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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1871-01-01 · 3 (1871) · p. Seite 178

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
9 (1871)
Issue
3 (1871)
Date
1871-01-01
Page
Seite 178 (sequence 18)
Language
German
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178 III. Steinschneider. Bräutigams heißt in der Ueberschrift der Arzt Zadakah — daß dieser Name specifisch karaitisch sei (Pinsker, S. 54 und Anh. 123), kann nicht behauptet werden; er findet sich auch bei Rabbaniten häufig genug (s. den folgenden Art. Zedaka); im Gedichte selbst scheint der hebräische Name des Vaters Jsak (auch in die Lücke S. 54 Zeile 8 paßt יצחק, nicht צדקה, nach dem Metrum), dann wäre RbJwAo der arabische Name. Und von diesem Manne rühmt der Dichter: ״seine Predigten sind jedem Ohre süß, .... seine Schritte sind auf dem Markte der Mischna, des Talmud und der Aggadot fest, nicht wankend"; darum will Pinsker dies Gedicht in die erste Periode der Karaiten versetzen, wo man dergleichen rühmen durfte! Für einen Gesetzgelehrten paßt auch der Beiname Jmran's: Au’had ed־Din. In Damaskus ist es übrigens dem Dichter schlecht ergangen (Pinsker S. 72). Ist er vielleicht darum Karait geworden? Oder nahmen die Karäer es übel, daß er den Tod des Hauptes des Rabbaniten besang? Daß er für Geld dichtete, erzählt er selbst (S. 101), und der Schalk sieht aus vielen Gedichten hervor, deren Frivolität sich mit karaitischer Erziehung nicht zum Besten verträgt. In Egypten soll sein Divan gesammelt sein; Charisi (Pf. 18, f. 35 d. ed. Amst.) spricht von einem Dichter in Damaskus, einem eghptischen Mann, der Gedichte verfaßt, die man nicht hören dürfe u. s. w., der sich aber für mehr halte als Salomo (Gabirol), Abraham (לנגד צ הר ת לשוכר vielleicht nicht ohne Anspielung?) Mose (Jbn Esra) und Jehuda (Ha-Lewi). Sollte etwa Mose Dar'i gemeint sein?? Ich glaube aber kaum, daß Dar'i zur Zeit Charisi's noch in Damaskus war. Schorr (1. 6. S. 59) bringt für den Divan das Jahr 1481 (= 4930, oder 1170) heraus; und wenn Mose b. Zedaka unser Jmran ist, geboren im Jahr 1165/6, so wird die Hochzeit nicht vor 1180 bis 1185 stattgefunden haben; das Epithalamium könnte freilich nachträglich in den Divan gekommen sein. Und nun frage ich, warum Schorr (Clialuz VIII, 127) es gar so absurd gefunden hat, daß ich den von Maimonides (GA. 19) erwähnten Mose Dar'i, der jedenfalls, wie der Dichter, vom Magreb nach Egypten gekommen war und dort seine Tefillin änderte, mit dem Dichter combinirt habe, der sich freilich in mehreren Gedichten (z. B. bei Pinsker S. 80) als Karäer bezeichnet; als ob er nicht zu den Karäern übergetreten sein könnte und vielleicht darum mit diesem Bekenntniß ostentirte; als ob nicht die Literaturreste der Karaiten allerlei Verwandlungen

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