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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1871-01-01 · 4 (1871) · p. Seite 286

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
9 (1871)
Issue
4 (1871)
Date
1871-01-01
Page
Seite 286 (sequence 46)
Language
German
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286 IV. Meir Ha-Levi. Satz durch allerhand Ausflüchte vor einer solchen Aussage zu schützen. Den Ausspruch (103a), Gott habe eine Höhlung im Himmel gemacht, dort die Buße Manasse's ausgenommen ״wegen der Eigenschaft des strengen Rechtes (כלפני בלדת ד!דין)", erklärt Raschi in seiner naiven Geradheit, die Middath ha-din habe die Aufnähme Manasse's verhindert, und so habe Gott durch die gemachte Vorrichtung ihn ausgenommen ohne deren Vorwissen. Das ist doch Meir zu grobfinnlich und will er darin blos eine bildliche Ausdrucksweise für die das gerechte Maß der Strenge überschreitende göttliche Barmherzigkeit erkennen. (Aehnliches bereits zu 26 V.) — Auch daß Gott einen Augenblick zürne (105 V) oder daß er bange sei bei dem Anblicke eines Menschen, der dem Laster zu verfallen drohe, und wenn das Unheil geschehen, darüber klage (106V) oder daß Gott über sich selbst urtheile, er habe da weise gehandelt und da wieder nicht (108 a), will er nicht wörtlich nehmen. Aber Meir geht in diesem Rationalisiren der Aggadahs noch weiter, geht in diese Methode auch sonst ein selbst wenn die Reinheit des Gottesbegriffes nicht gefährdet ist. Auch von den großen Männern des Alterthums will er Ungeziemendes fern halten. Keines- Wegs, behauptet er, habe der Prophet Achiah aus Schiloh dem Jerobeam schriftlich gelobt, ihm in Allem zu Willen zu sein, selbst wenn er den Götzendienst verlange, wie nach dem Wortlaute von 102a anzunehmen sei; wer so erkläre, habe dafür einst strenge Rechenschaft zu geben. Ebensowenig sei wörtlich zu nehmen, daß David sich dem Götzendienste habe zuneigen wollen (107 a). — Auch sonstige ungeziemende Aeußerungen über jene Größen will er nicht dulden: so könne man keineswegs annehmen, daß ein Thalmudist (44 a) den Moses einen Armen, Josua aber einen Reichen genannt, auch nicht, daß Rabbi die seltsamen Vorstellungen Antonin's über den Lauf der Sonne getheilt habe (91V), vielmehr sei derselbe nur scheinbar in sie eingegangen. — Ueberhaupt sträubt er sich gegen manche Angaben. Er kann sich nicht darin hineinfinden, daß Nehemia und Serubabel eine und dieselbe Person seien, wie nach 38a anzunehmen sei, oder daß ein Micha, der zur Zeit Moses' gelebt, identisch sei mit Scheba ben Bichri zur Zeit Davids nach 101V, ebenso will ihm die Vorstellung, die man sich nach 38 v zu machen habe, nicht einleuchten; die Geschichte, wie man den ״Jezer hara", den Trieb nach dem Bösen einst gefesselt und was sich da ereignet habe (64a), betrachtet er als ein prophetisches Gesicht. Daß einigen Personen

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