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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1871-01-01 · 4 (1871) · p. Seite 315

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
9 (1871)
Issue
4 (1871)
Date
1871-01-01
Page
Seite 315 (sequence 75)
Language
German
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Haschachar. 815 in der dritten Person, das Thargum hat zwar die erste, aber die Form im Passivum. — Richtig ist ferner (S. 374), daß bei זכד (Maleachi 1, 14) an das aramäische דכלא, Widder, zu denken ist, was übrigens Raschi schon erkannt hat. So ist noch Manches in dieser Zeitschrift, was zum Nachdenken veranlaßt und sie für ihren Zweck ausrüstet. Sehr anregend ist der frische muthige Aufsatz Lilienblum's in Odessa über die theils aus geänderter Lebensstellung theils aus fortgeschrittener Erkenntniß erforderlichen Reformen. Solche Mahnungen von dorther, mit freiem Blicke erfaßt und mit Sachkenntniß vorgetragen, heißen wir von Herzen willkommen. Wir haben demnach die angenehme Aufgabe, unsere Befriedigung mit den Leistungen des vorliegenden periodischen Uuternehmens im Allgemeinen auszudrücken, und wir verfehlen daher nicht, seine Verbreitung recht nachdrücklich zu empfehlen, damit ihm auch seine Fortführung und seine weitere Einwirkung gesichert werde. Auch die Redaktion möchten wir aber darauf aufmerksam machen, daß sie sich ihres Zweckes bewußt bleibe und ihren Wirkungskreis nicht überschreite, sie wolle nicht übergreisen auf deutsche Zustände und Bestrebungen und nicht etwa sich verleiten lassen, das Richteramt über eine Culturbewegung zu übernehmen, die einen andern Maßstab verlangt, als sie anzulegen befähigt und berufen ist. Auch in ihrer Wiedergabe deutscherUrtheile müssen wir ihr Vorsicht anempfehlen, daß sie nicht durch überschwängliche Steigerung bei der Uebersetzung die ausgesprochenen Ansichten entstelle. ^Wir gründen diese Mahnung auf vorliegende Thatsachen. Schon wenn der Herausgeber im Vor- Worte zu Wiesners Abhandlung über den jerusalemischen Thalmud sagt, daß ich dieselbe nach den in der ״Neuzeit" enthaltenen Proben gerühmt habe (1לללדז), f° ist damit mein sehr bedingt ausgesprochenes anerkennendes Urtheil in dieser Zeitschr. Bd. VIII. S. 227 ff. ungenau wiedergegeben. Einer entstellenden Uebertreibung aber macht sich der Herausgeber schuldig, wenn er in dem nachträglich mir zugekommenen ersten Hefte des dritten Jahrganges bei einer Anzeige des zweiten Theiles des Maftheach von Schatzkes (S. 71) mir die Worte in den Mund legt - sie sind mit Anführungszeichen wiedergegeben —, ״seine Worte verdienten in eine goldene Tafel eingegraben zu werden." Nun aber kenne ich das Werk gar nicht und habe ich nur nach der Mittheilung einer Stelle aus der Vorrede, welche Hr. Rabb. Dr. Wiener mir hatte zukommen lassen, mich dahin ausgesprochen, die redliche frei-

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