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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1871-01-01 · 3 (1871) · p. Seite 191

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
9 (1871)
Issue
3 (1871)
Date
1871-01-01
Page
Seite 191 (sequence 31)
Language
German
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Umschau. 191 nommene offenbar die wichtigste, und hätten wir gewünscht, daß Hr. D1\ R. gerade sie in den Vordergrund seiner Arbeit gestellt hätte, und wäre dieselbe bei seiner hingebenden Sorgfalt und Vertrautheit, die er sich mit der einschlägigen Literatur erworben, gewiß belehrend geworden. Jedenfalls war zu erwarten, daß der genaue Nachweis über die abweichende Gestalt, in der das maimonidische ״Buch Her Gesetze" (Sefer ha-mizwoth) dem Vfr. des Chinnuch Vorgelegen, von der, in welcher es in unfern Drucken erscheint — welche eben Hrn. Dr. R. zur Behandlung des Gegenstandes die Veranlassung giebt —, erschöpfender geführt werde. Die Ausführung dieser Untersuchung, welche sich bei Hrn. R. auf sieben Seiten beschränkt, verlangt sehr viele Ergänzungen, selbst dann, wenn nur die Stellen in's Auge gefaßt werden, auf welche die Anführungen bei Chinnuch hinleiten. Wie Hr. R. richtig bemerkt, lag diesem eine frühere und gewandtere Uebersetzung des von Maim. selbst arabisch abgefaßten Büchleins vor, während unsere Angaben die spätere, mit Peinlicher Treue, wie sie den Thiboniden eigen war, angefertigte darbieten. Dieselbe giebt aber auch das Büchlein nach einem von Maim. revidirten Texte wieder, in dem, was er als irrig erkannt, berichtigt war. Nicht immer aber sind diese Berichtigungen zutreffend, zuweilen nicht consequent durchgeführt. Dann sind unsere Ausgaben nicht selten von argen Fehlern entstellt, wie ich neulich erst darauf aufmerksam gemacht habe*). Eine Vergleichung der Anführungen aus dem Büchlein bei alten Schriftstellern ist daher ebenso für dessen Geschichte wie für die Berichtigung unserer Ausgaben von Nutzen; das Büchlein selbst, wie Alles, was aus der Hand dieses Meisters hervorgegangen ist, verdient eine solche sorgsame Behandlung. Es fällt mir schwer, der Verlockung zu widerstehen, die mir hier nahe tritt, Beobachtungen, die ich früher darüber angestellt, hier darzulegen. Allein auch sie würden Wohl nichts Vollständiges darbieten, und ist es mir jetzt nicht vergönnt, die oft blos flüchtig gemachten Randbemerkungen so gründlich zu verfolgen, wie es der Gegenstand verlangt. Ich beschränke mich lieber auf einzelne Beispiele, welche durch Anführungen bei Chinnuch zu dieser Untersuchung auffordern, will daher lediglich Einzelnes, was bei Hrn. R. 1) Vgl. oben S. 90 Anm.

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