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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1871-01-01 · 4 (1871) · p. Seite 308

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
9 (1871)
Issue
4 (1871)
Date
1871-01-01
Page
Seite 308 (sequence 68)
Language
German
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308 Recensionen. warnt aber vor dem Mißbrauche der Versetzung vieler Bibelstücke in jene späte Zeit und erklärt sich weder mit Sachs einverstanden, etwa Ps. 76 und 110 als makkabäisch zu erklären noch etwa mit Pinehas Mendel Heilpern — jenem seltsamen abenteuerlichen Dilettanten x) —, der das Gebet der Hannah (1 Sam. 1, 2—10) der Mutter Samuels abspricht und es eben jener Hannah mit ihren sieben Märtyrer-Söhnen zuweist. Wenn Rap. der letzteren Annahme entschieden widerspricht, ohne näher darauf einzugehen, so ist auch unsererseits eine weitere Begründung des Widerspruchs, dem wir uns anschlieszen, nicht nöthig. In dem Samuelbuche Einschiebungen aus solch später Zeit zu vermuthen, ist Hhperkritik, und wenn das Gebet der Hannah natürlich nicht authentisch ist, d. h. nicht von der Mutter Samuel's herrührt, so legt es doch der Schriftsteller, der lange vor dem Exil gelebt, ihr in den Mund, und wir können nicht mehr seststellen, ob es vollständig sein freies schriftstellerisches Product ist, oder ob er ein bereits u11tlaufertbe£ Lied zu seinen Zwecken verwendet. Jedenfalls hat es mit jener schmerzensreichen Mutter, welche unter Antiochus Epiphanes ihre sieben Söhne unter den grausamsten Martern umkommen sehen mußte und dann selbst starb, gar Nichts zu schaffen. Ist ja selbst der Name Hannah, welchen ihr der hebräische Josippon (Buch 3, 6. 5: Buch 6, 6. 42) beilegt, den älteren Quellen ganz unbekannt; das zweite Buch der Makkabäer (c. 7) giebt für die Mutter gar keinen Namen an, ebensowenig die babylonische Gemara (Gittin 57 V), die blos :אעוה ועובעה, und dem entsprechend der Paitan Josef b. Salomo in Jozer Zu Chanukkah, der einfach דגורוזם sagt, während der Midr. zu Klgl. 1, 16 (und aus ihm Jalkut khi thabo Z 938) einen Namen der Mutter kennt, aber einen ganz abweichenden, nämlich Miriam, die Tochter Nachthom's! Also auch Rap. hätte den Namen ״Hannah" nicht so schlechtweg adoptiren sollen. Kehren wir jedoch wieder zu Ps. 110 zurück! Sachs schien seine Annahme, den Ps. auf den Makkabäer Juda zu beziehen, hauptsächlich auf den Namen ״Maltkhi-Zedek" in V. 4 zu begründen; welche Andeutung er darin für seine Ansicht findet, wird nicht angegeben. Sicher ist es nicht diejenige, die ich später in meiner ״Urschrift" S. 27 ff. gefunden, wo dann danach auch die späte Abfassung von 1 Mos. 14, 18—20 begründet wird (das. S. 75). Aber er hat, wie es scheint, doch empfunden, daß hier ein Ausl) Vgl. Ozar uechmad Bd. II S. 226 f.

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