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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1871-01-01 · 3 (1871) · p. Seite 221

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
9 (1871)
Issue
3 (1871)
Date
1871-01-01
Page
Seite 221 (sequence 61)
Language
German
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Aus Briefen. 221 weil noch immer in jüd. Geschichtsbüchern ein Schwanken vorherrscht und weil ich zugleich die Gelegenheit eine grundlose Beschuldigung des Hrn. B. abzuweisen wahrnehmen will. Die ganze Argumentation des Hrn. Brann, daß Agrippa in der Zeit von 91—93 n. Chr. gestorben sein müßte, ist eine sehr schwache. Josephus habe seine Lebensbeschreibung im Jahre 94 n. Chr. geschrieben, und um diese Zeit war (nach Cap. 65 das.) Agrippa nicht mehr am Leben, folglich muß dieser einige Jahre zuvor gestorben sein. Abgesehen davon, daß aus der ״vita" keines- Weges hervorgeht, daß diese, wenn auch ein Anhang zur Archäologie, in demselben Jahre (94) wie diese selbst geschrieben sein müßte, scheitert der Beweis an der Thatsache, daß wir Münzen des Agrippa noch unter Domitian aus den Jahren 94 und 95 besitzen^), folglich sein Tod noch nicht zwischen 91—93 n. Chr. erfolgt sein könne. Es wird daher Wohl die Nachricht bei Photius, er sei im dritten Jahre des Trajan (d. i. im I. 100; warum so oft 101 angegeben wird, können wir nicht einsehen) gestorben, wohl seine Richtigkeit haben. Daß ich übrigens in meiner Geschichte der jüd. Münzen die genannten Agrippa-Münzen, so wie noch andere dieses Fürsten übergangen habe, was mir Hr. Brann zum Vorwurf macht, ist durch die Bemerkung (s. S. 80 meiner Gesch.) ״wir haben bei Agrippa, sowie bei andern Herodäern die Münzen mit profanen Typen in der Regel übergangen" erledigt, und der Hr. B. hätte gut daran gethan, sich in den Handbüchern zur Numismatik umzusehen, um den Chalkus vom Jahre 73 selbst als zweifelhaft anzuerkennen, und um nicht auf den alten Cellarius zu reeurriren, als ob kein anderer die Münze vom Jahre 29 kenne. Uebrigens scheint Hr. B. gar nicht die Aera der Münzen Agrippa's zu kennen, wie mir aus dem ganzen Zusammenhang hervorzugehen scheint. Da ich nun einmal die Numismatik berührt habe, so erlauben Sie mir, Sie auf die treffliche ״numismatische Zeitschrift" Wien 1870, aufmerksam zu machen, welche von dem fleißigen Reichhardt unter der Aufschrift ״Beiträge zur phönikischen Numismatik", S. 1 ff. manches Neue bringt, das auch! die biblische Wissenschaft berührt. So z. B. veröffentlicht der genannte Gelehrte eine Münze von Sarepta, phön. צרפת:, ganz wie im Hebräischen geschrieben (s. I Kön. 17, 9. 10. Obad. 20). — Auch 1) S. numismatic ehron. new 8er. Vol. II, p. 275 ff.

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