Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 9 (1871)
- Issue
- 4 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 298 (sequence 58)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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298 Recenstonen. Als später um 1232 der Kampf gegen und für Maimonides' Schriften und Ansichten ein allgemeiner und heftigerer wurde, da war Meir bereits, wie oben erwähnt, alt und mürbe geworden, und mehr verbittert, als kampflustig, seines ״vor mehr als dreißig Jahren" unternommenen Streifzuges gedenkend, hält er sich von einer activen Betheiligung zurück und schüttet blos in einem Schreiben an Nachmanides seinen Unmuth aus. Meir starb 1244. Er war ein vielseitig gelehrter Mann; ein maßorethisches Werk, das er anfertigte, ist sehr geschätzt, als Thalmudist fand er bald große Anerkennung, und als später die Kabbalah die Geister unterjochte, zählte man ihn, der Wohl eine geistige Verwandtschaft mit ihr hatte, aber doch nicht zu ihren Eingeweihten gehörte, dennoch gern in der Reihe ihrer Verehrer. Sein Reff(, Todros ben Joseph ha-׳Levi, welcher derselben entschiedener huldigte, spricht mit verwandtschaftlichem Stolze seine Verehrung für ihn aus: x) ״Ich hörte im Namen meines seligen Oheimes Meir, er habe sehr stark davor gewarnt in den Mond zu schauen, wie unsere Lehrer das Gleiche in Beziehung auf den Regenbogen gethan. Heil ihm und seinem Antheile! Er gelangte zur vollen Thorah und zur innern verborgenen Weisheit (der Kabbalah). Wehe dem Geschlechte, dem sein strahlend Licht genommen, wehe mir, daß ich nicht das Glück gehabt, Thorah bei ihm zu lernen, nur ein wenig als zehnjähriger Knabe im Tractate Baba kamma. - Doch danke ich Gott, daß er es mir beschieden, sein Antlitz zu schauen in seinem Greisenalter. Da legte er seine Hände auf mich und segnete mich, und dieser Segen hat mir in meiner Jugend beigestanden und mich auch in meinem Alter nicht verlassen!" 26. Juni. Aecensionen. Die hebräische Zeitschrift Haschachar. Die jüdische Bevölkerung Polens und Rußlands verlangt unsere ganz besondere theilnehmende Aufmerksamkeit. Schon ihre große Anzahl wie ihr erst frisch erwachter Bildungstrieb erwecken Ozar ha-khabod f. 35 d zu Rosch ha-schanah 21.