Mannheim
Compact Memory

Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1871-01-01 · 4 (1871) · p. Seite 289

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
9 (1871)
Issue
4 (1871)
Date
1871-01-01
Page
Seite 289 (sequence 49)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2420973-2421017-2421021--2883-2424542
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

IV. Meir Ha-Levi. 289 wo sie nicht zu suchen, und nur gelegentlich hin versprengt war, und für die Abwehr von Einwendungen war er zuweilen nicht mehr gerüstet genug, gab dürftige Antworten oder verstand selbst seine eigenen früheren Worte nicht mehr genau. Maimonides erzählt uns selbst eine spaßhafte Geschichte, wie er zuweilen bei Anfragen nach seiner Quelle in Verlegenheit kam. In einem Briefe an Pinehas ben Meschullam, einen Dajan in Alexandrien, berichtet er: ״Da kam neulich der fromme Dajan zu mir mit einem Hefte meines Werkes, worin sich die Lehren über den ״Mörder" befinden; er zeigte auf einen Paragraphen, den ich lesen solle. Als ich ihn gelesen, fand ich darin nichts Auffallendes oder Unverständliches, er aber wollte die Quelle dafür wissen. Nun, sagte ich, das muß Wohl in Makkoth oder in Sanhedrin, wo über diese Materien verhandelt wird, sich finden; er aber behauptete, dort überall nachgesucht und Nichts gefunden zu haben, auch nicht in Jeruschalmi und Thoßeftha. Nach einigem Nachsinnen sagte ich: ich erinnere mich, daß der Gegenstand in einer Stelle im Tractate Gittin erörtert ist. Ich nahm den Tractat zur Hand, suchte und fand Nichts. Da ward ich selbst verlegen, unterdessen war er weggegangen, ich aber erinnerte mich dann, sandte ihm einen Boten nach, der ihn zurückbrachte, wo ich ihm dann nachwies, daß der Gegenstand gelegentlich im Tractate Jebamoth ausgeführt ist?) So ergeht es mir nicht selten zu meinem rechten Verdrusse." Noch beschwerlicher wurden ihm die Einwendungen, die gegen von ihm getroffene Entscheidungen erhoben wurden. Bon manchen erhielt er allerdings keine Kunde, andere aber wurden als Anfragen direct an ihn gerichtet, ihm zugesandt, und er mußte sich darüber in Erörterungen einlassen. In der Sammlung von maimonidischen Gutachten, welche uns vorliegt, wie sie in einer Handschrift theils arabisch theils hebräisch zusammengestellt worden und später von Mordochai Tamah unter dem Titel Peer ha-dor (Amsterdam 1765) herausgegeben wurden — der Herausgeber hat sich sowohl in der Abschrift wie in seiner hebräischen Uebersetzung des Theiles der Gutachten, welche in der Handschrift arabisch enthalten sind, arge Sünden zu Schulden kommen lassen —, ist eine gute Anzahl von Anfragen, die sich eben auf nicht genügend bex) Die Stelle, welche Maim. so viele Verdrießlichkeiten verursachte, ist offenbar Rozeach 5, 2, die er Gittin 706, auch Jebamoth 120b entnommen. VierteljahresfchrrfL IL. 4. 19

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.