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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1871-01-01 · 4 (1871) · p. Seite 304

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
9 (1871)
Issue
4 (1871)
Date
1871-01-01
Page
Seite 304 (sequence 64)
Language
German
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304 Recensionen. daß man mit der Zeit und dem Gelbe der Leser haushälterischer umgehe. Wir können für diesen Commentar des Serachiah zu den Sprüchen weder Hrn. Schwarz in Cöln noch Hrn. Smolensky ernstlich Dank sagen, und ebenso ergeht es mit ähnlichen Werken, wie z. B. mit der ganz werthlosen Apologetik des Jsmael Chanina aus Valmontano (S. 17 ff.) und dergl. Unser Interesse fesselnd hingegen sind briefliche Mittheilungen kurzverstorbener Gelehrter, welche uns ebensowohl tiefer in deren Wesen einführen, wie sie manche noch jetzt beachtenswerthe wissenschaftliche Bemerkung darbieten. Der vorliegende zweite Jahrgang der in Rede stehenden Zeitschrift bringt Briefe von den zwei Groß׳ Würdenträgern der jüdisch-hebräischen Wissenschaft, von Rapoport und Luzzatto. Einige Briefe des ersteren an den bekannten Sammler Heimann Josef Michael in Hamburg (S. 25 ff. S. 41 ff ) sind von untergeordneter Bedeutung; sie bekunden uns seinen regen Eifer, Kenntniß zu erhalten von den seltenen gedru ckten und handschriftlichen Werken" welche im Besitze Michaelas sich befanden. Eingestreute literarische Bemerkungen, aus früherer Zeit herrührend, sind meistens gegenwärtig überholt. Doch verdient eine ausgesprochene Ansicht noch heute Erwähnung. Rap. stellt nämlich (S. 29) die Behauptung a uf,״!^ heiße nicht Enkel, Nachkom- Kimchi an, und dürfen wir die falsche Unterschiebung nicht auch schon der Zeit Ser.'s beilegen. Einmal führt er Gannach an, nämlich zu 15, 28, wo er, ihm folgend, wie zu 3, 18, das Wort לעכות als Pl. von ל^ה auffaßt; daß dies der Punctation nach falsch ist, da es dann לענות lauten müßte, hat schon Joseph Kimchi eingewendet (vgl. Ozar nechmad I. S. 101). Seltsamer Weise hat er zu 10, 30 eine abweichende falsche Punctation, nämlich *)ולמגו, und sucht er diese Anomalie zu erklären. — Am Beachtenswerthesten bleiben die schon früher hervorgehobenen Vergleichungen mit dem Arabischen, wie z. B. für גלע zu 17, 14, für כפה zu 21, 14 11. a., die auch in unern Wörterbüchern sich finden. Aber auch in diesem Verfahren geht er, wie gleichfalls schon früher bemerkt, nicht selten zu weit. So will er עלוקה Spr. 30, 15 von wäU:, hangen, ab leiten, und erklärt es: die von äußern Einflüssen abhängige veränderliche Welt; wenn man in Spanien das Wort mir ״Blutegel" übersetze, so entspreche dies gleichfalls dem arab. KLl-:, und heiße dieses Thierchen so, weil es mit dem Munde au der Stelle, deren Blut es aussaugt, hange. Zu 16, 26 will er אקן gar mit fürchten, zusammenstellen, und 26, 10 * *עגכו־ mitsich beschäftigen! — Dies genüge zur weiteren Charakteristik dieses Commentares.

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