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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1871-01-01 · 4 (1871) · p. Seite 297

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
9 (1871)
Issue
4 (1871)
Date
1871-01-01
Page
Seite 297 (sequence 57)
Language
German
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IV. Meir Ha-Levi. 297 Das Antwortschreiben Simson's an Meir wurde durch Abra- Ham ben Nathan cha-jarchi überbracht (S. 107) und ist dieser höchst wahrscheinlich der Vf. des Manhig, der demnach dieses um 1205 verfaßt hat.*) Umgekehrt muß ein anderer Abschreiber Beranlassung genommen haben, diese Redeweise zu vertheidigen, denn die Worte auf S. 101 von או בלדבלתבי an scheinen doch eine solche Vertheidigung zu sein, es müßte denn Meir einen sehr wenig begründeten Unterschied zwischen dem Kal und Pael oder Afel gemacht haben. Ein ähnlicher Vorwurf wurde übrigens Raschi gemacht und wird von Abraham Bukrar in דזזכרוך zu 5 Mos. 17, 5 mit einer gewissen Entrüstung abgewiesen. (Vgl. ferner denselben zu 4 Mos. 3, 7. 5 Mos. 12, 23). Was wir S. 101 von ובאגרת תוכחותיך an bis znm Ende der Beite lesen, rührt offenbar nicht von Meir her, ist vielmehr im Gegentheile gerade gegen ihn gerichtet und enthält Kritiken seiner Ausdrncksweise — ob von den Lüneler Gelehrten ausgehend oder, was wahrscheinlicher, von einem spätern Vertheidiger derselben, bleibe dahingestellt. Die Rüge gegen den Ausdruck: לבל יד!י לכם לשנלצד־ז trifft offenbar Meir, wie der Heransg. selbst bemerkt, während Aaron dieser Phrase sich gar nicht bedient. Aber auch der Tadel über לכלח חרץ und אבלרי נלרץ scheint Meir zu treffen, wenn wir auch die Worte jetzt bei ihm nicht finden; denn sie sind Reimworte, welche zu dem Gedichte Passen, das seinem Schreiben nach Nordfrankreich auf B. 2 vorgesetzt ist, und sie sind wohl von den Abschreibern, weil sie angegriffen waren, zurückgelasseu worden. Die Glosse lauret daher: In Deinem Vermahnungsschreiben, dae abgesandt worden לחכבלי :צרפת, an die Gelehrten Frankreichs, oder abgekürzt: ל ח ב ־צ, und ein Abschreiber, der sich in dreie Verwirrung nicht hineindenken konnte, macht daraus להקל. Hr. Br. ist in der Anm. und im Nachtrage S. 18 nicht in das richtige Sachverhaltniß eingedrungen. — Die S. 102 gerügten Worte: וכל היות לא יעבלדך בלפניו sind nun ganz offenbar aus dem Eingänge zum Schreiben Simson's den Abraham (S. 107 Ende), wo allerdings bei uns, gemäß der Rüge, in לפניו geändert ist. — Endlich ist die Vertheidigung des Wortes ׳בלבלתי doch wohl gegen einen Angriff gerichtet, den Meir selbst erfahren hat- - Das Gedicht auf S. 105 scheint an Unrechter Stelle zu stehen und vielmehr dem Briefe der Franzosen auf S. 107 vorgesetzt werden zu müssen; es drückt deren Anerkennung gegen Meir aus, das שדי) יונע טגדי בינוח ist wohl blos Druckfehler) auf Z. 4 bezieht sich auf das vorangehende לבבי Z- 3, V. 5—7 drückt aus, Meir möge sich an seiner Einsicht genügen lassen, wenn auch die Gelehrten Lünel's sie nicht anerkennen (V. 8). Die Bemerkungen Br.'s beruhen auf Mißverständniß. 0 Es ist höchst unwahrscheinlich, daß um 1205 und ebenso ein Jahrhundert später ein Meir ben Todros Ha-Levi (der aus 1305 gar nicht bekannt ist) nnd ein Abraham b. Nathan ha-jarchi neben einander gelebt hrben sollten. Ich nehme demnach die Bemerkungen in der Anm. u Bd. VII. dieser Zeitschrift S. 269 zurück.

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