Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 9 (1871)
- Issue
- 3 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 176 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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176 III. Steinschneider. selben Zeit Charisi und wahrscheinlich nur kurze Zeit vor ihm Mose Dar'i, wenn meine Combination richtig ist. Was zunächst den Namen betrifft, so ist es bekannt, daß jeder Mose (arabisch Musa) den Beinamen Abu Jmran (oder Omran, Amran, die Aussprache ist streitig) haben konnte (vgl. auch diese Zeitschrift I, 235); könnte nicht ein Mose auch arabisch Jmran geheißen haben? Oder konnte nicht bei Oseibia das Wortchen Abu ausgefallen sein? Es wird wenigstens kein großes Gewicht darauf zu legen sein, wenn sonst Ort, Zeit und andere Umstände genau passen. Solche Persönlichkeiten, wie Jmran nach seines Zuhörers Schilderung war, wissenschaftlich hochgestellt, reich und unabhängig, den regelmäßigen Hofdienst scheuend, mit Sinn für die Literatur, giebt es Wohl nicht leicht zwei sehr nahe neben einander. Es wird also darauf ankommen, aus den Schilderungen des Mose ben Zedakah bei Dar'i und Charisi unseren Jmran wiederzuerkennen. — Doch zuerst ein Wort über Mose Dar'i selbst. 5 1). Die Mittheilungen Pinskers (ILKute Lackmon. S. 52 ff.) über den Divan des Mose Dar'i drohten unsere Anschauungen von der Entwickelung der neuhebräischen Spräche und Poesie vollständig auf den Kopf zu stellen, unserer Anerkennung der ersten Genie's auf diesem Gebiete — Gabirol, die beiden Jbn Esra und Jehuda Ha-Levi — den Boden zu entziehen; sie alle wären nur Nachahmer des einen wie vom Himmel gefallenen Universalgenie's! Die Gedichte des Dar'i geben zwar ausdrücklich das Mustermetrum oder die ״Melodie" (in, 1N^) des Gedichtes an, welchem sie nachgeahmt sind — auch in einer anderen HS., welche in der Hebr. Bibliogr. N. 61 beschrieben ist — aber Pinsker legte so wenig Werth darauf, daß er in seiner Beschreibung des Divans dieses Zeugniß der Abhängigkeit nur sehr unvollständig mittheilte; freilich genug' für den unbefangenen Kritiker. Pinsker verschwieg Nichts absichtlich und wagte kaum zu entscheiden. Ohne Bedenken versetzt Grätz (V, 285) Mose D. in das Jahr 843, dafür sind seine Verse ״unschön, hölzern, ohne den geringsten poetischen Reiz, weiter Nichts, als Knittelverse mit Reimgeklingel"! Und seine Nachahmer? — Die Geschichte der Juden rückt den Divan [1J Zu dem nun Folgenden vgl. meine Bemerkungen in der Ztschr. der Deutschen morgenl. Gesellschaft Bd. XV S. 813—19, Bd. XVI S. 290 bis 94. ®.]