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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1871-01-01 · 4 (1871) · p. Seite 291

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
9 (1871)
Issue
4 (1871)
Date
1871-01-01
Page
Seite 291 (sequence 51)
Language
German
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IV. Meir Ha-Levi. 291 ihre Dienerinnen angenommen worden, um die Reize der Herrin zu erhöhen, aber allgemach verlangten auch sie ihre besondere Pflege, und mein Herz fing an getheilt und von den verschiedensten Wissenschaften in Anspruch genommen zu werden." Nun beantwortet Maim. Wohl auch die gestellten Anfragen, doch zeigt es sich deutlich, daß er auf dem Gebiete nicht mehr so heimisch war wie zur Zeit, da er das große Werk abgefaßt, und daß er über die Gründe, die ihn damals geleitet, nicht mehr recht im Klaren war. So corrigirt er zuweilen sich selbst, weil er der Quelle seiner früheren Entscheidung nicht mehr eingedenk war, oder er begründet dieselbe in gezwungener Weise, während ihn wahrscheinlich früher weit einleuchtendere Gründe geleitet hatten?) Die Anfrager fühlten sich bei ihrer hingebenden Verehrung vor Maimonides vollkommen befriedigt, die Antworten verbreiteten sich schnell weithin und wurden wiederum von abweichenden Standpunkten und Stimmungen aus discutirt. Ein dogmatisches Bedenken hatten die Gelehrten Lünel's gegen des Maim. Aufstellungen nicht, obgleich solche bereits von Abraham ben David angeregt waren. Der philosophisch scharf zugespitzte Gottesbegriff, den M. zum Angelpunkte der Glaubenslehre machte, darauf eine Reihe von Vorschriften gründend, theils selbstständig *) So hat er wohl zu seinem Ausspruche Zizith 2, 7 die Worte des kleinen gleichnamigen Tractates als Autorität vor sich, wie Hr. Kirchheim in seiner Ausgabe dieser kleinen Tractate S. 24 richtig nachweist, und die Correctur, die er im Gutachten N. 22 vornimmt, ist unnöthig und ihm blos auserlegt, weil er sich dieser Quelle nicht mehr erinnerte. — Auch die Correctur, die er im Gutachten Sit 39 zu Nesikin 4, 4 vornimmt, ist überflüssig und es weiß Vidal da Tolosa die verworfene Ansicht zu begründen und stimmt ihr Karo im Choschen Mischpat 396, 8 bei. — Berachoth 1, 12 hat er gewiß die erste Recension der Gem. Berach. 43 a als die ihm einleuchtendere ausgenommen; wenn er in Ga. 23 auch die zweite Recension der Gemara damit in Einklang bringen will, so ist dies völlig unrichtig, und der Zwang, den er dabei anwendet, wird dann mit Recht von den Kritikern streng gerügt. — In N. 25 a hat er seine Worte Berachoth 8, 11 sicher nicht mehr recht verstanden und die von Keriath Schema' 1, 8 nicht vor Augen gehabt. Daß die Worte des Gutachtens ganz unverständlich sind, ebenso wie auch die Anfrager weder Alfaßi's noch A. b. D.'s Worte erfaßten, führt schon Karo in Kheßef mischneh zu letzterer St. aus. Maimscheint ursprünglich die Worte der Gem. Berachoth 12 a anders erklärt zu haben, was hier näher anzugeben zu weit abführen würde. 19*

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