Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 9 (1871)
- Issue
- 4 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 284 (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
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284 IV. Meir ha^Levi. und hält einen solchen Vorgang durch ״Buchstaben-Zusammensetzung^ für Wohl möglich, freilich gelinge er nur besonders Frommen. Dasselbe gilt von der unmittelbar folgenden Stelle, daß Chanina und Joschaja an jedem Freitage sich mit den Schöpfungsgesetzen (הלכות יצירה liest M.) beschäftigt und sich vermöge dieser Kenntniß ein fettes Kalb erschaffen hätten. Da haben auch nun Einige das Außergewöhnliche wegzudeuten versucht und erklärt, man habe ihnen (aus dem Hause des Exilsfürsten) ein solches Kalb zu essen gegeben (בלברר להו). M. würde diese Erklärung gar nicht der Er- Wohnung Werth gehalten haben, wenn sie nicht von großen Autoritäten herrührte; allein falsch, bemerkt er, bleibe sie immerhin, da ja alle diese Mittheilungen nur Exemplificationen seien zu dem Ausspruche Raba's: Wenn die Frommen wollten, könnten sie eine Welt erschaffen. Auch sonst widerlege der Zusammenhang diese Erklärung; anch heiße es später (67b) ausdrücklich, manches Zauber- Werk sei vollkommen gestattet und werde dafür eben der Vorgang des Chanina und des Hoschaja als Beispiel angegeben. Die an letzterer Stelle aufgeführten Zaubergeschichten haben daher für ihn gar nichts Auffallendes. — Dem bekannten Ausspruche eines Hillel, Israel habe keinen Messias zu erwarten (993.), glaubte selbst Raschi eine ansprechende Wendung geben zu müssen, wenn er ihn dahin deutet, Hillel wolle sagen, die Erlösung werde für Israel unmittelbar durch Gott herbeigeführt und durch keine vermittelnde Persönlichkeit. M. hingegen bleibt bei dem einfachen Sinne stehn. — Der Thalmud (108 b) läßt den Raben mit Noah ein Zwiegespräch halten, und M. meint, die Thiere besäßen eine Sprache, oder doch Zeichen, durch welche sie sich unter einander verständigen, und weise Menschen verstünden diese Sprache, das werde auch Jochanan ben Sakkhai in Baba bathra (134 3) nachgerühmt. — Daselbst unterhalten sich auch Elieser, der Knecht Abrahams, und Sem, der Sohn Noahs, über alte Ereignisse und bedienen sich dabei verschiedener Bibelverse. Da meint nun M., Abraham habe die Thorah vollständig niedergeschrieben besessen, wenn auch die Vollziehung der darin enthaltenen Gebote erst durch Moses befohlen worden *). — ף Aehnliches führt Asaria de' Rossi (Meer Enajim 6. 15 p. 125 b. ed. Wien) in seinem Namen an zu Baba bathra 213. — Auch sein Verhalten zu den abergläubischen Angaben Horajoth 123, die Chabib in En Jakob z. St. anführt, sind zu vergleichen.