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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1871-01-01 · 4 (1871) · p. Seite 268

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
9 (1871)
Issue
4 (1871)
Date
1871-01-01
Page
Seite 268 (sequence 28)
Language
German
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268 II. Sin theologischer Briefwechsel. erkennung gelange, damit die Forscher, nicht verlockt durch dermeintliche oder wirkliche Entdeckungen, von ihnen dann eingenommen, in Einseitigkeiten sich verrennen. (Den 13.) Auch Du sprichst davon, daß die nachbiblischen Institutionen sich ״theils aus dem Volksleben herausgebildet." Nun, das ist doch Wohl nichts Anderes als: aus dem Geiste heraus, der im Volke lebendig war und welcher fortzeugte. Dieser Geist war freilich oft ein getrübter und bekundete sich in abergläubischen Gebräuchen und asketischen Uebungen, aber auch nicht minder im Abstoßen überlebter Satzungen und in fruchtbarem religiosen Nachwuchs. Daher sind die Sprüche מנהג ישראל תורה (der Brauch Israels ist Thorah, hat religiöse Berechtigung) und כל2הכ עוקר הלכה (der Brauch entwurzelt die Satzung) von einem sehr richtigen Gefühle dictirt; sie räumen der spontanen Entwickelung, der aus innerem Triebe hervortretenden Aeußerung des waltenden Geistes, wenn sie auch nicht mit einer Gesetzesstelle belegt werden konnte, selbst wenn sie der festgestellten Satzung widersprach, das volle Recht ein. — Du sagst ferner, zum Theile seien diese Jnstitutionen ״ausländischen besonders persischen Ursprungs". Ich gebe zu, daß der Antrieb für manche spätere Satzung von Außen gegeben worden sei, aber dennoch nimmt ein Volk, eine Religionsgenossenschaft Nichts von anderen an, was nicht dem eigenen Wesen homogen ist, wozu sie nicht Keim und Anlage in sich selbst tragen, sie müßten denn ganz unterjocht werden, vollständig in den andern aufgehn. Und das zeigt sich mit aller Entschiedenheit in der langen Geschichte des Judenthums, es hat sich mit einer beharrlichen, oft starren und zu weit getriebenen Consequenz von den Anschauungen und Sitten seiner Umgebung abgeschlossen, indem es sich seines Gegensatzes gegen ihre Grundrichtung bewußt war, und wenn dennoch unwillkürlich Einzelnes in dasselbe einging, so war dies theils sehr untergeordnet, theils von vorn herein seinem Wesen entsprechend, eine nicht fremdartige Entwickelung seiner eigenen Anschauungen, und dennoch blieb es immerhin ohne Bedeutung, ohne herrschenden Einfluß. Wenn z. B. שכלות החדשים עלו בלבבל (die Namen der Monate von Babel gekommen), so ist dies ein ganz Aeußerliches, eine Benennung für vorhandene Jahresabschnitte, die in dem religiösen Leben ganz einflußlos blieb, die blos eine bequeme Handhabe für die Zeitrechnung war. Ohne Einfluß blieb auch das שכלות הבדלאכים עלו מבבל (daß die Namen der Engel von Babel

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