Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 9 (1871)
- Issue
- 3 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 236 (sequence 76)
- Language
- German
- Belongs to
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236 Notizen. Gott nicht bloß die höchsten Güter, Ehren und Genüsse des Lebens, sondern dieses selbst freudig, mit Ungeduld und eigner Hand hingeben. Aus Einem Stamme von den Ueberlieferungen, welche diesen tröstenden Gedanken verherrlichen und fortpflanzen sollen, bilden sich mehrere, noch fruchtbringendere Zweige für die jüdische, ja selbst für die römische Geschichte, und eine Anzahl von Vieren derselben verdienen sorgfältigere Wartung. Ihre innere Zusammengehörigkeit springt in die Augen, so sehr auch ihre Außengestalt wechseln mag. Zwei davon verkünden, wie ein hochgestellter Römer mit Aufgebung seiner heidnischen Religion und seines Lebens hier den Nasi Gamaliel nebst Amts- und Glaubensgenossen, dort den Nasi allein gerettet hat, während in den beiden andern der Römer nach Uebertritt zum Glauben des jüdischen Volkes für die Rettung des Letztern sterben, oder sich selbst retten muß. Das erste Paar fällt in die Herrscher-Zeit Trajans, der Erzähler denkt sich wenigstens den Vorgang so; das zweite Paar fällt in die Zeit Hadrians, oder der Erzähler glaubt, daß man diese Zeit mit der Begebenheit vereinigt. Verzeichnet sind diese, zwischen geschichtlichem Stoffe und Legende sich bewegenden Mittheilungen: I. Traetat Aboda sara 10 d; dazu gehört II. Me-ila 17. III. Debarim rabba 2; dazu gehört IV. Taaniot 29. Wir fangen mit I. an, obgleich wir es chronologisch nicht so zählen, weil wir hier manches Wichtige aus römischen Zuständen im Talmud gefunden haben. I. dr ק כל ר נ יא ח לי d. h. Gemoniao 8 6 a 1 a 6 und der geheimjüdische Senator im alten Rom. Babli Aboda sara 10 d. Gemoniae scalae oder Gemonii gradus oder bloß Gemoniae war Henkerplatz und Martertreppe in Rom, über welchen der Pöbel Verbrecher, oder die von ihm dafür Gehaltenen schleifte, um sie in den Tiber zu werfen. Der Erste, der diesen Ort und dessen Bestimmung erwähnt, ist Valerius Maximus, und der Letzte im Alterthume der Talmud an unsrer Stelle. Niemand hat bis zu diesem Augenblicke diese Stelle dafür erkannt, und die Beweise dafür sind auch mehr negative, aber sie reichen vollkommen aus, den hohen Grad von Wahrscheinlichkeit zu sichern, und das ist viel bei einem Orte, der so selten vorkommt, dessen Topographie man noch heute nicht ganz sicher angeben kann,