Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 10 (1872)
- Issue
- 4 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 263 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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III. Saad.'s Vorrede zu Galuj. 263 vor, daß er einen Theil des Buches abgefaßt während er im Besitze des Gaonats war, es aber zu Ende gebracht, nachdem er bereits verdrängt war und sich in Verborgenheit hielt, die Vorrede aber habe er geschrieben, nachdem er wieder aus seinem Verstecke herausgetreten und vor Verfolgungen gesichert war. In derselben nämlich führe er alle Einwendungen an, welche David ben Sakkhai und Khalaf ben Sargädo (כלף, vgl. oben S. 172) gegen seine Worte im Galuj in böswilligen Verleumdungen vorgebracht haben, und er widerlege dieselben aufs Nachdrücklichste. In dieser Vorrede nun kommen, nach F., Namen von Schriftstellern aus der Periode des zweiten Tempels vor und wird der Inhalt ihrer Schriften angegeben. Bereits in dieser Zeit seien, sagt S. nach F., Vocale und Accente vorhanden gewesen, wie er selbst im Galuj und der hebräischen Vorrede zum Agron sich deren bedient (vgl. oben). Dieses Vorgeben des S. hat für uns natürlich keinen Werth, da er sicher solche Handschriften aus jener Zeit nicht vor sich gehabt; allein wir erfahren hier eine Behauptung von S., die mit seinen sonstigen historisch-dogmatischen Voraussetzungen übereinstimmt. Er legt nämlich einen Nachdruck darauf, und Dies soll ihm besonders zur Vertheidigung gegen den Karäismus dienen, daß alle Einrichtungen und Erscheinungen, von denen es für den Unbefangenen feststeht, daß sie erst später hervorgetreten, keine Neuerungen, vielmehr bereits von vorn herein mit gegeben sind. So behauptet er, es sei die Berechnung des Jahres und der Festzeiten mit allen daran sich knüpfenden Regeln und Ausnahmen neben dem Erkunden des sichtbar werdenden Mondes von ältester Zeit her festgestellt gewesen, ebenso erklärt er nicht blos die beiden Recensionen des Dekalogs, die abweichenden Lesarten in doppelt vorkommenden Psalmen, sondern auch die Differenzen zwischen den Madinchae und Maarbaö alle als ursprünglich mit offenbart (vgl. diese Ztschr. Bd. I S. 292 ff.). Mit derselben starren Consequenz muß er nun annehmen, daß Vocalisation und Accentuation selbst nach ihren Zeichen schon von der ältesten Zeit her üblich waren und nicht erst ihre Feststellung einer späteren Zeit zu verdanken haben. Als angeführte Schriftsteller und Werke nennt F.: 1) Simon ben Jeschua ben Elasar ben Sira, wie der Name bei S. laute, der ein Spruchbuch verfaßt ähnlich den Sprüchen Salomo's.