Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 10 (1872)
- Issue
- 4 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 267 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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IV. Auerbach, die Mesasäule. 267 כ]לי יזלוה], und nur hinsichtlich des nächstfolgenden Wortes schwankt die Lesung, weil 2N ואסחב, wie jetzt von den meisten Erklärern gelesen wird, nicht recht in den Zusammenhang p'aßt, während die Buchstaben ואה לעז הים, die nach Hrn. Warren zu lesen wären, gar keinen Sinn geben. Dabei hat man sich aber mehr oder weniger gewaltsam über die Schwierigkeit hinweggesetzt, daß es von den ,,Geräthen Jhv's" füglich nicht heißen kann, Mesa habe sie vor Kamos (״ (לפני כבלשgeweiht" oder ״geschleift". ״Vor" oder ״vor dem Angesichte" würde in diesem Zusammenhänge nur statthaft sein, wenn der Ort (Tempel) genannt oder durch eine grammatische Beziehung angedeutet wäre, wo die angeblichen Geräthe Jhvh's aufbewahrt oder zum Dienste des Kamos verwendet oder gar geschleift(!!) wurden. Da man sich aber von der einmal gewohnten Annahme eines Wortes ןה]לי nicht leicht frei machen wird, so muß ich vor Allem daran erinnern, daß sie sich eigentlich nur auf einen einzigen Buchstaben (b) stützt, indem der vorhergehende Buchstabe (כ) willkürlich hinzugesetzt wird, der nachfolgende aber (das angenommene י) als zweifelhaft bezeichnet ist. Wie es scheint, würde Hr. Ganneau selbst ohne Anstand לו gelesen haben, wenn es ihm gelungen wäre, diesen beiden Consonanten einen angemessenen Sinn abzugewinnen. Lesen wir aber לר mit dem richtigen Vocale, so haben wir das Wort לו vor uns, und die Stelle zeigt sich uns in ihrer wahren Bedeutung. לו ist nämlich gleichbedeutend mit unserem hebräischeu לוי, welche Wortform erst in der späteren Sprachbildung von jener abgeleitet wurde (vgl. Olshausen, Lehrb. d. hebr. Spr. S. 413). Es waren demnach nicht Geräthe, sondern Leviten Jhvh's, also Priester, die Mesa von Nebo wegführte. Daß sämmtliche Leviten ursprünglich den Priesterdienst verrichteten und erst später die Aaroniden das Vorrecht der eigentlichen כהכים erlangten, darf ich bei den Lesern dieser Zeitschrift als bekannt voraussetzen. Wie es aber im Reiche Israel, das hier in Betracht kommt, über- Haupt mit dem Priesterstande bestellt war, diese Frage darf selbstverständlich nicht nach dem Berichte der von judaistischem Stand- Punkte aus geschriebenen biblischen Urkunden entschieden werden, sondern erfordert eine kritische Untersuchung, die für die geschichtliche Erkenntniß von großer Wichtigkeit ist. Jedenfalls hätten wir nunmehr das Zeugniß des moabitischen Königs, daß im Heilig-