P. hat dieses Verzeichniß nur so weit berücksichtigt, als ihm zugleich eine Controle durch babylonische Handschriften zu Gebote stand, und da er eine solche für die historischen Bücher (die s. g. nebiim rischonim) und die Hagiographen nicht hatte, so überging er diese ganz. Es wäre aber jedenfalls wichtig, aus einer guten Hdschr. auch für diese Bücher correctere Angaben zu erhalten. Herr N. giebt blos drei Stellen. Die erste zu Zach. 14, 4 ist schon in dieser Ztschr. Bd. I S. 295 und Bd. II S. 144 besprochen. Eine zweite ist Hiob 18, 13; da sollen nach unseren Ausgaben für בדמי Mad. בדרי lesen, die Hdschr. hat בלדו־י, eines ist so unklar wie das Andere. Zu Neh. 6, 2 haben wir für Mad. 'בהפיריםכ' הכפירים ק, als wäre ein Keri, welches die Partikel Khaf verlangt; richtiger ist Wohl die Angabe der Hdschr. בכפירים כ' בכפרים ק', daß das Keri die defecte Schreibart verlange (vgl. Norzi), Wohl auch etwa das Pe mit Kamez, so daß es heiße: in den Dörfern. — Diese,,Partie der Textesgeschichte verdient noch immer größere Beleuchtung. 12. Juli. 4. Das Kind an der Mutterbrust. Wenn die Halachah das sonnenwarme Gebiet des Reinmenschlichen, die aus Wohlwollen stammende Pflicht berührt, dann umspielt sie alsbald auch der Strahl der vielfarbigen Haggadah, und die Deutung ergeht sich dann in den kühnsten Wendungen. Wir haben schon früher in dieser Zeitschrift (Bd. I S. 55, Bd. VIII S. 94 ff.) nachgewiesen, daß die Mahnung an die Wittwe, welche ein Kind nährt, nicht eine neue Ehe einzugehn, bevor sie ihr Kind entwöhnt, ttlso nach damaliger Sitte vor Ablauf von zwei Jahren, einem