Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 9 (1871)
- Issue
- 4 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 276 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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276 III. Hebr. Buch aus Calcutta. Aharon Sa'diah 'Jraki (^כא^) ha-Khohen hat seine Sammlung mit einer ziemlichen Anzahl selbstverfaßter Lieder (N. 27—49, Wohl auch 290, 292) bereichert, von denen jedoch die Nummer 42 seinem Vater anzugehören scheint, während manche anonyme Lieder, die weder durch Ueberschrift noch durch Akrostichon den Verfasser bezeichnen, von ihm herrühren mögen, wie denn das letzte, welches das Akrostichon ptn כדן erkennen läßt, wohl sicher aus seiner Feder ist. Wenn er sich nun anch in denselben nicht als von hervorragender dichterischer Begabung zeigt, so sind doch seine Dichtungen, die׳ Wohl in seinem Kreise beifällige Aufnahme gefunden haben mögen, den andern ebenbürtig, und die ganze Anlage und Anordnung des Merkchens wie die vorausgeschickte Vorrede läßt in ihm einen einsichtsvollen Mann erkennen. Von den Verfassern nennt er in dieser nur den Israel (b. Moses) Nag'arah, jenen dem kabbalistischen und poetisirenden Kreise ungehörigen und trotz mehrfachen sehr scharfen Urtheilen kabbalistischer Häupter dennoch sehr gefeierten Sänger, dessen Dichtungen , die sich durch schwungvolle Mystik und Wärme auszeichnen und zum Theile auch in prunkendem Chaldäisch abgefaßt sind, denn auch weitverbreitete Ausnahme gefunden haben. Von ihm nun rührt nahe an ein Dritttheil (etwa 90 Nummern) in dieser Sammlung her, und gewiß gehören auch einige nicht ausdrücklich ihm beigelegte ihm an, wie z. B. N. 250 seinen Namen akrostichontisch erkennen läßt. Ob wir hier neue Stücke von ihm erhalten oder dieselben bereits in andern Sammlungen von ihm abgedruckt sind — was bei mehreren, die zum Theile sehr bekannt sind, sicher der Fall ist —, mag der Untersuchung Jener überlassen bleiben, welche sich besonders für ihn oder für diesen Literaturzweig im Allgemeinen interessiren. Neben ihm nennt 'Jraki in der Vorrede noch einen andern Dichter, welchen er wegen der in seinen Dichtungen häufigen starken anthropomorphischen Aussprüche in Schutz nehmen zu müssen glaubt, denselben tiefe mystische Beziehungen beilegend. Der Name dieses Dichters ist Schalom Schabsi (עןבזי), den wir aus Jakob Saphir's Reisewerk *אבן כפייר (Lyck 1866) S. 82b ff. S. 100 und llöb f. als Salem (סאלם) Schabst nebst einzelnen seiner Dichtungen kennen lernen. Nun aber findet sich merkwürdiger Weise von ihm nicht ein einziges Gedicht in unserer Sammlung. Eines ist von einem Abu-Jehudah Schabst (N. 59), das die Rubrik der den Weisen Jemens, Zanah's und Umgegend ungehörigen Lieder