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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1871-01-01 · 4 (1871) · p. Seite 293

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
9 (1871)
Issue
4 (1871)
Date
1871-01-01
Page
Seite 293 (sequence 53)
Language
German
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IRI
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IV. Meir Ha-Levi. 293 tretenden Briefwechsels das Zeitliche segnete) und Aaron ben Meschullam — er starb 1210 — waren es, auf die Meir sein Auge richtete. Die Antworten des Maim. genügten ihm nicht, und wenn er auch der scharfen philosophischen Gestaltung des Gottesbegriffes nicht gleich A. b. D. abgeneigt, war, so verdroß ihn doch die Verwischung der Lehre von der Auferstehung gar sehr. Er wendet sich nun mit einem Briefe dorthin, schüttet seine schweren Bedenken aus über die Behandlung der Auferstehungslehre durch Maimonides und bezeigt überhaupt seine Unzufriedenheit über den Mischneh Thorah. Er sei, meint er, durchaus kein zuverlässiger Führer, die Antworten, welche M. auf einige ihrer Anfragen gegeben, seien ungenügend, er wählt dazu die Nummern 23, 26, 32, 33, 35, 18, die er wörtlich mittheilt und ausführlich widerlegt, und fügt noch Kritiken hinzu gegen andere Stellen des M. Th., nämlich Kiddusch hachodesch 4, 6. Abdoah sarah 4, 6. 2, 7, Mamrim 3, 5. — Die Lüneler Gelehrten lassen sich jedoch in ihrer huldigenden Verehrung gegen Maim. nicht erschüttern, Aaron ben Meschullam läßt Meir vielmehr hart an wegen seines Kampfes wider Maimonides, dem er als junger Schüler nur mit bescheidener Unterwerfung nahen dürfe, er tadelt sein Verfahren als grenzenlosen Hochmuth und meint, ״der Weisheit gereiche die Bescheidenheit zum Schmuck, doch belaste sie der Stolz mit der Krankheit Druck"; er weist seine Verdächtigungen über die Auferstehungslehre scharf ab, obgleich beide nur unerquickliche Vorstellungen darüber wie über die ״kommende Welt" vorzubringen wissen, und sucht Maim. auch in den andern thalmudischen Gegenständen zu rechtfertigen. Den Ton, welchen Aaron gegen ihn angestimmt, glaubt sich Meir nicht gefallen lassen zu müssen; er antwortet mit starkem Selbstgefühle, jedoch ohne zu verletzen, und hält alle seine früheren Ausstellungen aufrecht, gefällt sich auch darin, dem hebräischen Style seines Correspondenten Jncorreetheiten nachzuweisen. Wie es scheint, haben die Lüneler darauf nicht weiter geantwortet; aber Meir beruhigte sich bei diesem ignorirenden Schweigen nicht. Er wendet sich nunmehr nach dem Norden Frankreichs an die dortigen Gelehrten, unter denen besonders Simson ben Abraham aus Sens zu allgemeiner Bekanntheit gelangt ist. Ihnen legt er die Verhandlungen in vollem Umfange vor und erbittet sich ihre Entscheidung und ihren Beistand. Diese waren nun freilich der ganzen Stimmung, welche in den streitenden Lagern

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