Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 10 (1872)
- Issue
- 4 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 250 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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250 II. Geld oder Geist. Heidenwelt die Verpflichtung der Beschneidung aufhob, so war das gar kein Riesenschritt; er gab der Notwendigkeit nach und legte den Geistern drückendere Fesseln an als er den Leibern abgenommen. Wenn aber der Deuteronomiker die Beschneidung ganz ignorirt, vielmehr sie zu einer ״Beschneidung der Vorhaut des Herzens" umwandelt (10,16. 30, 6), wenn Josua ben Chananjah kurz nach der Zerstörung des zweiten Tempels sagt: Ein Proselyte gelte auch als solcher, wenn er auch nur das Proselytenbad genommen und der Beschneidung sich nicht unterworfen habe, da das;a auch bei Frauen genüge (Jebamoth 46 a), wenn überhaupt die Beschneidung immer blos als eine unter vielen Satzungen, nicht aber als unerläßliche Bedingung für die Mitgliedschaft im Judenthume betrachtet wurde, wenn die Synode Dies mit aller Entschiedenheit ausspricht trotz dem 1800jährigen schlechten Vorgänge des Christenthums, das die Taufe zum Saeramente stempelte, ohne dessen Uebernahme der Eintritt in's Christenthum selbst für den geborenen Christen undenkbar sei — wenn die Entwickelung in Beziehung auf diesen Punkt gehemmt worden, aber dennoch nicht sich zur vollen Erstarrung hat drängen lassen, wenn die Lösung wieder allmälig unternommen wird, so ist mir die Logik, welche hier nur zu mürrischen Anklagen Veranlassung findet, wirklich unbegreiflich. . . II. Geld oder Geist? Zweiter Artikel. Man ist bereits auf anderem Gebiete zu der Ueberzeugung gelangt, daß das System hinfällig ist, welches lediglich oder vorzugsweise die äußere Machterweiterung zu seinem Leitsterne erwählt, dafür Principien aufopfert oder principlos nach jedem sich darbie- Lenden Mittel greift, zu allen Compromissen sich versteht, die Opportunität als die einzig berechtigte Macht auch im Grundsatz feiert; man ist mit diesem Verfahren bereits zu dem Punkte gelangt, daß man seine inhaltslose Gebrechlichkeit einsieht. Die Ereignisse führen es jener sogenannten Realpolitik unverkennbar, greifbar vor die Augen, daß die wahren realen Mächte doch Prineipie^,,M^H^ danken sind, daß wenn man diese AM Glauben, dann lBDe^HeHPLWM-d WWoPNnOWGlie-