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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1871-01-01 · 4 (1871) · p. Seite 305

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
9 (1871)
Issue
4 (1871)
Date
1871-01-01
Page
Seite 305 (sequence 65)
Language
German
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IRI
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Hasch achar. 305 menschast, das bedeute vielmehr ^2, jenes aber drücke die Seiten- Verwandtschaft aus. Die Ansicht ist, bei der unsichern Ableitung des Wortes, an sich nicht abzuweisen und hat auch im Zusammenhange der Stellen Nichts gegen sich. Allein die eigentliche positive Stütze für diese Erklärung ist gebrechlich. Rap. findet nämlich bei den deutschen und französischen Rabbinen des Mittelalters ככד ganz bestimmt für Neffe, Bruder- und Schwestersohn gebraucht; dies soll nun auch für die biblische Bedeutung des Wortes Zeugniß ablegen. Allein eben dieser mittelalterliche Sprachgebrauch möchte gerade ein Zeugniß für das Gegentheil sein. ככר entspricht nämlich dem lateinischen nepos; dieses Wort, urspünglich und in der classischen Latinität als Enkel gebraucht, nimmt in der nachaugustäischen Literatur auch die Bedeutung: Bruder- und Schwestersohn an, welcher Sprachgebrauch umsomehr in die romanischen Sprachen überging, als das Wort namentlich auf die Verwandten der vornehmen, ehelosen Geistlichkeit Anwendung fand, also nur von Seitenverwandten gelten konnte. Daher der italienische nepote, der französische neveu und auch unser Neffe. Die mittelalterlichen jüdischen Rabbinen legten nun einfach dem בכד, welches dem nepos entspricht, auch die neue Bedeutung bei, welche dieses angenommen. Daraus ist aber nicht zu schließen, daß בכד auch ursprünglich diesen Sinn hatte oder daß ihm auch für die Bibel von den Rabbinen diese Bedeutung beigelegt worden, vielmehr zeigt sich darin nur die Gleichstellung von בכד mit n6p08, sei es nach der alten oder nach der neuen Bedeutung. Ein weit höheres Interesse bietet ein Brief Rap.'s an Dr. Michael Sachs (S. 137 ff.), und zwar sowohl zur Charakteristik der Correspondenten als auch durch reichen gelehrten Stoff. Der Brief Rap.'s vom 21. Ab (August) 1850 beginnt folgendermaßen: ״Was Sie am Anfänge Ihres Briefes sagen, ist durchaus wahr, Ihr Urtheil über unser gegenwärtiges Geschlecht ist vollkommen gerecht; wie es vordem in den Tagen Agur's den Jakeh gewesen und von ihm mit künstlerischem Griffel eingegraben worden*), dasselbe Bild tritt uns auch heute vor die Augen. Nicht so kann ich in die Folgerung einstimmen, die Sie aus diesem Urtheile Ziehen. *) Spr. 30, 11—14: ״Ein Geschlecht, das seinem Vater fluchet und seine Mutter nicht segnet; ein Geschlecht, rein in seinen Augen und von seinem Schmutze nicht abgewaschen; ein Geschlecht wie übermüthig und sich überhebend; ein Geschlecht — Schwerter sind seine Zähne und Messer seine Schneidezähne, zu fressen die Armen von dem Boden hinweg, die Dürftigen aus der Menschheit." VierleLlahresschrist ix. 4. 20

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