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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1871-01-01 · 4 (1871) · p. Seite 310

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
9 (1871)
Issue
4 (1871)
Date
1871-01-01
Page
Seite 310 (sequence 70)
Language
German
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310 Recenstonen. mit dem Auslande Abgesonderte nannten — ein Ausdruck, der dem Vfr. der Baraitha noch bekannt war, wenn er auch den üblicheren aramäischen Namen ,,Peruschim" dem anklagenden Sadducäer in den Mund legt —, sie wurden ״Nibdalim" in üblem Sinne, wie aus der Gesammtheit Ausgestoßene (vgl. Urschrift S. 71). Dem Alter der Abfassung des Berichtes steht nicht der Umstand entgegen, daß der König Jannai genannt wird; das ist nicht etwa eine irrthümliche Verwechselung des Johann Hhrkan mit dem spätern Alexander Jannai, vielmehr ist Jannai bloße Abkürzung von Jochanan, der wir auch im Syrischen begegnen, wie Wright im Cataloge der syrischen Handschriften des britischen Museums (S. 607 d, nachweist, wie ja auch יניס und ירדני in der jüd. Literatur für dieselbe Person abwechseln (vgl. Urschrift S. 474). 1) Sachs hatte an Rapoport seine Auffassung der Worte in Maleachi 2, 10 mitgetheilt, wonach der Satz: ״haben wir nicht Alle einen Vater, hat nicht ein Gott uns geschaffen?" den Einwurf des Volkes enthalte, welches damit seine eheliche Vermischung mit fremden Völkern entschuldigen wolle; Rap. stimmt dem bei und weist auf die schriftstellerische Manier dieses Propheten hin, sich der dialogischen Redeweise zu bedienen. Diese Erklärung ist nun zwar nicht neu wie Sänger nachweist (Maleachi S. 18, vgl. diese Ztschr. Bd. VI S. 93), sie bleibt aber darum nicht minder richtig und einsichtsvoll. Auch Neifmann in der vorliegenden Zeitschrift (S. 374) kommt darauf zurück. Er macht darauf aufmerksam, daß schon in der Thoßeftha Sotah c. 9. auf solche Vertheilung der Sätze an verschiedene Personen, also auf eine dialogische Form, deren sich die biblischen Schriftsteller bedienen, ohne ausdrücklich anzugeben, daß abwechselnd redende Personen eingeführt werden, aufmerksam gemacht wird; sie drückt Dies mit den Worten aus: כלי עגאבלל זד לא אבלל זד mit der Einleitung: גי דבלים זד בננד זד oder: פלעוד זר עילרבי דבלים יעז בד und ähnlich. Daß auch RasKi denselben Kanon zu mehreren Bibelstellen im Namen des Sifre anführt, — wo es Wohl Ende Schoftim Raschi Vorgelegen haben mag, während sich in unfern Ausgaben Nichts dergleichen findet —, bemerkt Reifmann an einer andern Stelle (S. 350). Die Thoßeftha wendet unter andern Stellen dieses Erklärungverfahren auch auf Nahum 1 an, wo ihr Wohl der Wechsel Zwischen Strafandrohungen und -Milderungen einen solchen Wechsel der Personen zu erfordern schien, ebenso wie ג) Die Bemerkungen von Weiß über diese Baraitha in der vorliegenden Zeitschrift S. 115 f. sind unbegründet.

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